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Jüdische Presse · 1937-12-24 · 44-45 (24.12.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
44-45 (24.12.1937)
Date
1937-12-24
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Y 1י - . v- * / 1?.־** :;•י•׳,•"׳•?A; r:1'vr: ־ ' M'Uki •. •. ־־ . ־־.'. * ßllicbtnhg z!1 Treue und Gehorsam ,gegen die Gesetze der Thora? Fühlten wir ans nicht weitet» trotz unseres Ans- Ifittes, ruf sie yerantwoftlich» für sie Verpflichtet, sie ton Jeder thora widrigen Tal fcrnzühalten, söfern es nur irgendwie in unserer Macht stand?. Nicht die Menschen haoen Wir verlassen» da Wir aus der ,thorawidrigen Gefneinde attstra* len, sondern eben die Gemeinde, haben,sie verlassen, wenn wir ihrer für unser eigenes thorägeitiäBes Lebe« nicht bedürften, vor allem wenn wir selber ihoragemäne Gemeinden zu; gründen in der , Lage waren, weil eben die Freiwilligkeit unseres Verbleibens! in der tliorawidrigen Gemeinde unsere Duldung des thorawidrigen Verhaltens der Thbragegner in sieh schloß, unser Zugeständnis, daß sie minder zu Treue und Gehorsam gegen die Gesetze der Thora verpflichtet seien, denn wir, mit anderen Worten: weil die Thora eben das.;Prinzip der ,Gewissensfreiheit.׳,im Verhältfiis von Juden zu, Juden, nicht kennt, sondern völlig negiert Und nun soljen wir, ausgerechnet wir, den Thoragegnern im Namen dps :Prinzips der Gewissensfreiheit einen Freibrief ausstellen, im neuen Staat sieh betätigen zu könne«, wie es ihnen gefällt? •! Die Wirklichkeit ist, wie leider nur zu oft in den Dingen des heiligen Landes, gänzlich falsch gesehen. Staatengründtitig ist-keine Gemeindegrün dtihg. Gerade aus Solidarität mit den Thorafremden kann und muß ich, wenn und weil die Möglichkeit dazu besteht, an Stelle der thorawidrigeu Gemeinde im selben Raume eine thoragemäße hmstellen und alle Juden dieses Raumes, alle, ohne Ausnahme, dazu aufrufen» Teil zu haben und Teil zu nehmen am thoragebotenen Werk. Aber den thorawidrigen Staat kann ich nur bekämpfen, indem ich die Faktoren bekämpfe, die auf* die Bildung des Staatswillens Einfluß haben, und indem ich mich dafür einsetze, daß an Stelle dieser Faktoren andere treten, die den• Staatswillen thoragemäß gestalten. Ich kann im selben :Raum den thorawidrigeti Staat weder ignorieren nochdurch einen, anderen ersetzen. Thorawidrig ist der Staat doch nur, weil Juden das Staatsvolk bilden und weil von ihnen tler Stantswille thorawidrig geformt wird. Ich darf weder anerkennen, noch auch dulden, daß Juden den Staatswillcn des jüdischen Staates thorawidrig formen. Ich muß es bekämpfen. Da aber die Möglichkeit nicht Besteht, den jüdischen Staat thorawklrig geformten. Willens durch einen jüdischen Staat thorageinäfi geformten Willens imgleichen Staatsraume zu ersetzen, bleibt nur der Kämpf um die Formung des Staatswillens im vorhandenen jüdischen Staat übrig. j Die thorafremde jüdische Gemeinde braucht für mich,! weün eine thoratreue vorhanden ist, nicht existent zu sein. I Der ,thorafremde Einzelne ist für mich immer existent. Ihm | bin;ich Für und für verpflichtet, durch alle Mittel möglij eher ,Beeinflussung am thorawidrigen Verhalten zu hindern! und zu thpramäßigem Verhalten zu bewegen. j Auch der neue Staat ist für alle Thoratreuen innerhalb Seines Staatsgebietes und darum für alle Thoratreuen der Erde ,immer existent. Nicht der jüdischen Gemeinde gleicht 1 'er daher, sondern dem jüdischen Einzelnen. Der neue Staat: das bist du und ich,. Das<sind wir. Sorgen wir, daß ,er ,thoragemäß handle. ר Pfofessor f)!1 .׳Dlax Cislei? ע״ה Ein schwerer Verlust in schwerer Zeit.* ’,':י'־ Voii Rabb. Aron Jerucliem. . Ein Schatten hat sicli! über das jüdische Wien niedergesenkt. »Als wir.es vernahmen, zitterte unser Inneres,; bei ■der. Kunde erbebten unsere Lippen.« Selbst in tiefste Trauer um den Heimgang meiner großen Mutterןצוקלל!“!״ה ‘gehüllt, umschmirt Entsetzen meine Zunge, und wir finden .keinen Ausdruck für den namenlosen Schmerz, ׳der uns in ,diesem Augenblick beherrscht; Unserer Brust entringt 'ich der Aufschrei: »Den Liebling und Freund hast Du von mir entfernt, meinen Vertrauten mir entrissen!« Und er war ein Liebling, der Liebling aller. Das beweist der Umstand, daß zur. Stunde, als die Trauerfahne am Universitätsgebäude gehißt, wurde, in den chassidischen BethaüSern die Nschomoh-Kerzen aufflammten. Das ist etWä's noch nie Dagewesenes, , Einmaliges, jedenfalls eine' Seltenheit, wie jener .Mann eine einmalige, seltene' Erschei- * Aus einem Nachrufe, gehalten in der »Jawneh« am vergangenen מוצש״ק. Die Eroberung Jerusalems durch die Engländer Äni 9. . Dezember jährte sich zum 20. Male der Tag, tjh dein die Engländer Jerusalem eroberten. Als am 2! Novembdr 1917 die Balfour-Deklafatiön publiziert worden ist,- die die Grundlage des Palästina-Mandats bildet und über die heute so viel diskutiert ■wird, verteilte England eigent- lieh düs“Fell des Bären, der noch nicht erlegt war. Damals war das Schicksal des Weltkrieges hoch nicht entschieden und die Engländer vermochten erst wenige Tage vorher ins Heilige Land einzudringen. Erst am 31. Oktober erzwangen sie sich bei Gaza den Eintritt nach Palästina. Aber die Türken waren noch stark genug־, den Engländern widerstehen zu können. Wenn dieser Widerstand den Vormarsch der Allenby-Ärmee bis zur Eroberung־ Jerusalems nicht aufhalten konnte, so spielten hiebei mannigfache unvovliergesehend Umstände mit, die nun, anläßlich des 20. Jahrestages, ein deutscher Offizier, Major a. D. O. Welsch, in den »M. N. N.« in nachfolgender Weise darlegt: Einer der wichtigsten Gründe war wohl die gegensätzliehe Auffassung über die militärischen Notwendigkeiten, die einerseits zwischen der Truppenführung an der Kampffront und dem/־Hauptquartier der;Heeresgruppe, andernteils zwischen Falkenhayn und En ver bestanden. Oberst v. Kreß hatte dem General v. Falkenhayn den Vorschlag unterbreitet, unter nachhaltiger Zerstörung von Brunnen, Brücken lind, Eisenbahnen sofort mit; dem rechten Flügel in einem Zuge bis in den Audscha-Abschnitt nördlich Jaffa zurück■׳ zugehen. Diese Maßnahme wäre unter den Verhältnissen des wasserarmen, straßenlosen Landes noch wirksamer als auf einem europäischen Kriegsschauplatz gewesen, und־ die Ausführungen des britischen Generalstabswerkes über die Operationen in Palästina bestätigen wiederholt die Richtigkeit dieser Auffassung. Man hätte dadurch Zeit gewonnen und ־ viel Kräfte gespart. Aber Falkeuhayn versagte sich diesem Verschlüge und hielt an dem abschnittweisen Zurückgehen fest. Dies kostete der 8, türkischen Armee noch weitere empfindliche Verluste, ohne daß sie eine Stabilisier rüng der Lage weiter südlich als Wadi Audscha gestattet hätten. Schließlich hielt es Falkenhayn selbst aus militärisehen Gründen für notwendig, Palästina und den Hedschas * preiszugeben, um die letzte türkische Armee so stark als möglich zu erhalten und weiter nördlich umso hartnäckiger Widerstand leisten zu können, Diesmal war es Enver Paseha, de? sich י dem vom iniütärischen Gesichtspunkte aus richtigen Entschlüsse witlersetzte und aus politischen Motiveu die Verteidigung Jerusalems bis zum Aeußersten verlängte. Falkeuhayn glaubte zuletzt, dein Interesse des.osmanischen Reiches *Rechnung trage« zii .־ müssen, und gab :•die niing war, um die alle. Orthodoxe und Nichtkoitservative, Nationale und Assimilanten,. bärtige Ostjuden und arische Studenten, Professoren und ,Rabbiner: tränet«. , וחיו לאחרי© 5ירו Eisle* verband Religiosität mit modernem Wissen, vereinigte in sich Herzens- und Geiste־?- bildüftg. EP wir anspruchslos und schlicht»; jrödent gegenübef zugänglich und züvörkbmmendi Dhr Verklärte war ein לד זקגיט V ein Weiser grölhen Formats und zugleich von* einer kindlichen'Dienstbeflissenlieii Er war ein Würdenträger wie Josef und in seiner Hilfsbereitschaft knanen- Haft wie Beniamin. Auch sonst erinnert er uns an den Helden unseres Wochenabschhittes: Gleich Josef» dem die Kenntnis der?0 Sprachen zu seiner Stellung verhalt die er dann auch für das Wohl seiner Brüder verwendete, bot der Verewigte seinen Einfluß auf» um seinen Glaubensgenossen zu helfen. Wer an ihn herantreten wollte, bedurfte keines »Meliz«, jeder konnte direkt» unmittelbar und zu jeder Zeit »be* Osrtei Adöni« vorsprechen. Er war sich dessen bewußt» daß er seine Positionen dem Vater im Himmel zu verdanken habe. Darum Pi hamdaber alechetn be Laschon ha Kodesch, darum blieb die Sprache, die er führte, eirie heilige, eine jüdische. Er fühlte sich als ein von G. gesandter Mandatar. Kunstwerke zu formen. Fr bewährte seine Kunst nicht Huf an toten Gegenständen, er arbeitete ,auch am Menschen, a« der Seele., Im יתשלסי w*fd erzählt: Als R. Bim im Alter vcm kaum 28 Jahren verschieden war, wandte an ihm R. Zeirä den Ausspruch an: »Süß ist der Schlaf jener, die gearbelttte; haben.« Allzu früh ist uns MaX* Eisler entrissen '■wordeöJ:’ Er hat gearbeitet und war im Begriffe, die Arbeit forfzu* setzen, als ihn der Tod ereilte. Noch am Tage, seines AB* lebens hatte ich das Glück» mich mit ihm über Klall-Fragüi! zu unterhalten, und er sollte in den nächsten Tage«füi*-: die »Jawneh« Awodäs ha Kodesch verrichten. Als Schliach Zibur ist er von dartnert gegangen» als rastloser Soldat ini Dienste gefallen. Und mit ihm ist ein grandioser Feldherr vom Schauplatze gewichen. Wiens Judenschaft spürt es» darum verbeugt sie sich in Ehrfurcht, mit triinenumflortem Auge und aufrichtiger Wehmut vor dem Edelmut dieses jüdischen Menschen. Mit der »Jawneh« bleibt der -Name Max Eisler eng verknüpft, denn er war unser großer Freund und Förderer* Darum liebten wir ihn aus ganzem Herzen und Wir wollen ihm Liebe bewahren solange wir atmen. Wir , danken ihm'* für all •die Leistungen, die er vollbracht, für die Wohltaten, die er uns erwiesen, für die Freuden, die er uns bereitet hat. / 6אם לא ירד אחיצם הק^ן אתכ Bei all seiner gesellschaftliehen und wissenschaftlichen Höhe stieg er hinab in die Niederungen der Nöte seines armen, kleinen Bruders. Jeschew no Awdcha tachat ha Naar Äwäd lAdoni» Eisler war bestrebt, jedem der bei ihm Schutzsuchenden die Sorgen abzunehmen und für andere in die Bresche zu treten. Wenn es galt» seinem jüdischen Bekenntnisse zu entsprechen, rief er: boziü kol Isch meoloi. streifte er alles Akademische, das allgemein Menschliche ab: wlo amad Isch ito behitwada Josef äl Echow. er duldete, keine Scheidewand zwischen sich und seinem Bekenntnisse. , Was er von seinen Brüdern verlangte, war: Al tirgsu baDäräch! Hadert nicht, zerfasert euch nicht, da Ihr noch unterwegs seid! L0 haiah jachöl lisbol scheihiu Mizzrim nizowim olow wschomin sch’Ächow mitbaischin. Es einpörte ihn, wenn interne jüdische Angelegenheiten vor der breiten Oeffentlichkeit zur Austragung gelangten. ימת יוסף!/ durch den Tod dieser vielseitigen Persönlichkeit wurden nicht , nur ׳»ל, אהיין nicht nur sein;engster : Kreis, sondern יוכל הדורי ההוא . die ganze jüdi- Scne Gemeinschaft schwer getroffen, Wir alle haben in ihm einen unserer Edelsten verloren. r. Einen., unserer Besten haben wir vorgestern in die :Erde gebettet. Mit Max Eisler ist ein herrliches Menschen-;gebilde vernichtet, worden. Sein jäher Tod bedeutet für uns alle einen unersetzlichen Verlust. Denn er war nicht nur ein Fürst im •Reiche der Wissenschaft, sondern auch treuer, bescheidener Sohn seines Volkes. Schon seine äußere Erscheinüng zeugte von innerer Größe und Vornehmheit. Die Lauterkeit seines Charakters flößte, jedem, cler mit ihm in. Berührung kam, Bewunderung und Respekt ein. Sein jüdisches. Menschentum äußerte sich in seiner, seltenen Wohltätigkeitsfreude. Unglücklichen beizusteheu, die Not . Armer zu lindern, war für ihn eine Selbstverständlichkeit; welcher er mit Liebe und Eifer oblag. י Wer diesen universellen Menschenfreund gekannt hat, mußte sich die Frage vorlegen: Wie kann man ein Volk hassen, dem ein Eisler, die Gestalt angenommene Liebe, angehört?! Diese Eclelpflanze zeugte für den Garten, dem sie entsproß. Eisler glaubte an•■-,G-^tt, aber auch an die Menschheit, als; G—ttes Schöpfung,, und nichts vermochte diesen Glauben in ihm zu erschüttern. Er war bemüht, der Feindschaft Lie'be entgegenzusetzen. In einer Zeit, in der ‘die Luft von Groll und Gehässigkeit geschwängert ist, wan-;delt'e ein Mann unter uns, der die gesamte Menschheit mit allen Fasern seiner Seele liebte. Er war einer jener Weisen von Zion, die , den ganzen Kosmos von einem *Bande der Wahrheit und Gerechtigkeit umspannt sehen möchten. Sein Herz und Hirn waren kosmopolitisch lind national zugleich, traditionell und modern, sozial und gerecht. Eisler, war Träumer und Realist, Romantiker und Mann der Tat, Historiker und Gegeuwartsinensch, Denker und .Fühler, er entwarf Pläne und führte sie selbst aus. Er war ein Gelehrter großer Konzeption, aber er verrammelte sich nicht in der Studierstube, sondern stand inmitten im Leben, mitten im Volke und suchte dessen materielles und geistiges Niveau’ zu. heben. Er war ein Künstler seltener Prägung, als soleher verstand er es, sich selbst zu einem der schönsten entsprechenden Befehle — aber ohne selbst das Vertrauen in die Durchführbarkeit derselben zu besitzen. Dieser innere Zwiespalt in der Brust des Führers trug־ bereits der! Keim des Mißerfolges in sich. Er veranlaßte Falkenhäyn, dem Kommandierenden General in Jerusalem, Ali Fuacl Pascha, mit dem Befehl zur hartnäckigen Verteidigung cler Stadt zugleich den anderen zukomnieh ,zu lassen, daß er im Falle des Verlustes von Jerusalem unter allen Umständen in Richtung auf Jericho zurückzuführen habe. Ein Befehl, der sich als unglücklich erwies. Die Engländer waren nach der Schlacht von Gaza den Türken nur der; Küste entlang gefolgt, weil sie ־dadurch einesteils die Unterstützung ihrer Flotte genossen ׳und weil andernteils die Verpflegung ihrer Truppe vom Meere hei־ erfolgen konnte. Allenby glaubte; zunächst, im Gefühl seiner Ueberlegenheit, auf einen planmäßigen Angriff gegen Jerusalem verzichten zu können, und versuchte, die Stadt mittels eines'einfachen. Durchstoßes, nördlich an ihr vorbei, in .Richtung.'auf die Straße nach Nablus von rückwärts in die Hand 'zu bekommen. Aber dieser Versuch, der in den Tagen vom 18. bis 24. November stattfand, wurde von der! Türken noch mit großen Verlusten für die Engländer abgewiesen, wenn auch eine beherrschende Bergkuppe, der Nebi Sainwil, in englischen Händen blieb, der schon vor Jahrhunderten bei cler Eroberung Jerusalems*durch Gott-, lTied von Bouillon eine bedeutende Rolle gespielt hatte. Nach dem Mißlingen seines ursprünglichen Planes entschloß sich Allenby, das Herankomnien seincis rechten Flügels, der nur langsam über die■ Berge gegen Hebron vorwävts gelangte, sowie der nötigen schweren Artillerie abzuwarten, um dann zum förmlichen Angriffe zu schreiten. Bei dem bekannten uiethoclischen Vorgehen, das die Engländer noch bei allen Gelegenheiten nach einem ersten Mißerfolge anzuwenden pflegen, hätte die Entscheidung noch Wochen oder Monate ninausgeschoben werden können. Die Bofestigiingen׳• von Jerusalem hätten inzwischen ansgebaut und vor allem das Gewicht des deutschen Asienkorps 1 in die Waagschale geworfen werden können — kurz, die Rage schien bereits sich zu Gunsten cler Türken zu wenden. Da geschah das Unglaubliche! ln der regnerischen Nacht vom 8. ziun 9,: Dezember׳- drangen englische Abteilungen in einige der yyprßersteh tür־ kischen Schützengräben im Westeii cler Stadt ein und überraschten die Besatzungen, deren Posten in tiefem Schlafe lagen. Die Gräben hätten von einem entschlossenen Kornpägnieführer noch in derselben Nacht durch einen Gegenstoß wieder gesäubert werden können, Dies aber unterblieb. Die Nachricht von dem lokalen Einbruch verbreitete sich dagegen mit Windeseile nach rückwärts. Sie wuchs lawincoartig an und erreichte Ali Fuacl, den Kommandanten des türkischen XX. A.-K, in Form, die ihn glauben ließ, Glänzend vorbereitet^ zog er ein ins Reich cler Wahrf heit und Gerechtigkeit, die er hier emsig, wenn auch Ver- ־geblich, gesucht hat. תנצב״ה * ‘ * . Die Kewtira des Verstorbenen fand am Donnerstag» 9. Dezember, unter außerordentlicher Beteiligung aus allen ־ jüdischen und zahlreichen nicht jüdischen Kreisen statt. Im Sinne einer letzt willigen׳ Verfügung des Niftar unterblieb jeder Nachruf. ׳ Das MästutaJkotöm Mutmaßungen und Kombinationen. 1 »Great Britain and the East« schreibt im Leitartikel, der sich mit Palästina befaßt, man könne gegenwärtig nur sehr wenig tun, um den Boden für die Verwirklichung des׳ Teilungsplanes vorzubereiten, solange die Ordnung im Lande nicht wiederhergestellt ist. Aber sogar wenn dies bereits der Fall sein wird, wird es noch Monate (lauern, bis ein konkreter Plan betreffend die Zukunft Palästinas dem Parlament und dem Völkerbund wird unterbreitet werden können. Somit werden alle jene, die glauben, daß sie eine bessere Lösung finden können als Teilung, nocB einen genügenden Spielraum haben. . Der frühere Chef des Zivildienstes in Palästina und der Polizei von Jaffa—Tel Aviv, Major Broadluirst, erklärte in einer Rede im Londoner Anglo Palestine Club, er halte den Palästina-Teilungsplan bereits für tot. Teilung; bedeute Untergang־. Wie könnten Juden, clie den Boden Palästinas uni 500 Prozent überzahlt haben, auf diesen, verzichten? Er glaube nicht, daß eine Kommission iin Zusammenhang mit dem Teilungsplän nach Palästina gehen wird. Oimsby Gore habe erklärt, daß eine Entsendung der Kommission vor der Wiederherstellung der Ordnung 1m Lande nicht in Frage komme; das sei es gerade, was die Araber wollen. Ein arabisches Blatt wußte dieser Tage zu melden, zwischen Dr. Weizmann und dem Mufti wären Vereinbarungen hinsichtlich eines Kompromisses getroffen worden auf Basis eines stabilen Zahlenverhältnisses v, 35% Juden zu 65% Arabern. In Londoner informierten Kreisen wird, den; Nachi ,■ richten aus Palästina über fortgeschrittene Eiiiigungsver- '־ 11 and hingen zwischen Zionisten und Arabern keine übermäßige Bedeutung beigemessen. Es wird erklärt;' daß wolil ־ seit längerem׳ eine inoffizielle Fühlungnahme zwischen den beiden Parteien besteht, daß diese aber bisher zukeinen konkreten Ergebnissen geführt hat. Ein Bevölkerungsschlüssel von 35% Juden gegen 65% Arabern wird Es kommt vom Himmel. So sagte inan einst, Wenn man etwas besonderes Gutes meinte. Seitdem die Menr sehen den Himmel erobert haben, muß leider damit gerechnet werden, daß auch Böses vom Himmel kommt. Sie . schützen sich dagegen״ indem Sie schon jetzt für nur •Kc 69.— eine Fatra-Gasmaske kaufen. w der Feind habe die Stellung in ihrer ganzen Ausdehnung genommen, Ali Fuad -befürchtete beim Mißlingen eines Ger genangriffs der Freiheit des Handelns beraubt zu werden und befahl noch in derselben Nacht die .Räumung der ganzen Front. Und als die Engländer am nächsten Morgen die tags zuvor eingeleitete Aktion fortsetzen wollten,’stelltesich überraschenderweise der Bürgermeister von Jerusalin' mit einer weißen_ Fahne bei ihnen ein, um mifznteilen, daß die; Stadt den Einzug ihrer Truppen erwarte! ■':.; Allenby zog erst am 11. Dezember 1917 in Jerusalem ' ein. Er betrat die Stadt zu Fuß durch das Jaffa-Tor im Südwesten der alten Mauer, ohne großen Pomp und besonderc Feierlichkeiten, begleitet von nur 150 Soldaten des bunteil •Völkergemisches, das in seiner Armee vertreten war. Er legte auch sonst eine große Zurückhaltung an den Tag, weil .man damals mit Kompetenzschwierigkeiten unter den Repräsentanten der Alliierten rechnete. Er ließ eine schon drei Wo.chen vorher in London verfaßte Proklamation in verschiedenen Sprachen verlesen, die die Einwohner und Heiligtiimef der Stadt des Schutzes der englischen Regie- 111־ng versicherte. Die englische Presse in der Heimat konnte sich weniger beherrschen. Sie stellte Allenby in eine Reihe mit den - ägyptischen und assyrischen Eroberern, mit Alexander dem Großen und Napoleon, und verstieg sieh in ihren Vergleichen sogar bis zu Judas Makkabi, dem jüdisehen Heerführer, der den Befreiungskampf der Juden gegen Antiochus von Syrien geführt hatte —. eine politische Geste für die Zionisten, denen Balfour just während der Schlacht von Gaza ein »ho.me« im Lande ihrer Väter verspirocheh hatte. , * Was die »Befreiung« des Heiligen Landes betrifft; so kursierten damals zwei gedankentiefe arabische Prophezeiungen. Die eine verhieß, daß die Herrschaft der Türken zu Ende gehen werde, wenn einmal der Nil nach Palästina fließt. Sie hat sich 1917 insoferne erfüllt, als die Engländer eine Nilwässerleituhg neben der strategischen Bahn durch die Wüste bis nach Gaza gebauten hatten. Die zweite schloß an das in der Nordostmauer ';befindliche, seit Jahrhunderten zngemauerte »Goldene Stadttor« an, von, dem man glaubt daß es sich dereinst dem Befreier von Jerusalem von selbst; öffnen wird, der von Osten kömriien soll. Dieser Legendö y ist Allenby nicht gerecht geworden, Er kam von anderer Seite und, das Tor ist noch1 heute verschlossen. J Die Araber operieren noch heute mit dieser Legende und erwarten ihren Befreier von Osten her, von den arabrsehen Herrschern in den Nachbarländern Palästinas — die Juden aber ersehnen im Messias den Befreier, den. ihnen dje Verheißungen ihrer Propheten verkündeten. Die Geschichte weiß von über 30 Eroberungen Jerusalems zu erzählen — die Befreiung des Heiligen Landes durch Moschioch Zidkenu wird die endgültige sein! ’I 3יי ־. M ‘;1 I• ד"1

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