Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 25 — S. 45f.). Aus dem Jahre 1771 hören wir dann auch, dass der aus Danzig gebürtige Petsehierstecher Raphael Wulff zum Vorsteher der Judenschaft vorgeschlagen, und auch vom Rixte hierzu ernannt wurde. Wie lange er dies Amt inne hatte, ist nicht bekannt, und hören wir nur 1784 von ihm, dass er, der nebst seiner Familie, an Zahl 13 Personen, bis dahin in der Judenherberge gewohnt hatte, um die Erlaubnis einkam, in der Vorstadt ausser der Herberge wohnen zu dürfen Eine Verordnung der Statthalterschaft vom 5. Juli 1788 benennt dann nochmals, unter den in Riga „bis auf fernerweite Verfügung noch zu duldende hebräische Familien" unter No. 8: „Raphael Marcus Wulff, Petsehierstecher, nebst Frau und einem ungeheurateten Sohn, Marcus Wulff/" (Jebrigens war auch um Mitte des 19. Jahrhunderts in Riga wieder ein Graveur: M. Adler, Mitglied des Gremeiudevorstands und Öekonom der allerhöchst bestätigten Ebräerschule1). Später, 1827 wird unter den 52 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Bromberg ein Petsehierstecher: S. Meyer genannt, der jedenfalls das damals benutzte Gemeindesiegel verfertigt haben dürfte, das vor einem Sockel (Altar,, aufweichen! man "PHp liest, einen Adler stehend zeigt, der seine Flügel schützend ausbreitet, und mit seinem Schnabel einen Palmzweig auf den Sockel legt. Um denselben stehen die Worte: „Synagoge zu Bromberg", unter demselben nochmals in hebräischen Buchstaben „Bromberg*''*2). Ob der als Philosoph und Mathematiker bekannte Lazarus Bendavid (1762 —1832), der anfänglich Glasschleifer war3), sich als solcher künstlerisch betätigte, oder wie sein grosser Vorgänger nur optische Gläser geschliffen, ist nicht bekannt. Was schliesslich denOrient anlangt, so war von den jüdischenSteinschneidern, die Pedro Texeira gegen Ende des 16. Jahrhunderts in Aleppo fand, bereits oben gesprochen, ebenso wie auch von den askenasischen Steinschneidern, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts hin und wieder als Gäste nach Canea kamen. Frankel, der dieses berichtet, meldet auch (a. a. 0. II. S. 109) von Jerusalem, dass er dort zwei jüdische Steinschneider fand, und der Reisende Benjamin IL erzählt4), dass er unter den grössten Teils handeltreibenden Juden Teherans auch Steinschneider antraf. Von Marokko schliesslich berichtet aus dem Jahre 1830 der Freiherr Wilh. v. Pfiügel in seinem Tagebuch der Reise der österreichischen Gesandtschaft an das Hoflager des Sultans von Marokko5): „Alle Gold- Silber- und Kupfermünzen werden in den Städten Marokko, Fez, Mequinez, ') Zeit. d. Jdnt. 1860. S. 595 Anm. -) Herzberg, Gesch. d. Juden in Bromberg. S. 30 u. 32. 3) Schöriwald, Das goldne Buch. d. Judent. S. 17. v) Benjamin II., Acht Jahre in Asien u. Afrika (1846—55). S. 192. 5) Anzeigeblatt der Wiener Jahrbücher Bd. LXIX. Wissensch. Zeitschrift f. jüd. Theol. v. Geiger II. (1836). S. 378.