Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 52 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2638044-2638045-2638046--0056-2638244
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

- 52 — Arkeles. Er war zirka 1810 in Prag als Sohn eines Rabbiners geboren und arbeitete in den 40. Jahren in der dortigen Honig'- sehen Kunstanstalt; er lieferte hauptsächlich neutestamentarische Darstellungen, die er mit einem verschlungenen S. A. bezeichnete. Zwei seiner Handzeichnungen befinden sich im Besitze des Herrn Gust. Schulhof in Prag, von denen eine dessen Mutter darstellt. Argolese ruht auf dem jüdischen Friedhof seiner Vaterstadt1) Als vierter ist der Portraitmaler Ignaz (später Robert) Kraus zu nennen, der den 13« Juni 1812 zu Wien geboren wurde.2) Wenden wir uns nochmals nach Deutschland, und zwar zunächst nach Berlin, so ist es noch bemerkenswert, dass es bei Begründung der dortigen jüdischen Freischule 1778 bereits möglich war, als Zeichenlehrer einen für diese Stellung geeigneten Juden in der Person Is. Baruch Aaron's zu finden. Wenig später, 29. Sept. 1783, berichtet Daniel Chodowiecki der Gräfin Christiane v. Solms-Laubach von einer dortigen jüdischen Malerin: Es ist auch eine junge Jüdin hier, die in Pastell malt, aber ich (habe) noch nichts als Zeichnungen in Rotstein von ihr gesehen. Sie wollte mir, da ich das letzte Mal bei ihr war, nichts Gemaltes zeigen, bis sie es besser machen würde"3). Wir dürfen in dieser Malerin vielleicht die dem Herzschen Kreise angehörige Elise Fränkel sehen, die ja vermutlich Jüdin war und von der aus den Briefen Humboldts an Henriette Herz bekannt ist, dass sie von der Letzteren 1820 ein Bild fertigte, das ursprünglich der Marianne Mendelssohn gehörte, die es aber an Humboldt zu dem Zwecke, es dem König Friedrich Wilhelm IV. zu überreichen, 1845 überliess4). „Viel Neigung und Genie zum Zeichnen" hatte auch, wenn wir seinen Worten Glauben schenken dürfen, der bekannte Philosoph Salomon Maimon (1753—1800), der sich wiederholt mit dem Gedanken trug, sichganzder Malerei zu widmen, bei seiner Zerfahrenheit aber nicht zur Ausführung desselben gelangen konnte. Ob dies einen Verlust für die Kunst bedeutete, wissen wir nicht, doch urteilte er später selbst von sich: „ich wäre zwar, wenn ich dazu angehalten worden wäre, ein grosser, aber kein genauer Maler geworden, d. h. ich würde mit Leichtigkeit die Hauptzüge eines Gemäldes entwerfen, hätte aber zur genauen Ausarbeitung keine Geduld"5). Von den bereits im früheren Artikel genannten Kupferstechern Bnieder Henschel kann hier noch ergänzend angefügt werden, dass sie entgegen der J) Gef. Mitt. des Herrn Jos. Ginz. 2) Wertheimer, Kalender 1854—55. S. 22. Oettinger, Monit. d. dates. 3) Wolf in Ost u. West, Dez. 1903. S. 830 f. 4) Ebendas. 5) Sal. Maimons Lebensgeschichte v. ihm selbst geschr. u. hrsg. v. Moritz. I. S. 34 f. S. dort auch den interessanten Bericht .über seine ersten Zeichen studien.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.