Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1937-10-15 · 35 (15.10.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
35 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2629891-2630682-2630715--5586-2637952
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

7 entity mentions

m 55 PRESSE ' ' _ ־ / ־'״י' ־ ' VT ג־ :*־\*^ komniene Lösung des Problemes sei nötig. Zum Schluß betönte der Emir, claß er zwischen dieser seiner konzilianten Haltung und der vollen Wahrung der arabischen nationateh Interessen keinen Widerspruch sehe. ״ ■ v . »New Statesirtan and Nation« befaßt sich mit den von der Palästinaregfernng gegen die arabischen Führer er•‘ griffenen Maßnahmen und schreibt, kein vernünftiger Mensch könne glauben, daß diese Verhaftungen. Depottierungen und Verbannungen, so gerechtfertigt sie in der gegenwärtigen Notlage zweifellos auch sein *mögen, dem arabischen Nationalismus ein Ende machen würden. Viel eher sei anzunehmeu. daß durch sie der Terror und die Intrige noch verstärkt werden. Es sei nötig, daß sich die neue Palästina-Kommission so rasch, als י• möglich nach Palästina begebe, um endlich eine Lösung des Palästina- Problems zii finden. Zweifellos könne diese Lösung nur Teilung sein* dabei sei es unwesentlich, ob der neue Plan in seinen Einzelheiten von dem ursprünglichen Teilungsplan abweicht oder nicht. * Die arabische Tageszeitung »A Difaa«, Organ der Istaklal-Partei. veröffentlicht einen aufsehenerregenden Bericht aus Bagdad, demzufolge die Irak-Regierung in den letzten Jahren der arabischen nationalistischen Bewegung ✓ in Palästina zur Unterstützung der antibritischen und antijüdischen Propaganda 20.000 Pfund zur Verfügung gestellt habe. Das •Geld sei insbesondere zur Herausgabe von Zeitungen und anderen •Druckschriften verwendet worden. ln einem Leitartikel befaßt sich das Blatt mit der englischen Palästinapolitik. Aus offiziellen Kreisen will es *erfahren haben, daß die Palästinaregierung eine Aenderu-ng des Palästinamandates vorbereite, wobei die Balfour- Deklaration abgeschafft werden soll. High Commissioner Sir Arthur Wauchope, der gegenwärtig in Schottland weilt, führt die diesbezüglichen Verhandlungen mit der britischeu Regierung. •In London verlautet, daß schon in kurzer Zeit Besprecliungen zwischen der Exekutive der Zionistischen Organisation einerseits und den führenden Persönlichkeiten der Agudas Jisroel und der Neu-Zionistischen Organisation andererseits aufgenommen w׳e1־den würden. Die Besprechungen werden zunächst mit jeder der genannten Organisationen gesondert geführt werden. Die Zionistische Exekutive hat gemäß einem in ihrer letzten Sitzung gefaßten Beschluß" der Agudas Jisroel bereits mitgeteilt, daß sie gerne bereit ist, mit ihr über die Fortsetzung der politischen Arbeit zu verhandeln. Gleichzeitig wurde der Neu-' Zionistischen Organisation mitgeteilt, daß die Exekutive nach wie vor willens sei, mit Repräsentanten der N. Z. O. Besprechungen zu pflegen. , w Auf die Polizeistation auf dem HarLCanaan unweit Safed wurden von arabischen Terroristen mehrere Schüsse abgegeben. Die Polizei erwiderte das Feuer. Verletzt wurde niemand. Am 11. Oktober abends wurden sieben Automobile, die, aus Libanon, kommend, die libanesisch-palästinensische Grenze passierten, von einer bewaffneten Araberbande überfallen. Die Insassen wurden ihres gesamten Barvermögens und ihrer Wertgegenstände beraubt; einigen von ihnen wurden sogar die Kleider vom Leib gerissen. Polizei- -patrouillen, mit Maschinengewehren und Scheinwerfern ausgerüstet, fahnden nach den Tätern. Auch in der Nähe von Jenin wurden mehrere Autos überfallen. Die Palästinaregierung hat auf Grund der Ergebnisse der ■von der!. Kgl.; Kommission, durchgeführten , Üntersuchung ein Disziplinarverfahren gegen diejenigen arabischeu Regierungsbeamten eingeleitet, die im Vorjahr das bekannte gegen die Palästinaregierung gerichtete Memorandum an die Kgl. Kommission unterzeichnet haben. Eine Reihe von Dörfern in der Umgebung von Nablus sowie die Autos, die die Damiabrücke nach Transjordanieu passieren, sind von britischen Polizeiabteilungen und Geheimpolizisten durchsucht worden. Die Nachforschungen gelten angeblich dem geflüchteten Mitglied des Obersten Arabischen Ausschusses Izzat Darwaza, von dem es heißt, daß er in Syrien an der Reorganisation des Obersten Arabischen Ausschusses arbeiten will. Wie die Polizeierfah- 1־en hat, soll sich Izzat Darwaza noch in der!Gegend um Nablus verborgen halten. Der bekannte arabische ,Hetzagitator Akram Zuaitar, der unmittelbar nach dem!Mord an Distriktskommissar Andrews geflüchtet ist, ist seither nicht mehr, nach!Nablus zurückgekehrt. Man vermutet, daß er ins Ausland geflüchtet ist. In Hebron hat die Polizei nach dem Versteck des dortigen Mufti gesucht, der seit einiger Zeit flüchtig ist. In Ramleh wurden 24 Araber verhaftet, die verdächtig sind, dem arabischen Geheimbund »Schwarze Hand« anzugehören. Auch ■in Nablus, wo der Verkaufsstreik der arabisehen Ladenbesitzer am läxigsten gedauert hat, wurden die Geschäfte wieder geöffnet. Die Aktivisten der Husseini- Partei sind aus der Stadt geflüchtet; *in derselben herrscht absolute Ruhe. Eine Besatzung von 500 Mann ist aus Jeru- .salem .in Nablus eingetroffen. Nachdem der Kreiskommis-, sar clie Muchtars der umliegenden Dörfer zu sich berufen־ und ernste Mahnungen an sie gerichtet hat, ist auch in der Umgebung von Nablus Ruhe eingetreten. Im übrigen kann allgemein festgestellt werden, daß die• Maßnahmen der Regierung bei allen Bevölkerungsschichten starken Eindruck gemacht und schon jetzt zur Befriedung des Landes viel beigetragen haben. Besonders günstig haben sich diese Maßnahmen in den ländlichen Bezirken ausgewirkt. Die Dorfbewohner hoffen jetzt, friedlich, ohne Furcht vor Terroristen imd bewaffneten Banden, leben zu können, Auch die Kreiskommissare und Kreisbeamten können feststellen, daß das Vertrauen zu den Behörden bei der Landbevölkerung und ihren Fiihrern gewachsen ist. In vielen Ortschaften im Norden haben sich die Muchtars bereit erklärt, »Ueberwachungskomitees« zu bilden, um die Terroristen in Schach zu halten; andere wollen Rat haben, wie sie das politische Verbrecliertum bekämpfen könnten, oder sie bitten um Verhaltungsmaßregeln, um etwaiger kollektiver Bestrafung zu entgehen. Die antisemitische Welle in Polen Nach den Exzessen der letzten Wochen hat eine antisemitische Welle im Lande eingesetzt, deren Auswirkungen sich noch nicht übersehen lassen. Zu der großen Wirtschaftliehen Not gesellt sich nun der politische Haß in allerhaud Formen uncl Schattierungen. Der Rektor der Technischen Hochschule in Warschau hat angeordnet, daß :sowohl, den jüdischen als auch den katholischen Studenten sowie jenen, die keiner Organisation angehören, besondere Bänke angewiesen werden. Zum Zeichen des Protestes gegen diese unverkennbar die Juden diffamierende Maßnahme, die unter dem Druck der lange dauernden Kampagne der radau-antisemitischen Studentenscliaft, in deren Verlauf es wiederholt zu schweren Judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen 'war, getroffen wurde, erschienen bei der Eröffnungsvorlesung nur Wenige' Juden und auch diese wohnten den Vorlesungen stehend bei; An der Warschauer Universität sind die Sitze nunierieft. Den arischen Studenten wurden gerade Nummern auf der rechten Saalseite zifgeteilt; die Juden erhielten numerierte Sitze auf der linken Hälfte der Hörsäle. Art der Technischen Hochschule sind die Sitze nicht numeriert, jedoch gilt auch dort die Verordnung; daß Juden die linke Saalseite einzunehmen haben. Die radikal-antisemitische nationalistische Presse mit dem »ABC« und dem »Gonier« an der Spitze bezeichnet diese Anordnung als einen Sieg ihrer Idee und veröffent* licht die Nachricht von der Einführung der Ghetto-Bänke in grüßet Aufmachung an erster Stelle. Der »Gonier« spricht von einer »kühnen Entscheidung der Regierung«. Dieser Schritt der Hochschulrektoren hat auf die jüdische Bevölkerung Warschaus einen niederschmetternden Eindruck gemacht. Die jüdischen Hochschüler hielten Versammlungen ab, in welchen sie gegen die Anordnung, daß sie in besonderen Bänken Zit sitzen haben, Protest erhoben. Die jüdische Presse bezeichnet die Verordnung als eine Verletzung der Verfassung. Der Jüdische Pariamentsklub hat beschlossen, bei der Regierung gegen die Verfügung der Hochschulrektoren Protest zu erheben. Die 8500 Mitglieder zählende jüdische Hochschülerscliaft Polens hat beschlossen, zum Zeichen des Protestes gegen die Einführung von Ghetto-Bänken für die jüdischen Studierenden an einer Reihe polnischer Hochschulen ab Montag, 11. Oktober, in einen siebentägigen Schulstreik zu treten. Eine Abordnung des Jüdischen Parlamentsklubs sprach beim Unterrichtsminister Swientoslawski vor, um bei ihm gegen die Diskriminierung der jüdischen Hociischiilerschaft Protest einzulegen. Der Minister erklärte, er habe die Hochschulrektoren beauftragt, die notw־endigen*Maßnahmen zur Sicherung von Ruhe und Ordnung an den Hochschulen und zur Verhinderung von׳ Ausschreitungen zu treffen. Die Erklärung des Ministers hat die Abordnung nicht befriedigt. Sic kündigte die Einbringung einer Interpellation im Sejm an. Minister Swientoslawski hielt im Warschauer Rundfunk eine Ansprache, in welcher er an die Studentenschaft den Appell richtete, an den Hochschulen Ruhe und Ordnung zu wahren und die akademische Würde nicht zu verletzen. Unruhen, wie sie in den vergangenen zwei Jahren wiederholt vorgekommen siücl, würden nicht geduldet werden. Die Einführung der Ghetto-Bänke erwähnte de’r Minister nicht mit einem einzigen Worte. sösborszesz es most meg fogkrem Der Jüdische Parlamentsklub hielt gemeinsam mit dem Komitee zur Verteidigung׳ der Rechte der jüdischen Studentenschaft eine Sitzung ab. Es wurde beschlossen, eine Konferenz a,ller jhdischeu ,Organisationen in Polen einzuberufen, um die durch die Einführung des Hochschulghettos geschaffene Lage zu. eröriern. Sejmdeputierter Rabbiner Rubinstein hat in seiner Eigenschaft als Mitglied des Jüdischen Parlamentsklubs ein von 30 •jüdischen Organisationen gezeichnetes Telegramm aus Buenos Aires erhalten, in wrelchem diese gegen den verschärften Terror ׳ und gegen die Einführung des Hochschulghettos in Polen protestieren. In Krakau ist im Gegensatz zu den Warschauer Hochschulen offiziell keine Sitzordnung getroffen wurden, die besondere Bänke für die jüdischen Studenten vorsieht. Trotzdem wurde von den nationaldembkratischen Studenten versucht, auf eigene Faust die gleiche Regelung wie in Warschau durchzusetzen. Obwohl der Rektor, Prof. Szafer, bei der Semestereröffnung an die Studenten die Mahnung gerichtet hatte, sich wie Gentlemen zu betragen, wurden in einer juristischen Vorlesung die jüdischen Plörer von einem nationaldemokratischen Studenten aufgefordert, die Bänke auf der linken Saalseite einzunehmen. Die jüdischen Studenten verließen hierauf den Hörsaal und warteten, bis der Professor zur Vorlesung־ erschien, fanden aber dann die Saaltüren von innen verrammelt. Nachdem anfangs die Ghetto-Bänke hur an der. Warschauer Universität und an der Warschauer Technischen Hochschule offiziell eingeführt wurden waren, ist die neue, dip jüdische Hochschülerschaft _ diskriminierende Sitzordnung nunmehr auch an einer Reihe anderer Hochschulen getroffen worden. An der Warschauer Handelshochschule wurde die Einteilung so getroffen, daß nichtjüdische Studenten verhindert wurden sollen, auf denselben Bänken wie die jüdischen zu sitzen. Die Bänke tragen entweder die Aufschrift »Für Studenten, die der Vereinigung polnischer Hochschüler Bratnia Pomoc angehören oder das Recht haben, ihr anzugehören« und »Für Studenten, die der jüdisch-akademischen Korporation angehören oder das Recht haben, ihr anzugehöreu«. 1 An der Zahnärztlichen Schule wurden die Ghettobanke ebenfalls eingeführt. An der medizinischen Fakultät der Warschauer Universität ist für die Hörer ein besonderes Laboratorium mit einem eigenen Demonstrator bestimmt wurden. An der Wilnaer Universität kam es zu Zusammenstoßen, als die antisemitischen Studenten der naturwissenschaftlichen Fakultät die jüdischen Hörer von den Sitzplätzen verdrängten. Die jüdischen Hörer wohnten hierauf den Vorlesungen-stehend bei. Nach den Vorlesungen formierte sich ein Zug von •etwa. 200 antisemitischen Studenten, der unter Ausrufung antijüdischer Losungen ־ durch die־ Straßen Wilnas marschierte. Zu ähnlichen Zwischenfällen kam es an einigen Leraberger Hochschulen. Von den 1000 an den Wilnaer Hochschulen Neuinskribierten sind nur 55 Juden. An der Lemberger Technischen Hochschule wurden unter 55? Hörern insgesamt 16 Juden aufgenommen. Unter dein Eindruck der Maßnahmen an den Hochschulen verlangen polnische kaufmännische Verbände,, daß auch auf den Märkten abgesonderte Plätze für die Juden bestimmt wurden. ' Oie sozialistischen und liberalen Studenten der Warschauer Universität bringen in einer Erklärung ihren Entschluß zum Ausdruck, in den Hörsälen die gleichen Bänke zu besetzen wie »unsere degradierten jüdischen Kollegen.« Vf Der jüdische Friedhof in Bochnia ist ■nachts von Huligans geschändet, wurden. Die Frevler zerstörten Grabsteine und verunreinigten zahlreiche Gräber. ■ . .׳ '...■,• ״־־* ׳\ In Sokolow-Podlaski, das zu Beginn des Jahres der Schauplatz ■schwerer antijüdischer Ausschreitungen vfar, ist es zu schweren Ueber falten auf Juden gekommen. Die Tüdiseheit Händler wtitden von dem Marktplatz vertrieeh: wer Widerstand leistete, wurde schwer mißhandelt*• * ln dem Städtchen Dembie bei Warsebau griffen’ Nationaklemokratett das Haus des Juden Möfdeöhäj Haiperin ,an. Bauern der Nachbarschaft eilten zur Abwehr herbei. Die Angreifer wurden schwer verprügelt. Sechs Nationäldemokraten mußten ins Krankenhaus gebracht werden. ln den letzten Tagen häufen sich wieder die Ueber■‘ fälle auf jüdische Passanten in Warschau. Schwer verletzt würden bei Ueberfällen im Sächsischen Garten der 21 jähr. Student Baumann, der 50 jährige Arjeh ,Kazicki, •der 40jährige Leib!Grüner, der 40 jährige Hersch Holzkenner» der 2? jährige Leib Ehrlichmahn und Leon Ziegelstein, Alle Verletzten mußten auf die Unfallstation gebracht werden. Das Gericht in Wilna hat vier nationaldemokratische Huligans wegen Teilnahme an antijüdischen Ausschrei* tungen zu je 1 Jahr Zuchthaus verurteilt. * Am 10. Oktober fand in Warschau ein gemeinsamer Kongreß der christlich-demokratischen Partei und der nationalen Arbeiterpartei statt, clie beschlossen haben, sich zu fusionieren. Am Samstag vorher fanden in Warschau separate Beratungen der christlich-demokratischen Partei unter dem Vorsitz des Vertrauensmannes Karfanty und des Abgeordneten Tempka und eine Sitzung j^er nationalen Arbeiterpartei unter dem Vorsitz des ehemaligen Abgeordneten Popiel statt. Das Ergebnis der Beratungen der zwei Parteien waren fast gleichlautende Entschließungen. Die neue Partei wird den Namen >5Arbeitspartei« führen, ln der Programmdeklarntion der neuen Partei heißt es u. a., daß\sie auf dem Boden des Katholizismus und der Demokratie verharren werde. Was die jüdische Frage artbelangt, vertritt die Arbeitspartei clie Ansicht, daß es notwendig sei, namentlich die jüdische Auswanderung aus. Polen zu organisieren und dem Einfluß der Juden in Mandel und Industrie entgegenzuwirken. ״ * Das Hauptorgan der Nationaldemokratischen Partei; »Warszawski Dziennik Narodowy«, fordert die schrittweise Isolierung der Juden auf den Hochschulen, auf den Markten, im Handwerk, im ärztlichen und juristischen Beruf und in Kunst und Wissenschaft,, ferner clen Ausschluß der Juden aus dem Heer und die allmähliche Einführung eines territorialen Ghettos. Zunächst soll den Juden das Wohnrecht in der Festung Brest-Litowsk und in dem religiösen Zentrum Czenstochau genommen werden. — Aus der Provinz wird gemeldet, daß auch in Mittel- und• Volksschulen versucht wird, den jüdischen Schülern abgesonderte Sitz׳־ pÜitze zuzuweisen. ' Aehiilich wie der Schriftsteller Waclaw Rogöwicz hat . nun auch der von dem Przytik-Prozeß her bekannte ber;( deutende polnische Rechtsanwalt Waclaw Szumanski einen offenen Brief an den Rektor des Warschauer’ Technikums, Prof. Zawadski, gerichtet, mit dem gemeinsam er vor 19 Jahren der Vereinigung׳ der demokratischen Parteien .an-!• i gehörte. In dein Brief'erhebt Szumanski gegen Zawadzki den Vorwurf, durch Einführung׳ der Ghettobänke Poleus Kultur geschändet zu haben. N .« ״' J? ösUttekk Kardinal lnnitzer zeichnet einen Juden aus Kardinal-Erzbischof lnnitzer hat den Hofrat Dr. Ruclolf\Lö w in Anerkennung seiner Verdienste als Leite! der Finanzprokuratur durch clie persönliche LJebergabe seines Porträts mit eigenhändiger Widmung aüsgezeiclinet. Der Ausgezeichnete, dessen •Bruder gleichfalls eine hohe Beaintenstelle bekleidet hat — er war Richter im Oberlandesgericht — ist ein Sohn des Rabbiners Immanuel Löw. 1. Agudistisdier Führerkurs in Wien Die Kursleitung teilt mit: Von den rund 50 Anmeldungen zur Teilnahme am ersten agudistischen!Führerkurs in Wien, Winter 5698, konnten 15 Interessenten als o 1־ d e n 11 i c h e LI ö 1׳ e r bestätigt - und weitere 15 als a u ß e r o r d entliehe und ׳G׳a s 111 ö 1׳ e r zugelassen * werden. •Die aufgenommenen Hörer haben eine entsprechende Verständigung bereits erhalten, hinsichtlich der anderen hofft die Kursleitung, claß sie in absehbarer Zeit jene Stufe erreicht haben werden, clie ihre Einreihung in einem der. nächsten Führerkurse ermöglichen wird. Die Kursleitung legt Wert auf die Feststellung, daß nach agudistischer Auffassung selbstverständlich die Absolvierung des Führerkurses allein noch lange nicht die Qualifikation zu geben vermag, wirklicher Führer von Jugendlichen in der Agudas Jisroel zu sein. Es wurden nicht nur recht hohe Anforderungen an die Vorkeimtnisse der Hörer lind ihre bisherige Lebensweise gestellt, sondein darüber hinaus wird von allen Führerkandidaten erwartet, daß sie während der Kursdauer und nachher ständig an ihrer Vervollkommnung auf dem Gebiete jüdischei! Wissens, jüdischer Ethik und jüdischer Weltallschaumig in unserem Sinne arbeiten, daß sie einen reichen Schatz an Thorakenntnissen erwerben. Die Aushändigung der Führerdiplome wird auch davon abhängig gemacht ׳ werden, wie weit die einzelnen Hörer den eben skizzierten Erwartungen gerecht zu werden versuchen. Die Er Öffnung.■ des׳ Führerkürses findet in Gegenwart Sr, Elirw,. Herrn Oberrabbiner Fürst, der Repräsentanten aller agudistischen Gremien unseres Landes und geladener Gäste .am Sonntag, den 17. Oktober um J44 Ulir nachm, im Saale der A. J. Jugendgruppe statt. Die aufgenommenen ■Hörer können für einen ihrer .nachsten Angehörigen eine Eintrittskarte bei cler Kursleitung ansprechen. Für clie Mitglieder der Jugenclgruppe )Reibt der Saal am Sonntag von 1—6 Uhr nachm, geschlossen.; ׳ Die weiteren' Lehrabende finden jeden Mittwoch um %9 Uhr abends uncl Mozze Schabbos um Va9' Uhr in der Jessod Hathora uncl jeden Sonntag um «Uhr nachm, in der Talmud־ThoraJSchule statt. Das detaillierte Kursprograinm wird den Hörern jeweils für eine Dauer von 4 Wochen im voraus bekanntgegebeu. Den breitesten Raum im ganzen Kurs nimmt das Lehrfach Thora und M u s s a r ein, dessen Leitung in den Hän-L den des Chinuch-Refereilten' :des österreichischen Ke^en Hathora und Präsidenten der Wiener A. J, Jngepdgrnppp•: Reb Jakob T e i t e 1 b a u m, liegt; Am Mozze Schadbös und Sonntag werden immer zwei Leh1׳fv01׳tväge zu je 45 Miau* ten stattfinden. Mit den Xreien; D1 s k u s s i 0 n e n, die aljL; wechselnd einer der ordentlichen Hörer init einen! Beferat: zu eröffnen haben wird, wird nach etwa 4—5 Wochen begönnen. Die ersten Wochen sind vornehmlich cley Einführung in die für die Führer wichtigsten Wissensgebiete gewidmet, sie weisen daher noch wenig Abwechslung■ in cler Programmgestaltung auf. §

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.