Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 54)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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50 — hunderts gemalt wurde1). Des gleichen Ursprungs wie die eben genannten dürfte sicher auch der 1794 in Bordeaux geborene Maler Felix Dias gewesen sein. Er erhielt neben verschiedenen ^anderen akademischen Preisen, 1817 den ersten Preis für Komposition, konnte aber sein Talent nicht entfalten, da er bereits am 29. Mai des gedachten Jahres verstarb2). Der Maler A. de Chaves, den Kayserimg (Jew. Encycl. III.) nennt von ihm aber nur zu sagen weiss, dass er um 1700 in Amsterdam lebte, dürfte vielleicht, mit Aaron de Chaves identisch sein, von dem wir oben hörten, dass er 1675 das Hechal der ersten portugiesischen Synagoge malte. Von anderen Amsterdamer Künstlern ist hier noch der Holzschneider Jospe b. Meir Schmalkalden zu nennen, der die portalartige Umrahmung des Haupttitels zu Raf. di Norzi's nbü DND (Amsterdam 1759) lieferte und sie fipbxüW "l^D TD2 'D1V "pD ytyüü (sie!) unterzeichnete. Die gleiche Umrahmung fand auch für den Titel eines Legendenbüchleins: „Amstelredams .... ende opcoineu ..." Verwendung. Die Familie Schmalkalden oder Smalkalde, die aus Mainz nach Amsterdam gekommen war, nahm später dort eine sehr angesehene Stellung ein3). Hier kann auch betreffs einiger der im vorausgehenden Artikel bereits besprochenen holländischen Künstler noch manches nachgeholt, beziehentlich verbessert werden. So ist von dem Kupferstecher Salom Italia noch eine weitere Arbeit bekannt geworden, eine 1694 gefertigte Megillah in «zierlicher Quadratschrift mit zirka 40 Federzeichnungen (versteigert 1885 bei J. L. Joachimsthal in Amsterdam), die er: vrwy 1VW pifr inn -ns tsr»nS 'so □"h^ek b* n&bwxö ^-he iddzj a\bw bezeichnete. Hiernach war Salom nicht, wie früher irrtümlich vermutet wurde, ein Sohn Eliesers, sondern Mardochai d' Italias4). Ebenso ist auch von Benjamin Senior Grodines noch eine weitere Arbeit bekannt, eine im Auftrage Isak's b. Math. Aboab 1682 gefertigte, gegenwärtig im Besitze J. Cassuto's in Hamburgbefindliche Zeichnung, ein Memento mori darstellend5). Endlich kennen wir auch von dem Kupferstecher Abraham ben Jakob ausser den früher angeführten Arbeiten noch eine weitere, eine Kalendertafel über 130 Jahre6). Von holländischen Künstlern der späteren Zeit verdient ausserdem der Maler Moritz Leon Erwähnung, der, sehr begabt, schon früh starb, und dem 1866, nachdem er bereits verstorben war, die goldene Medaille der Kunstv) Ebendas. S. 82 u. 150 (das. auch eine Reproduktion dieser Ansicht). 2) Jew. Encycl. IV. S. 559 (Arch. Isr. 1862. 8. 696). s) Gef. Mitteilung des Herrn S. Seligmann. 4) Gef. Mitt. des Herrn S. Seligmann. 5) Reproduziert in Grunwald, Portugiesengräber. S. 27. «) Wolf, Bibl. Hebr. IV. S. 763 IV. S. 691.