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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 14

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 14 (sequence 18)
Language
German
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— 14 — bereits oben erwähnt wurde, schon an der Wende des 16. Jahrhunderts in Aleppo angetroffen, sondern der Umstand, dass in Oesterreich im Jahre 1366 verordnet wurde, dass kein Jude ein Siegel stechen dürfe, kann gar nicht anders gedeutet werden, als dass sich zu dieser Zeit jüdische Siegelstecher in Oesterreich vorfanden1). Es wird auch eines solchen jüdischen „sigillifiei Meret" urkundlich bereits 1363 in Clenay (Burgund) gedacht2). Uebrigens wurde den Juden in Oesterreich später, durch Verordnung vom 8. Juli 1771, nochmals die Ausübung der Petscherstecherei untersagt, während ihnen ein Hofdekret vom 19. Okt. 1781 hinwiederum die Ausübung der Malerei, Bildhauerei und anderer freien Künste gestattete3). Um auch hier zuerst von den jüdischen Diamantschleifern zu sprechen, so verdient es Erwähnung, dass als 1852 der unter dem Namen Koh-i-noor bekannte grosse Diamant der englischen Krone in Amsterdam geschliffen wurde, diese Arbeit unter der Oberaufsicht Guillaume Coster's die jüdischen Schleifer Fedder und Voorzanger ausführten4). Es mag noch erwähnt werden, dass in Antwerpen auch gegenwärtig noch die Anzahl der jüdischen Diamantschleifer sich auf 600—700 beläuft, deren Spezialität der Diamantschliff als Rose ist5). Einem wahren Künstler in diesem Fache werden wir noch später begegnen. Von Pariser jüdischen Steinschneidern und Graveuren hatten wir früher eine Anzahl kennen gelernt, die gegen Ende des 18. und im Beginn des 19. Jahrhunderts arbeiteten. Eine andere Quelle aber macht uns mit einer weiteren Anzahl solcher jüdischer Künstler bekannt, die um die Mitte des 18. Jahrhunderts sich in Paris vorfanden. Diese Quelle wird uns aus den Pariser, die Juden betreffenden Polizeiakten vom Jahre 1759 erschlossen. Diese Akten machen uns zunächst mit den Steinschneidern Philipp Samuel und Abraham Salomon aus Altona bekannt, die dort: „tres habiles graveurs sur pierres" und „honnetes gens de beaucoup de talent" genannt werden. Weiter werden dort von jüdischen Graveuren genannt: Isaac Marcus, Alexandre Israel und Salomon Marc aus Bischheim, Israel Jacob, Wulfairchel (Wulf Hirschel), Joseph und Samuel Abraham, die alle vier aus Hamburg stammten, ferner Tobias Baer aus Berlin, Samuel Noe aus London und Jacob Samuel und Isaac Daniel aus Amsterdam, die alle als „bons sujets", „honnetes gens" und „se comportant bien" in den Polizeiakten figurieren. Wurden •die eben genannten Graveure in den Akten in der Zeit zwischen 1) Jew. Etfcyclopidia. II. S. 332. 2) Gerson, Essai sur les Iuifs de la Bourgogne. Dijon, 1893. S. 58. s) Kopetz, AUgem. Österreich. Gewerbs-Gesetzkunde. I. S. 187 u. § 184. 4) Jew. Chron. v. 15. Aug. 1902. S. 7. 5) Jew. Encyel. I. S. 661.

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