Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 26

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 26 (sequence 30)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2638044-2638045-2638046--0030-2638218
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

— 26 — Tetuan und Rabat geschlagen. Man verwendet zu diesem Geschäfte Juden, welche in die Münzstätten geholt werden, wo sie unter der Aufsicht und Kontrole mehrerer von der Regierung aufgestellter Adul arbeiten." Auch von einigen im ersten Artikel bereits genannten Künstlern sei es gestattet hier noch einiges nachzutragen. Meier Lös er lieferte auch (1793) eine Medaille auf das Bad Doberan. (Eig. Sammlung.) Ebenso lieferte auch der früher nur als Verfertiger von „sigilla mystica" genannte Petschierstecher Philipp Aaron Medaillen, von denen wir eine solche vom Jahre 1749 auf die Verleihung des russischen Andreasordens an Christian Ludwig II. von Mecklenburg (Ev. 185.2, eig. Samml.) kennen. Philipp Aaron scheint übrigens der Vater des Medailleurs Abraham Aaron gewesen zu sein, von dessen Arbeiten früher nur die Medaille (1785) auf die Succession Friedrich Franz von Mecklenburg genannt wurde, während Gaedechens (a. a. O. I. S. 60—65) von weiteren solchen beschreibt: die Begräbnismünzeu auf die Hamburger Bürgermeister Joh. Luis (1788), Joh. Anderson (1790) Martin Dorner (1798) und Peter Heinrich Widow (1802). Abraham Aaron war nach Schlickeysen1) Stempelschneider in Schwerin 1764, in Stockholm 1774—76, dann wieder in Schwerin bis 1798. Auch von dem Hamburger Medailleur Isaak Nathan können noch einige weitere Arbeiten angeführt werden: Preismedaille der Hamburger Schützengesellschaft 1864, und Prämie der Lübecker Handelskammer 1876. Schliesslich kann hier auch noch Näheres über die früher nur genannten Medailleure Grilliches Vater und Sohn mitgeteilt wrerden. Avenir Girschewich Grilliches wurde 1822 zu Wilna geboren, studierte bis in sein 16. Lebensjahr Talmud, widmete sich dann, ohne Anweisung hierzu dem Graveurfach, und wurde seit 1871 bei der Kaiserl. Münze in St. Petersburg als Graveur beschäftigt, respekt. 1874 als solcher angestellt, und brachte ihm im gleichen Jahr ein in Bergkristall geschnittenes Portrait Levensohns die Ernennung zum Mitglied der dortigen Akademie. Avenir lieferte u. A. eine Medaille auf das Denkmal des russisch-türkischen Krieges, und fertigte die Staatssiegel für die Kaiser Alexander III. und Nicolaus II. Er wurde zum Staatsrat ernannt und erhielt den Stanislausorden II. Klasse. Sein Sohn Abraham Avenirovich Grilliches wurde ebenfalls in Wilna (1852) geboren, er besuchte erst die dortige Eabbinerschule und dann, nach Absolvierung der Zeichenschule, die Petersburger Kunstakademie, und wurde 1876 neben seinem Vater als Münzgraveur angestellt. Er lieferte Medaillen auf den Tod Alexandra Fedorovna's und Alexander IL, das Jubiläum des Herzogs von Leuchtenberg, die Eisenbahnkatastrophe von Borki, das Jubiläum des 65. *) Schlickeysen, Abkürzungen auf Münzen. Berlin, 1882. S. 10.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.