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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 23

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 23 (sequence 27)
Language
German
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- 23 — hat aber dort gleichzeitig mit J. Elion noch ein zweiter sehr tüchtiger jüdischer Graveur gearbeitet: M. C. de Vries Ir. Er war Schüler des wiederholt genannten Jean Henry Simon (gest. 1834) in Brüssel, arbeitete dann aber in Antwerpen und lieferte u. a. eine Medaille auf die Verteidigung der Zitadelle von Antwerpen 1832, und ebensolche auf die Trockenlegung des Harlemer Sees 1852, auf die 2. Säkularfeier des Todes des Bühnendichters Joost van den Vondel 1879, und auf den Hochschullehrer Th. van Sminderen. De Vries verstand es auch Diamanten zu gravieren und schnitt u. a das Portrait des Königs Wilhelm III. von Holland in einen solchen* Diese Kunst war sein Geheimnis, das er auch mit sich in das Grab genommen hat1). Gleichzeitig mit den Genannten arbeitete in Holland noch ein dritter jüdischer Graveur, der noch heute am Leben befindliche Hofgraveur der Königin Witwe von Holland in AmsterdamA. L. Snoek, der sich bereits mit 18 Jahren (1858) etablierte. Von Medaillen fertigte er nur (1863) eine Volksmedaille auf die 50jährige Feier der Befreiung Hollands von der französischen Fremdherrschaft. Mütterlicherseits ist übrigens Snoek ein Nachkomme des Jomtob Lipmann Heller2). Ferner machte sich dort auch ein Sohn des J. Elion ebenfalls als Medailleur bekannt3). Was den Verfertiger der Schmelkamedaille anlangt, so konnte in dem früheren Artikel, dessen Namen nicht angegeben werden, da er das Stück nur: 2"^ bezeichnet hat. Der Name desselben ist aber durch Roest (Zeldzame Joodsche penningen. II.) im Letterbode I. 1875. No. 4 bekannt gegeben, und lautete derselbe: Joel b. Lippmann Levi4). Auch jüdische Steinschneider fanden sich schon zu Joels Zeiten in Holland vor, und lernen wir einen solchen, Meier Gans als Lehrmeister des Ahron Moses Izchak von Grahnbohm (1736—1807) kennen. Der Letztere, ein Proselyt, war als Knabe von 121/2 Jahren mit seinem 69 Jahre alten Vater aus Schweden, wo dieser — ein Adoptivsohn des Generals Graf von Steinbock — eine höhere Beamtenstellung inne hatte, nach Amsterdam gekommen, um sich, ebenso auch die mitgekommene Mutter und Schwester, in das Judentum aufnehmen zu lassen. (Sieben weitere Mitglieder dieser Familie folgten ihnen hierin im Laufe der Jahre nach.) Grahnbohm arbeitete nach vollendeter Lehrzeit tagesüber als Steinschneider weiter, benützte aber die Nächte zum Talmudstudium. Auf die Dauer ertrug dies sein Körper nicht, er wurde brustleidend und musste deshalb seiner Kunst entsagen. Nachdem er seine theologischen Studien aber r) Gef. Mitteilung der Herrn A. L. Snoek. Nagiers Künstler Lexikon. 2) Gef. Mitteil, der Herren Snoek und J. Hillesum. 3) Gef. Mitt. des Herrn Snoek. 4) Gef. Mitt. des Herrn J. Hillesum.

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