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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 46

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 46 (sequence 50)
Language
German
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— 46 — stalten Moses und Ahrons zeigt. (Gaster a. a. 0. S. 35, woselbst sich auch eine Abbildung der Tafel befindet.) Andere Zehngebottafeln — die „Mandaniendos" — lieferte 1702 für die ein Jahr vorher erbaute zweite portugiesische Synagoge, woselbst sie noch heute über dem Hechal zu sehen sind, ein anderer jüdischer Künstler namens Cordueiro, der dafür 3 Guineen, und für die ebenfalls von ihm gefertigten 12 Omertafeln 1 £ 5 s. 6 d. erhielt. Reich wurde Cordueiro sicher nicht durch seine Kunst, da er kurz darauf eine Gemeindeunterstützung erhielt. (Gaster a. a. 0. S. 84.) Auch in Deutschland sind hier noch einige jüdische Dekorationsmaler zu nennen, die sich in für Deutschland verhältnismässig früher Zeit ihrer Kunst zugewendet haben. Zunächst ist hier der 1801 in Cassel geborene, 1879 in Charlottenburg gestorbene Simon Hallo zu nennen, der sich 1826 in seiner Vaterstadt selbständig machte, und bereits 1829 mit Ausführung der Malereien und Vergoldungen des dortigen kurfürstlichen Theaters betraut wurde, die er so gut ausführte, dass sie erst 1893 der Erneuerung bedurften. Ferner führte er die Malereien in den Schlössern zu Wabern, Rothenburg u. s. w. aus. Man kennt von ihm auch einige Landschaftsbilder und Darstellungen (Köpfe) biblischer Persönlichkeiten. Sein Geschäft blüht noch heute im Besitze seiner Enkel1). Ferner sind zu nennen: Michael Jacob (1816—97) in Berlin2) und M. J. Bodenstein, der um 1840 als armer Handwerksbursche nach Berlin kam, wo er sich durch Talent und Fleiss derart emporarbeitete, dass er zu den ersten seines Faches zählte und zu den vornehmsten Schöpfungen auf dem Gebiete der Dekorationsmalerei herangezogen wurde. Er starb 1890 in Berlin. Einige jüdische Baumeister können hier auch noch genannt werden): Prof. Löwe, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Brüssel Vorträge über die Geschichte der Baukunst hielt3), Abraham Hirsch, der 1862 die Synagoge und das Konsistorialgebäude in Lyon erbaute4), und Maurermeister W. Nathanson in Randers, der 1858 die dortige Synagoge erbaute5). Als Herzog Friedrich von Schleswig-Holstein 1690 die Festungsstadt Rendsburg erweitern wollte, nahm er hier, wie auch in Glückstadt, Friedrichstadt und Altona verschiedene Religionsparteien auf, darunter auch einen Juden namens Lew in Holländer, „der nach der Erzählung ein Baumeister gewesen sein soll". Falls dies auf Wahrheit beruhen sollte, dürften wir in ihm jedenfalls den Erbauer der dort J) Gel Mitteil, der Herren Hallo. -) Zeit. d. Jdnt. 1397. No. 45. Umschlag. 3) Mntsschrift 1853. S. 278. 4) Levy, Notice s. les Isr. de Lyxra. 5J Zeit. d. JdDt. 1860. S. 396.

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