Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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— 36 — Juden so vielfach mit der Färberei beschäftigt haben wie in Italien, waren es ja? wie Camera1) sagt: „in Italien besonders die Juden von Amalfi, die die Färberei betrieben." War doch zu gewisser Zeit in Italien die Färbereisteuer gleichbedeutend mit Judensteuer, und wurde doch ein gewisser Farbstoff, dessen sich die Juden zum Färben und Schreiben bedienten, als der „jüdische" bezeichnet2). Seit welcher Zeit sich dort Juden mit der Färberei beschäftigten, wissen wir nicht, doch dürfte dies wohl schon in sehr früher gewesen sein, denn wenn wir auch die ersten Nachrichten hierüber aus dem 12. Jahrhundert von Benjamin von Tudela haben, der berichtet, dass er in Brindisi 10 Juden antraf, die Färber waren, so hören wir doch schon früher aus dem benachbarten Istrien von solchen Färbern, da Depping3) erzählt, dass in Triest im Jahre 949 der Bischof von dem jüdischen Färber Daniel David die Summe von 517 Mark entlieh. Aus Cosenza vernehmen wir dann, dass Kaiser Friedrich 1212 die dortige jüdische Färberei an den Bischof abtrat4). Doch noch in vielen anderen italienischen Städten wurde die Färberei im Mittelalter von Juden betrieben, und Güdemann nennt (a. a. 0. S. 69) von solchen: Benevent, Frani und Palermo. Es müssen sich jedoch solche um diese Zeit auch in Rom befunden haben, da die Atti del. not. Giov. Enrico d'Este. Lib. IV, c. 355r.5) von dem aus Rom stammenden jüdischen Färber Sulimano zu berichten wissen, dass er 1420 in Padua ein Grundstück in Pacht nahm? und wird ja dort auch 1527 ein solcher Salomon tinctor et sutor in dem oben erwähnten Register Gnoli's angeführt. Wenden wir uns nun den Stic kern zu, so mag zuerst von dem bereits im vorausgehenden Artikel genannten Elkone nachgeholt werden, dass wir von seinen Arbeiten, ausser den bereits dort besprochenen, auch noch eine weitere kennen: einen kostbaren Thoravorhang, der noch jetzt an Festtagen die Heilige Lade der Synagoge zu Hildesheim schmückt, welcher, ebenso wie die dazu passende Schulchandecke und Thorarollen-Paramente eine Spende des R. Josef Oppenheim (Sohn des Prager Rabbiner David Oppenheim) und dessen Frau Tolze (Tochter des Samson Wertheimer in Wien) darstellt, deren Tochter wiederum die Frau des um Mitte des 18. Jahrhunderts amtierenden Hildesheimer Rabbiners Hirschel Isac Oppenheimer war. Das Porauches trägt in seinem oberen Teile die Aufschrift: yw rVIDD'ni PDp^X bk 1!^ T]Vyh 1) Meniorie storico - diplornatiche dell'antica cittä e duc. di Amalfi. Salerno, 1876. I. S. 347. (Ciscato a. a. 0. 128.) 2) Güdemann a. a. 0. S. 69 u. 312f. (S. dort auch d. Quellen.) 3) A. a. 0. (Siehe dort auch die Quelle.) 4) Depping a. a. 0. S. 353 (S. das. d. Quelle). 5) Ciscato a. a. 0. S. 128.