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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 12

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 12 (sequence 16)
Language
German
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— 12 — Egyptians), dass er um die Mitte des vorigen Jahrhunderts unter den dortigen Juden, die nieist Bankiers und Geldwechsler waren, auch einige Silberarbeiter oder Goldschmiede antraf1), und aus Kurdistan, das Layard 1850 besuchte, meldet derselbe: „Im Gebiete von Schirwan am Zabflusse mitten im Gebirge trafen wir auf einige jüdische Familien, die von Ort zu Ort wandern. Die Leute sind Tabuletkrämer und Goldschmiede und werden selbst in den intoleranten Familien der Kurden nicht ungern gesehen, da sie den Schmuck der Frauen fertigen und ausbessern2)." Dass übrigens Rülf mit seiner, im vorausgehenden Artikel erwähnten Bemerkung betreffs der jüdischen Goldschmiede Russlands: „wenn der Kenner hier suchen wollte, so dürfte er manchen jüdischen Benvenuto Cellini begegnen", nicht so ganz im Unrecht war, dafür legte soeben der Verfertiger der angeblichen Tiara des Saitaphernes, der aus Lithauen stammende, um 1853 geborene jüdische Goldschmied Israel Rachumowsky (Roukhomovski) Zeugnis ab, der für seine 1803 in Paris ausgestellten Arbeiten von der Gesellschaft französischer Künstler die Medaille III. Klasse erhielt. Er arbeitete als Graveur in einem Odessaer Hause, wo er Matrizen zu Buchstaben und Ornamenten zur Ausprägung auf Metallkästen zum Broterwerb fertigte, während er seine künstlerischen Arbeiten nur in seinen Freistunden fertigen konnte. Seine Kinder sollen auch die gleiche künstlerische Begabung zeigen3). Es finden sich gegenwärtig aber auch in anderen Gegenden Russlands geschickte jüdische Goldschmiede vor, wie ja das meiste kaukasische Silber, das jetzt in den Handel kommt, von Juden in Shitomir gearbeitet ist4). Von anderen Metallarbeitern finden wir jüdische Kupferschmiede sehr früh in Konstantinopel, wo die Juden auf dem Platze der Kupferschmiede auch eine unter Konstantin erbaute Synagoge besasseu, die später, unter Theodosius, in eine Kirche umgewandelt wurde5). Von ihren Arbeiten wissen wir freilich nichts, doch dürften im Mittelalter die orientalischen Juden teilweise sehr geschickte Metallarbeiter gewesen sein, da anscheinend bestimmte Arbeiten derselben als „jüdische" bekannt gewesen sein müssen, wenn Chaucer (1328—1400) in Sir Thopas sagt: „And over that a fyn hawberk Was all i-wrought of Jewes work."6). Besonders hören wir aus dem Orient früh von jüdischen Schmieden. Schreibt doch die „Metall-Industrie": ..Ein Dorf, das ausschliess- ') Jüd. Volksblatt. 1855. S. 138. -) Ebendas. 1856. No. 17. *) L'Illustration v. 25. Apr. 1903. 4) Fmdl. Mitteil, des Herrn Dr. Weissenberg. Elisabethgrad. 5) Frankl a. a O. I. 200. 6) Jew. Chron. v. 6. Juni 1902. S. 22.

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