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Jüdische Presse · 1937-12-31 · 46 (31.12.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
46 (31.12.1937)
Date
1937-12-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Welt gegen die Teilung sei so stark, daß man es jefät, wo England 1g>n Deutschland, Italien und Japan bedroht sei. nicht riskieren könne, sich auch noch im Nahen Osten weitere Feindschaften zireuziehen. Eden habe erklärt, er sei bereit, das Kolonialministerium 21t stützen, das weiterhin an dem Teilungsplan festhält. Im Kabinett hätten jedoch Warner Unterstützung gefunden und es bestünde die Möglichkeit, daß die Untersuchungskommission, die demnächst nach Palästina reist, um über die besten Methoden der Durchführung der Teilung zu berichten. Vollmachten erhalten wird. Alternativvorschläge an Stelle der Teilung zu machen. Das Blatt meint, in einem solchen Falle würde die Teilung mindestens um zehn Jahre hinausgeschoben werden. In offiziellen und halboffiziellen Kreisen ist ketnerlei Bestätigung dieser Nachricht zu finden, so daß die Verantwortung vorläufig dem Blatt überlassen bleiben muß. Die Entsendung der neuen Palästina-Kommission. Wie »Daily Telegraph« meldet, soll die Regierung nächste Woche ein Weißbuch mit den Dokumenten veröffentlichen, die für die Arbeit der nfeuen Kommission aus• gearbeitet worden sind. Die Kommission soll weitgehende Vollmachten erhalten und die Aufgabe haben, den Peel- Plan wesentlich zu modifizieren. Die Terrorakte. Tn den letzten Tagen ist das alte jüdische Ehepaar Levis in Tel Aviv von arabischen Terroristen ermordet worden. Levis War 78, seine Frau 70 Jahre alt. In der Nähe von Tiberias ist es zu einem schweren Gefecht zwischen• Polizei und Militär auf der einen Seite und einer hundertköpfigen Araberbande auf der anderen Seite gekommen. Die Truppen wurden von Soldaten der transjordanischen Grenzwache und Flugzeugen unterstützt. Im Verlaufe der Kämpfe wurden 18 Araber getötet und . einer gefangengenommen, worauf sich die Araber zurückzogen. Militär nahm ihre Verfolgung auf. Das, ganze, Gebiet von Nazareth־und Tiberias ist von ■Militär und Polizei umzingelt. Sämtliche Dörfer der Umgebnng wurden nach verborgenen Verwundeten und fliichtigen Terroristen durchsticht. Die Kümpfe dauerten einige Tage. 45 Araber sind gefallen. Die übrigen sind über die Grenze geflüchtet. In der Nähe von Jerusalem ist ein jüdischer Autobus von arabischen Terroristen beschossen worden. Der 26jährige Josef Ben-Jizcbak Simoti aus Jerusalem wurde schwer verletzt. Der jüdische Hilfspolizist Schlomo Bin ׳Nun aus Kfar Chittin, der am Montag während eines Patrouillenrittes in der Umgebung seiner Kolonie von einer Araberbande überfallen und verschleppt worden war. ist in der Nähe von Sadjera erschossen aufgefunden worden Er!unterläßt eine Frau und ein 15 Monate altes Kind, Bei der 'gerichtsärztlichen ׳Untersuchung ergab sich, daß seine Mörder ihm die Goldzähne herausgerissen hatten. Tn Hebron wurde ein arabischer Polizist von unbekannten Terroristen getötet. Die Täter klopften an die Tür der Wohnung des Polizisten. Als dieser öffnete, streckten sie ihn durch elf, aus drei verschiedenen Riehtungen abgefeuerte Schüsse nieder. In einem Dorfe bei Hebron ist ein Araber von unbekannten Tätern erschossen worden. Auf das Haus des Mufti von Hebron, Abdullah Tahbub, wurde ein Anschlag verübt, der jedoch mißlang. Der Mufti hatte den Behörden versprochen, auf die Bevölkerung von ׳Hebron dahin zu wirken, ■daß sie sich Sabotageakten enthalte. Die Polizei- Station in Hebron Avurde beschossen. Im Dorfe Sakia bei Ramleh wurde eine Bombe gewprfen, durch die das Haus des arabischen Mukhtars schwer beschädigt Wurde. Auf ■das Hüftlingslager in Nurel-Schamsch wurden etAva 50 Schüsse abgegeben. Bei Zusammenstößen arabischer Terroristen mit Po- Uzei und Militär wurden ein arabischer Polizeioffizier und drei Araber getötet. Im 'Distrikt von Akko Avurde ׳ein Araber, der Waffen bei sich trug,;von einer Polizei- .patrouille erschossen, da er der Aufforderung, stehen zu bleiben, nicht Folge leistete. Arabische Terroristen durchschnitten die Telephonleitung zwischen Palästina, und Aegypten, soAvie die Leitung Jerusalem—Hebron. Zstkethastowakei Vrchlicky — חלמת רבנים — Rotmistervereinigiing. Unter dieser Uebefschrit't bringen die Presover »J. N.« einen für die demokratische Gesinnung unseres Militärs zeugenden interessanten Bericht. Die dortige Rotmisttsrvereinigung veranstaltete vergangenen Sonntag und Montag anläßlich der 25. Jahreswende des Todestages Jaroslav Vrchlickys, dem der ganzen ׳Kulturwelt bekannten cechischen Klassiker, Vorführungen aus den von ihm geschriebenen Schauspielen. Die ׳Rotmister wählten das Ar011 Vrchlicky geschriebene, Rabbi Jeluida ben Bezallel (dem Schöpfer des Golem, dem Günstling des Kaisers Rudolf II.) und seine Zeit behandelnde, mit »Rabxnskä mudrosf« betitelte Stück zur Aufführung, ln diesem Werke veranschaulicht der Verfasser, der sich mit Vorliebe mit Thematcn der jüdischen Geschichte und des jüdischen Volkslebens befaßte, die kulturelle, gesellschaftliche und Avirtschaftliehe Stellung des cechischen Judentums im 16. und 17. Jahrhundert, die Verbrüderung, das friedliche Zusammenleben der beiden Völker, was zu beiderseitigem Segen und zur kulturellen und religiösen ,Blüte des cechischen Judenjtums der damaligen Zeit führte und die Stadt Prag־ zu einem jüdischen Kulturzentrum emporhob. In den Plaknteil, die die Aufführung propagieren, ist neben dem sloAvajkischen Text in auffallenden Lettern auch: חכמת רבנים Zu lesen Die Sclimitto-Aktion (IV. AusAveis). j Beim hiesigen Schmitto-Koinitee (Bratislava, Republikplatz 57) sind in den jüngsten Wochen iveiters folgende Beträge cingegangen: Bedevfa Kc 122.—, Bosaca 100.—, Bratislava: Große Synagoge 451.—, Preisgasse-Tempel 1109.—, Turnergasse-Tempel 588.—, Gundulicgasse-Tempel 115.—, Dvbry n, Zit. 151.—, Farkasd 50.—, Fü’akoA’o 146.—, Galanta II. 850.—, Ilrusov n. O. 22.—, Koniarno 502.—, Kaisova 61,50, Marienbad (Leitner-Betstube) 105.—, Med/iäborce 258.60, Moldava 70.—, Michalany 50.—, Nadas 50.—, Nitra (Nachtr.) 295.—, Plesivec 120.—, Pereslany 145.—, Reviica 102.—, Str. Apsa 80.—, Sobranec' 40.—, Sinovier 25.—, Sudov 20.—, äal’a (ZAJ) 65.—, Saliy 420.—, Samorxn 400.—, Sök 71.—, ätrazske 40.—, Turna 210.50, Uherec 50.—, Vel. Chrastany 50.—, Diverse 145.—, zusammen Kc 6854.60; bisher ausgewiesen Kc 28.577.60, daher insgesamt bisher •eingelaufen Kö 35,212.20. Wenn auch schon eine ansehnliche Summe, rei'cht sie doch noch bei Aveitem nicht, die Anforderungen in Erez Jisroel zu befriedigen. Es Avird daher seitens des Komitees dringendst ersucht, die Aktion in den Gemeinden auch noch fortzusetzen, bis jede in Betracht kommende Person durch dieselbe erfaßt wurde. Die Gemeinden, die aber die ש״ק פי ואתחנן gespendeten Beträge noch picht an das Sehinitto-Komitee abgeführt haben, werden Aviederholt auch auf diesem an sein iesenr Wege dringendst aufgefordert, die Ueberweisung m Bankkonto (Union-Bank, P. S.-Nr. 29.455) ehestens vofzunehmen, damit das Geld seinem eigentlichen Zwecke je ftülier zugeführt Averden kann. Vorstandswahl in Nove Mesto n. V. Bei der vorigen Sonntag abgehaltenen Neuwahl in der orthodox-isr. Kultusgemeinde zu Nov6 Mesto n. V. wurden folgende Herren in den Vorstand gewählt: Präses: Josef Liehtenberg; Vizepräses: Ign. Braun; Kassier: Pb. Steiner! Kontrollor: Alex.'Bernfeld; Schriftführer; J. Schlesinger. Anläßlich der Generalversammlung Avurde JJCrrn ■M. Goldberger für seine Sorge um die Unterbringung der während des Schabbos hier weilenden durchwandernden Armen und ihrer Versorgung mit Speise und Trank lobender Dank ausgesprochen. Gemeindenachrichten. ״ א a 1 a : Am vergangenen Sonntag fand hier die General\?ersammlung der orth.-isr. Kultusgemeinde statt, m welchem Rahmen über die Leistungen der einzelnen Kommissionen der Gemeinde Bericht erstattet wurde. So hat die Armenabfertigungskommission im Vorjahre ca. 30.000 Kc an durchreisende Arme ausbezahlt und stand auch die »Malbisch Arnmin«-Kommission auf der Höhe ihrer Aufgäbe. Bei der gleichzeitig vorgenommenen Neuwahl wurden folgende Herren in die Gemeindeleitung gewählt: Dez. Menczel, Präses; Jul. Kollmann. R. Kohn, Vizepräses; S. Kalisch, Kassier; Jul. Blau, Kontrollor; D. Donath, S. Gansei, J. Kollmann jun., R. Kalisch, Beisitzende; S. Weinreb, Sal. Bernat, Tempelvorsteher; A. Stark, G, Kolni. I. Weiss, Finanzkommission; G. Denes, J. Kohn, Jul. Kollriiann, Bekleidungsaktion; W. Goldstein, S. Kalisch. S. Weinreb, Tomche Anijim-Kommission. Gelnica : •Am 26. d. M. wurde in unserer Gemeinde die jährliche ordentliche Generalversammlung abgehalten, bei Avelcher auch die NeuAvahl des Gemeindevorstandes und sämtlicher Funktionäre vorgenommen ivurde. Ehrenpräses: M. Toppier; Vizepräses: A. Roth; Tenipclvorstehür: D. Schreiber; Kussier und Schriftführer: II. Drachsler; ferner folgende Herren in den, Ausschuß: A. Frocher. B. Maus, A. Sipos, J. Birnbaum, A. Schäffer, A. Freymann, J. Gttlehrer, L. Lauer; Kontrollore: J. Gttlehrer ,und TI. Klein. Die Grippe läßt sich nicht unterschätzen! Wer es A^ersuclit, sie zu übergehen oder sie mit Nichtachtung zu strafen, an dem rächt sie sich oft bitter! — Am besten ist es, man läßt sie erst gar nicht an sich heran und beugt beizeiten vor! .Regelmäßige Einreibungen und Mund- Spülungen mit dem A IL IP A\ Franzbranntwein kräftigen den Körper und desinfizieren: so ist der Grippe am besten vo!*gebeugt! Darüber sind sieh auch die Aerzte einig. Achten Sie heim Einkäufe darauf, daß Sie wirklich Alpa bekommen! östeuekU t Ein Delegierter des »Kibuz Chofez Chajiin« in Wien. ln Wien ist dieser Tage Herr M. N. Feldman«, als Delegierter des »Kibuz Chofez Cliajim« in Palästina, eingetroffen, um hier eine Aktion für die Uebersiedlung des »Kibuz« nueh der Aguda-Kolonie »Machne Jisroel« einzuleiten. Der »Kibuz«, der zur Zeit in der Kolonie »Gedereh« augesiedelt ist, zählt 50 Mitglieder, die meistens auswärts arbeiten. Er besitzt 60 Dunum eigenen Boden, 5 Kühe usw. Die Uebersiedlung soll während des Sclimitto-Jahres erfolgen, Avobei . die ganze Zeit mit iBauarbeiten ausgefüllt werden wird, wodurch die Schmitto-Frage eine einfache Lösung erfahren wird. Wie Herr Feldmann erklärt, herrscht in diesem äuüe- Yen. Südgebiet Palästinas A'ollkommcne!Ruhe. Ein arabischer Terrorversuch wurde im Keime erstickt und hat sich nicht mehr wiederholt* Die allgemeine Stimmung in Palästina ist viel ruhiger als im Ausland angenommen wird. Allenfalls Avirkt sich die Ungewißheit hinsichtlich der Zukunft des Landes wirtschaftlich ungünstig aus, da die In- A'-estitionstätigkeit Avesentlich eingeschränkt ist. Was die Stellungnahme des Jischmv zum Teilungsplan betrifft, so geht der allgemeine Wunsch dahin, mögliehst bald eine Klärung׳ hinsichtlich der Einzelheiten zu erhalten, da die jetzige UngeAvißheit nachteilige Folgen zeitigt und eine klare Stellungnahme pro oder kontra erschwert. Trauerfeier für Professor Dr. Max Eisler. Donnerstag, den 6. Jänner 1938, 6 Uhr. ubends, veranstaltet der Wiener Talmud Thora Schulverein in seiner' Schule, 11״ Malzgasse 16, eine Trauer feier für sein verblichenes Vorstandsmitglied, Herrn Univ.-Prof. Dr. Max Eisler, s. A. — Freunde und Verehrer des Verstorbenen werden auch auf diesem Wege zu der Gedenkfeier geziemend eingeladen. Protest der steiermärkischen Judeiiheit gegen die Propaganda des Antisemitenbundes. Am 19. ds. Mts. fand im Tempel der Grazer Israel. Kultusgemeinde über Veranlassung der Landesgruppe Steierinark und Kärnten des Bundes jüdischer Frontsoldaten Oesterreichs eine Protestversammlung gegen die antisemitisehe Propaganda des An tisemitenbundes statt. Die Anwesenden Avurden vom Ortsgruppenführer der Ortsgruppe Graz des BJF Leo Kaufmann begrüßt; hierauf ergriff das Mitglied der Ortsgrujxpenführung־ Graz, Konsul a. D. Karl Zilz, das Wort zu einer längeren Ausführung übffif Ziel und Zweck dieser Versammlung. Nun folajfe eine groß angelegte Rede des Landesfüftfefs von Steiewaifk HBd Kärnten des Bundes jüdischer Frontsoldaten ÖesterreicM Dr. Ing, Ernst Wechsler, In seinen gedanfeentiefen Ättsi* fithrunken nahm er Stellung gegen die in den Antisemitenbund-Versammlungen vorgebrachten krassen UnAvahibeiten. Er setzte sich im Verlauf seiner Rede mit den einzclnert Punkten, die m den erAvälmten Versammlungen vorge^ bracht wurden, auseinander und Avandte sich am Schlüsse seiner Rede an die christlichen Mitbürger mit der Bitte, sieh von diesem Gift, das in ihre Seelen eingeimpft Avefden soll, und sich zum Unheil der jüdischen Mitbürger aus Avirkt, nifcht beeinflussen zu lassen. .׳ Schließlich legte er der Versammlung eine Resolution vor, Avelche einstimmig angenommen Avurde. »Wir jüdischen BeAvohner Steiermarks stellen fest, daß gegen uns in letzter Zeit eine Avilde Hetzpropaganda eiligesetzt hat. Im Vertrauen darauf, daß unsere christlichen Mitbürger eine Ucberprüfung nicht vornehmen. Averden gemeine Lügen und Verleumdungen verbreitet. So Avurde vom Antisemitenbund unter anderem behauptet, daß.Juden. nie an der Front standen, sondern ausschließlich in den Magazinen Dienst machten und von den von ihnen dort gestohlenen Gütern noch heute leben. In Wahrheit haben mehr Juden Tapferkeitsmedaillen und andere Auszeichnungen erhalten, als ihrem Bevölkerungsanteil entsprach. 12.000 Juden sind für das Deutsche Reich. 30.000 Juden für Oesterreich gefallen. Auf dem Felde der Ehre gab es keinen numerus clausus. Man Avirft den Juden jetzt vor, daß in einzelnen Berufen ihrer zu viele sind, versclnveigt aber, daß inan sie zu den erstrebenswertesten Berufen nicht zuläßt. Mögen die Steirer selbst prüfen, Avieviel Juden sie in Steiermark in den Landes-,ו Stadt- und Gemeindeämtern, bei Gericht, bei der Finanz, bei der Eisenbahn, bei der Post, beim Militär, bei der Gendarmerie, bei der Polizei, in den Mittel-, Haupt- und Volksschulen, bei der Grazer Traimvay und in den Aemtern der Kaihmern und Stände finden. In den steirischen Banken and Sparkassen soAvie in den Filialen der Wiener Banken befinden sich "samt und sonders drei Juden, in den Redaktionen sämtlicher steirischer Blätter nicht ein einziger. Sind aber dort, avo Zehntaiiseride ״ Beschäftigung finden, die Juden zurückgestellt, dann müssen in den anderen BerufszAveigeii verhältnismäßig mehr Juden sein. Man Avirft den Juden vor, daß sie das Geld und somit die Macht haben. Aber die zehn reichsten Männer der Erde haben keinen Tropfen jüdischen Blutes und in Graz und in Wien lebt ein Drittel der jüdisohen Bevölkerung in bitterster Not lind nur von den Unterstützungen ihrer Glaubensgenossen. Die Juden sind auf gleiche Weise in dieses Land;gekommen, Avie ihre christlichen Mitbürger. Wcchselvoll ‘ ist ihre Geschichte, Avie die der anderen. Nicht nur Juden, auch Protestanten Avurden seinerzeit von Haus und Hof■ Acrtriebcn. In österreichischen Landen finden sich jüdische Grabsteine aus allen Jahrhunderten bis zurück zur Römerzeit. Kein anderes Recht soll aus dieser Tatsache konstruiert werden, als das, mit gleichen Maßen gemessen zu Werden, kein anderes Recht als das, als Gleichberechtigte und Gleichverpflichtcte in Ruhe und Frieden leben zu können. Wir Juden Steiermarks protestieren daher gegen die Methoden des Antisemitenbundes, durch unAvahre und erfundene Behauptungen Haß gegen die Judenschaft in der Bevölkerung zu erzeugen. Wir appellieren an das Gereclitigkcitsgefühl und an die Wahrheitsliebe unserer cliristlieben Mitbürger. Wir erklären Willens zu sein, einträchtig und eife!־AU)ll an dem Aufbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten und die dem österreichischen Staatsbürger auferleg־- teil Pflichten treu zu erfüllen Avie bisher. Wir fordern aber, daß auch uns die jedem Staatsbürger gCAvährleisteteri Rechte zuteil Averden.« - \ Kinderbekleidungsaktion des Bundes Jüdischer Front- Soldaten Oesterreichs. ■-Wie ׳alljährlich, führte auch heuer die' Eraueiischaft des B.J.F. eine 1Kinderbekleidungsaktion durch, bei welcher mehr als 450 Kinder und zahlreiche Erwachsene mit Kleidungsuncl Wäschestücken sowie Schuhen beteilt wurden. Die Führe'rin der Fraueiischaft cles B.J.F. Frau •Wilma; Preßburg, hat diese Aktion für die ärmsten Kameradenkinder und Frontkameraden .unter sclnvierigsten Verhält- > nissen und größten Bemühungen vorbereitet und gebührt ihr, sowie der von ihr geleiteten Frauenschaft für diese im Rahmen der Winterhilfe ׳durchgeführte Aktion Dank und Anerkennung. Im Anschlüsse an diese Bekleidungsaktion waren die ׳Beteilten Gäste des Bundes, bei Avelcher Gelegenheit der ׳Biiudesführer cles!Bundes jüdische!* Frontsoldaten Oesterreichs, Hptm. a. D. Edler v. Fried■־ mann an die Kinder eine Ansprache hielt, die in . den Tenor ausklang, die Kinder mögen alles daransetzen, treup uncl aufrechte Oesteryeicher und gute Juden zu werden; Mit der Absingung ■der Bundeshymne und dem Lied der . Jugend schloß der schöne Nachmittag. t: Agiiclas Jisroel-Mädchengruppe, Wien II. Den^ dieswöchigeu Schabbos-Vortrag־ hält Frau Hanna Lieber mann (Bratislava) über das Thema: »Jüdische Frau u. jüdische Jugend«, im Lokale »Wienea«, II., Ob. Donaustraßc 91. ■ ־ / Bestellung zum Sachverständigen. Der Bücherrevisor Moritz Luckenbucher wurde vom Präsidium des Handelsgerichtes in Wien zum ständig, beeideten SachArerständigen für’ kaufmännische Bnchführung bestellt. »Talmud-Thora‘ Achwa Av’reuth«, Wien II.. Taborstraße 59. Wir geben hiemit bekannt, daß in unserem Bethause seit dem 18. Dezember 1. J. an jedem Sabbat nachmittags um präzise 2 Uhr 30 Herr Rabb. Dr. Gottlieb einen Vortrag־ aus der Sidrali uncl der Haftorah der Woche für die Jugend hält. Daran anschließend jfllrd von der Jugend Minchah gebetet uncl aus cler Thora gelesen. *Rumänien Regierung Goga-Cuza, Die Kammerwahlen in Rumänien haben eine groß^ Ueberraschung gebracht: zum ersten Male seit Dezenmeu ist es der Regierungspartei nicht gelungen, die Majorität zu erhalten. Nun hat sich die Regierung Areranlaßt gesehen, zu demissionieren. Der König־ ■hat nun_ den Führer der Christlichnationalen, Goga, mit der 1Bildung׳^e1nes neuen Kabinetts betraut und diese ist auch mit Hilfe der Antisemitengruppe Cuza zustande gekommen. So hat nun auch Rumänien eine nationalistisch-antisemitische Regioyt rung־. Diese läßt ZAvar verlautbaren, daß sie keine ausgesprachen antisemitische Politik betreiben Averde aber AVer das bisherige Treiben Cuzas kennt, der sich rühmt• seit 1910 das Hakenkreuz als sein Symbol zu betrachten, also ein Vorläufer Hitlers zu sein, kann sich Avohl yor-• stellen, Avas die Juden Rumäniens zu erwarten haben, Avenn dieses ׳Regime längere Zeit am Ruder bleiben sollte. Vorläufig ist ihre' parlamentarische Basis eine sehr schmale. Ihre beiden Gruppen zählen zusammen kaum 50

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