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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 22

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 22 (sequence 26)
Language
German
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— 22 - wärtigen regierenden Könige von Schweden mit besonderer Auszeichnung empfangen, und nur ungern wieder von Stockholm entlassen ward." Ziemlich gleichzeitig mit der Familie Steinschneider arbeiteten noch einige weitere Juden in Wien als Steinschneider und Medailleure, wie Jakob B. Resek der 1805 in Pless in Böhmen geboren wurde. Eesek lieferte nach Wurzbach (XXV. S. 309f.) die in Edelstein geschnittenen Portraits des Staatskanzlers Fürsten v. Metternich-Winneburg (1841), des Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preussen (1842) fast 2 Zoll gross in Topas geschnitten, wofür er 1844 die preussische goldene Medaille für Kunst erhielt, des Königs Karl Johann XIV. von Schweden (1843), des Baron S. M. v. Rothschild (1844), des Königs Ludwig Philipp von Frankreich und des Kaisers Nikolaus I. von Russland (1845), der Königin Victoria von England (1846) und des Palatin von Ungarn Erzherzog Joseph (1847). Von Medaillen fertigte er eine solche auf den Komponisten Meyerbeer (1847) und eine solche auf die Kammersängerin Lutzer-Dingelstedt. Eine weitere auf Baron v. Rothschild, soll wegen mangelnder Aehnlichkeit nicht angenommen worden sein. Wurzbach hält ihn übrigens als Künstler von keiner Bedeutung. Resek starb nach Ausweis des Sterbebuches der Israelit. Kultusgemeinde Lit. B. No. 557 zu Wien am 29. Okt. 1847. Weiter arbeitete um die gleiche Zeit in Wien der im Jahre 1780 geborene Ascher Wappenstein. Franz Heinrich Böckh2) sagt von ihm: „schneidet erhaben und in Tiefe Wappen, Porträte, Figuren und Antiken in Stein, Stahl usw." Von seinen Arbeiten kennen wir eine Medaille auf die 3 Alliierten (1814), eine ebensolche auf den Chemiker Ignaz Fonberg (Hutten Czapsky No. 3889. Taf. XI. Fig. 166), eine andere vom Jahre 1819 auf den Tod Kosciuszkos (Hutten Czapsky No. 3916. Taf. XII. Fig. 180) und eine weitere (einseitige) mit dem Brustbild des Kronprinzen, späteren Kaisers Ferdinand v. Oesterreich (Wellenheim No. 8657)3). Wappenstein starb 72 Jahr alt im Wiener israelitischen Spital am 9. Oktob. 18524). Mit ihm arbeitete, wie aus Böckh (a. a. 0.) zu ersehen, 1822 im gleichen Hause (in der Leopoldstadt, Praterstrasse No. 520) der „Zeichner und Graveur" Joseph Wappenstein, von dem wir nicht wissen, in welchem verwandtschaftlichen Verhältnis er zu Ascher stand. Von Holland war hier bisher nur von den Diamantschleifern gesprochen, und auch in dem vorausgehenden Artikel ausser diesen, von jüdischen Graveuren nur der Medailleur J. Elion und der Verfertiger der Schmelkamedaille genannt. Es *) Den Hinweis auf Resek verdanke ick Herrn Nurnismatiker Cubasch,. während ick für Mitteilung der Daten Herrn Dr. Grunwald zu danken habe. -) Böckh, Wiens lebende Schriftsteller, Künstler ... Wien, 1822. 3) Freundliche Mitteilung des Herrn H. Cubasch. 4) Freundl. Mitteilung des Herrn Dr. J. S. Bloch.

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