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Jüdische Presse · 1937-08-20 · 27 (20.8.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
27 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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M 2t jütmcmpmmi Säte 3 Das Palästiiia-PföbJem auf dar Tagung des Habbinischen Rates Planntäfiig fand am Sonntag Vormittag die erste Sitzung des Großen Kabbinischen Rates des Ägudas Jisroel unter dem Vorsitz von Herrn Oberrabbiner Aron Lewin, Rszeszow, statt. Unter anderen nahmen an.der Sitzung teil: der Gerer Rebbe, der Älexandrer Rebbe, der Sochaczöwer Rebbe, der Sadagorer Rebbe - Przemysl, Raw Duschinski, Jerusalem, der Freßburger Raw, der Neutraer Raw, Oberrabbiner Aron Lewin, Rzeszow, Oberrabbiner Zirelsohn, Kischinew u. a. 111. Der Präsident der Organisation, Herr Jacob Rosenheim, formulierte namens des geschäftsführenden Ausschusses vier Fragen in bezug auf!das Heilige Land, die der Rabbinische Rat nach der Halaclm entscheiden sollte. An der Debatte beteiligten sich der Präsident der ersten und zweiten Kenessio Gedaulo, Oberrabbiner Zirelsohn, Kischinew, der Sochaczower Rebbe, der Luzkaer Raw, Großrabbiner M. Friedmann, Sadagorer-Przemysl, Öberrabbiner Akibu Schreiber, Preßburg und Rabbi Mosche Blatt, Jerusalem, sowie Herr M. Dubin, Riga. Am Nachmittag setzte der Rabbinische Rat die vormittags unterbrochenen Verhandlungen fort. Diesmal nahmen an der Sitzung bereits alle in Marienbad eingetroffenen Mitglieder des Rabbinischen Rates teil. Nach einem von Herrn Oberrabbiner Tobias Horwitz, Sanok, erstatteten Bericht über den Verlauf der Vormittagssitzung setzten drei Redner aus Erez Jisroel, u. zw. Herr Rabbiner Henoch Sienkiewicz und Herr Benjamin Minz sowie Dr. Isaac Breuer die Stellungnahme der Orthodoxie des Heiligen Landes zu den auf der Tagesordnung stehenden Fragen auseinander. * Ueber den Verlauf der Aussprache wird berichtet: Präsident Jacob Rosen heim erstattete einen ausführliehen Bericht über seine Besprechungen in Genf in Angelegenheit des Judenstaatsproblems. Oberrabbiner Zirelohn (Kischinew) trat in längeren Ausführungen für den Judenstaats-Plan ein, darauf hinweisend, daß man unter allen Umständen in der Aufrollung dieser Fragen einen Fingerzeig G—ttes erblicken müsse. Der Rabbi von Sochaczow schloß sich diesen Ausführungen an und empfahl, daß der Aguda-Delegation für Genf Mitglieder des Rabbinischen Rates angehören sollen, um dort zu allen das religiöse Leben berührende Fragen Stellung nehmen zu können. Rabbiner!Sorazkin machte sich gleichfalls den Standpunkt des Oberrabbiners Zirelsohn zu eigen. Hingegen trat Sejmdeputierter ■M. Dubin-Riga in scharfer Form gegen den Plan eines Judenstaates auf. Der Redner verwies darauf, daß an der Spitze dieses Staates, areligiöse und antireligiöse Elemente stehen werden, woraus für das religiöse Leben ernste Gefahren entstehen könnten. U. u. würden die freien Schulen als Staatsschulen anerkannt werden, was der religiösen Erziehung abträglich sein müßte. Die Regierung des Judensrtaates, die sich aus Nichtreligiösen zusammensetzen werde, dürfte auch der Einwanderung religiöser Elemente Hindernisse in den Weg legen. Auch Rabbiner Blau sprach sich aus religiösen Motiven gegen die Schaffung eines Judenstaates aus. Der Vorsitzende richtete am Schluß der Sitzung an den Rabbi von Ger die Frage, wie er sich zu diesem Problem stelle. Der Rabbi erwiderte: Hiefiir sei der Ausspruch des Propheten Joel (Kapitel 4, Vers 2) maßgebend: »Ich werde versammeln alle Völker und sie hinabführen in das Tal Josafat; dort werde ich mit ihnen rechten־ wegen meines Volkes und meines Erbes Israel, das sie verstreuet unter die Völker, und mein Land haben sie unter sich verteilt!« Diese Antwort des Rabbi von Ger löste einen tiefen Eindruck aus.! In der Nachmittagssitzung polemisierte Herr B. Minz (Tel-Awiw) in heftiger Weise gegen die Ausführungen des Dep. Dubin und meinte, daß die religiösen Postulate im Rahmen des Judenstaates geschützt werden könnten. Im allgemeinen lassen sich die Motive der Anhänger des Judenstaats-Gedankens dahin zusammenfassen, 1. daß man in den letzten Ereignissen in Palästina einen Fingerzeig der g—ttlichen Allmacht erblicken und diese Wendung nicht unterschätzen dürfe; das Anfangsstadium kann durch ttes Segen weitgehende Folgen haben. 2. Man müsse damit rechnen, daß England, wenn es die Durchführung des Planes in seinem Interesse als geboten erachten würde,!sich um den Widerstand von jüdischer Seite wenig kiiinmein würde. 3. Wenn einmal im Heiligen Lande ein jiidisches Regime etabliert sein wird, werden die Zionisten mit den Postulaten der Orthodoxie rechnen und diese berücksichtigen müssen. 4. Jm Judenstaat wird sich der Arbeit für das religiöse Judentum ein breites Feld öffnen und wenn diese im Lande aktiv tätig sein wird, dürfte der Ein- Jluß der Glaubenstreuen eine wesentliche Stärkung erfahren. Allenfalls müßte die Orthodoxie ihre Forderungen hinsichtlich des Schmirath Schabbos, der Ehegesetze und des Familienlebens, des religiösen Charakters der Kehillot und des Erziehungswesens formulieren und auf!die Er- Füllung derselben beharren. Die Gegner des Judenstaatsplanes machen folgende Bedenken geltend: 1. sei die Gefahr nicht von der Hand zu weisen, daß die a-religiösen Zionisten es versuchen wiirden, die Gründung des Judenstaates propagandistisch dahin auszulegen, daß damit die erwartete Geulah bereits verwirklicht sei — dadurch könnte besonders bei der Jugend eine Gesinnungsverwirrung eintreten und diese dem reli־ giösen Leben entfremdet werden. 2. Angesichts der heutigen Verhältnisse innerhalb des Zionismus dürften die Linkselemente einen maßgebenden Einfluß auf das Regime erhalten und diesem einen antireligiösen Stempel aufdrücken. 3. Die bisherige Politik der Zionisten in Palästina gegen die Orthodoxie läßt befürchten, daß die Zionisten, wenn sie im Judenstaut die volle Machtvollkommenheit erhalten, diese dazu mißbrauchen würden, das religiöse Judentum noch stärker als bisher zu bedrängen. * In einem Gespräch mit einem Vertreter der Jüdisehen Telegraphenagentur erklärte Rabbi Silver, die Frage der sogenannten Teilung ׳Palästinas werde eine der Hauptfragen sein, mit denen sich der 'Kongreß befassen wird. Das amerikanische iRabbinat habe zu dieser Frage bereits auf ihrer vor kurzem in Atlantic City abgehalteneu Konferenz endgültig Stellung genommen. Die in dieser Frage von der Konferenz einstimmig angenommene Entschließung lautet: »Wir Rabbiner verurteilen den Plan einer Aufteilung Palästinas und verkünden öffentlich, daß Juden der Thora zufolge keinerlei Teilung Palästinas akzeptieren dürfen, Wir erblicken in jeder Zersplitterung unseres Heiligen Landes einen glatten Raub, denn unser Recht auf ganz Palästina gründet sich auf die uns von dem Allmächtigen gegebene Verheißung, durch die uns das Heilige Land als Erbe zugesagt ist, Diese Verheißung umfaßt ganz Palästina, dessen Grenzen in der Bibel genau vorgezeichnet sind, Keine Macht der Welt kann diesen feierlichen Schwur verletzen. Wir hoffen, daß nach all den Angriffen auf unser Volk dieser Schwur erfüllt' werden wird, und wir sind sicher, daß das jüdische Volk am Ertde entsprechend der bestimmten Verheißung erlöst werden wird. Keine jüdische Hand sollte einen Vertrag unterzeichnen, durch den auch nur ein Zollbreit Böden Palästinas aitfgegeben wird. Gedenket des von unseren Vorfahren geleisteten Schwurs: »Wenn ich Dein vergesse, Jerusalem, verdorre meine Rechte.« — Wir haben . die Hoffnung auf das Kommen des Maschiach und die völlige Erlösung unseres Landes und unseres Volkes nicht verloren.« Rabbi Silver erklärte weiter, daß der Kongreß außer mit der Palästinafrage sich auch mit der Erhaltung der Jeschi wot in Palästina und itt Europa befassen werde. Zu der religiösen Erneuerung unter den Juden Amerikas bemerkte Rabbi Silver, daß das Prestige der ainerikanisehen Rabbiner niemals höher gestanden habe als heute. Die Anhänger der Reform hätten das Vertrauen zu ihren geistigen Führern verloren, und das habe zur Steigerung des Einflusses der orthodoxen Rabbiner geführt. * . Der geschäftsführende Ehrensekretär des Rabbinisehen Rates der Ägudas Jisroel, Oberrabbiner Tobie Horowitz aus Sanok, äußerte sich •in einem Gespräch mit dem JTA-Vertreter über die Aufgaben des Rabbinischen Rates folgendermaßen: »Der Rabbinische Rat hat entscheidende. Richtlinien für die politischen und wirtschaftlichen Angelegenheiten festzulegen, die mit religiösen Momenten zusammenhängen. Besonders schwerwiegend ist die Entscheidung des Rates über die Frage der Teilung Palästinas, die den breitesten Raum in seinen Beratungen einnimmt. Im Gegensatz zur 'Jew.is.li Agency wurde xlie jüdische Orthodoxie über die geplante Teilung. Palästinas weder befragt nocli zu Rate gezogen. Wir könnten den Standpunkt einnehmen, daß wir uns der Teilungsfrage gegenüber neutral verhalten. Es spielen jedo(cl1 derart schwerwiegende religiöse Momente mit, daß wir notgedrungen mit der ganzen Autorität des orthodoxen Judentums für eine gerechte und den religiösen!Bedürfnissen angepaßte Lösung eintreten müssen. Die Beschränkung des jüdischen Staates auf einen Teil Palästinas bedeutet zweifellos eine Verletzung der religiösen Tradition des Judentums, die durch die Thora geheiligt wurde. Andererseits ist auch die zweite Alternative des Peel-B’erichtes — Einschränkung der Einwanderung — ein schwerer Verstoß gegen die religiösen Gesetze, die die Einwanderung nach Palästina zu Soeben ersclizenen; Saul Raphael Landau Sturm und Drang־ Im Zionismus Vor, mit und um — Theodor Ilcrzl , 35 Bilder — 356 Seiten stark Besonders interessant: Testamente I-Ierzls, unbekannte Briefe von Herzl und Hirsch Hildesheimer an den Verfasser (faksimiliert), Biographie des Rabbi Sa'üi Raphael Ländäii von Krakau. ׳ ־ Preis gebunden S 12— (Ke 65—) bröselt.'S IO— (Kd 50—) Verlag״ :׳Neue National-Zeitung“, Wien, 1״ Oppolzergasse 4 lllllll!lll!lll!llll!llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!lllll!lllllll! einem religiösen Gebot für die -Juden gestempelt haben. Aus all dem geht hervor, in welch schwerer Lage sich die ׳Orthodoxie bei ihren Entscheidungen befindet. Nach der Entscheidung des Rabbinischen Rates wird sich die Kenessio Gedaulo mit der politischen Seite der Teilungsfrage befassen. Je nach deren Entscheidung wird die Örthadoxie durch die Aguda mit der Jewisli Agency und, Falls diese es ablehnen sollte, direkt mit der Mandatsregiemng und in weiterer Folge mit dem Völkerbund eine Verbindung anstreben. Die Orthodoxie ist, da sie in •der Jewish Agency nicht vertreten ist, von der Entscheidüng auf dem internationalen Forum formell ausgeschlossen; ,cla jedoch mindestens 40 Prozent des Jischuw religiös sind und in einem neuen jüdischen Staate der religiöse Geist durch die Gegner der Religion bedroht werden könnte, ist es die Pflicht der Orthodoxie,!durch Schaffung einer machtvollen . Organisation gewichtigen ׳Einfluß auf die bevorstehenden politischen Entscheidungen zu nehmen.« ׳Der amerikanißchen Delegation zur Kenessio Gedaulo gehören der Oberrabbiner von Cincinnati, Eliezer Silver, der Herausgeber der Monatsschrift »Ba-Pardess«, Rabbi Pardess, und Rabbi S. Greneman aus New York an. * Parallel zur Gründung des Weltverbandes der jiidisehen Journalisten anläßlich des XX. Zionisten-Kangresses in Zürich, hat sich in Marienbad unter Teilnahme von religiös eingestellten Journalisten aus -allen Weltteilen ein Weltverband religiöser jüdischer Journalisten konstituiert, ׳Der Verband, dem auch misrachistische Pressevertrete!• angehören, soll einen unparteiischen Charakter tragen und gemeinsame Fragen des religiösen Judentums m einheitlicher Form behandeln. Die Gründungssitzung findet während der Tagung der Kenessio Gedaulo statt und soll durch ein Referat des politischen Sekretärs des Geschäftsfiihrenden Ausschusses der Ägudas Jisroel Harry Goodman (London) über die »Probleme und Aufgaben des jüdisch-religiösen Journalismus« eingeleitet werden. Was erwarten die agudistisdien Kreise in Erez Jisroel von der III. Kenessio Gedaulo? Von Di־. Willy Hofmann, Jerusalem, (Schluß.) Die zweite Forderung, die die Kreise der Charedim G. stellen, besonders aber auch an den großen R&bbinischen Rat,• lautet: Eindeutige Stellungnahme gegen die Entweihung des Thoragesetzes im öffentlichen und privaten jüdischen Leben dieses neuen E. J. Die K, G, muß gerade in diesem Augenblicke feierlieh erklären, daß ein Aufbau von E. J, ohne oder gar gegen. ׳die Thora als Grundlage, in Wirklichkeit ein Niederreißen ׳bedeutet, daß die schönsten Kibbuzim mit bestgepflegten Bauerngehöften und die größten Fabriken mit den modernsten Maschinen auf heiligem Boden die Keime des Verfalles in sich trägen, wenn sih die Sabbäteötweihung auf den Schild erheben. Wir müssen vor ׳den Äugen der gesamten Welt erklären, daß jüdisches Nationälbe׳‘ wüßtsein ohne Anerkennung der Thora als verfassungs* gebender Richtschnur, Irrtum und Verblendung ist. Gerade im gegenwärtigen Zeitpunkte, wo England^den Jüden auf ihrem historischen Boden politische Selbständig* keit geben will, handelt es sich hier nicht nur ttm eine innerjüdische Angelegenheit, sondern auch tim Fragen von Bedeutung für die jüdische Außenpolitik. Wie ist es nun möglich, der Stimme der Aguda im großen jüdischen Leben in E. J. Gehör zu verschaffen? Ganz allgemein möchten wir diese!Frage zunächst in sehr einfacher Weise beantworten. Es kommt vor allem darauf an, daß die Aguda positive, sichtbare Leistungen aufzu* weisen hat. Proteste, Versammlungen, schöne Reden, negative Kritik an dem, was die anderen tun, haben ntir Augenblicksbedeutung oder verhallen leider ungehört. Die Aguda wird in E, J. einen ganz anderen Einfluß auf das öffentliche Leben gewinnen, wenn sie eine Reihe achtunggebietender Werte geschaffen hat* Wir zählen nur einige auf: vor allem mehr •Siedlungen, sei es als Kibbuzim oder in anderer Form. Aeußerst wichtig wäre die Schaffung einer jüdischen Tageszeitung, lind ׳die Beeinflussung der öffentlichen Meinung, die Dinge nur unter dem Gesichtswinkel des jüdischen Religionsgesetzes und dessen Lehre zu betrachten. Selbstredend müßte, auch die Propagancla für!die Aguda an sich in ganz anderer Weise aufgezogen werden, als dies bis jetzt der Fall ist. Die wesentlichste Aufgabe der Kenessio Gedaulo zur Erfüllung dieser Forderungen ist naturgemäß die Schaffung einer Finanzorganisation, die all diese Zwecke fördern kann, in erster Reihe also eine gesunde Basierimg des Keren Hajischuw. Nur noch zwei Punkte möchten wir in diesem Zusammenhang besonders betonen: einmal muß es der Kenessio gelingen, der Organisation der agudis tischen Poalim den nötigen Rückhalt zu gewähren, denn es wird bei der heutigen Konstellation cler sozialen Verhältnisse in E. J. eine entscheidende Rolle im agudistischen Leben spielen. Es ist kein Geheimnis, daß hier eine Reihe von erheblichen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Poalim und der Leitung cler Landesorganisation besteht. Diese Differenzen müssen auf der Kenessio Gedaulo beseitigt werden. Wohl gemerkt, verschiedene Strömungen in einer Organisation sind ein Zeichen von Gesundheit und ein Zeichen pulsierenden Lebens, sie dürfen nur nicht zur Hemmung־ der Gemeinschaftsarbeit führen. Diesen Fragen ist!daher die allergrößte Beaohtung für!die Gestaltung der agudistischen Verhältnisse in E. J. beizumessen. Eine weitere Sorge betrifft die organisatorische Er- Fassung der agudistisch gesinnten Jugend in E. J. Ohne Nachwuchs kann keine Organisation gedeihen. Wie meisterhaft gerade hier in E. J. die zionistische Organisation auf diesem Gebiete arbeitet, ׳kann jeder wahraehmen, der die Augen offen hält. Ein rückhaltloses Bekenntnis zur Aguda legen eigentlich nur die Zeire Ägudas Jisroel ab, die sich aus den schon früher hier seßhaften und eingeborenen" Kreisen rekrutieren. Die eingewanderte Jugend aus Westeuropa, namentlich auch aus Deutschland, nimmt sonderbarerweise auch hier eine sehr kritische Stellung zur Aguda ein, die sich teilweise direkt in negativem Sinne auswirkt. Ein erst in diesen Tagen in Jerusalem stattgehabter Kinuss, bei dem vor allem auch Jugend aus Tel Aviv und Petach Tikva zugegen war, hat gezeigt, daß man immer noch an denselben Problemen krankt, wie früher im »Esra« in Deutschland. ׳Es ist hier nicht der Ort, um ausführlich' auf diese Dinge einzugehen, die eine gesonderte Betrachtung erfordern. Nur das eine sei hervorgehoben: man macht bei vielen dieser Jugendlichen eine feine Unterscheidung zwischen dem Agudismus in der Idee und der praktischen Folgerung aus dieser Anschauung, die eigentlich ,zur Beteiligung an der Aguda als Organisation führen sollte. Vor lauter Bedenken und Rücksichten auf andere will man »neutral bleiben« und kümmert sich nicht darum, ob der Aguda selber infolgedessen der Hauptnährbodeii entzogen wind. Es fehlt leider vielfach ein klarer Weg mit eindeutiger Zielsetzung, wie es gerade vom erzieherischen Standpunkte aus erst reellt erwünscht wäre. Auch hier sollte nach den früher in Israel gültigen Grundsätzen der große Rabbinische Rat ein Machtwort sprechen. ׳ Die Reihe der für Erez Israel auf der K. G. zu iäsenden Probleme ließe sich noch beliebig vergrößern, vor allem müßte das für unsere ganze Zukunft so wichtige C 11 i n u c h p 1• 0 b 1 e m ausgiebig erörtert und geklärt werden. Wir wollen uns jedoch im Rahmen dieses Aufsatzes mit diesen wenigen Andeutungen begnügen. Eines möchten wir zum Schlüsse mit aller Schärfe und Energie betonen: Es muß der K, G. diesmal gelingen, Mittel und Wege zu finden, um die agudistische Gola in ganz anderer Weise als bisher für Erez Jisrael finanziell einziispannen. Gelingt ihr dies nicht, so ,darf man sich nicht wundern, wenn sehr!bald die Wogen des praktischen Lebens in E. I. über die berechtigten Wünsche der. Ag׳udas Jisrael hinweggehen. Hoffen wir, ׳daß ׳die K. G. in Uebereinstimraung mit dem großen Rabbinischen Rate für alle diese, für Erez Jisrael so brennenden Fragen, das rechte Wort zur rechten Zeit finde! Der Schulgang wirkt auch auf gesunde Kinderfüße leicht ermüdend, wenn sie in unpassende und unbequeme Schuhe gekleidet sind. Das Kind braucht zur Schule leichte, elastische und bequeme Schuhö. Diesen Ansprüchen der kleinen Kunden entsprechen alle Knaben- und Mädchenschuhe der heurigen Bafa-Schulkollektion in idealer Weise. In jeder Bafa-Verkaufsstelle bekommen Sie Schuhe, welche Ihren Kindern das ganze Jahr hindurch gute Dienste leisten werden. Das religiöse Moment im Kampf um Palästina Von Regierungsrat J. Kreppei. אם חפץ ר' בנו - <:עלה נעלה• וירשנו אותה! Zehn Tage lang gab es auf dem soeben geschlosseneu 20, Zionistenkongreß ein heftiges Ringen um das Palästinapioblem, das sein Ende in der Form einer Eilt- Schließung gefunden hat, die mit 500 gegen 158 Stimmen bei etwa 20 Stimmeuenthaltungeu angenommen wurde. Diese Entschließung, die eigentlich einen Sieg der Ja-Sagor dürstellen sollte, hat jedoch eine ,Formulierung gefunden, die ihr jeden realen Wert nimmt und sie zu einer bloßen deklamatorischen Deklaration gestaltet. 90.׳Prozent ,derselben sind negativer Natur und der einzige positive Punkt, der ,die Exekutive ermächtigt, mjt der englischen Regierung über das Palästinaproblem zu »verhandeln«, ohne jedoch irgend welche Vereinbarungen ohne Zustirnmung des nächsten Kongresses abschließen zu dürfen, ist in Wirklichkeit eine leere Formalität, denn auch ohne

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