Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 33

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 33 (sequence 37)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2638044-2638045-2638046--0037-2638225
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

— 33 — mit hohen Steuern bezählen1). Im Jahre 1267 traf Mose b. Nachman Gerondi (Nachmanides) in Jerusalem nur einen jüdischen Färber als einzigen jüdischen Bewohner der Stadt an2). Später, im 14. Jahrhundert, aber fand Isaak b. Joseph Chelo (oder Cholo) dort unter den Juden viele Handwerker, und zwar hauptsachlich Färber, Schneider und Schuhmacher3). Er berichtet auch von Hebron, dass die dortigen Juden einen bedeutenden Handel mit Wollstoffen betrieben, die sie selbt webten und färbten4). K. Salomo bar Simson fand im 13. Jahrhundert in Hebron einen jüdischen Färber, dessen Gastfreund er anscheinend war5). Wenn nun Baldensperger6) meint, dass die Färberei im Orient im Mittelalter ein den Juden eigentümliches Gewerbe (special art) gewesen, heute aber ganz oder fast gänzlich in den Händen der Mohamedaner liege, so trifft letztere Behauptung doch nicht ganz zu, da auch bis in die neueste Zeit hinein jüdische Färber dort noch allenthalben nachzuweisen sind. So berichtet Benjamin IL (a. a. 0. S. 245) aus Tunis, dass dort die Färbereien meist von Juden betrieben wurden, während wir oben von Widal gehört, dass in Laghouat die Färberei in jedem jüdischen Hause betrieben wurde. Aus Buchara berichtete Wolff7) 1844, von den dortigen 10 000 Juden, dass die meisten Färber und Seidenhändler waren, und ähnlich meldet von dort aus späterer Zeit Franz v. Schwarz8), dass fast alle Färber, besonders die Seiden färb er Juden sind. Hatten wir oben bereits gehört, dass Frankl in Damaskus an 70 jüdische Färber antraf, so ist dem noch anzufügen, dass Frankl in Konstantinopel sogar 180 solcher Schönfärber vorfand (I. S. 194), während er von Jerusalem nur von 2 solchen zu berichten weiss (II. S 109). Auch einem wandernd en jüdischen Färber begegnete Frankl auf seiner Reise nach Jerusalem (I. S. 275). Dieser, ßenzion Scherz aus Premissel, war auf seiner Wanderung auch nach Konstantinopel gekommen, wo eben der Färberinnung vom Sultan ein Pelz zum Färben übergeben war, der von solcher Kostbarkeit war, dass sich kein dortiger Färber an diese Arbeit traute. Scherz, der sich erbot, die Arbeit auszuführen, wurde, nachdem er eine Probe seiner J) Graetz, Gesch. d. Juden. VI. 8. 287. 2) Zunz, Ges. Schriften I. S. 1691 :?) Carmoly, Itineraires de la Terre Sainte. S. 240. 4) Ebendas. S. 242. 5) Ebendas. S. 129. 6) Quarterly Statement of the Palest. Exploration Found. Apr. 1903. Jew. Chr. 10. Apr. 1903. S. 26. 7) Narrative of the Mission of Dr. Wolff to Bokhara II. 3. (Jew. Encyel. V. S. 23 f.) 8) Turkestan die Wiege der indogerm. Völker. S. 445. (Jew. Encyci. V. S. 23f. Mitteilungen zur )M. Volkskunde. Heft XV. °

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.