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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 7

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 7 (sequence 11)
Language
German
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7 wir in ■ München, wo ihn Herzog Albreeht von Bayern 1551 mit noch 3 andern Juden auf verleumderische Anschuldigungen wegen von ihnen angeblich verübter Misshandlungen gefangen legen und peinlich verhören Hess, auf Verwendung Joseis von Rosheim und anderer Juden aber wieder in Freiheit setzte1). Von den Präger jüdischen Goldschmieden ist zwar schon in dem ersten Artikel gesprochen worden, es ist aber betreffs ihrer doch noch einiges nachzuholen, und ist zunächst des ungenannten dortigen jüdischen Goldschmiedes zu gedenken, der angeblich im 1. Drittel des 17. Jahrhunderts die noch heute von Sammlern wegen ihrer schönen Arbeit geschätzten, unter dem Namen „Judenmedaillen*' bekannten Schaumünzen, mit Legenden in Mönchsschrift gefertigt haben, und dafür mit dem Tode bestraft worden sein soll, was allerdings nicht bestimmt erwiesen ist und von manchen angezweifelt wird2). So erst in allerneuester Zeit wieder von Dr. E. Bassermann-Jordan3), der an eine beabsichtigte Fälschung nicht glaubt, und keinerlei Anhalt dafür findet, dass diese Stücke in Prag gefertigt und dort in dieser Zeit ein jüdischer Stempelschneider anzunehmen seien, sondern darin nur eine Sage sieht, dadurch entstanden, dass man, wie so vieles andere Uebel, auch diese „Fälschung" den Juden zuschob und Prag als Entstehungsort nannte, „da sich hier eine der namhaftesten und kulturell höchststehenden Judenkolonien befand, und die Juden auch hier die Metall-Lieferungen für die Münze zu besorgen hatten." Dem ist aber doch entgegen zu halten, dass, wenn auch zu der angegebenen Zeit ein jüdischer Stempelschneider in Prag nicht nachzuweisen ist, es doch jüdische Aiünzarbeiter dort schon viel früher gegeben hat. die, wie die Ramschacksehe Chronikmeldet,ausAnlass des allgemeinen Judenausweisungs-Ediktes, zwischen 1419 und 1430 aus der dortigen königlichen Münze entlassen wurden4). Ueberdies wird aber auch von keinem Autor als Verfertiger der fraglichen Stücke ein jüdischer Stempelschneider, sondern ausdrücklich ein jüdischer Goldschmied genannt, ein Umstand, der um so mehr dafür zu sprechen scheint, dass es sich nicht um eine blosse Sage handelt, als ja jüdische Goldschmiede in Prag für die in Betracht kommende Zeit nachgewiesen sind Wenn übrigens im ersten Artikel die Anzahl derselben im 17. Jahrhundert nach den noch lesbaren Grabschriften des alten Friedhofs mit 25 angegeben wurde, so muss dieselbe tatsächlich eine weit grössere gewesen sein, da von 3 solchen jüdischen Gold- *) Feilchenfeld, Rabbi Josel von Rosbeim. Strassburg 1898. S. 77. Den Hinweis verdanke ich Herrn Dr. Grunwald. 2) Köhler, Hist. Münzbelustigungen, I. S. 90 u. 427; II. S. 417. III. S. 418; IV. S. 50. 3) Numismat. Mitteilungen. Organ f. Münzkunde in Nürnberg. Febr. 1903. 4) Foges. Altertümer der Prager Josefstadt. Prag 1882. S. 127.

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