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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 31

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 31 (sequence 35)
Language
German
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- 31 — nachgewiesen wurde, im Altertum betrieben worden zu sein, sondern auch in späterer Zeit, und wissen wir wenigstens aus der Gegenwart, dass die Kabbiner in Bochara ihres Zeichens Teppichweber sind1), und dass in dem kleinen bulgarischen Städtchen Dubnicza die ganze dort betriebene Teppichweberei sich in ihren Händen befindet2). Im Orient überhaupt wurde und wird die Weberei vielfach von Juden betrieben, wie wir dies von Persien bereits im ersten Artikel gehört haben. So sagt der oben bereits angeführte Bericht des Militärarztes V. Widal aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts weiter: „In jedem jüdischen Hause zu Laghouat findet man, nach Verhältnis der weiblichen Familienmitglieder, einen oder mehrere Rahmen unter den Galerien aufgestellt, die alle ein und dieselbe einfache Bauart haben" . . . . „Die ganz mit der Hand hergestellten wollenen Stoffe sind von bemerkenswerter Feinheit und Dauerhaftigkeit des Gewebes" .... „Die vorbereitenden Arbeiten hierzu sind den jüngeren Frauen anvertraut; die einen spinnen die Wolle mit einfachen Spindeln mit Kreiseln versehen, die sich auf dem Boden drehen, während andere die Gebinde färben und auf eine mir unbekannte Weise ihnen Farben von bemerkenswerter Frische und Dauerhaftigkeit geben" .... „Die wollenen Stoffe sind zum Teil für die Familie bestimmt, zum Teil werden sie von den benachbarten Stämmen, besonders von den Beni-Mozab," gegen Getreide, Obst, Schafe u. s. w. eingetauscht." Ebenfalls aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts berichtet Frankl (a. a. 0. I. S. 371) von den Juden in Damaskus: „Sie sind sehr geschickte Woll- und Seidenstoffweber, 50 bis 60 an Zahl, und an 70 Färber" ... In Konstantinopel fand er (a. a. O. I. S. 194) nur 2 jüdische Baumwollenweber, in Jerusalem aber gar keine, doch scheinen die dortigen J uden in neuerer Zeit der Baumwollenweberei nicht ganz fern zu stehen, da Ebers und Guthe in ihrem „Palästina" (I. S. 40) einen Jerusalemer jüdischen Baumwollenreiniger bei seiner Arbeit darstellen und dessen Tätigkeit (S. 38 ff.) beschreiben. Dagegen wusste Frankl (a. a. O. I. S. 241) von den Juden in Brussa zu berichten: „Die Zunft der (jüdischen) Handwerker ist gross, wir zählen 243 Meister (bei 376 Familien). Viele spinnen und weben die berühmten Seidenstoffe von Brussa, viele sind Seidendreher, Verfertiger von Schnüren, Quasten und Knöpfen" . . . Von Saloniki meldet derselbe Beisende: „Erst seit Jahren sieht man (jüdische) Frauen der armen Klasse sieh mit Seidenweberei beschäftigen." Einige wenige jüdische Seidendreher und Schnürenmacher fand Frankl auch in Canea auf Candia. In der gleichen Zeit wie Frankl fand Benjamin II. (a. a. O., *) Antisemiten-Spiegel. II. S. 55 Anmrk. 2) Jew. Encycl. V. S. 6.

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