Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- Neue Reihe. Erster Jahrgang (1905)
- Issue
- 1 (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
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— 2 - Aufnahme zu zahlen hatten, als die übrigen Flüchtlinge1). Zur Gewissheit aber wird die eben ausgesprochene Vermutung dadurch, dass P. Baudin2) von den 1492 aus Spanien nach Rhodus gekommenen Juden sagt, dass sie zwar hauptsächlich Handel trieben, dass sich aber auch geschickte Goldarbeiter, Tuchweber, Schneider und Aerzte unter ihnen fanden, andere aber gute Waffenschmiede waren und Edelsteine verarbeiteten. Ueberdies kündet auch ein aus Fuente Gastro stammender, auf uns gekommener Grabstein vom Jahre 1100 den Namen eines solchen Goldschmiedes: Josef ben 'Aziz (rplHu HP p?)DV>3). Wie sehr sich aber gerade die Goldschmiedekunst bei den spanischen Juden eingelebt hatte, das beweist der Umstand, dass sich unter den Nachkommen der 1435 zur Taufe gezwungenen Juden in Palma auf Mallorca, die noch in einem königlichen Erlass vom Jahre 1782 als die „Individuen aus der Judengasse der Stadt Palma" genannt wurden, auch um diese Zeit noch Goldarbeit er vorfanden, die aber noch lange, trotz der ehrenhaften Stellung, die sie in der Stadt einnahmen, von der Korporation ausgeschlossen blieben4). Von den spanischen Flüchtlingen dürften wohl auch die Juden (mehr als 1000 Familien) stammen, die der marranische Reisende Pedro Teixeira an der Wende des 16. Jahrhunderts in Aleppo fand, und von denen er berichtete, dass die meisten von ihnen Kaufleute, die übrigen aber Läufer, Goldschmiede und Steinschneider seien oder ähnliche Künste betrieben („Los mas son mercaderes, el resto corredores y oftlciales come plateros, lapidarios, y de otras artes semejantes"5). Unter den Juden Portugals scheint das Goldschmiedegewerbe auch bis in das 18 und 19. Jahrhundert hinein betrieben worden zu sein, denn die Pariser, die Juden betreffenden Polizeiakten vom Jahre 1759 nennen einen damals in Paris lebenden jüdischen Goldarbeiter portugiesischer Abkunft: Joseph Goudechaux aus Nancy: „travaiile du metier de bijoutier"6). In Bordeaux fand sich im Beginn des 19 Jahrhunderts ein aus Lissabon eingewanderter jüdischer Goldschmied namens Mi res vor, welcher der Vater des bekannten Financiers Jules Mires war. Letzterer war ursprünglich ebenfalls Goldschmied. Sein Vater nahm ihn im Alter von 12 Jahren als *) Kayserling, Die Juden in Portugal. S. 113. (S. das. die Quellen). 2) Baudin, Les Israelites de Constantinople. Efcude historique. Konstantinopel 1872. (Zeit des Judent. 1877. S. 622 ff.).;1) Chwolsen, Corpus inscriptionum hebraicarurn. Petersburg 1882. S. 175 f. 4) Kayserling, Die Juden in Navarra. S. 187 f. 5) Relaciones de Pedro Teixeira d'el Origen, descendencia y succession de los Reyes de Persia etc. Nach Kayserling, Pedro Teixeira, in Benjamin. 8 Jahre in Asien u. Afrika IL Hannover 1858. S. 44. G) Kahn, Les Juifs de Paris sous Louis XV. Paris 1892. S. 65.