Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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— 40 — ziemlich der gleichen Zeit ein, dem am 23. Ellul 5306 (= 1546) in Bologna verstorbenen Sabatai Elchanan Sohn des Isaceo Eliacimo da Bieti errichtetes Grabmonument, das fast frei aus dem Marmor herausgehauen eine weibliche Gestalt, 2. Cherubim als Karyatiden und eine geflügelte Maske zeigt und welches jetzt im Vestibüle der „Scuola d?Antiquaria" in Bologna aufgestellt ist. In Deutschland aber wurde nur ganz vereinzelt von der kaum mehr als 12 Familien zählenden Gemeinde des schwäbischen Städtchens Monheim bei der um 1715 erfolgten Erbauung ihrer Synagoge reicher Skulpturenschmuck verwendet, von dem sich noch bis heute ein Teil des Plafonds erhalten hat, trotzdem die Synagoge, nach Vertreibung der Juden aus Monheim (1741), erst in eine Wirtschaft und dann zum Rathaus umgebaut wurde. Es zeigen sich noch heute in prachtvoller Stukkaturarbeit biblische Darstellungen, wie Kain und Abel, Isaaks Opferung, Mordechai und Esther u. v. a. mit hebräischen Bibelversen. Vorzüglich ausgeführt und besonders gut erhalten ist der Teil des Plafonds, welcher die derzeitige Klosterkapelle deckt, welcher Moses auf dem Berge Sinai die 10 Gebote empfangend darstellt, mit' den hebräischen Anfangsworten des Dekaloges1). Im Uebrigen aber konnte in Deutschland vor der Mendelssohnschen Zeit von Regung des Kunstsinnes bei den Juden kaum die Rede sein, und wir hören in der Tat erst zu dieser Zeit einen solchen in Daniel Itzig in Berlin als Kunstfreund nennen, der nicht bloss sein Haus mit zahlreichen Bildern schmückte, sondern besonders auch in dem von ihm erworbenen parkartigen Gartengrundstück, das unter dem Namen „Klein-Sanssouci" bekannt war, Neubauten aufführte, von denen Friedrich der Grosse wohlgefällig Kenntnis nahm, und welche von dem nachmaligen König Wilhelm II. und dessen Gemahlin wiederholt besucht wurden. Dieses Gartengrundstück, in dem Itzig viele Statuen des Dresdner Bildhauers Knöfler und einen angeblich von Schlüter herrührenden Neptun aufstellte, ging nach Itzigs Ableben in den Besitz seines Schwiegersohnes Jacob Salomon über, dem später unter dem Namen Bartholdy (den er bei seiner 1805 erfolgten Taufe nach dem ursprünglichen Besitzer des Grundstücks annahm) bekannt gewordenen preuss. Geh. Legationsrat, der ebenfalls ein grosser Kunstfreund und vorzüglicher Kunstkenner, sich namentlich um die Wiederbelebung der Freskomalerei verdient gemacht hat2). Soll nun hier nochmals von den Erbauern der Synagogen gesprochen werden, so wollen wir unsern Blick zunächst wiederum nach Spanien richten, da abgesehen von den im vorausgegangenen Artikel bereits angeführten Tatsachen, auch noch wreitere dafür J) Fiiedmann. Gesch. d. Juden in Monheim. Mainz 1902. S. 16. -) Löwenberg, Onkel Bartholdy, in Zeit. d. Jdnt. 1891. No. 27 u. 28.