Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 28 (27.8.1937)
- Date
- 1937-08-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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N*. 28. Berechtigt, der die Zorans des jüdischen Volkes in der Golah kennt. Wer sie nicht gesehen hat, der kann sichs gar nicht torstellen. Wenn wir die Schaffung des jüdischen Staates bejahen, so sind wir keinesfalls ärger daran als heute. Die fr Frokent Zertifikate werden wir zu jeder Zeit erhalten. Präsident Jacob Rösenheim: Die von einer Seite laut gewordene Befürchtung, daß gewisse Mitglieder des Rabbinischen Rates nicht objektiv sein können, da sie »ejnon joditn b’zoro’son schel Jisroel« sind, müssen wir entschieden ztiriickweisen. Wenn wir die Objektivität der Gedole Hathora wirklich in Zweifel ziehen wollten, müßten wir es gerade so auch bei jenen tun, die in von Zorans jisroel heimgesuchten Ländern wohnen. Mit Chaschodaus kommen Wir nicht weiter, und cs steht zweifelsfrei fest, daß die Mitglieder des Rabbinischen Rates objektiv al daas hathora ihre Entscheidung fällen werden. L, G. Friedensohn (Lodz); Wir dürfen nicht die B'nos Agudas Jisroel in Erez Jisroel im Stiche lassen. Raw Lew (England): Die Meinung über die Teilung Erez Jisroel, die Mr. Goodman äußerte, ist nicht die 1Meinung aller Teile in England. Ich selber habe die Erfahrung, daß viele Fernstehende sich für Agudas jisroel interessieren. Auch Zionisten streben vielfach ein jüdisches Erez Jisroel an. Wir müssen mit allen Juden Frieden schließen und den jüdischen Staat gemeinsam bilden. * Tag der Thora und des Chinudi Donnerstag, den 19. August, vormittags 11 Uhr, wird die 3. Plenarsitzung von Herrn j. M. Lewin (Warschau), als Präsident eröffnet. Als erster Redner spricht Herr Rabbiner Fürst (Wien) über die Tatbereitschaft der Agudas jisroel. Natürlich brauche die Aguda Worte und Taten. Es wäre .aber unmöglich, daß diese Kenessio sich nur in Worteri erschöpft, denen keine Taten folgen. Bliebe es so, dann sei eben die Kenessio Gedaulo nur ein Torso. Die Agudas Jisroel hätte die Pflicht, das Schaufor des jüdischen Volkes zu sein. Von der Kenessio Gedaulo aus habe der Ruf der Aguda, der Ruf des wahren unverfälschten Judentums, der Ruf der Thora an alle Völker zu ergehen. Großrabbiner Friedmann (Przemysl) begrüßt dann den Tag der Thora der Kenessio Gedaulo. Dieser Tag sei naturgemäß der wesentlichste für den ganzen Kongreß. Hauptsächlich für diesen Tag sei die Kenessio Gedaulo einberufen, da an ihm das bedeutsamste Gebiet der Aguda zur Aussprache gelangen sollte. Die erste Kenessio sei der Thora gewidmet gewesen. An ihr habe sich das Thorajudentum zum ersten Male als organisierte Gemeinschaft der Oeffentlichkeit vorgestellt. Die zweite Kenessio habe der Awodalv gegolten, der Sicherung thoratreuer Lebensführung in der J ucleiiheit.־ Die dritte Kenessio müsse im Dienste des Gemilus Chesed stehen, und welches größere Gemilus Chesed könnte es geben, als die Erziehung der jüdischen Kinder. -_-J___ Haben Kinder ein Recht auf Bequemlichkeit? Jawohl! ' Vor allem was das Sch uh׳ werk betrifft. Der Kinderfuß ist empfindlicher als der Fuß eines erwachsenen Mensahen. Er ist ständig im Wachsen ׳begriffen. Denken Sie bei der Wahl von ■Schuhwerk für die Schule daran. Besuchen Sie mit den Kindern eine Verkaufsstelle Bafa und lassen Sie sich alle ächulunodelle vorlegen, die Bafa heuer für die Schüler vorbereitet bat. Sicher finden Sie darunter ein Paar, welches sich für Ihre Kinder besonders gut eignet. Keren Hathora und Beth Jakob Nunmehr ergreift Herr Rabbiner W. S. Jacobsohn (Kopenhagen) das Wort zu seinem Referat: »Der ges c t z e s t r e u e C h i n u c h«. Redner führt aus, ׳ daß es schwer sei, den eigentlich notwendigen umfassenden Chinuch-Bericht zu geben; denn schließlich erfasse der Chinuch den Menschen von seiner Wiege bis zum Grabe. Drei Er- Ziehungssysteme kämen für unsere Erziehungsarbeit (in Frage: die litauische, die polnische und die ungarisch-slowakische Methode. Diese drei Methoden, die nach ihren Füllrern bezeichnet werden, könnten als die Methode des Chofez Chajim s. A., des Lubliner Raw s. A. und des Cliasam Säufer s. A. gelten. Erwähnen müsse er aber auch noch die Arbeit, die der leider auch allzu früh dahingegangene Großrabbiner Beer Friedmann s. A. begonnen habe, die Erziehung der Baale Batim. Auch dieser Weg müsse von der Aguda weiterbeschritten und die Erziehung der prädestinierten Träger unserer Organisation gefördert werden. Der Keren Hathora müßte das Finanzministerium des jüdischen Volkes sein. Dieses Ministerium müßte in seinen Wirkungskreis alle Jeschiwaus und Talmud-Thora-Schulcn einbeziehen, er müßte das Instrument sein, das allein in der Lage ist, die geistigen Belange des ganzen jüdischen Volkes zu befriedigen, darüber hinaus auch den geistigen Aufbau des jüdischen Volkes zu gewährleisten. Leider sei die finanzielle Lage des Keren Hathora nicht so, daß er seinen ן Aufgaben nachkommen könne. Aber die Keren Hathora- Kommissariate, die allüberall bestünden und dort wo sie fehlten, gegründet werden müßten, sollten Zweigstellen dieses Ministeriums sein, und wenn sie kräftig weiterarbeiteil und immer mehr in die Rolle, die ihnen zugedacht ist, hincinwachsen, dann würden sie . allmählich doch, zusaniinengefaßt, das von uns ersehnte Ministerium schaffen. Die Chinuch-Aufgaben der Aguda könnten sich aber nicht darin erschöpfen, daß für die Jugend gesorgt würde, sondern sie hätte auch die Pflicht, die Erziehung der von der Jeschiwoli Entlassenen weiter zu fördern. Die Erzieliung von Kle-kaudesch, von Schochtim, Poalim, Melamdim in die Hände zu nehmen und dafür zu sorgen, daß die Träger dieser heiligen Aemter richtig vorbereitet für ihren Beruf, überall zur Verfügung stehen. Auch für die Hillsmittel hat die Aguda zu sorgen. Sie hat geeignete Lehrbiieher zu schaffen und entsprechende Autoren zu veranlassen, solche zu schreiben und für die Herausgabe zu sorgen. Der Jahrestag des Siuin auf den Daf-Jaumi soll. von dem Chinuch-Amt der Aguda auf Vorschlag •der Jeschiwoh Chachme Lublin, zu einem Thora-Tag für die ganze Welt ausgestaltet werden. Dieser Thora-Tag soll zu einem allgemeinen großen umfassenden Weltkongreß der Thora, für die Thora ausgebaut werden. Beth Jakob, dessen Größe und Bedeutung ja allgemein bekannt sei, verlange aber auch neben der Förderung als Erziehungsinstitut eine soziale Fürsorge. Es sei nicht,, damit getan, Schalen zu schaffen, Lehrerinnen anzustellen, die soziale Fürsorge für diese oft mit größtem mesiras nefesch arbeitenden Personen, sei Von der Aguda zu leisten. (Großer Beifall.) Als erster Redner in der C 11 i n u c h-D e b a 11 e führte der Sochatschower Rebbc aus, daß Kibtid-Hathora die wesentliche Aufgabe der Aguda sei. Sie habe darauf hinzuarbeiten, daß Kowed Horaw ein selbstverständlicher Begriff für alle Agudisten wäre. Denn wenn man nicht mechabed Rabbonim sei, könne man auch nicht den richtigen Sinn des Lernens erfassen. Andererseits müßte auch der Raw so gestellt werden, insbesondere materiell so ausgebaut sein, daß er auch in äußeren Dingen des Lebens als Autorität gelte. Der Luzker Raw, Salmon S a r o c k i n, betonte, daß in den bisherigen Debatten der Kenessio Gedaulo sich fast alles mit Erez Israel und fast nichts mit der Thora bcsclniftigt hat. Dies sei doch höchst verwunderlich. Denn wenn, wie alle Redner immer wieder betonen, auch die Probleme von Erez Israel und alle dort schwebenden Fragen Beruach Hathora im Geiste der wahren Thora entschieden werden sollen, so müsse man die Thora auch kennen. Es sei demgcmaß eine Voraussetzung für alle Entscheidungen, Thora zu lernen und die Verbreitung der Thorakenntnis allüberall zu fördern. Leider habe er in dem Referat Jacobsohn die bekannte Tatsache wieder gefunden, daß nur die gezählt werden, die lernen; leider sei es nicht mehr wie in früheren Zeiten, daß man nur die aufzuzählen brauche, die nicht mehr lernen. Der Abfall vom jüdischen Gesetz werde immer größer. Redner sagte, er habe Lehrbücher von nationalen Schulen gesehen, in denen nur, eine einzige Brocho enthalten gewesen sei, nämlich die Brocho vom Lichteranzünden am Clianukkoh, bei der aber auch die ersten Worte »aschcr, kidschono etc.« ausgelassen wären. Hier könne man den furchtbaren Abfall ־und die entsetzlichen Irrwege deutlich erkennen, die das nationalisierte Judentum zu etwas ganz neuem machten, zu einer Gemeinschaft, die dem Thoravolk ganz unähnlich sei, und die den wahren Wert jüdischen Volkstums vollkommen vermissen lasse. Rabbiner Silver (Cincinnati) führte aus, daß es G. s. D., auch heute noch große Zentren jüdischen Wissens in der Welt gäbe. Von diesen müßte die Befruchtung derjenigen Länder ausgehen, die leider selbst über solche Zentren nicht verfügen. In diesem Zusammenhang müßte, so sagte Raw Silver, die dringende Forderung erhoben werden, daß die Aguda in ihrer Arbeit Amcriku mehr Aufmerksamkeit angedeihen lassen müsse. * Die Bedeutung der Jeschiwoli für die nationale Existenz des jüdischen Volkes Zu diesem Thema sprach als erster Redner Herr Rabbiner Bloch (Telsiai). Ei־ preist die Erhabenheit der Thora, die für jeden Kenner eine Wunderwelt offenbare und eine wunderbare Welt bedeutet. Leider gäbe es nur noch einen Jeschiwohbocher auf 50.000 Juden. Wir müßten uns aber klar darüber sein, daß die Bachuriin die Soldaten des jiidisehen Volkes sind. Wie jedes Volk, brauchen auch wir unsc re Armee und wenn י des Thoravolk nur ein Zehntel der Summe für seine Armee zahlt, die andere Völker für ihre Soldaten aufbringen, dann wäre das jüdische Volk, dann wäre Agudas Jisroel für die Thora gerettet. Oberrabbiner Eckstein (Sered) plädierte für die Erhaltung und für den Aufbau der Jeschiwoli. Der Redner betonte die Pflicht der Aguda, der Förderung, dein Ausbau und dem Neuaufbau von Jeschiwaus ihre ganze Kraft zur Verfügung zu stellen. Die Jeschiwaus und Talmud-Thora- Schulen seien das Machtinstrument des in der Aguda gceinteil wahrhaft jüdischen Volkes, und wenn dieses Instrument machtvoll sei, könne es־fdas Kraftreservoir für die Aguda bilden. $(׳'•' ln der Diskussion, ergreift als erster Redner Rabbi Mosche Friedmann (Bojan) das Wort und führt aus, daß genau so, wie der Mensch aus Neschomo und Gut‘, aus Seele und Körper, zusammengesetzt sei, so auch die Aguda. Der Waad Hapoel und :die Moezeth Gedaulo Hathora seien als harmonisches Ganzes zu betrachten. Der Waad Hapoel, die weltliche.Exekutive, müsse gesund sein, damit in diesem gesunden Körper der Rabbinische Rat auch ein frisches, fruchtbringendes Leben führen könne. Redner begrüßt die Kenessio Gedaulo namens der Jeschiwoli Chachme Lublin. Er fordert im Auftrag des Soclmczower Rebben alle anwesenden Rabbonim, Rabbeim und Rebbes auf, Marbiz Hathora Borabim zu sein, einzutreten für eine Verbreitung der Thora in weitester Oeffentlichkeit. Der Sadagoraer Rebbe Friedmann (Wien) sagte, daß er schon seit der Gründungsversammliing in Kattowitz weiß,, daß in der Aguda der Chinuch selbstverständlich an erster Stelle stünde. Dessen müßte man sich aber auch immer in der Aguda klar sein und bewußt bleiben, und man müßte sich darum auch bei jeder Ausgabe vorher überlegen, ob sie geleistet werden könne, oder ob die für einen anderen Zweck ausgeworfene Geldsumme nicht doch zuerst dem Chinuch-Werk zugeführt werden müsse. Raw Ka 1 manowitsc 11 (Tiktin) führte aus, daß־der Arzt, wenn er zu einem Verwundeten gerufen würde, sich nicht nur die Wunde ahschäuen, sondern daß er zuerst vor allen Dingen den Puls des kranken Menschen fühlt, und so müsse deshalb auch die Heilbehandlung seitens der Aguda einsetzen. Unser *Puls sei das Thorawissen. Unser Blutkreislauf seien die Ströme der Thorakenntnis und es sei deshalb klar, daß dieser Kreislauf im Interesse des Thoravolkes immer in normaler Bewegung gehalten werden müsse. ' Einen herzlichen Gruß, die Glückwünsche zum Heuen Jahr, damit den Dank für erwiesene Freundschqft und den Beweis persönlicher Anhänglichkeit und Erkenntlichkeit übermittelt man billig, bequem und in anerkannter Vornehmheit durch die GD1׳ SGHE ׳ PMESSE** Ein E i n h e i t s f e l d unter den ....׳.-m«!! I Weit fPappenhein* I laut nebenstehendem M u $ t e r•'׳■kostet' Wien 11, Ki.־;PWg• 1 S 5.~, bzw, Kc 25.— ■ . Bestellungen sind unter Angabe des zu veröffentlidienden Textes zu richten! Aus der Tsdiedioslowakei an die ״Jüdisdie Presse,(, Bratislava, Postfadi 01, aus Osterreidi und dem sonstigen Ausland an die ״Jiidisdie Presse*V Wien, Jl, Malzgasse 1$a (Telephon A4״ö-Q-i5)• Referats Taharas Hamischpotho Herr öberrabbiner Ungar (Neutra) bespricht die außerordentliche Wichtigkeit der Reinerhaltung der jiidisehen Familie Für das jüdische Volk und die große Sorge, die durch Zerstörung dieser Reinheit im weitesten Umfange die Führer des jüdischen Volkes erfaßt habe. Unbedingt müsse nach dieser Richtung hin von der Agudas Jisroel Entscheidendes geschehen. Wenn die Aguda kaudesch sei, dann sei die Kenessio Gedaulo kaudesch kodoschim. Referent schlägt vor, daß eine 15gliedrige Kommission zur Bearbeitung dieser so wichtigen Frage eingesetzt werde, die einen Plan ausarbeite, wie in umfassender Weise dieser Zerstörung der heiligsten Güter des jüdischen Volkes Einhalt geboten werden könne. Viele verstoßen aus Unkenntnis gegen die entsprechenden Bestimmungen des jüdischen Religionsgesetzes. Also müssen auch die Kenntnisse der einschlägigen Bestimmungen verbreitet werden. Der Redner wendet sich gegen den auch in unseren Kreisen um sich greifenden Geburtenrückgang, gegen die Schundliteratur, die überall Eingang findet und die Gemüter der Jugend vergiftet und schließt mit einem flammenden Appell für die Verstärkung des Znius. Herr J. M. Lewin (Warschau) sagte, daß die Referate und die Debatte des heutigen Tages, des Tages der Tliora und des Chinuch, in voller Deutlichkeit bewiesen habe, daß die Agudas Jisroel ein Zibur sei, daß demgemäß der Agudas Jisroel auch die Pflicht und die Rechte eines Zibur zuständen. Rabbi Hager (Sered) sprach über den Chinuch Hagedaitlim. Er meint, man müsse auch die Großen erziehen, auch Einfluß auszuüben versuchen unf die Rabbonim, die noch nicht bei uns sind; aber auch die vielen, die sich zwar zur Agudas Jisroel bekennen, es aber bei dem Bekenntnis bewenden lassen, müßten erzogen werden. Er appelliert an die Kenessio Gedaulo für die so umfassende Erziehungsurbeit der Aguda die nötigen Erzieher auszubilden und die hiefür nötigen Lehrerbildungsanstalten zu schaffen. Rabbiner Schuster (Sokolku) bespricht in seinen von Thoraworteji gewürzten Ausführungen die Aufgabe des Chinuch. Rabbiner Greinemann (Jerusalem) vom Merkns- Chinuch-IIathora schildert die momentan so günstige Lage •für unseren Chinuch in Erez Israel. Dort sei jeder enttäuscht Uber die Erziehungsarbeit, die von den Schulen und ,Erziehungsstätten der anderen Organisationen geleistet würde. Die Erzichungsinstitutioncn, die Schulen und alle anderen Lehrstätten von anderen Organisationen hätten zum größten Teil das g—ttliehe Gesetz aus ihrem Lehrplan ausgemerzt. Es fehlt an jeglicher religiös-jüdischer Erzielumg. Und sogar diejenigen Eltern, die der Thora und dem wahren Judentum in ihrem Leben längst den Rücken gekehrt haben, fühlen, daß die Erziehung, die man ihren Kindern angedeihen läßt, schwere Lücken aufweist. Redner schlägt daher vor, das schon bestehende Schulnetz des Keren Unjischuw zu erweitern und für seinen Ausbau zu sorgen. Er sagte auch, daß auf neu zu schaffende Schulen schon viele Hundert Kinder warten, und daß es auf diese Weise möglich sei, der Aguda in Erez Israel größte Erfolge zu sichern. Redner appelliert insbesondere an den Herrn Prüsidenten Silver, seinen Einfluß in Amerika geltend zu machen, damit für dieses, für das Thorajudentum und demgemäß auch für die Aguda so lebenswichtige Gebiet von Amerika genügend Gelder zur Verfügung gestellt werden. Rabbi Baruch Zwi Silber stein (Tel Aviv) bemüngelt, daß wahrscheinlich infolge der vorgerückten Nachtstunde die Zahl der anwesenden Delegierten schon stark abgenommen habe und beantragt daher, weil die Wichtigkeif׳ der Tagesordnung• ׳das Vorhandensein möglichst7 vieler Delegierter erfordert, Vertagung der Verhandlung und Fortsetzung der Chinuch-Debatte am Freitag. Der Antrag wird angenommen. Rabbiner Silver erklärt, daß er die Aufforderung des Herrn Rabbiner Greinemann zur Kenntnis genommen habe und sich in Amerika für reiche Unterstützung des Merkas Chinuch Hathora in Erez Israel einsetzen werde. Preiselbeer-Marmelade. 1.35 kg Preiselbeeren werden mit V\ Liter Wasser 10 Minuten uinter Rühren weich gekocht. Dann bestreut man die Masse mit dem Inhalt der Doppelpackung Opekta Trocken ä Kc 5.50, läßt 1 Minute brausend kochen, gibt jetzt erst 1K kg Zucker dazu, läßt noch 5 Minuten brausend kochen und füllt sofort, randvoll in Gläser, die . gleich mit angefeuchtetein Cellophan und Gummiring verschlossen werden. Man stülpt die Gläser mit Hilfe einer Untertasse um und läßt sie so 1/> Stunde stehen. . Frauenkongreß Die Eröffnungssitzung des Weltkongresses der agudistischen Frauenorganisation (Histadruth Olamith Nscliei Uwenoth Agudath jisroel) fand am Mittwoch, dem 18. d. M., iin Beisein von mehr als 160 Delegiertinnen und vielen hundert Gästen im kleinen Kursaal unter d'em Vorsitz von Frau Flora Rothschild, Antwerpen, statt. In warmen Worten drückte Herr Rosenheim der Präsidentin der Frauenkonferenz, die in großer Selbstlosigkeit und Aufopferung׳ die Führung der neugeschaffenen Organisation übernommen hat, den Dank der Aguda-Zentrale aus. Eine wesentliche Aufgabe der Frauenorganisation sieht Herr Rosenheim darin, die immer noch bestehenden Vorurteile der Juden in den verschiedenen Ländern unter- und gegeneinander niederzureißen, und daraus die Einheit, eine agudistische Einheit zu schaffen. Es sei das die gleiche Einheit, die erstrebt werden müsse in der gemeinsamen Erziehung, die Väter und Mütter ihren Kindern angedeihen lassen. Auch die Frau soll es als hohe und heilige Aufgabe ansehen, in der Politik — nicht im heutigen und verfälschten Sinne der Politik — mitzuwirken und mitzuarbeiten. Agudistische Politik bedeutet für die Frauen — Gemilns Chesed zu iibeu, niitzuhelfen vor allen Dingen an der Erhaltung und dem Aufbau des Beth Jacob- und Keren Hathora-Werkes, mitzuhelfen, die finanziellen Mittel für diese lebenswichtigen Institutionen aufzubringen. Es war (las Verdienst der Frauen, daß unsere Väter der Erlösung aus Mizrajim würdig befunden wurden, und es ist auch weiterhin die Aufgabe der Frau, mitzuarbeiten an den jüdischen Gesamtheitsaufgnben, um die Menschheit der Geu 10 uüherzubringen. Im Anschluß an die Ausführungen des Präsidenten Rosenheiin entbot Frau Oberrabbiner Schreiber (Bratislava) der Konferenz im Namen der Agudu-Frauen- und Mädcheugruppen in der Slowakei ihren herzlichen Willkoinmensgruß. Sie schilderte, wie aus dem Grundgedanken heraus, ein geistiges Zentrum auch für Frauen und Mädchen zu schaffen, die Preßburger Aguda-Fraueugruppe gegründet, und mit welchem Beifall dieser Versuch dort aufgenommen wurde. Die Aufgabe der Aguda-FraueiiT und Mädchengruppen׳ soll in erster Linie darin bestehen, die jungen Menschen in ihrer unerschütterlichen Treue der Thora gegenüber zu festigen und dadurch die Gefahren, die durch die Einflüsse nicht jüdischer Umgebung auf den jugendlichen Menschen einstürmen, abzuschwächen und zu überwinden, Frau Oberrabbiner Schreiber dankte zum Schluß der tschechoslowakischen Regierung, vor allem dem Präsiden-