Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 19 — Sohn des Herrn Jacob Pach1) seligen Andenkens. Er starb Dienstag, den 2. Ab und wurde bestattet am Mittwoch den dritten Ab, im J. 5571 nach Erschaffung der Welt. (23./24. Juli 1811). Der Hochvollkommene hatte auch vor Königen Bestand. Seine Künstlerhand gravierte alle Arten Gebilde, Petschafte und Wappen- Embleme. Wegen seiner grossen Kenntnis in den verschiedenen Fächern, die sein Kunstfach ergänzten, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt der Gesellschaft der Bildenden Kunst am hiesigen Orte, zu Florenz und Kopenhagen, so wie er Ehrenmitglied wurde in anderen hohen Gesellschaften für Kunst und Schönheit. Seine Arbeiten gefielen sehr unseren Königen und Fürsten. Deshalb setzten sie ihn ein als Graveur der Münzen und Königlichen Wappen. Als solcher diente er dreien Königen in Treue und untadelhaft. Er erlangte desshalb ihre Gunst, und sie ehrten ihn durch die Ernennung zum Königl. Hofmedailleur. Sei seine Seele eingeschlossen in den Bund des ewigen Lebens2)." Chossemstecher aber wird auf seinem Grabstein Löb b. Wolf aus Weissenau genannt (luyEtr DHin WD^ID V'T »pKlVD nttcm), der Donnerstag, 10 Ijar 5538 (1778) in Frankfurt starb3). Auch den Namen Steinschneider nahmen einzelne jüdische Graveurfarailien von ihrem Gewerbe an, und macht uns Wurzbachs Biograph. Lexikon des Kaisertums Oesterreich mit einer solchen bekannt4). Dort heisst es (Bd. XXXVIII, S. 159): „Steinschneider, Jacob, geb. zu Tarnow in Galizien im Jahre 1782, gest. zu Wien 1838. Aus einer jüdischen Familie. Schon der Vater war Graveur, lebte aber in ziemlich dürftigen Verhältnissen und konnte somit für die Ausbildung des Sohnes nur sehr wenig tun. Grosses Talent, verbunden mit einem eisernen Fleisse und seltener Vollendung in der Ausführung brachten diesen endlich auf die Stufe, welche er erreicht und ihm in der Reihe der Stempel- und Gemmenschneider eine ausgezeichnete Stellung einräumen. Im Jahre 1820, damals bereits 18 (sie) Jahre alt, kam er nach Wien, wo er aber mit nicht geringen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, um nur die Erlaubnis, sich daselbst aufhalten zu dürfen, zu erlangen. Denn damals war es den Juden nicht gestattet, länger denn 14 Tage in der Residenz zu verweilen. Aber der Verwendung des Professors Ludwig Pichler (Bd. XXII. S. 254), der in *) n"D Abbreviatur von cnifi THE^St eigentlich Siegel stechend, dann Siegelstecher. Medailleur. Ebendas. 2) Gütige Mitteilung des Herrn Regierungsrat v. Kühle wein, der dieselbe von einem direkten Nachkommen Abramsons, Herrn Valentin in Berlin erhielt. 3) Horovitz, Frankfurter Grabschriften. S. 410. No. 3612. 4) Den Hinweis auf diesen Artikel verdanke ich Herrn Prof. Dr. Steinschneider, dessen Familienname aber auf andere Weise entstanden. 9*