Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 57 — Haus in Tivoli auf dem Rosenstein bei Stuttgart." Ferner der 1822 in Vejle (Jütland) geborene Kupferstecher Joel Ballin, der sich ursprÜDglich der Malerei widmete und mit 19 Jahren sein erstes Bild: Prozession am Hüttenfest, ausstellte. Seine zuerst in Kopenhagen begonnenen Studien setzte er in Leipzig fort, wo er sich als Kupfer- und Stahlstecher ausbildete. Mit einem Reisestipendium der dänischen Regierung ausgezeichnet, wandte er sich 1848 nach Paris, wo er bis zum Ausbruch des Krieges 1870 blieb und sich dann nach London wandte, von wo er 1883 eine Berufung nach Kopenhagen als Lehrer der Kupferstichkunst erhielt, aber schon zwei Jahre darauf mit dem Tode abging. Ballin erhielt 1861 in Paris die goldene Medaille 3. Klasse, wurde 1862 Ritter des Danebrogordens und 1877 Mitglied der Akademie in Kopenhagen. Müller (Künstlerlexikon der Gegenwart) nennt mehrere von „seinen wirkungsvollen Stichen" und nennt seine Radierungen „trefflich radierte Blätter" i). Dann ist noch zu nennen der 1821 zu Tondern geborene Portrait- und Genremaler Geskel Saloman, welcher seine Ausbildung auf der Akademie zu Kopenhagen empfing. Von seinen zahlreichen Gemälden, die sich zum Teil in den Museen von Stockholm und Gothenburg befinden, führt Müller2) eine Anzahl an. Er gab auch einen Kursus im Freihandzeichnen etc heraus. Saloman erhielt 1869 den Wasaorden, wurde 1875 zum Mitglied der Kunstakademie in Stockholm und 1876 zum königl. schwedischen Portraitmaler ernannt. Er starb 81 Jahre alt in Stockholm am 5. Juli 19023). Auch eines namhaften amerikanischen Portraitmalers: Jacob H. Lazarus (geb. zu New-York 4. Okt. 1822, gest. das. 1891) möge noch gedacht werden, zu dessen Ehren seine Witwe und Tochter bei dem „Metropolitan-Museum of Art" in dessen Vaterstadt mit 24000 Dollar einen Preis für die Kunstschule des Museums stifteten4). Ebenso auch eines rumänischen Malers, des 1816 in Bukarest geborenen und 1854 zu Kon stantinopel gestorbenenYe hudahBarbuIscovescu, der ursprünglich bei seinem Vater, einem Stubenmaler, arbeitete, sich dann in Wien und Paris in der Malerei ausbildete, und mit Rosenthal einer der ersten war, die in Rumänien die bildenden Künste verbreiteten 5). Gehören alle hier bisher genannten bildende Künstler mehr oder weniger der neueren Zeit an, so kann schliesslich doch auch aus dem Altertum wenigstens ein jüdischer Maler angeführt werden, der in der Zeit zwischen dem 1. und 3. nach- ") Jew. Encycl. II. S. 474. 2) Künstler-Lexikon d. Gegenw. 3j Zeit d. Jdnt. 1875. S. 89. 4) Zeit d Jdnt. 1892. S. 288. 5) Jew. Encycl. VI.