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Jüdische Presse · 1937-08-20 · 27 (20.8.1937) · page 5

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
27 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Seite 5 JüDISCttE PRESSE Juden - Verordnung für Heilbäder in Deutschland Das amtliche Organ des tfetitscherr Fremdenverkehrs veröffentlicht Richtlinien des Reichsinnenministerinhis über den Besuch jüdischer Kurgäste in deutschen Heilbädern, in denen sie getrennt trutt den übrigen Knrgästen ih jüdisehen Kuranstalten, Hotels, Pensionen, Fremdenheimen und dergleichen ütttergebraeh| werden können, zttzulassed• Voratissetzting ist dabei, daß in diesen Betrieben dettlschblütige weibliche Personen unter 45 Jahren nicht beschäftigt werden. Die Gemeinschaftseinrichtungen, die Heilzwecken dienen, zum Beispiel Trinkhallen, Badehauser, sind auch den Juden zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch angängig, , den Juden mit Rücksicht auf nichtjüdische Kurgäste äugemessene örtliche und zeitliche Beschränkungen -'hinsichtlich׳ der Benutzung aufz‘uerlegeu5 ziim Beispiel Beschränkung auf bestimmte Badekabinen oder Badezeit, Von den Gemeinschaftseinrichtungen, die nicht unmittelbar Heilzwecken dienen, wie zum Beispiel Kurgärten, Sportplätze, Kurgaststätten, können die Juden ausgeschlossen werden. In allen übrigen Bade- und Kurorten können Juden von den Kureinricntungen allgemein oder, teilweise atisgeschlossen oder auf bestehende jüdische Betriebe beschränkt werden. Eine Unterscheidung zwischen den ausländischen und den inländischen Juden findet nicht statt. Jüdischer Welt-Fasttag am 29. August Wie der Vorstand des Rabbinerverbandes in Polen mitteilt, haben die Rabbinerverbände einer Reihe von Ländern beschlossen, im Hinblick auf die Verschärfung der Judennot und insbesondere die Erschwerung der religionsgesetzlichen Lebensführung durch das in Polen, dem Lande mit der stärksten jüdischen Bevölkerung, ei#־. geführte Schlachtungsgesetz, einen Weltfast- und -bußtüg er Judenheit für den 22. EUul (29. August) zu proklar,; mieren. Der Vorstand . des polnischen RabbinerverIנandes: fordert die Raibbinen. auf, für die Einhaltung dieses Fast■■ tages Sorge zu tragen./;; Marmelade aus 'Mirabellen oder Reineclauden. 1V4 kg Früchte (entkernt gewogen) werden durch die Fleischmoschine gedreht und mit dem Inhalt der Doppelpackung Opekta a Kc 5.50 bestreut. ■Man läßt 1 Minute brausend kqchen, fügt jetzt erst l.t5 kg Zucker dazu, läßt noch 5 Minuten brausend kochen und gibt zum Schluß den Saft einer Zitrone in die Masse. — Dann füllt man sofort randvoll, die Gläser, die gleich mit angefeuchtetem Cellophan und Gummiring verschlossen werden. Man stülpt die Gläser mit Hilfe einer Untertasse um und läßt sie so 1/2 Stunde stehen. tstkettosimakei Arbeitsgemeinschaft der orthodoxen Korr porationen in Böhmen, Mähren und Schlesien Die »Jüdische Presse« hat bereits über die am 6. Mai in Prag stattgefundene Konferenz der Vertreter der orthodoxen Korporationen und Vereine in den historischen Ländem der Republik berichtet. Zum Zwecke der Vertretung -der Interessen der orthodoxen Juden in diesem Teile der Republik wurde nun eine Arbeitsgemeinschaft der orthodoxen Korporationen und, Vereine in Böhmen, Mähren und Schlesien (Pracövui sou nicenstvi: örth.-izr.'' körpöraef a spolkfi) geschaffen. Die Arbeitsgemeinschaft unterhält in Brünn eine Kanzlei, zu deren Sekretär Herr M. Rafael Springer aus Boskovice bestellt wurde. Hauptaufgabe der A rbeitsgemeinschaft und des Sekretariats ist es, den Gefahren, die dem orthodoxen Judentum in den historischen Ländern durch die Gemeinschäftsverfäss'üug (astay,ä) des Obersten Rates drohen, wirksam entgegen treten zu können. Das neue Gesicht der Judenfrage v Von Reg.-Rat J. Kreppei. 1. Die politische Umwälzung (in Deutschland hat ■die sogenannte »Juden frage« in ein neues akutes Stadium gebracht. Aufgehört hat dieses Problem nie, die Welt, nicht nur die jüdische, zu beschäftigen und es ist, trotz aller Emanzipation, nie von der Tagesordnung verschwunden; selbst in denjenigen Ländern, in welchen die Gleich- Berechtigung der Juden nicht bloß de jure, sondern auch de facto zur •Durchführung gelangte. In diesen Ländern, ׳besonders in ׳England und teilweise in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, zeigten sieh von Zeit zu Zeit Anzeichen eines gesellschaftlichen Antisemitismus. Allerdings hatten darunter nur gewisse jüdische Schichten zu leiden und man nahm die Sache nicht übermäßig׳ tragisch. Tn anderen Ländern Europas, mit Ausnahme von Rußland und Rumänien, gab es seit der Durchführung der Emanzipation bis zum Weltkriege keine akute Judenfrage mehr. jEs gab wohl ׳antisemitische Parteien, ׳besonders in Oesterreich xmd Deutschland, die zuweilen sogar sehr stark waren und die Position der Juden wesentlich bedrohten. Dennoch handelte es sich immerhin in der Hauptsache blaß um theoretische Bewegungen, die nur in gewissen •engen Grenzen sich auch praktisch auswirkten, wie in der (Nichtzulassung von Juden zu höheren Stellen im öffentliehen Dienst, im Lehrberufe, in der Armee usw. Erfreulieh waren diese Erscheinungen nicht und die Juden in diesen Ländern fühlten sich immerhin ziemlich unbehaglieh. Dennoch ließen sie sich darob kein graues Haar ־wachsen und gaben sich der Hoffnung hin, es werde mit der Zeit nach und nach auch in dieser Hinsicht besser, werden. Die Juden sind ja seit jeher die unverbesserlichen Optimisten, die immer an den Fortschritt, an die Demokratie und an die Zivilisation, glaubten ... Bloß im Zarenreiche und in Rumänien gab es vor dem Weltkriege eine akute Judenfrage. Die dortigen Juden leb•( len jinter Ansnahnisgesetzen, die ihnen vielfach das Le- Len verbitterten. Aber in Rußland trösteten sie sich, imhier mit der Hoffnung, es werde bald besser werden. In Rumänien wiederum war die Lage anders geartet; Rximä- ■jiien wunde mittelst des Berliner Vertrages von 1878 gezwungen, den Juden die Gleichberechtigung zu gewähyen. ‘ Die rumänische Politik half sich demgegenüber mit einem Trick, indem sie das Gros der in! Lande lebenden Pensionat fUr jüdische Mädchen in Wien Für das Schuljahr 1937/38 werden jüdische Mädchen aufgenoromen. Nachhilfe in allen Fächern, Sprachen- und Musik-Unterricht wird gewährleistet. Liebevolle Behändlutig, Familienanschluß, erstklassige, rituelle Kost, mäßige Preise, beste Referenzen. — Jüdisches Mädcheupeusionat, Wien, IL, Lassiugieituerpiatz 2/13, Nr. 2? Juden ganz einfach als . »Ausländer* erklärte und die Einbiirgewng ton Juden derart erschwerte, daß im Laufe Hist eines halben Jahrhunderts nur einige Hundert Juden in Rnmättien die Staatsbürgerschaft erlangten, Die übrigen ®fiebert »Ausländer* und gegen diese richteten sich die diversen Äusnähmsgesetze. Allerdings bot der Berliner Vertrag den Signatarmächten desselben die Handhabe, zugunsten der Juden zu intervenieren und wiederholt haben Sieh manche dieser Staaten düCh veranlaßt gefunden, derartige Schritte zt! unternehmen; in der Regel war die Folge irgendeine Zusicherung der rumänischen Regierung — aber im großen und ganzen blieb alles beim Alten. Nichtsdestoweniger mußte Rumänien, aalt den Mächten rechnen und konnte es nicht allzuarg treiben. Anderseits wgr die wirtäeliaftliehe Lage der Juden in diesen beiden Staaten im allgemeinen Aicht ungünstig» Das gewaltige russische Reich bot außerordentliche Möglichkeiten und trotz »Ansiedlüngsrayoh«» Numerus, clausus usw., trotz der Aderlässe mittelst der Sich von Zeit zu Zeit wiederholenden Pogrome, Ausweisungen u. dgl., konnte sich •das russische Judentum wirtschaftlich im großen und ganzen ausleben. Das gleiche galt auch von Rumänien Schließlich standen damals ,die Tore der Mn- Wandentngsländer breit offen und diejenigen, die sich in der alten Heiihat nicht durchsetzen konnten oder wollten, hatten die Möglichkeit, das Land, das sie so stiefmütterlich behandelte, •zu verlasse niind sich!anderswo Existenzen zu gründe#, pas war auch nach innen und außen ein ge- . wiasps Ventil, .das z#>veilen die sonst so ScbiVierige Lage erleichterte und dje Zurückbleibenden gewissermaßen entlastete, ßcfifießjicji drohte nach keiner Riphtitng eine ernstliehe Gefahr, daß das russische »der rumänische Beispiel im Westen ׳Nachahmung finden würde. Diese beiden Staaten galten ja gewissermaßen als »Halbasien« und kein westlicher Staat konnte den Ehrgeiz haben, die Methoden ,ן solcher Länder sich zur; Richtscj1nur zu nehmen, i . So . war in (der yorweltkfiegsperiöd^Vdie| judenfrage;eigentlich njiy■ in, diesen; beiden Staaten»-äl^Ap/xvährend es jsiclt in den ׳anderen Ländern, ip fdenen si&fi&^fr Antisemi- ׳ tismu^׳m^tr; •Oder!weniger austpßte, mehr-hnieine chroni- . sehe Erscheinung handelte,, )der,.man mit den damals übliehen A®wehrniitteln b^jköjäpieh köärtte. (;Wobei nicht übersehen werden darf, daß in. der Vorkriegspeniode die meisten Regieruhgen/ iind ״selbst diejenige Rußlands und Rumäniens, sicli zumindest hach außenhin bemühten, den Schein zu wahren und gegen die Auswüchse des Judenhasses einzuschreiten, wenn dieser es allzuarg trieb. Es gab somit immerhin einen höheren Faktor, an den man appellieren konnte — 'zuweilen'.:njeht ohne Erfolg. Ueberall-י'gab' es schließlich einflußreiche Persönlichkeiten und Organisationen, mit denen man rechnete und die eingreifen konnte,11, wenn der Judenhaß zu einer ernsten Gefahr geworden ist. - ';M-״״';׳ ־., In der Nachkriegsperiode verschlechterte sich zunächst die Lage der Juden. Im wiedererstandenen Polen, in .1Großrumänien, in Rumpfungarn und auch in manch anderen der neuentstandenen Staaten zeigten sich die Auswirkungen der ,Nachkriegsverhältnisse in überaus krasse!• Weise. Abeir ׳auch da Handelte es sich hauptsächlieh bloß um vorübergehende Erscheinungen, clie. tatsächlich nach und nach an Schärfe ednbüßten und zum größten Teile bereits überwunden worden sind. Ueberali waren 0s übrigens immer die Regierungen, die zumindest den Versuch machten, ihre Hände in Unschuld zu wasehen und zuweilen sogar einzugreifen, um die ärgsten Mißstände abzustellen. Die Juden hatten freilieh noch immer viel Anlaß zu ׳Klagen und Beschwerden —_ aber immerhin ließen die maßgebenden Faktoren zumindest mit sich reden. Sie rechneten auch mit der öffentliehen Weitmeiming, waren auf das Wohlwollen cler Kulturvvelt angewiesen, versuchten das Gesicht zu wahren — so, ■daß .immerhin dem AllerscIxlinrmsten vorgeibeugt werden konnte. Anderseits allerdings wirkte sich die Torsperre der Einwanderitngslancier ziemlich ungünstig aus. Das verschärft die Wirtschaftskrise, die Not und das Elend. Aber schließlich leiden nicht nur die Juden darunter und. »geteiltes Leid ist halbes Leid.« ' •־ . ■ ARe Kameraden feiern ein. Wiedersehen, es sind schon nicht mehr clie kleinen Studentchen, sondern wirkliche Studenten. Den halben Weg zur Matura haben sie bereits zurückgelegt. Jeder von ihnen hat ändere Ziele, aber eines haben sie gemeinsam — alle tragen in der Schule hübsche, bequeme Schuhe von Bafa. Bafa-Schuhe sind bei den Studenten sehr beliebt — vor allem Bafas Sporthalbscluthe werden von den Studenten sehr gelobt. Eine ganz andere Entwicklung nahmen die Dinge in Sowjet-Rußland. Es ist, als ob das Los cler in diesem Reiche wohnenden Juden es ■schon sein muß, am ärgsten zu leiden und von den Verhältnissen am stärksten in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Nur wenige Monate — während des iKerensky-Interniezzos •— erfreuten sich die Juden einer relativ günstigen Periode, Aufhebung' aller ־ Äusnähmsgesetze usw. Bald jecloch, mit '׳dem Einbruch •des Bolschewismus, setzte eine Periode der blutigsten Verfolgungen, Hinsclilachtungen usw. ein, die ,Hunderttausencle Opfer forcierte. Und als es dem Bolschewismus gelang, endgültig zu siegen und seine Macht zu befestigen, dann kamen die wirtschaftlichen Pogrome, die Verfolgung des religiösen und kulturellen Lebens. Die fast.2k! Millionen Juden des Sowjetreiches leiden unter religiösen Verfolgütigen unsägliches und wer die geistige Einstellung cler Juden, auch der a-religiösen, zum religiösen Leben kennt, der weiß,daß diese Verfolgungen zuweilen bitterer empfunden werden, /als blutige Pogrome, Raub an Hab und Gut. Für den.Juden hat clie Seele immer mehr Bedeutung', als der Körper und als alle materiellen Güter. Körperliehe Wunden heilen nach und nach, zerstörtes Vermögen kann mit Arbeit und Ausdauer wieder zustande gebracht werden. Aber eine im unjüdischen, im antireligiösen Geist erzogene Jugend —- das bedeutet einen Verlust ganzer Generationen, einen Verlust, der nicht so leicht wettgemacht werden kann, eine Erscheinung, immer wieder Böses fortzeugend, deren Auswirkungen sich gar nicht übersehen lassen. Diese seeiischeu Verheerungen wirken sich noch schlimmer aus, als. die Verurteilung cler breitesten jüdischen Massen zu »unproduktiven Elementen«, die. Unterbindung• aller Erwerbsmäglicbkeiien, die Ausschließung derselben von dem ökonomischen Leben des Landes. Hiezu kommt noch als Letztes; einerseits Tprsperre der Einwanderungsländer, anderseits - Aiiswanderungsveybat, so daß es diesen Hunderttausendenbuchstäblicli unmöglich gemacht wird, der Hölle zu entfliehen, Die immerhin noch fragwürdigen Versuche, für die Juden landwirtschaftliche Siedlungen zu errichten, können da wenig Abhilfe schaf- ... fern inv besten Falle käfne für Zehhtausende in Betracht, während Hiihclerttausende ׳der seeiisehen, geistigen, kulturellen * und wirtschaftlichen Net preisgegeben bleiben. ‘ Hiemil gebe ich bekannt, daß ich mein Restaurant Uber die ganzen Feieriage geöffnet habe. Für Minjau gesorgt», Anmeldungen erbeten־ an das orth. koschere Restaurant israeleiv Trenß, Tepliee, Die jüdische Religio» im heutjget1Rußk»d Ein russischer Jude, dem es vor kurzem gelungen ist, au« Rußland in Palästina eirfzuwandeirn, schreibt int »Dawar«: Nach der Errichtitug der bölschewistilelieit; Heirfl schaff spürten die Juden anfangs keine Bedrückung iä Sachen der Religion. Die Freigeister unter ihnen konnten Ungehindert leben, aber auch der Ueberiettgüng de$ Orthodoxen wurde kein 2vfattg angetan. Offiziell Warert die jüdischen Reiigiörasschulen freilich Verböten, aber insgeheim hielten sich Cheder und Talmud Thora, ohne daß man sie störte. Synagegen, Jeschiwoth, rituelle Tauch* bäder und das Schächten Wurden ganz offiziell awfrecht erhalten. Aber die Regierungspropaganda gegen #die Reib später aber wurden sie dazu gezwungen. Die Propaganda erschütterte vielfach die- Gläiibigkeit, aber die Gewöhnheit der religiösen Lebensführung war stärker als sie. Die Talmudhochschulen hielten sich bis infs Jahr 1933 Mmd standen zum Teil auf einem beachtlichen Niveau. Dann hörten sie freilich ganz auif. Auch die Tauchbäder bestatt* den danials noch. Die Jitderi aber begannen mehr und mehr zu fürchten, sich durch Festhalten an ihren räligiösen Einrichtungen Zu gefährden. Sie begannen auch gegen Mischehen, die sich damals auszubreiten begannen, duldsamer zu werden. Auch auf die Beschneidung begann man in immer weiteren Kreisen zu verzichten. Im Jahre 1929 wurden Schächten und Beschneiden verböten. Damals Petition um Aufhebung dieses Verbotes zu bekommen. Die Regierung bediente sich wiederum dieser Tatsache und sagte den Petenten, es!bestünde augenblicklich _ kein Bedürfnis für diese Einrichtungen. Auch Räbbiner ließen sich einschüchtern ‘ und veröffentlichten• in der ׳Presse Erkläruiigen, in denen־ sie ihren früheren, .religiösen Anschanungen' abschworen. Auch zwischen sich und den verfolgten Zionisten bemühten sich die Rabbiner einen Trennungsstrich zu ziehen. Und dies alles, obgleich die eigentliche Verfolgung der Rabbiner noch gar nicht begönnen hatte. Erst später wurden viele von ihnen gefangen genommen und 'blieben auch in Gefangenschaft./Die größte Widerstandskraft bewiesen die Chassidim. Sie •stärkten ihre moralische Position geradezu während .der ׳bolschewistischen Herrschaft. ׳Ihre Organisation■ bewahrte. ׳Disziplin und Mut. Sie sandten ihre Getreuen in alle Städte, scheuten keinen Kampf und setzten überall, auch in Orten, wo berühmte Rabbiner amtierten, ihren eigenen. Rabbiner und .Scliochet ein. •Es gelang ihnen, in heftigen Kämpfen beim Freiwerden des Rabbinerpostens in mehreien wichtigen Gemeinden ihre Kandidaten durp.hz11setzen. Auswanderung und Binnenwanderung bei den Juden in Deutschland Die Meldestellen für Binnen- und Aus Wanderung, die der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden eingerichtet hat, veröffentlidit iip. »Jüdischen Gememdeblatt Für die Synagogengemeinden in Preußen und Norddeutschland« ihren dritten Bericht, der die Zeit vom .Tauner bis März d. J. umfaßt. Das erste .Kalendervierteljahr zeigt, dftß die ׳Binnenwänderung der Juden in Deutschland zugenominen׳ ■hat. Die Gesamtzahl der Fortzüge ist auf_ 7924 gestiegen• Die Binnenwanderung allein ist mit 2823 Wegzügen gegenüber ׳dem letzten Quartal 1936 (2282) gestiegen. •Die Auswanderung ist auf 5101. Wegzüge gegenüber 5261 Auswanderungen im letztem Quartal gesunken. Zuzüge 'und Wegzüge halten sich, von Hessen und der Grenzmark .abgesehen, ziemlich die Waage. Als/Zuzug's^emeinde innerhalib ׳einer Provinz wird in den meisten Fällen ׳zunächst ■die in dem betreffenden Gebiet gelegene größte Gemeinde gewählt. Einen nennenswerten Gewinn durch ■die 'Binnenwanderung erzielte lediglich die Gemeinde Berlin mit 322 Personen. Bei den übrigen Großgemernden sind dje Verluste durch die Binnenwanderung größer als die Zuzüge. Einen größeren Binneiiwanderungsgewiim weist die ׳Proytinz Schleswig-Holstein mit 44 und das Land Sachsen mit 78, Baden mit 44 Personen auf. Aufieroidentlieh stark ist der RinnenwanderungsVerlust von •Breslau Uiif 131 Personen, der!beinahe ebenso hoch wie die Aus- Wanderung aus Breslau ist. ( ' Die Aus Wanderung!ist int ersten Kale.ridery1i׳erteljahr gegenüber dem letzten Quartal 1936 etwas zurückgegangen.'Dies ist darauf zur Lickzuführen, daß־ die Auswancleruhg aus klimatischen ׳Gründen •im allgenieiiieti dm ersten Jahresquartal nacht sehr!groß zu sein pflegt.; ״Mit 5101 Auswanderung'sfällen zeigen die Meldeergebnisse -!über ׳doch, daß mit einer ׳sehr erheblichen gleichbleibendeii A'uswanderung׳ gerechnet werden kann. , Die meisten ׳Personen wanderten aus Berlin aus (1234). Es folgt die Gemeinde Frankfurt a. M. mit 665 Personen, Köln mit :358 Personen. Aus Preußen sind insgesamt 5724 Personen ausffewandeyti An der Auswanderung .aus/den ־ preußischen Provinzen (ist am meisten die Rheinprovinz mit 285 :Personen beteiligt.. Aus den übrigen Ländern wanderten aits:-aus.•'Bayern Personen, ans iHamburg 235, aus dem Lande ׳Hessen 21,3, aus Baden 205, aus Württemberg• 168 .Personen. Als Aü§r wanderungsziele werden für 18,6% Westeuropa, für 16,5% Palästina, für 10,2% Mittel- und Nprdeiirapa und für rund 26% die Vereinigten Staaten genannt. Dip Auswan- .derung(nach Südamerika ׳ist ■absolut. lind relativ zurückgegangen. Die Aus Wanderung nach ■Südafrika, die (in den Monaten Oktober bis Dezember 1936 809 .,(Personen oder 48,7% der Gesamt-auswanderung.׳ umfaßte, ist :auf 238 Personen׳ oder 5,7% zurückgegangen. Die BeruHgliederung der Auswanderer zeigt ein Afisteigen der Gruppe der selbständigen ■Kaufleute und cvnen höheren Hmulertsatz der 'Ehefrauen und ׳berufslosen Personen. Der Anteil der VeVheirateten ist von 37% ׳auf 41% gestiegen. •Die Zahlen, •insbesondere die Ziffern der ansgewanderten Schüler, dente'n darauf hin, daß die FamilienausWanderung zunimin^. Im einzelnen war die Gruppe der selbständigen Kau flehte mit 23,4% die der!Ehefrauen ohne Beruf mit 18,9%(’ die der Angestellten mit 8,7%, die der selbständigen Hand,- werker mit 7,6% an der Auswanderung־ beteiligt... Die Gruppe der freien Berufe ׳stellte!insgesamt 6,2% der Alis- Wanderer. Der Anteil, der Berufslosen betrug 17%, 21,1% oder!018 Personen waren tiüter 20 Jahren, 1293 Personen oder 26,6% zwischen 20 uncl 29 Jahren, 20,4% oder ,981 Personen im Alter von 30—39 Jahren, 14.9%, zwischen 40 und 49 Jahren, 16,8% oder 80S Personen waren iiber 50; Jahre alt, Die Altersgliederung zeigt eine Verschiebung nach den höheren Altersstufen. Jüdisches Mädchen-Pensional, Prievidza Nut* im Auslande gab es bisher vornehme Erziehungsinsiitute für Mädchen religiöser Eltern, Diese sind indessen so teuer, daß sie für uns unerschwinglich sind. Obiges Pensionat bietet bei bürgerlich mäßigen Preisen im vornehraeu y Rahmen gediegene allgemeine Bildung, fremde Sprachen, Musikunterricht, Buchhaltung und den Zöglingen des staatl. Gymnasiums tutd der Mädchehhürgerschule grüudtiehd Nachhilfe in den Schulgegenständen. Die auserlesen gute Kost und die herrliche Gebirgsgegend sichern die kürperliehe Entwicklung. Auf Wunsch Prospekte.

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