Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 27

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 27 (sequence 31)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2638044-2638045-2638046--0031-2638219
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 27 — Infanterie-Regiments u. s. w. Ausserdem schnitt er in Stein die Bildnisse von Horace Günzburg, des Grossfürsten Vladimir, der Grossfürstin Alexandra Georgievna, der Kaiser Nicolaus II. und Alexander II., ebenso auch der Kaiserin Alexandra Feodorovna. Abraham wurde ebenfalls zum Staatsrat ernannt, und erhielt 1900 auf der Pariser Ausstellung die goldene Medaille. Auch bezüglich des im ersten Artikel genannten Levin Joseph sei noch angefügt dass Schudt a. a. 0. II. 2. S. 365 (1714) sagt, das er „vor wenig Jahren" in Berlin „in seinem besten Alter" gestorben, und dass seine Witwe nach Halberstadt zog. Wie von den Goldschmieden, Graveuren und Metallarbeitern, so ist auch von den in dem früheren Artikel besprochenen Webern und Stickern noch manches hier nachzuholen. War dort von jüdischen Seidenarbeitern gesprochen, die Benjamin von Tudela zwischen 1159 und 1173 in Theben antraf, so hören wir durch C. Hopf1), dass der Cölner Eeisende Arnold von Harff 1496—99 die Nachkommen derselben in einer Vorstadt von Modone (Peloponnes) auch „meist mit Seidenweberei, Anfertigung von Schleiern und Taschentüchern beschäftigt" fand 2). Eine Anzahl dieser griechischen Juden hatte auch König ^Roger IL (1101—54) bei seinen Eroberungen nach Palermo verpflanzt, um durch sie den Seidenbau in seinen Staaten heimisch zu machen3). War in dem früheren Artikel von einem andern, ebenfalls um den Seidenbau verdienten Juden: Magino di Gabriele die Rede, der aus Venedig in Rom eingewandert, vom Papst Sixtus V. 1587 ein Privilegium für ein von ihm erfundenes Verfahren, zweimal im Jahre von den Seidenraupen Seide zu gewinnen, erhielt, so wissen die „Lettres ou Reflections du Milord a son correspondent a Paris" (London, 1767. S. 24) von einem, mit dem Vorgenannten jedenfalls identischen französischen Juden Gabriel Mazin zu berichten, den Sixtus V. nach Rom kommen Hess, weil er die Kunst Seidenwürmer zu vermehren und ihre Produkte zu verarbeiten sehr gut verstand, und dem er sowohl für sich als seine Nachkommen ein Monopol für die Seidenmanufaktur gab, alle Gegenerklärung seiner Vorgänger aufhebend, trotz Schwur und Bann. Offenbar sind diese beiden Persönlichkeiten identisch. Sei es nun, dass die Nachfolger Sixtus V. das von diesem erteilte Privilegium nicht anerkannten, oder waren es andere Gründe, die Magino von Rom vertrieben, jedenfaUs finden wir ihn bereits im Jahre 1597 in Württemberg wieder, wo er vom Herzog Friedrich mit 7 Personen Aufnahme erbat und auch erhielt, trotz des Widerspruchs *) Hopf, Gesch. v. Griechenland, in Ersch u. Grubers Encyk). 86. Th. S. 186. 2) Vrgl. hierzu: Güdemann, Erziehungswesen der Juden in Italien. Note IV. S. 306. 3) Bei Pertz Monumenta Germaniae V. S. 192. (nach Graetz, Gesch. d. Judth. IV. S. 284.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.