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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 38 (sequence 42)
Language
German
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— 38 — solchen gestatten zu wollen1), und in dem dortigen Goldsticker Moses Salonion (1779—1853), von dem wir hören, dass er (in den 40. Jahren) am gleichen Tage der Einweihung der Rigaer Synagoge einen prachtvollen, goldgestickten Vorhang für die heilige Lade und der dortigen christlichen Gemeinde für die St. Petri- Kirche eine ebensolche Altardecke spendete2). Ein anderes kostbares „niehrhundertjähriges" Porauches besitzt die Synagoge von Memmelsdorf (Oberfranken), welches von einem jüdischen „Posamentier", einem Urahn der dortigen Familie Lebrecht, angefertigt wurde. Derselbe war unter dem Namen „Schwarz Meierle" bekannt und soll der Ueberlieferung nach, sein ganzes Vermögen auf diese fromme Schenkung verwandt haben, und sodann tatsächlich arm gewesen sein3). Auch in Frankreich fanden sich jüdische Sticker vor. 1764 kommt der Sticker Jacob Silva aus London nach Paris, wie die bereits angeführten Polizeiakten besagen: „ä la sollicitation de plusieurs notables personnes"4), und ein anderer jüdischer Sticker namens Simon (rue de la Harpe 118) war (nebst 5 anderen Juden) 1792 in Paris Mitglied des Clubs der Section du Theätre-Francais5). Später, 1823 finden wir in der bereits angeführten Liste der Mitglieder der Gesellschaft zur Verbreitung der Künste und Handwerke unter den Israeliten von Metz den Brodeur-passementier Jacob Beer als Mitbegründer dieser Gesellschaft genannt. In noch späterer Zeit, um 1846, Hessen sich die Brüder L. B. und J. van Oven in Haag nieder, deren Geschäft von D. v. Oven noch bis zur Gegenwart fortgeführt wird, der seit über 30 Jahren alle Entwürfe zu den bestellten Paramenten etc. selbst anfertigt. Von den vielen Kunstarbeiten der Gebrueder van Oven seien hier nur erwähnt: die Restaurierung einiger, der jüdischen Gemeinde in Surinam gehörigen alten Thoramäntel, auf deren einem sich auffallenderweise eine Darstellung der Opferung Isacs befindet, und eines, der Gemeinde Middelburg gehörigen alten Thoravorhanges, der mit einer Darstellung der Heiligen Lade bestickt, ursprünglich nach einer Zeichnung von Jakob Jehuda Leone (Templo) ausgeführt wurde6). Hatten wir im vorausgehenden Artikel durch Obadjah gehört, dass zu seiner Zeit(1488) die jüdischen Frauen von Rhodos sich „mit allerlei Kunstarbeit" beschäftigten, so hören wir Aehnliches auch von den Jüdinnen Palästinas durch den englischen Reisenden Sandy, der seine Reise im Jahre 1610 begann: „Sie können sehr künstlich ') Buehholtz. Gesch. d. Juden in Eiga, S. 109 u. 133. 2) Zeit d. Jdnth. 1853, S. 34S. :J) Blätter f. jüd. Gesch. u. Litt. 1904. S. 20. 4) Kahn, Les Juifs de Paris au 18. siecle. S. 84. 5) Kahn, Les Juifs de Paris pendant la revoluüon. S. 119. 6) Gef. Mitteilung der Herren D. v. Oven und J. M. Hillesum.-

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