Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 17 Pariser Graveuren nicht weniger als fünf aus Hamburg oder Altona stammten, was wohl darauf schliessen lässt, dass dort die Anzahl der jüdischen Graveure um Mitte des 18. Jahrhunderts eine zu grosse war, um genügend Beschäftigung zu finden, worauf ja auch die Aeusserung v. Griesheim's (Tractat . . . die Stadt Hamburg 1757. I. 8. 138): „Die Petschierstecher von Hamburg besonders unter den Juden sind sehr gut, und auch ziemlich billig. Das macht die Menge von Juden so sich darauf legen", schliessen lässt4). Waren von diesen Graveuren in dem ersten Artikel bereits eine grössere Anzahl genannt, so können hier davon doch noch eine weitere Anzahl aufgeführt werden. So nennt ein Aktenstück des Hamburger Staatsarchivs (1. c. No. 18. Vol. 2c) als dort neben den im ersten Artikel genannten Hofpetschierstechern Enoch und Jacob Nathansen arbeitend, den „Pettschiersteeher, wie auch in Kupfer Gutmann Joseph" und den „Pettschierstecher und Stein-Graveur" Sal. Jae. Jonas. Ein weiteres Aktenstück des gleichen Archives gibt die Anzahl der gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Hamburgarbeitenden jüdischen Petschierstecher mit sechs an5). Zu diesen Petschierstechern gehörte auch der Graveur Leb Levin nyppyE&' cmn)? auch — er war in Burg auf Fehmarn geboren — Leb Fermern genannt. Er erreichte das hohe Alter von 103 Jahren, und starb um 1825. Leb Levin übertrug seine Kunst auf seinen Sohn »Joseph Levin, — von seinem Gewerbe auch Joseph Pach (n"E>) genannt, der während der Belagerung Hamburgs in Kopenhagen lebte, aber 1830 in Hamburg starb. Schüler des Leb Levin war vielleicht auch dessen späterer Schwiegersohn, der 1762 als Sohn von Joseph Heilbut und Golde geb. Cohn geborene Steinschneider und Medailleur Abraham Joseph Heilbut? der wohl mit seinem Schwiegervater zeitweilig gemeinsam gearbeitet haben mag, da beide eine Zeit lang im gleichen Hause (Neuer Steinweg in Flickwiers Pforte No. 9) wohnten. Spuren seiner künstlerischen Tätigkeit finden wir zuerst 1797 in dem „Verzeichnis der von der Gesellschaft zur Beförderung der Künste und nützlichen Gewerbe veranstalteten 5. Ausstellung von Kunstwerken, Modellen und Werkzeugen 1797. Hamburg, gedr. von Friedr. Herrm. Nestler. Dort heisst es unter No. 129: „Verschiedene Abdrücke von Kameen von Medailleur und Steinschneider Abraham Heilbut, Neuer Steinweg No. II"6). Von seinen Medaillen kann mit Sicherheit nur die Denkmünze auf den Tod des Hamburger Senators N. A. J. 4) Grunwald. Portugiesengräber. Hamburg 1902. S. 12 f. 5) Ebendas. 6) Gef. Mitteilungen der Herren H. Bachraeh (Urenkel des Leb Levin), Dr. J. Heckscher u. Leopold Levy. Mitteilungen zur jüd. Volkskunde. Heft XV- 2