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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 32

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 32 (sequence 36)
Language
German
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— 32 — S. 236) in den Dörfern im Westen von Tripoli (Berberei) die Juden zwar hauptsächlich mit Ackerbau, Weinbau und Viehzucht beschäftigt, sie trieben dabei aber auch Weberei und verfertigten wollene Decken für den Handel. Ebenso fand auch 1856 der englische Missionar Stern die Juden in Sana (Arabien), die dort allein alle Gewerbe betreiben, die den Arabern ein Greuel sind, mit Weberei beschäftigt. „Geht man durch einen Bazar", sagt Stern, ..so hat man nicht nötig, sich nach dem Teile zu erkundigen, den die Juden inne haben; man braucht nur dem Schalle des Ambos und dem Geräusche des Weberschiffchens zu folgen, und man kann sicher sein, dort nach dem jüdischen Teile des Bazars zu kommen [). Ist die Färberei an und für sich auch keine eigentliche Kunst, so ist sie doch eine unentbehrliche Hilfskunst für die Weberei, und darf daher hier nicht übergangen werden, um so weniger, als sie dadurch, dass sie ursprünglich, und zum Teil auch noch gegenwärtig in der Hand des Kleinbetriebes, nicht selten in der einzelner Familien ruht, in welcher sich die Fertigkeit, besondere Farbtöne herzustellen, von Generation zu Generation als Geheimnis vererbt hat2), mehr wie irgend ein anderes Gewerbe geeignet war, von den Juden, wie nun einmal deren prekäre Lage war, betrieben zu werden, und in der Tat auch zu allen Zeiten betrieben wurde. Beiläufig ist ja auch schon in dem ersten Artikel von jüdischen Färbern einiges berichtet worden, so von den jüdischen Purpurfärbern, die sich um das Jahr 200 in Hierapolis vorfanden, und von den jüdischen Purpurfärbern, die Benjamin von Tudela zwischen 1159 und 1173 in Theben antraf. In einer anderen griechischen Stadt, in Arta, beschäftigten sich im 16. Jahrhundert jüdische Frauen mit Seidenfärberei3). Benjamin von Tudela traf aber auf seiner Reise jüdische Färber noch an vielen anderen Orten an. In St. Georg oder Luz fand er nur einen Juden vor, der Färber war, in Bethlehem traf er 12 Juden an, die Färber waren, in Beth Nobi fand er 2 Juden, die beide Färber waren, in Joppe (Jaffa). Serain (Jezreel) und in Karathin (Kirjathaim) fand er nur je einen Juden, die alle drei Färber waren. Bei den Drusen fand er keine Juden wohnen, meldet aber, dass solche als Färber oder Arbeiter sich zeitweilig bei ihnen einfanden. Von Jerusalem aber meldet er, dass dort nur die Juden — gegen eine jährliche Abgabe — das Recht hatten, die Färberei zu betreiben. Als zwischen 1169 und 1175 die Juden sämtlich bis auf einen von dort vertrieben Avurden, musste dieser einzige die Färbereipacht i) Jüd. Volksblatt VIII No. 7. *2) Hopf, Die Teppiche des Orients, in „Antiquitäten-Zeitung". 1901. No. 51 f. 3) Jew. Encycl. II. S. 144.

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