Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1937-08-27 · 28 (27.8.1937) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
28 (27.8.1937)
Date
1937-08-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2629891-2630682-2630710--5554-2637915
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Mte 2 JODfSCHE PRESSE Nt, 2& rigkeiten der Sabbat h -Re i I i gu ng für die Juden in Tripolis etc. Itt dep gerade heutzutage außerordentlich brennenden Problernen Erez jisroel und Juden Wanderung, steht die Exekutive ständig mit anderen Jüdischen Organisahonen in Verbindung, Natürlich erfolgte eine Aussprache mit anderen Organisationen immer et3t nach Beratung mit dem Kabbinischen Rat und die Exekutive stünde daher in diesen Dingen in ständigem Kontakt mit Rabbi Chajim öser Grodzenski in Wilna, Rosenheim erinnert bei der Besprechung des Verhältpisses der Aguda zur Jewish Agency an die Beditigungen, die seinerzeit für den Eintritt in die Jewish Agency aufgestellt worden sind. Es ist dies vor allem die Beschfänkung der Agency auf wirtschaftliche Fragen, die aber bisher immer abgefeimt worden ist, da die J. A. glaubte, auf ihre kulturelle Arbeit nicht verzichten zu können. Der Kampf der Aguda um Zertifikate, der unter dem Druck der .Regierung zu einem Teilsieg führte, ist bekannt. Die , Aguda hatte sämtliche jüdische Organisationen aufgefordert, ein einheitliches Wanderungs- und Siedlungsamt zu schaffen, das den Tausenden Juden, die nach Uebersee auswandern müssen, helfen soll, soweit menschliche •Hilfe möglich ist. In dieser Frage sollten wenigstens alle jüdischen Organisationen und Hilfsvereine zusammenstehen und dadurch den Einfluß ihre3 Votums verstärken. Es, gäbe im großen Britischen Imperium sicherlich einen geeigneten Raum zur Schaffung einer geschlossenen jüdischen Groß-Siedlung. Wenn ein gemeinsames jüdisches Forum diese Frage behandle, würde sie sicherlich viel leichter zu einem Erfolge führen. Der Redner wandte sich nunmehr der aktuellen Frage des Teilungsplanes von Erez Jisroel zu. Er stellte fest, daß der Gedanke der Teilung sicherlich nicht in den Hirnen der Mitglieder der Königlichen Kommission entstanden ist. daß er vielmehr auf der Linie der zionistischen Judenstaatspolitik liege. Die Zionisten hätten die durch die Unruhen in Palästina geschaffene traurige Situation für ihre staatspolitischen Pläne ausgenützt. Psychologisch sei diese Einstellung der Zionisten verständlich und von ihrem Standpunkt aus betrachtet, auch einleuchtend, was sich ja auch durch die Beschlüsse dös Zionisten-Kongresses bestätigte. Das Kolonialamt hatte natürlich diese zionistischen Ziele als einen Ausweg aus seinen eigenen Schwierigkeiten begrüßt. Der Redner stellte fest, daß die Teilung in der jetzt bekannten Weise absolut noch ’nicht sicher sei und daß vorläufig nur vereinzelte Verhandlungen mit jüdischen Parteien stattgefunden haben. Der Redner betonte dann, daß die zionistische Partei das Judentum nicht vertrete und kein -Recht habe, sich als die Vertretung des jüdischen Volkes zu bezeichnen (Stürmischer Beifall). Die Aguda protestiere gegen die Bevormundung durch die Zionisten. Ägudas Jisroel werde eine Einheitsfront aller Nichtzionisten schaffen, um das angemnßte Monopol der zionistischen Organisation zu brechen. (Langanhaltender, stürmischer Beifall). In der Generaldebatte ergriff als erster Redner Oberrabbiner Friedmann - Sadagora, Przemysl, das Wort. Er erteilte der Versammlung seine Segenswünsche und ersuchte, die Debatte in Frieden und Eintracht durchzüführen. Zur Sache sprach nun Rabbiner Menachem Zemba, Warschau. Die in der A. J. organisierte Orthodoxie sei durch ihren' täglichen Kampf für Thauro und Mizwaus mekadesch Haschern. Durch die Manifestation der Kenessio ׳Gedaulo sei sie aber über den normalen Rahmen hinaus mekadesch Haschern borabim. Mit der Manifestation .allein ,sei aber noch längst nicht alles erreicht. Es müßte auch darauf geachtet werden, daß die Beschlüsse der K. G. sich in die Tat umsetzen. Wenn auch bisher wegen der Teilung von Erez Jisroel keine festen Beschlüsse gefaßt seien, so wolle der -Redner!namens des Rabbinischen Rates zu dieser •Frage trotzdem einiges zum , Ausdruck bringen. Die Hauptstürke der A. J. sei die Emuno. Sie habe ihre Hoffnungen niemals auf Menschen aufgebaut und sie sei deshalb auch nicht verzweifelt, wenn von irgendeiner Seite versucht werde, die Rechte des Judentums auf E. j. zu kürzen. Das Judentum habe ein festes Versprechen von G—tt selbst, das für immer und ewig die Grenzen von E. J. festlegt. Unsere Hoffnung ist und bleibe der Bias Hagauel. In der ersten N a c h t s i t z u n g erhielt als erster Rabbiner!Glasner, Klausenburg, das Wort. Er gab eine mit lebhafter Zustimmung aufgenommene Erklärung für seinen Ueberiritt vom Misrachi zur Agudas Jisroel ab. In den schweren Zeiten, die wir durchleben, manifestiert sich dev Wille G—ttes. Zeigen wir uns der Zeiten würdig und sorgen wir für!Frieden und Eintracht in den Reihen der .glaubenstreuen Judenheit. Oberrabbiper Zirelsohn, Kischinew, gab seine Genugtuiing über die Worte seines Vorredners Ausdruck. Der Schritt des Rabbiners Glasner ist ein neuer Beweis für die Stärke unserer 'Bewegung. Namens der Poale Ägudas Jisroel im Heiligen Lande sprach nun Herr 'Salrnen jankel'ewitz und führte u. a. aus: Der Rechenschaftsbericht der Exekutive hat uns zu wenig über die ׳positive,,. Arbeit ,der Agudas Jisroel erzählt. Wir müssen das zionistische, Monopol über das Heilige Land unter allen Umständen brechen,^ aber wir( dürfen auch nicht, im entferntesten an eine Zusammenarbeit mit den Revisionisten denken, die die Orthodoxie nur noch mehr als die .anderen zionistischen Gruppen hassen. Die N. Z. O. ist •um so gefährlicher für uns, je häufiger sie das A\ ort Religion im Munde führt. Vor fünf Jahren gab es in! Hei- ,^VVll^'LV ll IIU. .1י lUUvlV inn ־* י׳-י י •י* •י'****• j v»1 » י vס ״ ׳ " ligen Lande noch jeeinen Platz für Agudas Jisroel. Jetzt sind es Dank der aufopfernden Arbeit der Poalim sechs Kolonien und. ,15.Maschawoth, die der Aguda nicht zuletzt auch ׳den Weg zu den Herzen der Juden des Heiligen Laudes geennet haben. Man muß entgegen allen anders lautenden -Berichten feststellen, daß die überwiegende Mehrheit der Juden Erez Jisraels religiös denken und leben. Diese Mehrheit ist nur nicht in Erscheinung getreten, weil sie nicht die -Kraft hatte, sich gegen den Terror der Histadruth durchzukämpfen. Die Macht der Histadruth ist unbeschreiblich groß. in die große Masse auch den Weg zum Arbeitsmarkt tur ihre Poalim gefunden. Die Poale Agudas hat gezeigt, daß es, sehr wohl möglich ist, Arbeit und G—ttesglaube zu vereinigen. Die agudistischen Poalim sind durchwegs Kinder aus guten jüdischen Häusern, die selbst bessere Tgge erlebt haben und deren Kulturniveau weit über dem Durchschnitt liegt. Die Not unter diesen Poalim ist heute erschreckend. ,Es gibt noch keine agudistiscdie kraukenkassa, keine agudistisehe Darlehensbank, und mantragt sich, warum hat Agudas jisroel bisher nicht \ in ausreichendem Maße für diese Poalim gesorgt. Mit geringen ÄlRteln״ kann geholfen-werden; •Korporationen müßten er- Hchtet und unseren ׳Leuten sollte die Möglichkeit gegeben ^erdönjpich aidS'gioLHaadwerk umzustellen. Die Wobriujigeit |jnd enom. teuer. Es sollten auf kapitalistischer 6||1^ן$1י durcf|^Vermituuhg agiidistischer Initiative ä11$er£gebaut.: w׳^[eniH4ief•unf§l|re1F• Poalim, nicht nur Ar- -b'eit^ gapflern anclilJeinipach über dem; Haupt geben wiirdep.J jfVjnch hinsichtlich der JugehcJerziehung bleibt noch viel Izuf!eisten ut>rig. Noch;'fehlt es an gnteingeriehteten) bchulen. Die Poale Agudas Jisroel verlangen, daß der Rabbinische Rat der Agudas Jisroel organisiert und als höchste Instanz unserer Bewegung zu einör ständigen Funktion gelangen soll. Die Poalim erklärten, sich der Entscheidung des Rabbinischen Rates in allen Fällen bedingungslos zu unterwerfen, die Worte unserer religiösen Führer als heilig und unabänderlich betrachten zu wollen. Es genügt nicht, schloß der Redner, Während der Kenessio Gedaulo Begeisterung an den Tag zu legen. Ans der Begeisterung muß Tatbereitschaft werden* die sich in ständiger hilfsbereiter Arbeit für die Agudas Jisroel in Erez Jisroel auswirken muß. Das Mitglied der Exekutive, Herr H. A. Goodman, London, erklärte sich mit den Ausführungen des Vorredners, soweit sie die Notwendigkeit *einer stärkeren Erez Jisroelarbeit betreffen, durchaus einverstanden. Nicht zustimmen könhe er der Argumentation des Herrn Jankelewitz, mit der er gegen den vom Präsidenten der Agudas Jisroel, Jacob Rosenneim und vom Präsidenten der N. Z. O.j Jabotinsky, gemeinsam Unterzeichneten Brief an die englische Regierung opponierte. Die Zionistische Organisation hat eine Monopolstellung im Heiligen’ Lahde erlangt, die unter allen Umständen gebrochen werden muß. Man muß berücksichtigen, daß die Balfour-Deklaration und das Mandat ausdrücklich vom »jüdischen Volk« sprechen, dem eine nationale Heimstätte errichtet werden soll. Zum erstell Male aber bezeichnet der Peel-Bericht die?Ziönistisehe Organisation« als präsumtiven Vertragspartner der englischen Regierung bei der Errichtung des neuen Staates. Der Peel-Bericht selbst stellt fest, daß es im Heiligen Lande 50.000 Agudisten gibt. Es müssen also alle Mittel ergriffen werden, um clen "zuständigen Instanzen und der großen Oeffentlichkeit darzulegen, daß die Zionistische Organisation nicht das Recht hat, allein das jiulisehe Volk zu repräsentieren. Aus diesen Erwägungen herans, hat sich die Agudas Jisroel zur Absendung eines Schreibens gemeinsam mit dem Präsidenten der N. Z. O. entschlossen. Die Kenessio Gedaulo muß mit Nachdruck deklarieren, daß die Orthodoxie das Recht hat, entsc'hei- (lenden Einfluß auf die Geschehnisse in und mit Erez Jisroel zu nehmen. Oberrabbiner Reuben Katz. Petach Tikwa, überbrachte die Grüße des Rabbi Iser Salman Melzer in Jerusalem und betonte die Notwendigkeit einer Chinuch-Zentrale, die für die Chadorim in den Moschawoth des Heiligen Landes zu sorgen hatten. Nur mit' geeinter Kraft kann die orthodoxe Judenheit ihren Prinzipien zum Durchbruch verhelfen. Erez Jisroel ist in religiöser Hinsicht lange nicht so arg bestellt, wie es mitunter geschildert wird. Sejm-Deputierter Dubin, Riga, wendete sich mit lieftigen Worten gegen den Plan der Errichtung eines selbständigen Judenstautes. weil dies unter den gegenwärtig obwaltenden Verhältnissen im Heiligen Lande zu einer großen Gefahr für die gesamte Orthodoxie und ihr Schulwerk werden müßte. Die Agudas Jisroel muß mit Nachdriiük gegen die Vergewaltigung des Heiligen Landes durch die Zionistische Organisation auftreten. aber es darf für sie auch unverbindliche Verhandlungen mit den Füllrern anderer Organisationen nicht geben. Wir müssen für die absolute Reinhaltung der agudistischen Idee sorgen. (Während eines kurzen Tumults, den einige!Redewenchingen des Deputierten auslösten, konstatiert 1. M. Lewin, daß Herr Dubin mit seiner Gegnerschaft gegen die Erez Jisroelarbeit allein dasteht. Die Arbeit für Erez Jisroel ist uns ein religiöses Gebot und jedenfalls auch seit Jahren von unserem Rabbinischen Rat sanktioniert und gefördert). Senator T r ocke n heim, Warschau, wendete sich י gegen die Ausführungen, des Deputierten Dubin mit der ' Bemerkung, daß die Frage, ob ,der Teilung ,!Palästinas zugestimmt werden könne oder nicht, von ,der Kenessio Gedauio nur nach agudistischen, nicht aber nach allgemein politischen Gesichtspunkten entschieden werden kann. Dr. Ehr mann, Frankfurt a. M., betonte, daß nur derjenige das Recht habe, eine Meinung hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung des Heiligen Landes zu äußern, der selbst für Agudas Jisroel im Rahmen seiner Kräfte׳ arbeitet. Man darf nic11׳t vergessen, daß die Besiedlung des!Heiligen Landes uns als Mizwo heilig ist, daß die Erez Jisroelarbeit aber auch im Hinblick auf die dort lebenden 400.000 jüdischen Seelen fortgesetzt und intensiviert werden muß. Raw Sienkiewi cz, Jerusalem, versuchte Klarheit in Bezug auf das Für und Wider des Teilungsplanes zu schaffen. Es steht fest, daß unter allen Umständen jene Teile des Peel-Berichtes zu verwerfen sind, die eine Einwanderungsbeschräukung und eine Neu-Interpretation der Balfour-Deklaration beinhalten. Unbedingt falsch ist die Prämisse •des ׳Peel-Berichtes, daß Mandat hätte sich als undurchführbar erwiesen. Strittig bleibt bloß die Einstellung zu jenem Teil des Peel-Berichtes, der eine Teilung ׳Palästinas in einen arabischen und einen jüdischen Staut vorsieht. Sowohl für die Annahme wie für die Ablehnung dieses Vorschlages sprechen eine ׳Reihe gewichtiger Gründe und es bedeutet auf jeden Fall eine ungeheuer große Verant-> wortung sich für’ das Ja oder Nein entscheiden zu wollen. Man ist nicht in der Lage, die Argumente gegen einander abzuwiegen und muß daher die Entscheidung dem iRab- ׳binischen Rat überlassen'; der sie vom religiösen Gesichtspunkt beurteilen wird. 1 Im weiteren Verlauf der Generaldebatte sprachen der Sokolker Raw, der sich mit der Erez Jisroelarbeit beschäftigt, Raw Löw, London, der für eine!Einheitsfront innerlmlb der Weltorthodoxie eintritt und der fiaw Gromer, Reval, der die Grüße des Rabbiner Sack, Riga, überbrachte, schließlich Herr 1. Heber, Kalusz, der sich mit der technisehen Organisation• der Kenessio Gedaulo beschäftigt. Herr Krongrad, Warschau, tritt für eine straffere Zusammenarbeit innerhalb der agudistischen ^Gruppen ein und verlangt, daß in die Tagesordnung־ der Kenessio Gedauio ein eigenes!Referat über Jugenderziehung aufgenommen werde. Die Agiula-Zentrale muß finanziell stark unterstützt werden, um 1'hre Aufgabe befriedigend lösen zu können. eben diese? Erde Bestand haben kämt, wenn nicht der Geist G—ttes und der Stempel der Thora auf ihm ruhen. Wir wissen nicht, ob wir die Teilung Palästinas werden verhindem können, aber wir müssen sorgen, daft das. jüdische Land, mag es auch klein setnr ein heiliges Land, daß Erez Jisroel ein Land werde, jüdisch nicht im Siün'e von völki- Scher und blutmäßiger Bindung, sondern jüdisch im Sinne unseres Glaubens .und unserer Ueberlieferung. Dafür muß Agudas Jisroel sorgen. Die Orthodoxie muß verlangen, daß ihr Wort Von allen zuständigen Instanzen gehört werde. Das Recht zu diesem Verlangen gehen uns die Leistungen, die wir bis jetzt für Erez^ Jisroel erbracht haben und die wir in Zukunft mit vervielfachter Kraft fortsetzen müssen, Dr. Ehrmann ging nun zu dem Bericht über die Arbeit der Palästina-Zentrale über. Die Palästina-Zentrale, die bis vor einigen Jahren innerhalb der Aguda das Werk Vereinzelter war, konnte die Zahl der religiösen Schulen 1m Heiligen Lande von 5 mit 474 Schülern 1m Jahre 1953 auf 20 mit 2180 Schülern im Jahre 195? erhöhen. Darüber hinaus mußte wirtschaftliche und kolonisatorische Arbeit geleistet werden, immer beherrscht von der Erkenntnis, daß ein jiidisches Land ohne Thora nicht möglich ist, daß aber die Arbeit für das jüdische Land selbst ein Gebot der Thora ist. Unsere Arbeit war gehemmt durch die -Weigerung der Zionistischen Organisation, uns für unsere Mitglieder Zertifikate zur Verfügung, zu stellen. Es sind erst wenige Jahre her, seitdem es Uns mit Unterstützung der Mandatsregierung gelungen ist, unsere Rechte auf Zertifikate durchzusetzen, doch muß weiterhin festgestellt werden, daß deren geringtägige Zahl noch immer eine schwere und ungerechtfertigte Benachteiligung der glaubenstreuen Judenheit bedeutet. Die Agudas Jisroel hat bis heute 2341 Zertifikate an ihre Mitglieder 'verteilt;■ Mji diesen Zertifikaten sind rund 5000 Seelen nach Erez Jisroel gezogen. Die ganze Klasse wie ein Mann, der i-Ierr Lehrer inbegriffen, erschien , heuer in der Schule in neuen Bafa- Schuhen. Das ist nichts Merkwürdiges. Mütter und Kinder wissen, daß Bafa-Schuhe allen Anforderungen entsprechen. Den Müttern gelallen sie deshalb, weil sie dauerhaft sind und wenig kosten, den Kindern wiederum, weil sie schön sind und es sich in ihnen bequem geht. ln der Plenarsitzung vom Mozze Scluibbos stand auf der Tagesordnung die Erez Jisroel-Frage'. Der Referent, Dr. Sal. Ehr mann (Frankfurt n. ML führte aus: Es ist Pflicht der Agudas Jisroel, für Erez jisroel zu arbeiten, weil uns die Besiedlung des Heiligen Lundes ein religiöses Gebot ist und weil die katastrophale daß die I. Kenessio Gedaulo im Keren Hajischuw das Im strument für den religiösen Aufbau des!־!eiligen Landes geschaffen hat, denn wer weiß, wie viele unserer Menschen die Not ins andere Lager getrieben hätte,, wenn sie nicht auch bei der Agudas Jisroel eine Auswanderungsmöglichkeit nach Erez Jisroel sehen würden,: Der Redner kam dann auf die uktuelle, politische Situation inv Heiligen Lande $u sprechen uncl erklärte, daß die Kenessio Gedaulo vorerst die Entscheidung des Rabbinischeu Rates ubwarten muß; Fest steht, rief Dr, Ehrmann unter ungeheurem Beifall aus, daß wir als Heiliges Land den ganzen großen, Fleck Erde betrachten, dessen Grenzen Äfil|hlfeö An|prder1p1gen_ görÖpht werdenden agudistischen ' G—tt allein gezogen hat. Fest steht ebenso! daß kein Stück Mit der Erlangung der Zertifikate erwuchs ein neues Problem: die Errichtung von Hachschorostütten — es gibt deren rund 90,— für die religiöse und manuelle Vorbercitung unserer Olim. Leider hat die Erhaltung dieser Hachschorostütten einen großen Teil der Mittel verschlungen, die für clen Aufbau von Erez Jisroel bestimmt waren. Inzwischen wurden Erfahrungen gesammelt und die Erkenntnis setzte sich durch, daß unsere Olim Kämpfer sein müssen, Pioniere der Aguda-lclee, die den nachkommenden Chaliiziin den Weg in ein aufrechtes jüdisches Leben im Heiligen Lande zu ebnen haben. Es mußten also Organisationen geschaffen werden, die unsere jungen Menschen für diese große Aufgabe vorbereiten. Die Zionistische Organisation stellt zweifellos eine Mehrheit des jüdischen Volkes nicht dar. Die Aufgabe der Agudas Jisroel war es daher, die weiten Kreise der dem G—ttesglauben entfremdeten Brüder, die sich keiner Partei verschrieben hatten und die jetzt clen Weg zurück zur Religiosität suchen, für clen religiösen Aufbau des Heiligen Landes zu interessieren. Diese Aufgabe wurde gelöst durch clie Bildung von Komitees in clen verschiedenen Ländern, die sich mit gutem Erfolg um clie Aufbringung von Mitteln für clen Keren Hajischuw bemühen. Dank gebührt in cliesem Zusammenhang Herrn Dr. Isaac Breuer, der durch seine grundlegenden 'ideologischen Arbeiten diesen Mensehen den Weg׳ zu 1ms gebahnt hat. ז Das Direktorium ׳ des Keren Hajischu w wurde im letzten Jahre nach Jerusalem verlegt. Man muß aber wissen, daß der Keren Hajischuw nur dann Erfolg haben kann, wenn er auf einer mächtigen Aguda-Organisation basiert. Soll der Aguda-Geclanke im Heiligen Lande Fortschritte machen können, dann müssen clie Gegensätzlichkeiten, clie zwischen clen Einwanderern aus den verschiedenen Ländern bestehen, beseitigt und eine geschlossene Einheitsfront geschaffen werden. Der Keren Hajischuw braucht Persönlichkeiten, die sich ihm voll und ganz widmen. Die Mitgliederzahl der Poale Aguchis Jisroel, clie heute über 25 Snifim, Kibbuzim und Stützpunkte verfügt, beträgt mehr als 4000. Diese Poalim sind das wertvollste Aktivam unserer Bewegung. Wir müssen für sie sorgen und sie von clen Schulden befreien, die eine drückende Last für sie bedeuten. Wir müssen Boden kaufen und kultivieren, der ewiger Besitz des Keren Hajischuw •bleibt. (Beifall.) Wenn jeder der Anwesenden die Pflicht auf sich nimmt, so schloß Dr. Sal. Ehrmann seine Ausführungen, schon bis Roscli Haschonoh ansehnliche Beträge für den religiösen Aufbau des Heiligen Landes aufzubringen, dann dürfen wir hoffen, daß der Segen G—ttes über unserer■ .Arbeit ruhen und daß die Verheißung in Erfüllung gehen wird, die uns verspricht ein: Erez sowas cholow udwosch. Dr. Isaac Breue r : AVas erwarteten und erwarten wir von dieser Kenessio Gedaulo? AVas ist erreicht und was kann noch erreicht werden? Die Kenessio Gedaulo hat bewiesen, daß clie Aguclas Jisroel im jüdischen Arolk eine starke Stütze besitzt, daß sie eine Macht, zumindest eint? geistige Macht ist. In der Aguclas Jisroel stehen außer- -•ordentlich starke Kräfte. Arerstehenwir es auch, diese Kräfte für unsere Idee zu verwerten, können wir auf dem Instrument, das uns so zur Verfügung steht, spielen? Die Kräfte, die uns zur A'erfiigung stehen, sind weitaus größer und stärker als die der Zionisten, bloß verstehen sie es besser, aus diesen Kräften positive Arbeit herauszuschlagen. Und noch eines: Die ganze Weltöffentlichkeit wartet seit AVochen mit Spannung auf clie Stellung, die clie Agudas Jisroel zur Frage des jüdischen Staates nehmen wird. Die Stellungnahme wird nach den Entschließungen des Rabbinischeu Rates klar und deutlich erfolgen. Das große Interesse, das entgegengebracht wurde, ist aber wieder ein Beweis für die Machtstellung der Aguclas Jisroel. Jetzt heißt es zur praktischen Arbeit schreiten. Die Kenessio Gedaulo muß in erster Linie die Lebensfrage der Agudas Jisroel lösen: Die Bildung einer aktiven obersten Leitung, bestehend aus Persönlichkeiten, die in der Agudas Jisroel aufgehen und als ihre Hauptaufgabe den Auf- und Ausbau der Bewegung erblicken, AVirdürfen uns nicht damit begnügen, eine geistige Macht zu sein. Diese Macht muß vielmehr eine konstruktive Ausdrucksform finden. Das Mißverhältnis zwischen Wollen und Können, das bisher in unseren Reihen bestanden hat, muß endlich beseitigt werden. Die nächste Forderung, die an clie Kenessio ז Gedaulo zu stellen ist, ist die nach einer klaren ideologischen Ein- Stellung zu den Ereignissen unserer Zeit,, insbesondere zu clen Problemen des Heiligen Landes, Die jüdischen Massen wollen geführt werden und man muß ihnen sagen, was es zu bedeuten hat, wenn uns nach zweitausend Golusjahren heute ein jüdischer Staat ungeboten .wird, AVas anderes.ist der Sinn unserer Zeit als ein Ruf zuni Kampf um die relL giöse und nationale Wiedergeburt cles jüdischen Volkes auf heiligem Boden? Die Kenessio Gedaulo muß Klarheit darüber schaffen, ׳warum wir gerade uns den Geboten der Thora uns mit Erez Jisroel befassen müssen; Schließlich wird die Kenessio Gedaulo das Problem von Muchne Jisroel zu lösen haben. Der Boden voh

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.