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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 41

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 41 (sequence 45)
Language
German
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— 41 - sprechen, dass dort die Juden ihre Synagogen in der Hauptsache wohl selbst erbaut haben dürften. Nennt ja eine noch erhaltene Tafel den jüdischen Baumeister Isaac Mehab b. Ephraim als Erbauer der 1315 errichteten, gegenwärtig als Nationaleigentum erklärten Synagoge zu Cordova1), und sagt doch Versorius bei Aben Verga (a. a O. S. 204): „So gibt es in diesen Eeichen unter den Hebräern wie in Persien und Medien noch heute Viele, welche in Holz und Stein für die Fenster der Könige so feine Kunstgegenstände anfertigen, als wenn sie aus Gold und Silber gearbeitet wären". Offenbar ist hier von jüdischen Steinbildhauern und Holzschnitzern die Rede, wie solche auch in früherer und späterer Zeit mehrfach nachzuweisen sind. Einen 'solchen palästinensischen Steinhauer, vermutlich dem 2. nachchristlichen Jahrhundert angehörend, lernen wir aus der noch erhaltenen Inschrift an der Synagoge von Kefr-Bereim (Galiläa) in Joseph Halevi ben Levi als Verfertiger von deren Obergebälk kennen. (Pppt&TI HIW *b p ncv mn)2). Mit einem anderen palästinensischen Künstler dieses Faches, der aber der neueren Zeit angehört, macht uns wiederum Frankl (a. a. 0. IL S. 124 f.) bekannt, der von ihm sagt: „Mosehe Schnitzer, so genannt, weil er die kunstreichsten Gegenstände aus Holz schnitzt, aus Marmor und Sandstein meisselt, und aus schwarzem Harz vom Toten Meer formt: Vasen, Becher, Basreliefs der jüdisch heiligen Orte. Er brachte diese Kunst, die ihn Niemand lehrte, und die er seinem jungen Sohne vererbt, aus seiner Heimat (Russland) mit. Bei der Weltausstellung in London (1851) erhielt er einen Preis, und von Reb Mosche Schnitzer ist auch der Grundstein zur Votivkirche in Wien, nach einer Zeichnung des Architekten Endlicher gemeisselt." Nach der Zeichnung des Ebengenannten fertigte er auch (1856) aus einem auf Zion gebrochenen Kalkstein „in wirklich vollendeter Weise" den Grundstein für den damals im Bau begriffenen Wiener Tempel, in Form eines sai'kophagähnlichen Kästchens an, auf dessen Längenseiten in erhabener Gold-Quadratschrift Psalmenverse eingemeisselt sind, während die Schmalseiten die Jahrzahl, den Namen der heiligen Stadt mit der Notiz, woher der Stein genommen ist, zeigen. Den Deckel ziert erhaben das Wappen Davids und Weintrauben, die Symbole der Fruchtbarkeit. Schnitzer dürfte wohl identisch seien mit dem „Juden aus Jerusalem", von dem ein Londoner Ausstellungsbericht meldet, dass er eine kunstvolle, von ihm gefertigte irdene Vase ausgestellt habe, die auf beiden Seiten feine, dem unbewaffneten *) Rev. d. Etudes Juives. IX S. 157 f. u. X. S. 246 f. Jew. Encycl. IV. S. 267. 2) Frankl in Monatsschrift f. d. Gesch. u. Wissensch, d. Jdnt. 1865. S. 147 ff. u. Renan im „Journal Asiatique". Dec. 1864.

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