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Jüdische Presse · 1937-09-03 · 29-30 (3.9.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
29-30 (3.9.1937)
Date
1937-09-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Weltefeignisse nicht für Zufälle erachten:* * Mögen wir endlieh durch nnset Leben beweisen, daß wif den Lockungen def Zeit widerstehen, wie es Meh für die Naehkömnien Von Abraham, Jiszehofc und Jaakaüt* wie es sieh füf die seit Jahrtausenden geprüften Kinder Jisfaels geziemt. Die Kenessio Gedaulo ruft den Klal Jisfoel auf au innefer Stärkung und Efmutigung, au wahrer Lebenskraft und zu frohem Lebenswillen, zur wahren Teschuwoh und au tatenechter Jüdischkeit, au voller Hoffnung und au wahrem G—«vertrauen. Richten wir unsere Augen zum Weltschöpfer und Weltenlenker, der sicherlich, wenn wir nur unsere Rflicht tun, sein Versprechen am jüdischen Volke erfüllt und es wird bald der Zeitpunkt der Erlösung unseres Volkes herannahen. * Resolutionen, vorgeschlagen im Namen des Alexanderer Rebben: 1. Die Kenessio Gedaulo fordert alle Ortsgruppen auf» die Schomre-Schabbos-Verbände mit allen Kräften zü unterstützen und eine energische Aktion zur Stärkung der Schmiras-öchabbos zu entwickeln. — 2. Die Kenessio Gedaulo fordert alle Ortsgruppen auf, alle Bemühungen einzusetzen, um das Prestige und die Lage der Rabbonim zu verbessern. Dasselbe gilt für die Schochtim. — 3. Die Kenessio Gedaulo fordert alle Ortsgruppen auf, für das Kaschruth in ihren Städten zu sorgen, besonders durch Anstellung einer genügenden Anzahl von »Neemonim«. * Resolutionen für Keren-Hajischuw, Poalim, Kibbuzim. 1. Die Kenessio Gedaulo ruft das thoratreue jüdische Volk in dieser Zeit einer geschichtlichen Wende auf, durch höchste Opfer den Keren Hajischuw instand zu setzen, seine großen Aufgaben zu erfüllen. Jeder Jehudi ist verpflichtet, sich jährlich für Keren Hajischuw zu besteuern, in jeder jüdischen Stube muß sich eine Büchse des Keren Hajischuw befinden. 2. Machne Jisroel muß auf gebaut und die Käufer von Parzellen von Machne Jisroel, soweit sie nicht in das Aufbauwerk von Machne Jisroel eingereiht werden können, müssen befriedigt werden. Die neue Exekutive wird beauftragt, binnen drei י Monaten die für das Aufbauwerk zunächst erforderlichen Mittel aufzubringen. 3. Die Kenessio Gedaulo hat mit •tiefer Erschütterung von der Lage der agudistischen Poalim in Erez Jisroel Kenntnis genommen. Es ist unbedingte Pflicht der neuen Exekutive, gemeinsam mit der Leitung des Keren Hajischuw alles aufzubieten, um durch konstruktive Mittel die Lage zu bessern. 4. Die Sorge für die Aufbringung des monatlichen Mindesttakziv obliegt der neuen Exekutive in Zusammenarbeit mit dem Keren Hajischuw. 5. Die Kenessio Gedaulo hat mit Erschütterung von dem derzeitigen Stand des Chinuch in Erez Jisroel Kenntnis genommen. Die Stärkung der vorhandenen Schulen, die Gründung neuer Schulen sowie die Stärkung der Jeschiwoth in Erez Jisroel ist heiligste Pflicht des ganzen jüdisehen Volkes. 6. Die Kenessio Gedaulo beschließt eine große Aktion für Keren Haschmittoh im kommenden Jahre. Die Kenessio Gedaulo fordert zugleich alle Gesinnungsgenossen in Erez Jisroel auf, den Schomre-Schwiis zu helfen. 7. Die Tätigkeit der Agudas Jisroel in Erez Jisroel wird durch zwei getrennte Gremien: 1. Sochnuth und .2. dem Direktorium des Keren Hajischuw durchgeführt. Sie unterstehen beide dem Waad Hapoel, der auch die Kompetenzabgrenzung durchzuführen hat. * Resolution zur Vereinheitlichung des sozialen Hilfswerkes. Die Kenessio Gedaulo richtet an alle führenden Organisationen der Judenheit den feierlichen Appell, unverzüglich zu einer von sachkundigen Delegierten beschickten Konferenz zusammenzutreten, die einen den gesamten jüdischen Wirtschaftsraum in den. Ländern der Diaspora umfassenden Generalplan zur Behebung der jüdischen Not sowie zum Neuaufbau des jüdischen Lebens auf gesunden wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen ausar-!)eiten,und alle Anstrengungen machen soll, um die Mit- Wirkung־ der Regierungen der beteiligten Länder sowie des Völkerbundes bei seiner Durchführung zu sichern. Die Kenessio Gedaulo verlangt, daß in den Ländern ausgegangen ist, , indem er Sinn und Zweck alles Erschaflenen darstellt. Alles Vorhandene ist nur für ihn da, er ist das vorzüglichste aller Wesen, Krone der Schöpfung. Diese Schöpfung ist unvollendet, ja sie ist sinn- und wertlos, wenn er nicht vorhanden ist; durch seinen Eintritt erst, wird sie das, wozu sie erschaffen ist. Die Gesamt- Schöpfung־, sie gliedert sich in Natur, Mensch und Engel. Alle dem Bereiche der Natur ungehörigen Wesen bestehen sowohl aus körperlicher wie auch aus seelischer Substanz. Ihnen allen gemeinsam ist das Ueberwiegen der ersteren gegenüber der letzteren, doch ist der Grad dieses Ueberwiegens verschieden. Bei den sogenannten leblosen Körpern verdeckt das Körperliche das Seelische vollkommen, in der Pflanzenwelt ist das Seelische schon merkbar, in der Tierwelt tritt es noch augenscheinlicher hervor, aber auch hier bleibt das Körperliche das Primäre. Die Engel sind körperlose, rein geistige Wesen, wie es heißt (Psalm 104): Er macht seine Engel aus Geist, seine Diener aus flammendem Feuer. Der Mensch aber hat einen Körper aus Erde, und eine Seele höher als die eines Engels. Durch seinen Körper kann der Mensch tiefer sinken als das Tier, durch seine Seele aber höher steigen als der Engel. Er besitzt vollkommene Willensfreiheit über sein Handeln und damit auch über seine ׳Rangordnung־, wie es heißt (V. Buch Mosis 30); Siehe, ich habe heute vor Dich (zur Auswahl) hingegeben, das Leben und das Gute, den Tod und das Böse. IRaschi erklärt dies: Tust Du das Gute, erhältst Du Leben, tust Du das Schlechte, dann erhältst Du/den Tod. Diese Möglichkeit einer freien Wahl des Lebensweges besitzt unter allen Geschöjpfen nur der Mensch. Natur und Engel sind in ihrem Wesen nach unveränderlich, der Mensch allein besitzt die Möglichkeit einer Selbstveredelung durch freigewolltes, zweckmäßiges Handeln nach den Geboten der Tnora, Hält er sich an die Speisegesetze der Thora, so wird sein Blut edler, beachtet er die Ehegesetze, so werden ihm ediere Kinder geboren usw, Damit überragt der Mensch jedes Geschöpf und wird zum sittlichen Repräsentanten der Welt und so wird es klar, daß mit seiner Erschaffung der Anfang der Welt eigentlieh erst gegeben ist und dieser Tag zugleich den ׳Beginn eines jeden weiteren Jahres darstellt. An diesem Tage nun wird, wie bereits früher er•* wähnt, das Geschick eines jeden Geschöpfes für das kommende Jahr bestimmt, und festgesetzt, was ihm an Freud und was, G—tt behüte, an Leid widerfahren soll, wie wir es 1m. Gebete sahen: Am Rausch Haschono wird (vor dem göttlichen Richterstuhle) niedergesehriebeu und am Jom Kippur unterzeichnet, wer leben bleiben soll nnd wer sterben soll, wer geschädigt werden soll durch Feuer, wer durch Wasser, wer arm werden soll und wer reich, wer erniedrigt werden soll und wer erhoben. DAS IST DAS E־־ ־־־ ־־ KU SP n KUNEROL NATURREINES KO KOS NUSS FETT Die Erzeugung steht unter Aufsicht Sr. E?h r w Orden d ets Herrn B e z i r k's ra'b b i n e r s S. Ehrenfeld z u y Msa 11 e r s bu r g. der jüdischen Massennot ein überparteilicher oberster Wirtschaftsrat gebildet werdender großzügige und wirksame Maßnahmen zur Linderung der jüdischen Not und zur Produktivierung der jüdischen Massen treffen soll. * Resolution gegen die Beschränkung der Religionsfreiheit in Sowjetrußland. 1. Die Kenessio Gedaulo stellt mit tiefstem Bedauern fest, daß die in Sowjetrußland wohnenden Juden trotz der von der neuen Sowjetverfassung 'zugesicherten Religionsfreiheit in der'Ausübung ihrer religiösen Pflichten immer noch weitgehend beschränkt sind. 2. Die Kenessio Gedaulo wiederholt die von den früheren Kenessiaus abgegebene Erklärung, daß der materialistische Bolschewismus wie das G—ttlostum jeder Art Doch nun heißt es im Gebete weiter: Reue, Gebet und Wohltätigkeit heben hinweg das Böse des Urteils- Spruches, d. h. sie beschützen' den Menschen vor der Strafe, die er auf Grund seines bisherigen Handelns verdienen würde. Diese gewaltige Macht dei•!Reue erklärt sich daraus, daß der Heilige, g. s. E., den Menschen in der Zeit des Gerichtes nur nach dem augenblicklichen sittlichen Zustand beurteilt. Wie ist denn ,die Reue? Es betrachtet der Mensch die Niedrigkeit seines bisherigen Handelns und wie weit er sich mit dem Lernen der heiligen Thora beschäftigt, wie flüchtig sein* tägliches Gebet isi, wie es ihm nur lästige Pflicht, nicht aber Ilerzensbediirfnis ist, wo es als warmer Erguß des lebendigen Herzens ein gewaltiges Band zwischen' dem Menschen und seinem Schöpfer sein sollte — muß doch ein Mensch im Gespräche mit seinem Mitmenschen den Sinn seiner Worte genau bedenken, um wie unendlich vielfach mehr im Geete vor dem König aller Könige, dem Heiligen g. s. E.! — Es betrachtet der Mensch, wie er im verflossenen Jahre nur den Bedürfnissen und Wünschen seines Körpers Rechnung getragen hat und wenn er schon ein wohltätiges Werk getan, wie mangelhaft es gewesen, kärglich und widerwillig statt freudig und mit offener Hand. Es hält der Mensch sich all dies gut vor Augen und es erfaßt ihn ein tiefer Schmerz über all das Vergangene, zugleich aber verbindet sich damit der feste Vorsatz, im kommenden Jahre in all dem besser zu handeln, worin er im vergangenen gefehlt hat. . ' ־ . .Nun sagen unsere Weisen .׳(Kiduschin 40 a): Der Heilige, g. s, E., wertet die gute Absicht als vollbrachte Tat, Wenn nun der Mensch das Vergangene bereut, und für die Zukunft sich das Gute fest entschlossen vornimmt, so wertet der Allgütige diesen Entschluß bereits als Tat und richtet den Menschen nur nach seinem nunmehrigen Zustand. Wenn er all das Niedrige um sich; den Zorn, den Haß, den Neid, dip Lüge, wenn er all dies wahrhaft, aus tiefstem Herzen bereut und von sich abschüttelt, und sich ebenso aufrichtig vorniramt, zu handeln nach dem Grundsatze (3. Buch Mosis 19); Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, dem Näbeumenschen nur Freude zu machen, ihn zu bessern und all das mit Wahrhaftigkeit und Aufriehtigkeit, wenn er. sich vornimmt, sich zu festgesetzten Zeiten täglich mit dem Lernen der heiligen Thora zu be■* schuftigen nnd das daselbst Gelernte auch in die Tat umzusetzen, wie es heißt; Nicht das Leinen ist das Wesent- «che, sondern die Tat, dann wertet der Heilige, g, 3, E,, die gute Absicht als schon bereits stattgehabtes Handeln. Es hat die Reue um das Vergangene, verbunden mit dem aufrichtigen Gebete und der Vornahme frommen *Handelns für die Zukunft die Kraft, das Böse des Richtspruches hinwegzuheben, und ein gutes, freudvolles Urteil zu .er- ׳■wecken. ׳ ■ ■ ־• ■׳ ■ in unversöhnlichem Gegensatz zum historischen tum steht. * Aufruf zur Gleichberechtigung aller Juden in del* Welt* Die Kenessio Gedaulo erhebt vor der gesamten. Kuluirmenschlieit feierlich und leidenschaftlich Einspruch gegen die Angriffe auf Leben, Vermögen und Ehre, denen das jüdische Volk, das Volk der Bibel und der Propheten in vielen Ländern ausgesetzt ist. Die Kenessio Gedaulo fordert die Völker de!* Welt auf, die bürgerliche und wirtschaftliche Gleichberechtigung der Juden sowie den Schutz der jüdischen Ehre verfassungsmäßig und tatsächlieh zu sichern. > * Tätigkeitsbericht der Keren Hathora- und Beth Jakob« Zentrale. Die Keren Hatliora- und Beth Jakob-Zentrale hat der Kenessio Gedaulo einen umfangreichen gedruckten Tätigkeitsbericht vorgelegt, der einen überaus interessanten Einblick' in die Entstehung und Entwicklung der beiden Ei•- ziehungsfonds der Agudas Jisroel und ihre Arbeit während der letzten Jahre gewährt. Das Buch ist 5S6 Seiten stark und enthält in chronologischer Reihenfolge die Protokolle aller Keren Hathora-Konferenzen nnd deren Beschlüsse, weiters Nachrufe auf die Heimgegangenen des Keren Hathora, einen Bericht über die Studienfahrt nach den Ländern des Ostens im Jahre 1931, über die Rnßlandhilfe des Keren Hathora und gesondert über das Beth Jakob- Werk. Als Beilagen sind Berichte aller einzelnen Landes- Organisationen des K. II. und B. J. abgedruckt. r Aus dem Bericht gellt hervor, daß die Keren Hathora- Zentrale, die ihren Hauptsitz in London hat, über Zweig- Verwaltungen in Afrika, Amerika, Belgien, Tschechoslowakei, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Jugoslawien, Lettland, Litauen, Oesterreich, Palästina, Polen, Rumänien, der Schweiz und Ungarn verfügt. Beth Jakob-Lohrerinnenseminare gibt es neben der Hauptanstalt Krakau noch vier, und zwar in Wien, Bratislava, Czernowitz und New-York. Die Zahl der Schulen beträgt; In der Tschechoslowakei 21, England 2, in Frankreich 1, in Erez Jisroel 26, in Italien 2,• Jugoslawien 2, Lettland 1, Litauen 18, Oesterreich 1, Polen 225 (27.009 Schülerinnen), Rumämen 8, Bessarabien 1, Ungarn 11, Vereinigte Staaten 1. Die Zahl der Jawne-Scliulen beträgt 92 (8279 Schülerinnen), der Chorew-Schulen 208 (32.226 Schüler), der Jeschiwoth Kctanoth des Chorew 137 (11.957 Schüler). * Konferenz der westeuropäischen Landsmannschaften. /יד .W״ dg“ Vorsitz von Maitre Mathieu Müller (Paris), land Scliabbos, 14. Elul, in Anwesenheit s, E, Herrn Oberrabbiner Rottenberg (Antwerpen) und Oberrabbiner Dr, L e w e n s t e i n (Zürich), eine Konferenz der Landsmannschaften von Belgien, England, Frankreich, Holland un.d der Schweiz statt. Die im Prinzip 1935 auf der Autweipeuer lagung gegründete Gemeinschaft gab sich die Richtlinien tiir die kommende Zusammenarbeit. Als Vorort wurde Paris bestimmt, wo unter der Leitung von Maitre Miillei' das gemeinsame Büro der 5 Länder mit einer be- - zahlten Kran eröffnet wird,• Diese Zentrale soll Ras Orgamsatorische und die יPropaganda der beteiligten Staaten ׳übernehmen, soweit die einzelnen Landesorgauisatioheii dies nicht besorgen können, Für Ende Oktober ist ein Treffen der Delegierten und der Jugend der 5 Länder in Paris & plant im Rahmen einer gemeinsamen Reise zur Weitaus- Stellung. Als nächste dringende Programmpunkte würden bestimmt,, im Namen der Agudas Jisroel für die Koscherfleisch-Versorgung und Tefilin nach Deutschland zu-sorgen und eine Aktion für den Schmitta-Fonda zu unternehmen.

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