Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 55 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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— 55 — sich der Photographie zu medizinischen Zwecken bedienten, seine bezüglichen Arbeiten unter Emdens Anleitung ausl). Ueberhaupt haben sieh in der Frühzeit der Photographie mehrfach Juden in derselben durch künstlerische Leistungen betätigt, so Friedmann in Wien2), der Maler Guiseppe Coen in Ferrara (gest. 1857)3) und der bereits im ersten Artikel genannte Bildhauer Adam-Salom on. Um nochmals auf die Frankfurter Künstler zurückzukommen, so gehörten dahin noch der begabte, aus Metz stammende Portraitmaler Lunteschütz (Sohn eines Kabbiners), der u. a. auch den Philosophen Schopenhauer malte, der Orientmaler Victor Lorie und Guido Oppenheim, ^.er Sohn des Prof. Moritz Oppenheim, von den! wir ein Spitzenmtisterbuch kennen4). Ebenso gehört Frankfurt wenigstens seiner Geburt (1802) nach an der Landschaftsmaler und Astronom Hermann Goldschmidt, der 1866 zu Fontainebleau starb5). Jude war aller Wahrscheinlichkeit nach — Bestimmtes hieräber war leider nicht festzustellen — auch der Kupferstecher Joseph Herz, der im Beginn des 19. Jahrhunderts in Fürth arbeitete und Vignetten zu den 5 Bänden des Zirndorffersehen "j"3n (in Fürth erschienen) lieferte. Von einigen der im ersten Artikel bereits angeführten deutschen Malern ist hier noch einiges Weitere zu melden resp. zu berichtigen. So war der richtige Name des dort David Fiorino genannten Miniaturmalers: Jeremias David Alexander Fiorino. Er wurde am 20. Februar 1796 zu Kassel als Sohn des aus Göttingen stammenden Kaufmanns David Alexander Fiorino (auch David Alexander, Alexander Göttingen oder David Göttingen genannt) und der Hannah Abraham (Marburg) geboren. Er genoss seine Ausbildung zuerst bei einem Kasseler Porzellanmaler und dann auf der Kasseler Akademie, die ihm 1816 eine Medaille zuerkannte. 1824 wandte er sich nach Dresden, wo er mit kurzen Unterbrechungen bis an sein Lebensende blieb. In Dresden arbeitete er mehrfach für den dortigen Hof, er wurde zum Hofmaler ernannt und ihm der Professortitel verliehen. Von seinen Arbeiten kennen wir: die Brustbilder des Prinzen Maximilian von Sachsen und des Sängers Filippo Sassaroli, beide in der Dresdner Gemäldegallerie, 2 Miniaturen in dem dortigen Königl. Kunstgewerbemuseum, das Brustbild des späteren Königs Albert von Sachsen in Kreide, nach welchem er auch eine Lithographie herstellte, das Brustbild des Prinzen Ernst von Sachsen, das Portrait des Hof- J) Gef. Mittlng. des Herrn H, Seckel (Schwiegersohn Emdens). 3) Wertheimer, Kalender f. 5615 1853—54. S. 22. :i) Albo funero all' . . . Memoria delPinsigne pittore fotografo Giuseppe- Coen. Rovigo. 1857. 4) Gef. Mittlngn. des Herrn St. Goar. b) Oettinger, Möoit. d. Dates.