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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 56

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 56 (sequence 60)
Language
German
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— 56 — maiers Schuhmacher aus Schwerin und das im Bose-Museum zu Kassel befindliche Brustbild des Kurfürsten Wilhelm II. Im Besitze seines Neffen, des Bankiers Alex. Fiorino in Kassel, dem ich diese Daten hauptsächlich verdanke, befinden sich weiter das Portrait von Fiorinos Bruder, des Mechanikus und Optikus Abr. Dav. Alex. Fiorino und dessen Frau als Brautleute; im eigenen Besitze endlich das Miniaturbild meines seligen Vaters. Fiorino monogrammierte seine Arbeiten: I. D. A. F. oder bezeichnete sie Fiorino. Fiorino war übrigens nicht, wie irrtümlich vermutet wurde, zum Christentum übergetreten, sondern fand, nachdem er am 22. Juni 1847 zu Dresden gestorben war, zwei Tage darauf nach Ausweis der Bücher der Beerdigungsbrüderschaft auf dem dortigen jüdischen Friedhof seine Ruhestätte. Bezüglich der ebenfalls schon im ersten Artikel genannten, aus Hildesheim stammenden Malern Gottlieb Herz und Isidor Popper kann noch mitgeteilt werden, dass beide sich nach Hamburg wandten, wro der letztere kurz nach seiner Ankunft, im Winter 1843, von Heinrich Heine, der ihm dazu sass, ein Brustbild fertigte, das später in den Besitz seines Bruders, des Predigers der Berliner Reformgemeinde Popper gelangte, und von dem 1872 eine Lithographie im Neubürgerschen Verlag erschien, die Popper vermutlich selbst geliefert, da er später in Hamburg eine lithographische Anstalt betrieb1). Ferner lieferte Popper Bildnisse von B. S. Berendsohn (1848) und Dr. Eduard Kley, welch letzteres er auch auf Stein zeichnete, er beteiligte sich ferner mit zeichnerischen Beiträgen an der Zeitschrifft „Mephistopheles" (1847—52)2). Von nordischen Künstlern, die um Mitte des 19. Jahrhunderts blühten, können zunächst aus Kopenhagen die Maler Professor David Moni es (von dem Nagler nur melden* kann, dass er Bildnisse und Genrestücke lieferte)3), und Ernst Meyer (Meier) genannt werden. Von letzterem (geb. zu Altona 1797, gest. zu Rom 1861) sagt Müllers Künstler-Lexikon: „Genremaler aus Altona, ein Israelite. Er gehört zu den Koryphäen seiner Kunst. Nachdem er die Akademie zu Kopenhagen besucht hatte, hielt er sich lange Zeit in Neapel und Amalfi auf und liess sich im Jahre 1833 zu Rom nieder. Im Jahre 1843 wurde er Mitglied der genannten Akademie. Wir nennen von seinen Arbeiten: zwei Szenen aus dem römischen Strassenleben, . ♦ . und wovon die letztere bei weitem vollkommener, reicher, lebendiger und witziger, selbst fleissiger in der Ausführung ist, als die erstere; das Innere einer Fischerhütte bei Neapel mit einer tiefen Wahrheit und meisterhaftem Kerne der Ausführung; ein *) Gef. Mitteilung des Herrn Dr. Grunwald. 2) Hamburgs Juden in Bild und Karik. (Mitt. z. jüd. Vlksk. XIH) No. 3, 58 u. 77.) 3) Zeit. d. Jdnt. 1860. S. 490.

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