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Jüdische Presse · 1937-08-27 · 28 (27.8.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
28 (27.8.1937)
Date
1937-08-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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w*/״,־* ־■ ’־•<*vr- ־ ־" "־י;.*.*־• jfo׳« Sei!« 5 ten Befreiet Masaryk und dem Präsidenten Dr. Bene! für ihre gastfreundliche Aufnahme. Frau Eff. B u x b a um (Jerusalem) entbot in kurzen herzlichen Worten in hebräischer Sprache die Grüße des Heiligen Landes. Frh Chaje Gourarie (Tel Aviv) überbringt die Grüße der Benos in Erez Jisroel. Sie tritt ein für die Stärkung der Stellung der jüdischen Frau in der jüdischen Gemeinschaft und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß von der Frauenkonferenz Impulse in alle Welt hinausgehen, die die Festigung der Stellung der Frau in der thoratreuen Judenheit fördert. Fr). Weisskohl (Lodz) bringt zum Ausdruck, daß die Lage der Juden der ganzen Welt momentan besonders schwierig sei. Oekonomische, religiöse, vor allen Dingen Frez jisroel-Probleme erfüllten das ganze jüdische Volk. In Polen sei eine große Benos-Organisation, in Polen, das durch die besondere Not und großen Zorans, denen die Juden dort ausgesetzt seien, trotzdem für den Agudagedanken in der weiblichen Jugend die größten Möglichkeiten bietet. Durch Kraftreserven und die großen jüdischen Siedlungen des Landes könne dem Agudagedanken und damit der Thauro eine wesentliche Stärkung Zuströmen. Wir müßten nur arbeiten, unsere Ideale in der weiblichen Jugend, die für religiöse Gedanken besonders zugänglich sei, bekannt machen, und es wäre sicher, daß der Agudas Jisroel der größte Erfolg zuteil werde. Schon jetzt sei zu bemerken, daß sich den Benosgruppen in Polen aus nichtreligiösen Kreisen viele, viele Mädchen anschließen. Diese Bewegung führe der Aguda nicht nur die einzelnen Menschen zu, nein, darüber hinaus werden die Differenzen zwischen Vätern und Müttern Und Kindern, die die Erziehung so sehr beeinträchtigen, ausgeglichen. Frau S c 11 m u 1 e w i t z (Kowno) spricht im Namen der litauischen Aguda-Mädchengrtippen, insbesondere für die litauischen Beth Jacob-Schulen. Sie sagt, daß die Aufgabe der jüdischen Frau nicht darin bestünde, die Freuden der Welt in vollen Zügen mitzugenießen, sondern sie habe im Hause zu wirken für die Erziehung der Kinder, sie sei die Priesterin des Mikdosch rneat. Diese Frauenkonferenz sei ein historischer Moment. Ein historischer Moment berge aber auch eine große Verantwortung in sich, da er dazu bestimmt sei, in die Geschichte einzugehen. Um so größer sei also auch die Verantwortung dieser Frauentagung. Man könne ihr nur gerecht werden, wenn das Wirken der agudistischen Frau im Geiste der Thora mit besonderem Messiras Nefesch gepflegt werde, wenn die Hingabe an das .Werk mit dem Einsatz aller Kräfte erfolge. In diesem Sinne wünsche sie, daß von der Konferenz ausgehend eine starke Agudas Jisroel-Frauenorganisation geschaffen würde. Frau Rabbiner Henk in (Schedowa) gedenkt in warinen Worten der Gründerin der Beth Jacob-Bewegung, Frau Sara Schenirer s. A., die auch in Litauen diese wunderbare Bewegung ins Leben gerufen habe und der deshalb die litauischen Frauen zu größtem Danke verpflichtet seien. ׳ Auch Frau M.eir o witz (Riga) gedenkt der Griiii** darin der Beth Jacob-Bewegung. Rednerin erzählt, daß si^;. auch bei der IT. Kenessio Gedaulo in Wien gewesen sei;; daß sie dort das Erlebnis der Tagung in sich aufgenommen; die Schönheiten der Stadt genossen׳ habe. Abei’nur eines!ג sei ihr als größtes Erlebnis immer geblieben, lind das sei die Gestalt und das Werk .von Sara Schenirer gewesen, mit der sie dort , das erstemal zusammengetföfferi wäre. Man solle nicht mehr sein Ziel darin sehen, europäische Kultur, in sich aufzunehmen, den Lockungen des europäischen' Lebens zu erliegen, sondern die jüdischen Frauen müßten SCHUHE FÜR KINDER, .. die zu Hause die Schuhe nicht umziehen wollen, 31-34KE12.- . die in den Ferien nicht geärgert haben, 3134־ Kc 25.- .... die für ihren Fleiss neue Schuhe verdienen, 3134־ Kc 35.־ sich auf sich selbst besinnen, auf ihre Nesehomoh und nicht nur achten auf ihren Gitf. Gerade heute, wo die Leiden der jüdischen Menschen sö groß seien, sei die Thauro die einzige Retterin, da nur mit ihr und durch sie die M6glichkeit gegeben wäre, das Äuhei jaacob wieder in alter Schönheit aufznbaueh. Frau Ernestine Bondi (Wien) überbringt die Grüße der österreichischeil Frauen- und Mädchengruppen und wünscht der Konferenz einen glücklichen verlauf ihrer Verhandlungen zum Besten der Aguda-Frauenbewegung und zur Stärkung der Agudas Jisroel. Frau Betty Wreschner (Zürich) überbringt die bcsten Wünsche für das Gelingen der Konferenz von den Aguda-Fratiengrtippen aus der Schweiz, England, Dänemark und Holland. Wie die Schweiz ein demokratisches Land sei, wo nur der etwas gelte, der für die Gemein* Schaft arbeitet, so soll es auch in der Frauenorganisation sein. Frau Franzi G o l d s c 11 m i d t-L ewenstein (Zürich) ergriff nunmdhr das Wort zu ihrem Referat: »Die geis t i g e D u r c:11 b i 1 d 11 n g d e r agu distischen F rau«. Rednerin schilderte an Hand des »Sch’ma-Gebetes« das Leben der jüdischen Frau. Sie sagte, daß die Frau zuerst an sich selbst arbeiten müßte, bechol lewowcho. bechol nafschecho uwechol meaudecho, um sich so selbst nach allen Richtungen zu einer vollkommenen jüdischen Fratt zu entwickeln. Es dürfe aber auch nicht dabei bleiben, sondern auch nach außen habe die Frau die Verpflichtung, als jüdischer Mensch aufzutreten und der Welt den wahren jüdischen Menschen zu zeigen. Uwletecho baderech, auch auf der Straße des Lebens muß die agudistische Frau den ihr vorgeschriebenen Weg beispielhaft gehen. Vor allen Dingen aber bat die Frau das: wedibarto bom zu beherzigen, sie hat die Worte der Thora ihren Kindern einzuhämmern und die Verpflichtung zu erfüllen, die Erziehung zu iiber\v־achen. Daraus erwachse die. besondere Aufgabe der agudistischen Frau, an sich selbst zu arbeiten, um so die Basis für das ihr auferlegte Erziehungswerk zu schaffen. Mit Dankesworten der Vorsitzenden .für' die RedneHnnen und dem Ausdruck der Freude für das gute Gelingen des Eröffnungsabends wurde die Versammlung geschlossen. * Sitzung Donnerstag Vormittag: Die Vorsitzende, Frau R o t h s c 11 i 1 d, schlägt die Bildung von Kommissionen vor. Der Vorschlag wird angenommen und die Kommissionen nach Ankören der Wünsche der- Landsmannschaften gewählt. Anschließend gaben die Vertreterinnen der einzelnen Länder Tätigkeitsberichte über die Arbeit in den Heimatländern. Diese Berichte 'waren sehr instruktiv, so daß sich die Konferenz ein klares Bild über die verschiedenartigen Erziehungsmethoden in den einzelnen Ländern bilden konnten. Man konnte aus den Berichten noch feststellen, daß die pädagogische Betätigung je nach den Besonderheiten des Landes Verschieden war. Vor allen Dingen war erfreud'ich^nyfeise'^zxt^erk'ennen, daß ׳:äUf י sozialem Gebiet־ manche Länder beachtliche Leistungen hervorgebracht haben. iFreitag-Sitzung: Die Sitzung־ begann mit einigen besonders instruktiven Referaten 'über die Beth Jakob-Be- ■ wegn'ng. Frl. Anni Karmel (Wien) sprach über das Thema: Die Stellung der orthodoxen Frau im Judentum. Rednerin führte ans, daß. noch vor ca. 20 Jahren im Osten die Talmidei Chachonim eng' und ständig׳ mit der Thora verknüpft waren, daß aber ihre Frauen nur vom Kaschruth und von den allerwichtigsten Aufgaben einer .jüdischen ...die über Stock und Stein laufen, 3134־ Kc 39.« ,.. die nach den Ferien die Füsse wieder um eine Nummer grösser Haben. Fföit wußten, tm übrigen hatten die frauen keine Gelegen- ״ heit, sich geistig öuszubilden. oder sich eine VofStetmrig von Jen Schmerzen des jüdischen Volkes zu machen. Auf die Dauer konnte das den Frauen natürlich nicht genügen» zumal sie um sich herum eine ganz heue und bisher urt* bekannte Welt erblickten, die in ihrer Anschauung freilich . ungebundener war. Dies war eine Welt, die die jüdische . Frau bei den Männern nicht finden konnte und sie fühlte sich dadurch von der eUf0päiseh*ziviiisieftett Welt, in deren Mitte sie ja schließlich lebte, fasziniert. Die jüdische Frau im Osten stand zwischen ztvei Welten, die eine, die sich vollkommen von ihr abschloß, und die andere, die ihr ge* * sellschaftliche Aussichten bot, und die durch das stark«; Betonen des aulom haseh besonders lockte. Die Folge davon war natürlich die Preisgabe dfer jüdisch-weiblichen Personlichkeit an die Umwelt, und somit der Abfall vom Religions- § geset2. In dieses Dilemma griff nun mit starker, zlelbe* - wufiter Hand das segensreiche Werk von Beth Jakob ein, Sara Schenirer s. A. erkannte den immer größer werdenden / Abfall vom Thorajudentum und betrachtete Cs als ihre heilige Lebensaufgabe, den Mädcheh des Ostens eine geistig* jüdische Heimat zu schaffen. Sie schuf zuerst einige Kurse von ,jungen berufstätigen Mädchen, denen sie den Namen ’ Beth Jakob gab. Diesem kleinen unscheinbaren Anfang folgte dann die Bildung von Schulen und durch die selbst* verständliche und hingebungsvolle Hilfe, die ihr durch Dr. JiCo Deutschländer s. A. zuteil wurde, gelang es* ihr,' das neue große Werk durch geeignete Propaganda plan* mäßig weiter aufzubauen. Rednerin gab ein Charakterbild von Dr. Deutscliländer s. A., von seiner Bescheidenheit Und Selbstlosigkeit und von der ungeheuren Kraft, die ihn beseelte, 11m dieses auch von ihm als Rettung für die jüdische Frau im Osten anerkannte Werk durchzuführen. Beth Jakob hat heute 55 Lebt rerinnen-Bildungsanstalten und 300 Schulen, die von etwa ׳ 40.000 Kindern besucht werden. Beth Jakob ist ein Begriff ge\i־orden, der in der ganzen jüdischen und nicht nur in der orthodoxen jüdischen Welt den besten Klang hat. (Lebhafte!• Beifall.) Im Anschluß an dieses Referat sprach Frau Ham• burger-Groß (Cernauti) über E r z i e 11 u n g s- und Le hrziele von Beth Jako b. Rednerin wies zunächst auf die Fehler einer neutralen Erziehung hin. Sie betonte, daß von vornherein die Erziehung agudistisch sein müsse, da es später, wenn schon wertvolle Erziehungsarbeit geleistet sei, fast unmöglich wäre, die jungen Menschen für die Idee und Organisation der Agudas Jisroel zu gewinnen, Beth Jakob, sagte die Rednerin. wehrt sich mit Recht dagegen, uls Religionsscliule bezeichnet zu werden. Beth Jakob will viel mehr sein, das Erziehungsinstitut für wahrhaft jüdische Lebensanschauung. Beth Jakob ist auch schon heute nicht etwa eine Zusammenfassung der mit gleichen Tendenzen bestehenden Schulen, sondern es ist darüber hinaus eine geistige Organisation, die durch die besondere Klarheit und Richtigkeit ihrer Aufgabe sich selbst immer / weiteren Boden sucht. Für diese Organisation genügt aber keineswes nur begeisternde Reden zu halten, genügt es auch nicht, allein finanzielle Opfer zu bringen, sondern zur Ausgestaltung׳ von Beth Jakob gehört eine gründliche AufkUirungsarbeit, auch bei den Menschen, die zwar nicht imstände sind, materiell zu, helfen, die aber der Bewegung f geistige Nahrung zuführen, oder. ihre Kinder zur Schule geben. Rednerin schildert das besonders große Elend, die Not und Armut, unter denen die jüdischen Massen des Ostens seufzen, eine Armut, von der man sich, wenn man sie nicht; selbst gesehen hat, kaum eine Vorstellung machen kann. Diese soziale Not zwingt, die Beth Jakob-Organisation auch dazu, nicht nur, wie sic es; bisher getan hat,, Lehrerinnen ausziilnlclen, sondern ihr ganzes Augenmerk auch auf die Ausbildung der Schülerinnen in anderen weiblichen Berufen zu richten. ׳ Beth Jakob legt aber auch Wert darauf, dem sozialen Hochmut, der sich gerade oft in jüdischen Kreisen findet, zu steuern und die von ihr erzogene Jugend dazu״zu brin- ' gen, daß alle jüdischen Mädchen vorurteilslos jede Arbeit, die ihnen geboten wird, ausführen. Diese soziale Frage sei im höchsten Maße wesentlich in und für Beth Jakob. Sie könnte aber nur einer Lösung zugeführt werden, wenn die anwesenden Damen sich selbst S bereit erklären, die Organisation durch tatkräftige Mitarbeit :// zu unterstützen und, nach Hause zurückgekommen, in ihren*;’׳// Gruppen und Freundeskreisen Propaganda machen und dafür sorgen, daß der Kreis derer, der es wirklich ernst mit Beth Jakob meint, sich ständig vergrößert. (Lebhafter Beifall.) . Ohne Tränen ging es nicht, aber schließlich Tieff■^^.; ׳:./& die Mutter doch erweichen. Sie besuchte mit dem Töchterchen die Verkaufsstelle Bäfa und kaufte dem Töchterchen für den Sclvulgang ein Paar schöne Mädchenschuhe und dazu zwei Paar dauerhafte lind elegante Strumpfe. ' : v; Große Jugendkundgebung im Rahmen der Kenessio Gedaulo. ■l. ׳:■,% Am Sonntagabend fand im großen Kursäal eike Massenversunimlung• der agudistischen Jugend statt, die überaus stimmungsvoll verlief. Der Vorsitzende, Herr Goodman Vor! cler Exekutive in London, erklärte, daß die agudistischen. Jugendlichen sich als die Frontsoldaten betrachten, die,im Dienste der Agudo-Instanzen stehen. Die Jugend, geeint durch die Aguda-Idee, sei entschlossen, die Fahne der 1111* vergeßlichen Aguda-Führer s. A. liochzuhulten. Als erster Redner sprach Herr Oberrabbiner Dr. Joseph Curiebach (Hamburg) über den!Wert des Menschen in der Bewegung. Er rühmte insbesondere, die agudistischen Poalim im\ Heiligen Lande, die er . selbst bei ihrer Arbeit sehen konnte. Die Chaluzim hätten einen Opfermut sonder- ‘; gleichen bewiesen. Zeigen wir uns ihnen dankbar,'' rief der 1׳? Redner aus, indem wir ihnen heute noch durch kleinere und größere Opfer aus ihrer schweren Lage heraushelfen. Als nächster Redner kam Herr Dr. Salomon Ehrmann (Frankfurt a. M.) zu Wort. Unter Anführung schöner Diwre Thora lobte er die energische Arbeit* der aguctistisehen Jugend und forderte zur tatkräftigen Hilfeleistung für den religiösen Aufbau von Erez Jisroel auf. Im weiteren Verlauf der Versammlung hielten die Jugendvertreter aller Länder Ansprachen. Es .kämen zu Wort die Herren Hermann B o n d i (Oesterreich), Mihiste* rialrat C h a d o k (Lettland), Rabbiner II i 1־ s c h h o r n (Polen), Rabbiner Dr.• Kahan (Deutschland), Rabino״*; witz (Litauen), Dr.;S't'rahl <Ü;S, A«), A. S. U 11g a r (Ö.S.R.), M. Krongrad (Polen) und M, Abramowitz (England). ׳ ־ ׳/// ff * Agudistische Jugendtagung. : Im Rahmen der Kenessio Gedaulo war auch ״eine; Tagung der Delegierten der agudistischen Jugendorganisa* tionen aller Länder vorgesehen. Die feierliche Evöffnuhgs/ sifzung der Jugendtagung fand nun programmgemäße 4nV Mittwoch, den 18, er. nnt 5 Uhr nachmittags unter dem Vorsitz eines von allen Ländern beschickten Präsidiums im Kurhause statt. Die Eröffnungssitzung, die; .einen überäul zah 1 reichen Besuch auf wies und sich durch eine besonders < gute Disziplin auszeichnete, war von einem prograhima׳־ 1י4ד;• י ■ 1;n|g |l! iiJif

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