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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 29

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 29 (sequence 33)
Language
German
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- 29 - (eine Art ostindischer Zitz) angestellt1)- In Bologna aber bildeten die jüdischen Seidenarbeiter eine eigene Genossenschaft, die 1.^37 dort ein Gebetbuch nach römischen Eitus drucken liessen2), bei dem es heisst: ^trcn nr-N;E CtW CD V'^ C'Srwn ^»2 Im 14. Jahrhundert fanden sich jüdische Seidenweber auch in Navarra vor, wo die Juden in den grösseren Städten, wie Tudela und Pampelona eigene Kaufhallen besassen, in denen die jüdischen Seiden wirke r ihre Seide feilboten, und wo die jüdischen Gold- und Silberarbeiter und die jüdischen Schuhmacher ihre Buden hatten3). Dass sich jüdische Weber und Spinner im 14. Jahrhundert auch in Avignon und der Grafschaft Vinaissin vorfanden, haben wir bei Besprechung der Goldschmiede oben bereits gehört. Waren in Spanien im vorausgegangenen Artikel jüdische Weber nur bis zum 10. Jahrhundert nachgewiesen, so niuss es solche dort auch noch später, und zwar in grosser Anzahl gegeben haben, das R. Salomo Aben Verga (a. a. 0. S. 246 f.) — gewiss ohne jede Nebenabsicht — erzählt, dass als König Alphonso die ersten besten 3 Juden vor der Strasse herbeirufen Hess, der eine Schneider, der zweite Weber und der dritte Schuhmacher war. Auch hörten wir ja oben schon aus dem Munde Baudins von Tuchwebern, die sich unter den 1492 nach Rhodus gekommenen spanischen Flüchtlingen befanden. Aus späterer Zeit hören wir aus Italien nur durch Jost4) von jüdischen Seidenspinnern, die sich zu seiner Zeit (1844) im Herzogtum Parma vorfanden, sonst aber nur von fabrikmässig durch Juden betriebener Seidenspinnerei, wie dies namentlich in dem Gebiete von Padua der Fall war, wo sie diese Industrie eingeführt hatten und zu solcher Blüte brachten, dass sie 1772 ungefähr 5000 Arbeiter beschäftigten. Die später entstandene christliche Konkurrenz erreichte es aber, dass den Juden 1779 diese von ihnen eingeführte Industrie weiter zu treiben verboten wurde5). Auch in Deutschland wurde die Weberei — von dem fabrikmässigen Betrieb, der uns hier nicht zu beschäftigen hat, abgesehen — nur, wie bereits früher bemerkt, „ganz vereinzelt von Juden betrieben; doch finden wir in der Subskriptionsliste für Begründung einer jüdisch theologischen Fakultät (1838) drei jüdische Webermeister in Hürben (Bayern): A. Harburger, M. S. Landauer und M. J. Levinger als Beitragende aufgeführt6), lernen auch aus einem aktenmässigen Verzeichnis von den gewerbetreibenden *) Ebendas. S. 322. 2j Steinschneider bei Ersch u. Gruber. II. Sekt. XXVIII. T. S. 45. 3) Yanguas, Diceionario de antigüedades del reino de Navarra., nach Kayserling, D. Juden in Navarra. S. 59 u. 73. 4) Neuere Gesch. d. Israeliten. II. S. 265. 5) Ciscato, Gli Ebrei in Padova. Padua 1901. S. 121-129. 6) Zeit. d. Jdnth. 1838. S. 71.

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