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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1905-01-01 · 1 (1905) · p. Seite 6

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
Issue
1 (1905)
Date
1905-01-01
Page
Seite 6 (sequence 10)
Language
German
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- 6 — class dieser Jude war, dem Prinzipal den Befehl zugehen Hess. Heinemann auf der Stelle zu entlassen. Nachdem dieser schliesslich in Braunschweig Arbeit gefunden, und sich dann 5 Jahre in Wien in seinem Fache weiter ausgebildet hatte, erhielt er endlich 1848 die Erlaubnis, sich in seiner Vaterstadt zu etablieren. Dort erwarb er sich die Achtung seiner Fachgenossen in dem Masse, dass er von ihnen zum Sachverständigen der Gewerbekammer gewählt wurde. Unmöglich scheint es aber durchaus nicht, dass sich trotzdem auch in Hamburg schon früher jüdische Goldschmiede befunden haben, da in einer, aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammenden, im dortigen Staatsarchiv befindlichen Uebersicht über die Berufstätigkeit der gesamten dortigen Juden, sich auch 2 Goldscheider, 1 Krätzewäscher und 2 Schmelzer aufgeführt finden, von denen leicht der eine oder der andere die ihm verbotene Goldschmiedekunst heimlich betrieben haben könnte l)- Fand sich doch in Riga ein 1717 aus Hamburg nach dort gekommener jüdischer Goldschmied Isaac Marcus Salonion, der allerdings hauptsächlich den Juwelenhandel betrieb. Er erfreute sich der Protektion des kaiserlichen Schwiegersohns, des Herzogs von Holstein, sowie des Reichskanzlers Baron Ostermann, der er es zu verdanken hatte, dass er trotz aller Bemühungen des Goldschmiedeamts, ihn ausweisen zu lassen, sich in Riga bis zum Jahre 1744 aufhalten durfte, bis er dann anscheinend von dort weichen musste2). Wie dem aber auch sei, an Sinn und Verständnis für diese Kunst hat es den deutschen Juden gewiss nicht gefehlt, wie die Wahl des Huldigungsgeschenkes beweist, das die Halberstädter Juden 1703 König Friedrich L von Preussen verehrten: es war ein vergoldeter Aufsatz, in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Jonas Silber für Kaiser Rudolph IL gefertigt, der später eine Zierde der Berliner Kunstkammer bildete3). Ganz vereinzelt tauchten aber auch schon im 16. Jahrhundert in Deutschland zwei jüdische Goldschmiede auf. Im ehemaligen Herzogtum Ostfranken wurden um 1537 mehrere Juden in Schutz genommen, darunter auch der Goldschmied Baruch, dem Stadtschwarzach als Wohnsitz angewiesen wurde, und der verspricht, nur seinem Handwerk zu leben und mit fremden Juden nicht zu verkehren. Sollte es dem Bischof gefallen, ihn aus Stadtschwarzach zu versetzen, so wolle er sich fügen, er verspricht überhaupt unbedingten Gehorsam4). Den zweiten aber, den Goldschmied Abraham von Krakau (?), finden J) Grunwald, Portugiesengräber auf deutscher Erde. Hamburg 1902 S. 13. *-) Buchholtz, Gesch. d. Juden in Riga. Riga 1899. S. 30 ff. u. S. 52. s) Nagler, Künstler Lexikon. XVI. S. 398 f. Kugler. Beschreib, d. Kunstkammer. S. 162 ff. 4) Monatsschrift f. d. Gesch. u. Wissensch, d. Jdnth. 1880. S. 463. (K. Kreis-Archiv. Würzburg, in II div. form. Conr. f. 28^

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