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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 11

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 11 (sequence 15)
Language
German
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Oberrabbiners G. Netter (vom S.März 1852) vor1), der besagt, dass sie früher in grosser Anzahl unter dem Scheich von El-Ilananeha als Soldaten dienten, nunmehr aber ausschliesslich Geschmeidearbeiter seien, die Armbänder, Nadeln, llhalhhal und Ohrringe verfertigen, welche sie im Umherziehen an die kabylischen Frauen verkaufen2). In der gleichen Weise betreiben die algerischen Juden auch noch in der Gegenwart diese Kunst, und zwar in sehr grosser Anzahl. Gibt doch Durieu3) diese für Algier mit 92, für Konstantine mit 176 und für Oran mit 81 an. Hin und wieder ist wohl der eine oder der andere besonders geschickt in seiner Kunst, ohne aber bei dem in Algerien herrschenden Antisemitismus Anerkennung finden zu können. So berichtet Durieu (a. a. O. S. 22 f.) von einem solchen, Siboul Jacob in Oran, der 1900 drei Arbeiten von seltener Originalität, unter grossen Entbehrungen hergestellt hatte, um solche in Paris auszustellen. Er legte dieselben in der Mairie vor und wurde darauf mit einem Brief an den Präsidenten des Ausstellungskomitees geschickt. Dieser Brief aber lautete: „Foutez-lui im grand coup dans le trou de balle, k ce sale Youpin." K. Graul4) hingegen berichtete von den Beni Israel in Bombay*. Sie sind meist Oelmacher, Zimmerleute und Maurer, zum Teil auch Krämer, Schneider. Eisen- und Goldschmiede. Ludwig August Frankl5) fand 1856 in Konstantinopel unter den dortigen Juden 150 Gold- und Silberarbeiter und 200 Rubin- und Smaragdfasser, in Jaffa nur einen jüdischen Silberarbeiter, und in Jerusalem 5 solcher Silber- und Goldarbeiter. In neuerer Zeit aber hat sich dort deren Anzahl sehr vermehrt, und gibt Abrahams (Jew. Statistics. London, 18) sie mit 27 an. Von Canea auf Candia berichtet Frankl weiter, dass dorthin „aschkenasische Juden" nur selten, als Uhrmacher, Steins chneider und Goldarbeiter, als Gast kommen. Schliesslich hören wir auch aus Persien, von Dr. Polak, der 1855—60 Leibarzt des Schah's war: „Die Juden ernähren sich durch alle Arten von Gold- und Silberarbeiten, in denen sie ebenso geschickt sind als die Kaukasier, durch Glasschleifen und Seidenweben und Handel mit alten Kleidern und Fellen. Viele von ihnen sind auch Maurer, Schmiede, Schneider und Schuhmacher, einige üben die Arzneikunde, die sie aus den Werken Avicennas studieren, der in Hamadan begraben ist" 6), ferner aus Egypten durch Lane (The modern ') Ebendas. 1851—52. S. 377 ff. 2) Ebendas. 1855. S. 43. :{) Le Proletariat Iuif en Algerie. Paris 1899. S. 9. 4) Reise nach Ostindien über Palästina n. Egypten v. Juli 1849 bis Apr. 1853. Leipzig 1854. 3 Bde. 5) Nach Jerusalem. Leipzig 1858. 2 Bde. I. S. 194 f. u. S. 289. II. S. 6. fi) Arch. Isr. 1865. S. 440 ff. (Jew. Encycl. VI.)

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