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Jüdische Presse · 1937-10-15 · 35 (15.10.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
35 (15.10.1937)
Date
1937-10-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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jüpsütiK pmm Seite 2 und Kibbuzim und waren uns bewußt, daß wir alle uns einzustellen haben in Reih und Glied, jeder an seinem Platz, um G—ttes. um unser Land für die Thora zu rerleidigen. Und jetzt — nach wenigen Wochen — soll dieser ganze seelische Aufruhr vetpuffb soll diese Aufrüttelung unseres Herzens vertan, sollen all unsere guten Vorsätze Vergessen sein?!... |t Viele Besucher der Kenessio Gedaulo waren nicht restlos begeistert, hatten dieses oder jenes Zu bemängeln; hatten manches auszusetzen an dem. was sie gesehen, und vieles Zu kritisieren, was sie gehört hatten. In einem Punkt waren sich aber sicherlich alle einig: Die Kenes.sio Gedaulo hatte ein herrliches Po n i m. Die so überaus zahlreich versammelten Gedaule Ilatliora aus allen jüdischen Medinatis, die so stark verttetenen GeonC hatlor, der unvergeßliche Kranz der von der Thora durchgeistigten Köpfe verliehen der »Großen Versammlung« einen Glanz, der unübertrefflich scheint, machten die K. G. zu einem einzigartigen Erlebnis. Keine zweite Organisation im jüdischen Volk vermag auch nur eine ähnliche Versammhtng zustande zu bringen. — jeder' stand im Bann dieses herrlichen Bildes und sonnte 'sich im Glanz dieser erlauchten Gesellschaft. Hier fühlte man lebendiges Judentum' und stimmte dem Raw begeistert zu, der diese gewaltige Versammlung als : ein Kodsch Kodoschitn bezeichncte. Und die ,Seele dieser Versammlung, der Moazas Gedaule Hathorn, erbebte auch ׳in Sorge und Angst um die Erhaltung von Erez Jisroel für unsere Thora und wandte sich hilfeflehend an alle Agudisten, ja an das jüdische Volk. Hören wir doch den Appell des Waad Horabonim: »Der Rabbinische Rat wendet sich an alle Juden der Welt mit dem heißen flammenden Aufruf, in dieser Stunde geschichtlicher Entscheidungsschwere der Agu- - das Jisroel zu Hilfe zu kommen in ihrem Werke des Aufbaues des jüdischen Landes im Geiste der Thora; : und' Emuno,, ihr zu helfen in ihrem Kampfe um die Rettung der Heiligkeit Erez Jisroels und seiner Reinheit, ihrem Ringen um die Stärkung des orthodoxen Jischuw, in ihren Anstrengungen, dem gesamten Leben? de3 jüdischen Landes den Stempel der Thora und ,' Emuno aiifzuclnicken. Auf daß Erez Jisroel G—ttes Land bleibe, das Land, auf. dag Seine Augen stetig gerichtet sind, auf dem •Seine Herrlichkeit ״!•strahlt, und von dem aus G—ttes Köuigsherrschaft. sich offenbaren wird Vor den Augen aller Völker.« '׳"Können, dürfen wir uns dem Ruf unserer großen Führer entziehen? Wissen wir nicht, daß sie die Probleme des heutigen Erez Jisroel in vielstiindigen Beratungen geprüft, daß sie die aktuellen Fragen des Heiligen Landes unter dem Gesichtswinkel aller landsmannschaftlichen . Eigenarten beleuchtet haben, und daß dann der obige Appell aus dein erfüllten Herzen aller beteiligten Thora- : Größen einstimmig ergangen ist?! Und da wagen wir noch, untätig beiseite zu stehen, regional bedingte Hinderungsgründe geltend zu machen, da finden noch Jerej Schomajim den Mut. ihre Untätigkeit .mit anderer Mentalität zu entschuldigen?! v Alle müssen wir zusammenstehen, erfüllt von dem 5 Ruf, der von;,unseren rabbinischen Führern, cler von unseren Poalim selbst an uns ergangen ist, müssen uns voll v und ganz einsetzen für unsere Erez Jisroel-Arbeit und un- ■ sere ־Erez Jisroel-Arbeiter, dürfen es nicht dabei bewenden lassen, selbst unser , Scherflein beizutragen, sondern müssen uns . auch wendenden unseren Nachbarn, an unse- ל ren Freund, an irnseren Verwandten und Bekannten, um auch ihn jn.unsere Reihen zu stellen, um auch ihm zu der Mizwoli •zu Verhelfen, den Keren 'H-a jischuw zu unterstüt- ’ , zen, der Thora in Erez Jisroel eine Stätte zu bereiten. Warum' verderben die Zähne? Vor allem deshalb, weil die sich zersetzenden Speisereste den Zahnschmelz angreifen. Gerade aus diesem Grunde wurde bei der Zusammensetzung der Alpa-Zahncrc1we darauf geachtet, daß sie die Speisereste gänzlich.entferne und deren Zersetzung Vorbeuge. Die von der Natur gegebene oder vom Arzt;•'verneute,Gesundheit der Zähne kann nur durch regelmäßige 1Pflege erhalten werden. Die Alpa-Zahncreme ist dabei ein wichtiges Hilfsmittel. — Und zum Gurgeln: Alpa-Franzbrpnntwein. Das jüdische Leben in Wien ׳Der Chefredakteur des »Israelit« (Frankfurt a. M.), Herr Schachnowitz, der sich kürzlich in Wien auflvielt, .... schildert in diesem Blatte folgendermaßen seine Eindrücke vom׳ jüdischen Leben in Wien: »ln der Leopoldstadt kocht und schäumt das jüdiv sehe Leben und treibt, besonders an und zwischen den heiligen Tagen, hohe Wellen, daß man sich in ein jüdisches Zentrum des Ostens versetzt fühlt. Zwischen der »Polnischen;Schul« und der Schiffschul befindet sich in Höfen und Hinterhöfen, zur ebenen Erde und in hohen 'Stockwerken mindestens ein Dutzend kleiner Bethäuser aller aschkenasischen und ehassidischen Nuancen und Observanzen. Wenn ich an den ׳Rüstetagen zu Jom kipp ur in erster Morgenfrühe von meinem Logis an der Polnischen Schul vorbei in die Schiffschul gehe, tönt mir Gebet, Aufschrei, Gesang von allen Seiten entgegen. In allen Melodien und Tonarten schreit jüdische Not und jüdische Inbrunst in Slichothliedern zum bleichen grauen Morgenhimmel hinauf. Wiewohl Wien ungezählte Tempel, Synagogen, Klausen, Betlniuser und Stiibel besitzt, konzentriert sich doch das ganze religiöse Leben uni die Schiffschul herum. Auch viele fromme, private und Vereinssynagogen, denen zum Teile treffliche Männer als Führer vorstehen, zählen sich mehr oder weniger zur »Schiffschulgemeinde«.* Obwrohl V mit ihren 500 Mitgliedern, nur .ein kleiner Bruchteil der ZwTeilu1nderttausendgemeinde, ist doch die Schul in der Schiffgasse Zentrum des jüdisch-religiösen Lebens der Stadt. Man geht in die »Polnische Schul«, um den Chasan mit seinem künstlerisch vollendeten Meschomrimehor zu hören, man geht in den »Türkischen Tempel«, um fremdartige Gebete und Weisen kennen zu leimen, man schaut ' auch einmal in einen modernen Gemeindetempel hinein, f der mit einem Reformfcempel in Deutschland nichts ge- N mein hat, man tanzt gelegentlich in gehobener Stunde dann, und wann'mit clen Chassidim in einer Klaus — man. dawent aber in der Schiffschul... . ־ Und man da weilt — in Wien »ort« man nicht aus einer »Tefilloh«, sondern man »dawent« aus einem »Siddur« — wann und innig, ’ wenn auch nach unseren Begriffen zuweilen etwas formlos. Hier ist ein konstantes Baale- ׳ fba tim-Publik um bodenständig, das seine Schul innig liebt und mit ihr durch Generationen aufs engste verbunden ist. Wann man auch in diese Schul kommt, in der Morgenfrühe oder nachmittags, an Wochentagen oder am Sabbat und Feiertag, sie ist immer bis zum letzten Platze ׳ange-g ' füllt , mit Menschen, die nicht zum Schauen oder Höfen kommen, ׳ sondern zum Beten, zum Dawuen. Vorne auf dem ,ersten Platze die patriarchalische Gestalt des greisen Rabbi strömt etwas wie beruhigende Milde über den Raum Das Religiöttslehrerpröblem 111 Wien Dieses Problein gehört seit Jahr und Tag zu den wehleidigsten Fragen< die die jüdische Öeffentliclikeit beschäftigen — sollte. Der Standpunkt der Glmibenstreuen hierzu ist hinreichend bekannt: ihnen sagen weder Lehrplan und Lehrmethoden, noch Lehrkörpe*r zu. Der »Religionsunterrieht«, der in den Öffentlichen Schulen efteilt Wird, ist bloß ein Surrogat, ein Ersatzmittel, ohne Saft und Kraft, und bleibt ohne hinreichende Wirkung auf die Gemüter der Jugend; Hierzu kommt noch die nicht ganz entsprechende Qualifikation eines Teiles der Lehrerschaft sowie ihre, zuweilen sogar direkt demonstrativ zur Schau getragene Gleichgültigkeit — um keinen schärferen Ausdruck zu ■gebrauchen — den religiösen Vorschriften und Gebräuchen gegenüber. Wenn der Lehrer es mit diesen Vorschriften mieht_allzu genau nimmt, wenn er sich a-religiös zeigt — von weitergehenden Auswüchsen, die leider nicht fehlen, gar nicht zu reden — was soll sich die Jugend von dieser »Religion« denken und wie sich zu ih’r stellen? Das Problem ist somit ziemlich ,heikel. und wehleidig, ohne daß bisher von zuständiger Stelle die entsprechende Abhilfe geschaffen worden wäre. . Nun kommt noch hierzu der Umstand, daß es eigentlieh an geeigneten Religionslehrern mangelt. Wenigstens wird dies behauptet. Und um diesem abzuhelfen, soll nun beim Wiener Rabbinerserninar ein Kurs zur Ausbildung von Religionslehrern eingerichtet werden. Läßt aber schon die Ausbildung der »Rabbiner« an diesem Seminar viel zu wünschen übrig — die Hörer, die nicht von zu Hause! aus üben־ jüdisches Wissen Verfügten, verlassen die Anstalt trotz Rabbinerdiplome mit .sehr geringen wirklich jüdischen Kenntnissen — so kann tnän sich leicht vorstellen, wie es um die Qualifikation dieser irn Wege eines »Schnellkurses« aiisztibildentlen »Religionslehrer« bestellt sein wird, die zunächst gar nicht daran dachten, sich diesem Beruf zu widmen und nur angesichts der Sachlage, daß sie'•keinen allgemeinen Lehrerposteu erhalten können, sich »umstellen« und Religionslehrer werden wollen... Und doch soll man von denjenigen, die berufen sind, der Jugend Religionsunterricht zu erteilen, erwarten dürfem daß sie die einschlägigen Disziplinen voll beherrschen, daß sie ein religiöses Leben führen oder zumindest Verstündnis für die große erzieherische Bedeutung eines soleben besitzen. Es mag hierbei an den bekannten Ausspruch des Rektors des Lehrerseminars in Würzburg erinnert werden, der einem Lehrerkandidaten, dessen Qualifikation irr Religion mangelhaft war; erklärte: Bei diesen jüdischen Kenntnissen kann* ich Sie nicht zum Religionsldirer cpinlifizierent sie reichen bestenfalls .für das Amt* eines .. .. Rabbiners hin! ... Ju, für d.eu modernen Rabbiner, dessen geistige Tätigkeit sich, in Kanzlei- und Gelegenheitsreden erschöpft, mag das. Minimum an jüdischem Wissen noch zur Not hin reichen — vom, Religionslehrer muß man mehr verlangen. Und deswegen hiufi offen »gesagt werden: Der nunmehr zur Ausbildung von Religionslehrern einzuschlagencle Weg könne und Werde nicht zum •Ziele führen, wenn es die zuständigen Stellen ernst mit ihrer Aufgabe meinen und sich nicht einer Selbsttäuschung hingeben wollen. Die Haltung der Glaubenstreuen gegenüber den Scminarrabbinern ist hinlänglich bekannt und es wird'uns wohl kaum jemand zumuten, das Ziel zu verfolgen, diese irgendwie protegieren zu wollen. ,Aber da ־wir nun einmal dieses Thema behandeln, mag auf die Lage dieser »Rabbiner« hingewiesen werden, die von Zeit zu Zeit vom Seminar mit Diplom entlassen werden.״ Sie sind zumeist postenlos, da es im heutigen Oesterreich .nur wenige Go ד meinden gibt, die sich eigene Rabbiner leisten können; sie sind daher gezwungen, Rabbinerpösten in kleinen Bethäusern •anzustreben, die nur geringe Bezüge zahlen können. Als Nebenverdienst sind sie dann auf der Suche nach Privätlektionen usw. Wäre es nicht angebracht, wenn schon ein Mangel an Religionslehrern herrscht, diese Kreise hiefür herawzuziehen? So viel jüdisches Wissen als die ad hoc aiisznbilcleaden Religionsleh'rer besitzen auch sie, wobei sie noch zumindest ziim Teile einem religiösen Milieu entstammen und eine religiöse Lebensführung haben. Wie gesagt, behandeln wir dieses Thema nur höchst ungerne, du wir für diesen ganzen Religionsunterricht, seine Methoden und seinen;Geist sowie für seinen Lehrkörper nicht viel übrig haben. Das orthodoxe Judentum stellt diesbezüglich ganz a n d e r e F o r - de r 11 n gen u u f. Aber, da nun einmal der Religion?- aus. Ein Oberkantor, dessen lyrischer Tenor wie eine Rakete aufsteigt, um in den׳ oberen Lagen wie ein Brillantenfeuerwerk ausziistrahlen, reißt die Betergemeinde mit in himmlische Höhen. Am Kol Niclre-Abend schien es mir, als würden alle Vögel im nahen Augarten und alle Engel' im Himmel im Chore mitsingen: »Solachli!...« Die ganze Straße scheint uns in diesen Tagen ein erweiterter ׳Heiligenraum.׳ Als ich in der Nacht zu Hoschana rabba etwa gegen 5 Uhr vom Beth Hamidrasch, das der Schiffschul überlagert ist und das, wie tagtäglich, ׳auch in dieser Nacht von Betenden und Lernenden überfüllt war, nach Hause ging, sfrömte aus ׳allen jüdischen Backhäuserin der anliegenden Gassen der angenehme Duft frischer »•Berches«. In den jüdischen Fleisch- und Gefliigelläclen kauften jüdische Frauen ein wie am hellichten Tage. Auf der Straße wurden Fähnchen für Simchas Thora verkauft, arme Leute wünschten auf ׳ Schritt und Tritt gegen einen kleinen Obolus noch kurz vor Toresschluß ein »G'mar tow!« Das jüdische Leben scheint-in solchen Nächten in der Judenstadt von Wien nicht schlafen zu gehen. Am •Hoschana rabba morgens hatte ich aber in der Schiffschul mein Erlebnis: eine in Sargenes weißgehüllte Gemeinde• — mit Lu law־ in der Hand. Jomkippur und Sukkoth in ׳einem. Die Rundgünge der weißen Gemeinde, unter Anführung des zweiten Kantors, der mit sonorer Stimme noch einmal ׳zum Abschied die ganze Innigkeit und Inbrunst der heiligen Tage in die Gebete hineinlegt, muten an wie der ewige Zug des jüdischen Volkes, rundherum durch die Welt, Weg ohne Ende... Und der Ziehenden sind so viele, daß sich hart irn Raume Menschen und Palmen oft zu einem Knäuel zusammenballen. Im Lichte der tausend elektrischen Birnen schimmert es weiß und grün aus Gewändern und Palmenzweigen. Und der Vorbetei• weint und trällert, und die Genieiaide mit ihm: »Hoschana, Hilfe o G—tt, unser Schöpfer, unser ׳Erlöser, Hoschana!... Und dann rauschte Thorafreude eine Nacht uiid einen Tag hindurch ini breiten Strome durch die Gassen der Judenstadt, alles mit sich hinreißend. Man hat am Vorabend die Wahl, das freudige Treiben in den *Klausen anzuseheu, die Grandezza bei feenhafter Beleuchtung im Türkentemper oder die Kunstgesäuge in der Polnischen Schul zu bewundern. Nachdem wir aber etwa in einem halben Dutzend von Synugogeu Gesänge und Tänze angehört und angesehen hatten, ging es uns wie dem Gaste mn der vornehm gedeckten •Festtafel, der nach all den g.e? kqsteten Süßigkeiten Hunger nach einem soliden Abendesseif verspürt Wir gingen in die Schiffschul und dawneteil,;echt, und recht, mit vertrauten Gesäugen und RuucL gangen» die au die Heimatsynagoge erinnerten...« unterricht an den öffentlichen Schn len ein obligater Gegenstand ist, handelt es sieh uni eine Frage von aHgemeineni Interesse und deswegen haben wir diese jiieF angeschnitten, in der Erwartung, daß die zuständigen Stellen .sieh endlieh einmal dazu atifraffen,Werden, auf diesem Gebiete einigermaßen Ordnung zu schaffen. Es dürfte wohl bei arideren Konfessionen kaum vorkommdn, daß Menschen ohne hinreichende geistige Qualifikation und ohne genügende religiöse Einstellung als Religiönslehrer fungieren. Warum soll es bei uns anders sein? Hazofeh. das P,atästUta~?40Mm , Die Läge in Palästina Das energische. Eingreifen der englischen Behördou hat im ersten Moment auf clie Araber ernüchternd gewirkt und im Lahde •trat einigermaßen Ruhe e׳iu. In den letzten Tagen sind jedoch wieder blutige Terrorakte vorgekommen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur aus amtlichen Kreisen erfährt, ist’ die Entsendung der zweiten englisehen Untersuchungskommission nach Palästina gesichert, wenn auch der Zeitpunkt der Abreise noch eicht feststeht. Man ist davon überzeugt, daß die Lage in Palästina keineswegs so ernst ist, daß sie ein Hindernis für die Arbeit dev Kommission bilden könnte. Es sind daher aucli durch die palästinensischen Behörden bereits vorbereitende Untersuchungen Für die Arbeit der Kommission in Angriff genominell worden. Insbesondere gelten diese Untersuchungen den Bewässerungsmöglichkeiten im Lande. Erst nach ihrem Abschluß wird es möglich sein, den Zeitpunkt der Abreise der Kommission fesfzusetzen. # Der jüdische Hilfspolizist’ Jakob Bodenstein ist in der Nacht zum 9. Oktober, als er an den heißen Quellen in Tiberias clen Dienst versah, von arabischen Terroristen überfallen und durch mehrere Revolverschüsse am Arm schwer verletzt' worden. Die Schüsse wurden aus einem Auto abgegeben, das in rascher Fahrt an Bodenstein vorbeifuhr. Die Verletzung Boclensteins ist so schwer, daß ihm der Arm amputiert werden muß. Ebenfalls in der Nacht zum 9. Oktober gaben arabisehe Terroristen auf das Sanatorium »1Achwha« nahe der Kolonie Moza, unweit von Jerusalem, mehrere Schüsse ab. Die Terroristen durchschnitten auch clie Telepjhonclrähte, die clie Kolonie mit Jerusalem verbinden. Herbeieilende Hilfspolizisten erwiderten das Feuer uncl vertrieben die Angreifer. , Auf einen Kibbuz jüdischer Siedler aus Amerika im ׳nördlichen Emek und auf eine Gruppe jüdischer Arbeiter in •der Nähe des Hule-Sees wurden mehrere Schüsse abgegeben. Verletzt wurde nietnand.! Auf der Straße Nablus—Jenin wurde ein Auto der Shell Company, das Petroleum führte, von arabischen Terroristen beschossen. Das Auto wurde stark beschädigt. Ein britischer Ingenieur uncl sein Gehilfe, clie im Auto saßen, blieben 'wie durch ein Wunder unverletzt. Bei Rainalla ist ein bewaffneter Araber, cler clen Anruf eines arabischen Hilfspolizisten, zur Ausweisleistung' stehen zu bleiben, nicht beachtet hatte, nach kurzem Kugelwechsel erschossen worden. Die Identität des Toten konnte , noch nicht festgestellt werden. ■ Der Mufti'' hat, zithi erstenmal! adit" der Auftökuiig“ 'des •׳ \ Obersten Arabischen Rates, in der Omar-Moschee geprecligt. . Der Chefsekretär der Palästinaregierung, Battershill, hat eine aus dem Vorsitzenden des Waad Leumi, Jizchak Ben Zwi, und dem Vertreter der Ag'ucla, Rabbi Mosche Blau, bestehende Abordnung־ empfangen und erklärt, der Stadtrat von Jerusalem werde nicht aufgelöst werden, sondern solle seine Arbeiten in normaler Weise ,fortsetzen. /׳ Vorläufig finden keine Sitzungen des Stadirates statt, da die arabischen Stadtverordneten an Sitzungen, clie von dem jüclischeu Vizebürgermeister Daniel Auster geleitet werden, ■nicht teilnehmen wollen. Die Polizei hat auf Anordnung der ׳Regierung in den Räumen des Jerusalemer Stadtrates eine strenge Durchsuchung vorgenommen. Der Schreibtisch des verhafteten Bürgermeisters Dr. Khalidi wurde aufgebroclien, zahlreiche Dokumente, clie für, D1־. Khalidi stark komprdmittierend sind, wurden beschlagnahmt. . v■ Im Zusammenhang mit den. aus arabischer Quelle stammenden, Meldungen, daß cler Vorsitzende der Mufti- Partei, Jamal el •Husseini, sich nach Damaskus begeben habe, um dort einen neuen Obersten Arabischen Ausschuß für Palästina zu organisieren, berichtet das. Büro Reuter, daß der französische Hochkommissär die syrische Regierung׳ aufgefordert habe, jede gegen Palästina gerichtete unistiirzlerisehe Bewegung in Syrien zu verbieten. * In Beantwortung eines ׳Protestmeniorandums, das der britischen Gesandtschaft von einer repräsentativen irakisehen Abordnung־ überreicht worden war. erklärte der Gesehäftsträger'O. Scott, daß clie vor einer Woehe getroffenen Maßnahmen nichts mit der britischen Palästinapolitik zu tun hätten. Ihr Zweck sei ausschließlich. Gesetzwidrig- ־ keiten zu unterdrücken; es müsse darauf hingewiesen werden, daß England vom Völkerbund in dieser Hinsicht wegen seiner übergroßen Geduld Vorwürfe gemacht worclen sind. t * Der Jerusalemer Korrespondent des »News Chronicle« berichtet seinem Blatte über ein Interview, das Emir Abdullah von Transjordanien ihm im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen in Palästina über clie Möglichkeiten einer Lösung des Palästinaproblems gewährt hat. Danach habe Emir Abdullah folgendes erklärt: Es bestehe kein ׳Grund, anzunehmen, daß eine Lösung des Palästina- Problems unmöglich sei, Juden und Araber träfen heute in Palästina nicht zum ersten Male zusammen. Schon vor Jahren hätten Juden in arabischen Ländern 'gelebt und sich Ruhe und Wohlstands erfreut. Erst clas Privileg der ׳modernen westlichen Zivilisation war es, clie Juden wie Hunde zu behandeln uncl sich dessen noch zu rühmen. ׳ Ohne dem endgültigen Plan zur Lösung cles Palästiiiaproblems vorgreifen zu wollen, erinnere er daran, daß sowohl von englischer als auch von anderer Seite eine Reihe von Lösungsvorschlägen gebracht wurden, darunter auch der, daß die Juden in Palästina auf einen begrenzten Raum oder gemäß einem speziellen Minderheitenstatus leben sollen. Es sei kein Grund vorhanden, aiizunehmeii, daß Verhandlungen auf einer solchen oder־ ähnlichen Basis nicht schließlich doch beide Teile befriedigen könnten. Der gegenwärtige Zustand sei jedenfalls unhaltbar; äugenblicklich versetze jeder in Palästina ein wandernde Jude die Araber Palästinas von neuem in Furcht. Man dürfe sich nicht mit Teillösungen zufrieden geben; eine voll-

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