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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 45

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 45 (sequence 49)
Language
German
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— 45 — Pfarrer beteiligte1). Jüdische Arbeitsleute Schemen sich übrigens früher auch in Deutschland hier und da vorgefunden zu haben, da wenigstens eine im Hamburger Staatsarchiv aufbewahrte Uebersicht über die Berufstätigkeit aller dortigen Juden vom Ende des 18. Jahrhunderts 30 „Arbeitsmänner" aufführt2). Sehr ermutigt zu ihrer Tätigkeit wurden diese „Arbeitsmänner" freilich nicht, denn als die Hamburger Gemeinde um die Erlaubnis anhielt, eine Anzahl jüdischer Arbeiter zu den Walldemolitions-, Chaussee- und andern öffentlichen Arbeiten (1817?) stellen zu dürfen, wurde dieses Gesuch rundweg abgeschlagen3). Auch des vermutlich ersten jüdischen Maurermeisters in Preussen Eduard Ples sner muss hier noch gedacht werden. Plessner, den 17. Mai 1811 zu Cosel o. S. geboren, konnte sein Gewerbe nur unter Ueberwinclung grosser Schwierigkeiten, die ihm als Juden entgegenstanden, erlernen. Nach vollendeter Lehrzeit und Absolvierung der Bauschule zu Oppeln wurde er durch Empfehlung seiner Lehrer auf Staatskosten auf das k. Gewerbe-Institut zu Berlin geschickt. Hier erhielt er 1832 einen ersten Preis und bei seinem Abgang ein Reisestipendium von 300 Talern. Später war er 15 Jahre in Cosel tätig, und wandte sich dann nach Berlin, wo er bis zu seinem am 29. April 1855 erfolgten Tod verblieb, seinen dortigen Aufenthalt nur unterbrechend, um inzwischen in Krakau, das 1851 grösstenteils niedergebrannt war, an den dortigen Befestigungsbauten mitzuarbeiten. Er erbaute die Bahnhöfe zu Ratibor, Cosel und Oderberg und wurde von dem Fürsten Aug. von Hohelohe-Oehrigen mit zahlreichen Bauten betraut4). Bei einer älteren Synagoge, der 1675 erbauten alten portugiesischen in London sind wir übrigens genau unterrichtet von dem — allerdings sehr bescheidenen — Anteil, den Juden an den bezüglichen Arbeiten hatten David Fels fertigte die Stufen der Teba und des Hechal, wofür er 20 £ erhielt, Aaron de Chaves malte das Hechal, vergoldete die Säulen und führte einige ähnliche kleinere Arbeiten aus, wofür er 16 £ erhielt. Daneben waren noch 3 deutsche Juden mit dem Transport der Gegenstände in die Synagoge und ähnlichen Handreichungen betraut, wofür ihnen 2 £ bezahlt wurden5). Weiter fertigte Abraham d'Avila ein — gegenwärtig in der Vorhalle der Synagoge als einzige erhaltene Reliquie des alten Baues aufbewahrtes Tableau, welches die Anfangsworte der 10 Gebote in hebräischer und spanischer Sprache und zu den Seiten die Ge- *) Zeit. d. Judent. 1860. S. 168. -) Grunwald, Portugiesengräber S. 13. a) Zeit. d. Judent. 1837. S. 100. 4) Jüd. Volksblatt. III. No. 48. 5) Gaster, History of tbe Ancient Synagogue of the spanish and portuguese Jews. London, 1901. S. 52.

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