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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 34

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 34 (sequence 38)
Language
German
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— 34 — Kunst abgelegt, auch damit betraut, und führte sie so vollkommen aus, dass die Innung ihm ein glänzendes Zeugnis über seine Kunst ausstellte. Von einem anderen wandernden Färber hören wir auch schon aus früherer Zeit. 1768 den 26. Nov. bittet der Jude Nathan, sich in Erfurt einige Zeit aufhalten zu dürfen. In seiner Bittschrift sagt er: „Ich bin ein Schutzjude aus Bamberg gebürtig, aber nicht etwa ein solcher, der Waren zu kaufen und zu verkaufen, und dadurch irgend etwa einem Lande oder Stadt Schaden zuzufügen sich unterfangen sollte, ich bin vielmehr ein Künstler, der mit allerhand Farben, insbesondere auf Seide so umzugehen weiss, dass ich mit geringer Mühe und sehr wenigen Kosten binnen einer halben Stunde ganze Kleider zu färben weiss, dass solche wiederum neue; auch noch mehrere dergleichen Wissenschaften, die wohl schwerlich in Deutschland noch niemals angetroffen worden sind, in der grössten Geschwindigkeit jedermann zulernen vermögend bin. Dergleichen Proben habe hier und da in vielen Städten, besonders hier in Arnstadt, gemacht und diese meine Greschicklichkeit auch vielen gelernt." Supplikant fragt daher an, ob er sich nach Erfurt verfügen und daselbst diese seine gerühmten Künste und Wissenschaften bekannt machen dürfte, auch wieviel er für diese Erlaubnis wöchentlich zu zahlen habe. Die Erlaubnis wird ihm erteilt mit der Bedingung, dass er 4 Gulden wöchentlich und den üblichen Ein- und Ausgangszoll entrichtet1). Mit einem anderen Juden, der sich um 1770 durch Einführung der Türkischrot-Färberei in Sachsen verdient gemacht hat, dem Dresdener Juden Moses Metz machen uns die Akten des dortigen Haupt- Staatsarchivs2) bekannt, in denen er von Zinzendorff als „Phoenix de sa Nation" bezeichnet wird. Aus noch früherer Zeit hören wir aus Deutschland von jüdischen Färbern nur den Juden ''Elias „Vervver" nennen, dem die Stadt Freiburg am 19. März 1423 den Schutz erneuert, und in dem wir wohl sicher einen Färber sehen dürfen3). Sonst finden wir in Deutschland jüdische Färber nur noch in Königsberg erwähnt. Wir hören dort von solchen zuerst 1703 (damals fanden sich in der Stadt selbst 3, und in den Vorstädten 30 jüdische Familien) aus einer Beschwerde des Kürschner-Gewerkes, das Klage führt, dass die Juden Hirsch und Moses mit ihrem Anhange es ihnen im Ein- und Verkauf des rohen und aufgearbeiteten Pelzwerks zuvor täten, wodurch ihnen grosser Schaden erwachse. Nur dem Juden Schniey sei als geschicktem Zobelfärber, welcher bereits eine Zeit lang für die r) Jaraczewsky. Gesch. d. Juden in Erfurt. Erfurt 1868. S. 61. 2) Acta die Einschränkung d. Anzahl d. Juden . . . Anno 1775 sq. Vol. IV. BL, 101. 3j G-rofeses Diplomatariuin. III. 187 (Lewin, Juden in Freiburg. Berlin, 1890. S. 71).

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