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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 54

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 54 (sequence 58)
Language
German
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— 54 — respekt. Offenbacher Künstler können hier auch noch genannt werden, und zwar als frühester derselben der Kupferstecher J. J. Schnapper, von dem Nagler nur zu sagen weiss: „ist uns nur aus dem Kataloge der Sammlung des Grafen Renesse-Breidbach (Anvers 1835) bekannt. Da wird ihm folgendes Blatt beigelegt: Bildnis der Kaiserin Catharina II. fol." Ausserdem kennen wir aber von ihm noch ein Portrait Goethes (Eig. Smmlng.), das einer Ausgabe von Werthers Leiden vorgebunden war, Frontispice und Titel zu (F. C. v. Mosers) „Der Herr und der Diener" (Frankfurt. 1759) und einige Ex-libris, die er für die Frankfurter Heinr. Wim. Lellnemann und Joh, Noe de Neufville1) fertigte, welche Arbeiten er sämtlich: J. J. Schnapper a. OfFenbach bezeichnete. Von seinen Lebensumständen konnte nur in Erfahrung gebracht werden, dass er in der II. Hälfte des 18. Jahrhunderts in OfFenbach lebte, da seine noch in Frankfurt lebende Enkelin ihn nicht mehr gekannt hat, und sich nur erinnert, dass eine grosse Anzahl seiner Stiche bei einer späteren Räumung des Hauses aus Unkenntnis verbrannt wurden2). Weiter ist hier der Kupferstecher Hermann Seligmann Emden (geb. zu Frankfurt 18. Okt. 1815. gest. das. 6. Sept. 1875) zu nennen, der schon früh Neigung zur Kunst zeigte und, da seine Verhältnisse eine akademische Ausbildung nicht zuliessen, in eine Kunstanstalt für Kupferstich und Lithographie als Lehrlingv eintrat. Hier arbeitete er fleissig und suchte sich namentlich nach der künstlerischen Seite seines Berufes auszubilden. 1833 verliess er seine Vaterstadt und arbeitete dann in Hersfeld, Darmstadt und Bonn, versäumte aber neben seiner gewerblichen Tätigkeit nicht, sich auch künstlerisch zu betätigen, wofür ein Portrait Pius IX.. und die 3 sein Empfinden für das malerische der Landschaft und der Architektur verratenden Ansichten von Caub, Boreshofen und der Marburg Zeugnis ablegen. Um aber besser für Mutter und Schwester sorgen zu können, wandte er sich der eben aufgekommenen Photographie zu und gründete — einer der ersten — in seiner Vaterstadt ein photographisches Atelier. Als Photograph machte er sich bekannt durch das Werk „Der Dom zu Mainz und seine Denkmäler", auf welches Lübke in seiner Kunstgeschichte mehrfach hinweist, und welches auch Prof. Kugler im Deutschen Kunstblatt (1858. S. 173) anerkennend erwähnt. Emden war der Erste, der photographische Gruppenbilder komponierte (wie die Rastatter Dragoner, die Saarbrücker Ulanen etc.), stellte auch schon sehr früh die Photographie in den Dienst der Naturwissenschaften, so führte auch Dr. Theodor Stern (Sohn des Frankfurter Rabbiners), der einer der ersten deutschen Aerzte war, welche *) Warneke, Die deutschen Bückerzeichen. No. 1117 und 1440. -J Gef. Mittlng. der Herren Seckel u St. Goar.

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