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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 16

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 16 (sequence 20)
Language
German
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— 16 — Bürger Diot aussagten, dass er sein Amt als Graveur der Post, der Fahrpost und des Schatzin ei steraints stets „mit Eifer und Rechtschaffenheit" ausgeübt, und ihm auch die 29. Kompagnie der „Vaterlandsfreunde", der er angehörte, bezeugte, dass er stets „seinen Dienst mit Pünktlichkeit erfüllt", „immer den grössten Eifer gezeigt habe, der leidenden Menschheit beizustehen" und „immer auf das Wohl des Vaterlands bedachte Prinzipien an den Tag gelegt habe", so wurde er bald, als unschuldig erkannt und seinem Amte wiedergegeben, das wir ihn noch im Jahre lb09 ausüben sahen1). Von dem Vater Jean Henrys und Samuel Simon war früher, nach der Quelle, der wir folgten, gesagt worden, dass auch er ein sehr tüchtiger Steinschneider war, ohne dass dort dessen Name mitgeteilt wurde. Mit ziemlicher Sicherheit kann aber angenommen werden, dass er mit einem der grössten Gemmenschneider Belgiens Mayer Simon identisch war, über den aber trotzdem nähere Nachrichten leider nicht aufzufinden sind. Noch ein zweiter jüdischer Graveur: Salomon David, wurde während der Revolution im Jahre II in Haft genommen, und man fand bei ihm verschiedene Siegel vor, die er im Auftrage des Revolutionkomitees von Claye. der Munizipalität von Perville, des Distrikts von Peronne, der Artilleriekompagnie von Normant und des Generals der Nordarmee graviert hatte. Wessen er beschuldigt war, geht nicht deutlich aus den Akten hervor, doch scheint es sich wohl um falsche Stempel gehandelt zu haben. Das Revolutionskomitee „des Gravilliers", dem er angehörte, protestierte lebhaft gegen seine Verhaftung und stellte ihm das beste Zeugnis über sein Verhalten aus, und weitere Zeugen bestätigten, dass er Beweise von Patriotismus und republikanischen Tugenden abgelegt. Da er übrigens früher selbst einen Fälscher von Assignaten angegeben und dafür eine Nationalbelohnüng erhalten hatte, wurde er als unschuldig wieder in Freiheit gesetzt2). In der gleichen Zeit finden wir noch einen weiteren jüdischen Graveur in Paris arbeiten: Henriquez „graveur du roi", von dem wir aber nur gelegentlich hören, dass er mit noch fünf anderen Juden dem Klub der Sektion des Theatre-Francais angehörte3). Einige Jahre später erhielt ein anderer Pariser Jude: Oppenheim „auf Befehl Sr. Maj." ein Patent auf eine Erfindung, Edelsteine zu gravieren und mosaikartig einzulegen4). Vermutlich ist er identisch mit dem in dem früheren Artikel genannten Graveur Samuel Mayer Oppenheim (geb. 1778 in London), der seit circa 1790 in Paris war. Auffällig muss es erscheinen, dass von den oben genannten r) Kahn, Les Juifs de Paris pendant la Revolution IL Aufl. Paris 1899. S. 299 ff. 2) Ebendas. S. 212. y) Ebendas. S. 119. 4) Ebendas. S. 324.

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