Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 27 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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jüömettfc pmm Seite 2 dem religiösen Schwung seines unscheinbaren und doch sö eTtizrgattrgert Alltags!ehefts tu' efhenneni fordert Sie aut# diesem Volk der Thora, wo immer auf Erden#׳ gewiß aber auf dem Boden seiner alten ffeimat die volle Entfaltung seiner Weltgeschichte beben religiösen Mission zu ermöglichen, wie die Propheten sie verkündet Aus der Tiefe unseres Wanrheitsbewußtseins sollten wir es laut verkünden: Jüdisch sind nicht Marxismus und Kommanisnuis, nicht Kapitalismus und Chauvinismus, nicht Rationalismus und Intellektualismus.־— mögen auch welke Blätter, die sich in dem Mummen* schanz der Assimilation vom alten Judentum los* lösten# vielfach Träger und Künder aller dieser entweder die Nationen oder die Menschheit auf* lösenden -ismen geworden sein, die repräsentieren nicht das geschichtliche jüdische Volk —; jüdisch ist nur die von dem historischen jüdischen Volke unter unerhörten Opfern vollzogene Aufprägung der Kpnigsherrschaft des einen einzigen’ G—ttes auf die ganze Fülle meuschlielpkultureller Werte# auf däS>lCtci11ste'.ttucl Größte tm Leben der Individuett wie der Nationen im Geiste unserer ewigen!,ehre. Der dritte Schofarruf der Kenessio Gedattlo wendet sich an den weiten Kreis jüdischer Brüder und Schwestern, an die aus dem Taumel der Assimilation unsanft auf gerüttelte jüdische Jugend, die den Irrtum ihrer abgefallenen Väter vielfach erkennt, den Weg der reinen Wahrheit aber noch nicht gefunden hat. In den acht Jahren, die seit der letzten Kenessio Gedaulo verflossen sind, haben unter der Wucht des geschichtlichen Gesehe he ns tausende junger Juden und Jüdinnen d.Cn bequemeren Weg‘ des religionslosen Nationalismus beschritten und sich damit Selber die Heimkehr verrammelt in die innersten Gemächer des lichtdurchströmten Vaterhauses. Aber unendlich groß ist noch immer der Zug der suchenden, der durstigen jüdischen Seelen. Schaut hin auf Nathan Birnbaum s. A., den Mann, der, wie ganz wenige, den Mut hatte, aus dem Lager des äußersten nationalistischen Radikalismus den Weg der Heimkehr zu Ende zu gehen, Sein Feuergeist möge über dieser Kenessio Gedaulo schweben und das Sechus aller der großen Sorej Hathora, der Jesehorim, Zaddikim Ukedauschim, die in diesen acht Jahren von (ins gingen, lins beistehen in unserem Werke. Mit einem hebräisch gesprochenen Gebet schloß Präsident Rosenheim. Mittwoch, 10 Uhr vormittags, fand die erste Geschäftssitzung statt. Zum Präsidenten der K. G. wurde Oberrabbiner Zirelsohn-Kischinew gewählt, der auch der I. und II. K. G. präsidierte. Präsident Jakob Rosenheim referierte hierauf ausführlich über die Beschlüsse des Rabbinischen Rates, besonders hinsichtlich des Paliistinaprobiems. Der Rabbinische Rat’ stellte fest, daß die Grenzen von Erez Jisroel von G—tt festgelegt worden sind und daß das jüdische Volk seinen Anspruch auf das ganze Land nicht aufgeben werde. Erez Jisroel als jüdischer Staat kann nur dann von Bestand sein, wenn die Gesetze der Thora vorherrschend sein würden. Präsident Rosenheim erklärte weiters, daß der Gedanke einer Teilung des Landes nicht von den Mitgliedern der Peel-Kommission stamme, sondern von;zionistischer Seite angeregt worden ist. Der Plan; in seiner heutigen Form sei unannehmbar. Die außerhalb der zionistischen Organisation stehenden jüdischen Gruppen bestreiten dieser das Recht, im Namen des ganzen jüdis eh en Volkes zu sprechen und zu handeln. Falls keine allgemeine jüdische Einheitsfront zustande käme, würden die außerhalb des Zionistnus stehenden Gruppen unter sich eine Einhei!»front bilden und ihren Einfluß entspreeilend geltend machen. Die Ausführungen des Präsidenten erregten feilweise großes Aufsehen und fanden allgeine i ne Z us t i m m u n g. Hierauf ,wurde eine Begrüßung des General- Sekretärs des Völkerbundes zur Verlesung gebracht, sowie die Absendung von BegrUßungs-. telegranimen an Altpräsident Masaryk und Staatspräsident D1\ Benes beschlossen; Tn der Mittwoch-Vormittagssitzung wurde das gliedrige Kongreßpräsidiuni gewählt,■.dem 11. a. Rabbiner Zirelsohn als Vorsitzender, Präsident Rosenheim, Oberrabbi ner Schreiber-Bratislava, Silver-Cineinnati, Lewin-Rzeszow, Trockenlieiiu- Warschau, Sejindeputierter. Dubin-Riga, Dep. Münzberg-Lodz, die Rabbiner.Dusehinsky-Jerusalern, Morowitz-jerusaleni, VVesel-Tiirda und Goodman-London angehören. Nachmittags tagten die verschiedenen Kom־ missioneii. Vor der Eröffnung Marienbad. 17. August. Je näher .die Stunde heraurückt, da die Kenessio er- Öffnet Werden soll, desto größer das Interesse für diese ahd ihre Beratungen, jeder Zug bringt Delegierte und Gäste aus allen Ländern. Besonderes Interesse erwecke» die Teilnehmer aus’Ungaru, dä$ ,bisher sich von der Aguda־ arJmil lern hielt, Unter den Teilnehmern aus Ungarn sind besonders hervonzuheben: Rabbi' Wolf Kahane (Csdrnu), der direkt aus einem Sanatorium zur K. G. gekommen ist, Rabbi Beuzion Snyders (Györ), Rabbi Teitelbaum (Nyiurhat) ttsw. Der K. G. wohnen diesmal zahlreiche Personliehheite» bei, die bisher der Afwda nicht ^fehörten» nnd zwar sowohl von rechts wie von links, Persönlich■״ keiten, die bisher als tttisrachifrenndlich galten, bekennen sich zur Äfnda. Hefverzttheben Ist ferner, daiß zirka 60 Prozent der Delegierten ans Männern bestehen, die ans der agttdistischen Jugendbewegung hervorgegangen sind. Diese Tätsache^ wird die Arbeit der K. ©. wesent* lieh erleichtern. Rabbi Silter*New*Y0rk* der offizielle Vertreter der amerikanischen Agudas Harabboninj, äußerte den Wunsch, daß die Aguda eine Delegation nach Ü.S.Ä. entsende. Die dortigen Rabbonim verpflichten sich, an einer großen Propaganda-Aktion für die Aguda mitzuwirken. Die Zahl der Delegierten dürfte etwa 600 betragen. Die Zahl der Gäste über 2000. Die Zahl der ■Presse vertretet erreicht über 200, darunter die Vertreter der großen Weltblätter. Auch der »Völkische Beobachter« entsandte einen Vertreter, allerdings unter fremdem Namen. Er wurde Jedoch im Pressebüro erkannt und entlarvt. Wie verlautet, soll" auch Jabotinsky zur K. G. nach Marienbad kommen. . . _ Das Kongreßbüro erhielt bereits zahlreiche Be* griißungsschreiben und Telegramme, ti. a. langte eine Begrüßung des englischen Kolonienministers O r m S b y - Gore ein, worin dieser erklärt, mit großem Interesse den Verlauf und die V e r 11 a n d 1 u n gen der K. G. zu verfolgen. Auch das englische Foreign Office sandte ein Begrüßungs* te legramm. — Eine warme Begrüßung ließ der Präsident des englischen Board of Deputies zugehen, der u. a. betont, daß man sich ein jüdisches Palästina ohne Thora nicht vorstellen könne. Die Nene Zionistische Organisation hat eine Deklaration ver ö f f e n 11 i c h t. worin sie die Thora als Grundlage der Ver fassung des Judenstaates anerkennt. Aus Oesterreich sind zahlreiche prominente Personlichkeiten eingetroffen, und zwar die Mitglieder des Rabbinischen Rates Oberrabbiner Fürst, die Rabbis von Czortkow, Sadagora, Kopeczynce, Oberrabbiner;Schlesin- ״er - Eisenstadt, Oberrabbiner Ehrenfeld - Mattersburg, Oberrabbiner Löwy-Erauenkirchen, mehrere Rabbiner aus Wien und über 70 Gäste. Die Wiener Delegierten sind: | Salomon Äschkenasy, Hermann Bondy, David!Bondy, Moritz Pappenheim, Med.-Rat Dr. Reininger, Karl Richter, Markus Schächter, David Seidmann, Ernst Spitzer, Julius Steinfeld, David Tiirkl, Wilhelm Weisz, Salomon Weissband. Aus der österreichischen Provinz: Oberrabbiner Dr. II. Carlebach-Baden, Dr. Max Cohen-Baden, Samuel llirsch-Mattersburg und Oberrabbiner Schlesinger-Eisenstadt. •Ersatzdelegierte: Hermann Fischer, Isidor Frommer, Ing. Ludwig Kritzler, Philipp Sinai und Nathan Steiner. * Am 17. August, 1 Uhr mittags, fand ein feierlicher G—ttesdienst anläßlich der Eröffnung der K. G. statt.!Rabbi Elchonon Wassermann hielt vor einem großen Auditorium eine kurze Mussarrede, worauf Oberrabbiner Zirelsohn-Kischinew einige Worte' sprach. Darnach wurde unter Leitung des Nitraer Raw, Rabbi Ungar, für das Gelingen der K. G. Thilim gesagt. . י Die Stimmung ist überaus feierlich. Vom Giebel des Kurhauses weht die offizielle Fahne der K. G. sowie die Flaggen verschiedener Staaten, deren Vertreter sich an der Eröffnungssitzung beteiligen. * Während des ganzen Montag beriet der Große Rabbinisclie Rat über die Frage der Teilung Palästinas. Während die polnischen und deutschen Delegierten sich für die Annahme des Teilungsvorschlages aussprachen, sind die tschechoslowakischen, ungarischen und amerikanisehen Delegierten entschieden dagegen, ■da sie in einem jüdischen Staate ohne Jerusalem die Begründung einer neuen Golah sehen. Ein Teil der Mitglieder des Rates vertrat die Anschauung, daß man zur Teilungsfrage überhaupt nicht Stellung׳ nehmen und mit aller Energie die Einberufung einer Round *Table-Konferenz der Zionistischeu Organisation, der Neu:Zionistische11 Organisation und der Aguda verlangen! solle, die erst’ zusammen, als Repräsentanz des ganzen : Judentums, ihre Ansicht dem Völkerbund bekanntgeben soll. Zum Zwecke der Vorbereitung einer solchen Round Table-Konferenz hat die Aguda den Vertreter Jabötinskys auf der Kenessio Gedaulo, Prof. Benjamin Akzin, eingeladen, in der politischen Kommission am Mittwoch ein Referat zu halten. Es verlautet, daß Jabotinsky der Aguda ein Zusammengehen unter, folgenden Thesen angeboten ■hat: t. Erstrebung der Erweiterung der Jewisli Agency durch Aufnahme der Agudas Jisroel uncl der Neu-Zionistischen Organisation". 2. Einberufung einer Round Table- Konferenz aus Vertretern" der Jewish Agency, Agudas Jisroel und Neu-Zionistischen Organisation unter dem Vorsitz einer neutralen Persönlichkeit, etwa des Präsideuten des Anglo-Jewish Board of Deputies Neville Laski. Das Straßenbild von Marienbad wird immer mehr durch die Kenessio Gedaulo beherrscht. Große Transpareute mit dem offiziellen *Kenessio Gedaulo-Abzeichen iiberspannen die Hauptstraßen an den lebhaftesten Verkehrspunkten. Straßenbahn, Autobusse, Taxi, die alle zu ermäßigten Preisen für die Kongreßbesucher verkehren, tragen Plakate. Städtische, Gebäude, Hotels und Privathäuser werden vom kommenden Sonntag ab mit der Staatsflagge und' der Fahne der Kenessio Gedaulo geschmückt sein. Am Bahnhof ist im Wartesaal erster Klasse, der von der Eisenbahndirektion zur Verfügung׳ gestellt wurde, ein Empfangsbüro eingerichtet, durch das die Gäste zu. den Verkehrsmitteln ׳ geleitet und mit den ersten Ausweisen und Informationen versehen werden. Die Nachfrage nach ■Karten für die feierliche Eröffnungs- Sitzung ist sehr groß. Die ■Säle im Kurhaus werden bei weitein nicht alle Gäste aufnehmen können, so daß eine Uebert Tagung durch Lautsprecher in das Kongreßbüro und seine Säle beabsichtigt ist. Seit Montag tagt der Waad Hupoul jeden Vormul Nachmittag mehrere Stunde» unter dem Vorsitz des ■Präsidenten, Herrn Jacob Rosenheini-London. Der G. A. ist schon fast vollzählig versammelt, nachdem inzwischen auch die Herren Oberrabbiner Lewin-Rzeszow, der Präsident des Zentralrates, Herr Dr. Isaac Breuer-Jerusalem und Herr A. Z. Frydmann-Warschau eingetroffen sind. Das Reutersche Telegraphenbüro * London und die staatliche tschechische Telegraphenagentur, C. T. K., Prag, werden ständige Berichterstatter zum Kongreß nach Marienbad entsenden, Für Jugendliche ist eine große Jugendherberge eingerichtet, in der etwa 500 junge Kougreßteiluehtner Platz finden. Die Post hat einen Kongreß-Stempel in tschechischer und hebräischer Sprache i^ergestellt. Itn Hauptpostainte und iui Koiigreßsaai sind besondere Schalter eingerichtet. \ Ai» Montag, den 9. ds״ fand in Franzensbad eine Propagandiaversaminiung für Agudas Jisroel und die» 111, Kenessjö Gedaulo statt, in der die Herren Rabbiner Horowitz-jerusalem, Oberrabbirter Ecksteiu-Serecl, Sejmdeputierter Münzberg - Lodz, Rabbiner Dr, Ochs - Leipzig itad Dr, Max Coheft*Bade1t bei Wien gesprochen hahen* Die VeisatttKnlnn«. endete in einer beMstetten Manifeste* tion des sehr zahlreich erschienenen Publikums für dte Agudas Jisroel und 5ihre III. Kenessio Gedaulo. ■ Am Mittwoch, den 21 August, werden drei führende Pefsdnljefikgiteü der Agudai Jisroel int Prager Radio sprechen» Die genaneJZeit und die!Redner werden noch bekanntgefeben. Die Reden werden in tschechischer» jid* discher und deutscher Sprache gehalten. Kinder prahlen gern# vor allem Mädchen, Wenn sie nach den Ferien gum ersten Male in die Schule״ kämmen, gucken einander ab, was jede Neues an sich hat. Zu den neuen Kleidchen wählt ihnen die Mutter bei Bafa ein Paar teilender Mädchettschuhe aus# welche Bafa heuer für die kleinen Schülerinnen in besonders reicher Auswahl erzeugt. Nachdem schon vorige Woche eine große Anzahl von Delegierten und Gästen in Marienbad eihgetroffen ist, zeigt sich das ganze Stadtbild von den Vorbereitungen zur Kenessio Gedaulo beherrscht. Ueberall sieht man kleine Gruppen yon Delegierten, die sich über die zur Beratung stehenden Probleme uhterhalten. Am Sabbath versammelten sich die Delegierten zur gemeinsamen Tefilloh im Kongreßgebäude, Nachmittags richtete Rabbi Elchonon Wassermann-Baranowicze (Polen) eine Ansprache an die anwesenden Delegierten und Gäste, in w־elcher *er sich insbesondere mit den Problemen des Heiligen Landes befaßte. Es besteht die Gefahr, erklärte der Rabbi, daß der in Aussicht genommene Juden- Staat ein neues Golus für die glaubenstreue Judenheit bedeuten würde. Entscheidungen von großer Tragweite stehen der Kenessio Gedaulo bevor. Viele Anzeichen deuten darauf hin, daß das jüdische Volk der endlichen Erlösung entgegengeht. Am Sabbathausgang trat die Erez Jisroel-Delegation zu einer Beratung zusammen. Sie beschäftigte sich naturgemüß vornehmlich mit der Frage des Teilungsplanes; Die polnische ■Landsmannschaft, die ebenfalls am Sabbathausgang zu ihrer ersten Sitzung zusammentraf, tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten der polnischen Landesorganisation, Rabbi I. M. Lewin - Warschau. Di& Landsmannschaft wählte ein Präsidium und beschloß eine Ergänzung der Tagesordnung der Kenessio Gedaulo vorzuschlagen. Es sollen spezielle Referate für Chinnuch und Chisuk Hadass in die Tagesordnung aufgenommen werden. Unter dem Vorsitz des Herrn Kalman Pappenheiin- Wien trat am Sabbathausgang die provisorische Organ!- sationsu. Finanzkommission zu einer Sitzung zusammen; Nach dem einleitenden Referat des Herrn ■Dr. Ehrmann- Frankfurt/Main und einer lebhaften Debatte, die sich mit den Fragen des ■Budgets und der strafferen organisatorisehen Zusammenfassung aller agudistischen Gruppen befaßte, wurde' eine Reihe von Anträgen zum Beschluß erhoben. Die Kommission beschäftigte sich insbesondere auch mit der von Herrn Dr. Isaac Breuer-Jerusalem in seiner jüngst veröffentlichten Broschüre dargelegten Notwendigkeit, die Leitung der Organisation in die .Hönde von hauptamtlich für die Aguda tätigen Persönlichkeiten zu legen. Mit jedem Zug• kommen zahlreiche Delegierte und Gäste in Marienbacl an. Am Bahnhof sorgt ein Empfangs- Komitee für.־■ihre Unterbringung.;Mau sieht auch schon die ersten Delegiertinnen zum Frauenkongreß, der bekanntlich im Anschluß an die Kenessio Gedaulo .stattfinden wird. Die verschiedenen Landsmannschaften und Kömmissioneu sind fortgesetzt bei ihren Vorberatungen versammelt. Die großen rabbinischen Persönlichkeiten, die zumeist schon seit voriger Woche hier weilen, bilden einen Mittelpunkt, um den sich die Delegierten und Gäste scharen. Besonders zahlreich werden auf dem Kongreß die Pressevertreter sein. Die namhaftesten Presseagenturen und nahezu alle orthodoxen jüdischen Zeitungen, wie auch zahlreiche Blätter anderer jüdischer Richtungen׳ und die tschechisch-slowakischen Tageszeitungen haben ihre eigenen Vertreter' entsandt. Für die Eröffnungssitzung gibt sich auch in Kreisen der Kurgäste ungemein großes Interesse kund. Der Ansturm nach Karten, die zum Preise von Kc 100.— aufwärts ansgegeben werden, ist kaum zu bewältigen. Das Pressebüro, das unter dev obersten Leitung der Herren Dr. Ehrmann und H. A. Goodmanu steht und von den Herren Dr. Max Cohen und Redakteur David Tiirkl geleitet wird, gibt eine eigene Kongreßzeitung unter dem Titel »Die III. Kenessio Gedaulo« heraus, deren erste Folge am Dienstag, also am Tage der Eröffnung des, Kongresses, erschienen ist. Die erste Nummer enthält eine Reihe von Beiträgen prominenter agudistischer Führer und zeichnet ein lebhaftes Bild vom Wesen und der Bedeutung der agudistischen Weltorganisation. Der Prager Radiosender wird 'ab 18. August «Habendlieh um 18 Uhr 40 Min. in seiner deutschen Sendung Berichte über den Verlauf der Kenessio Gedaulo iibeitragen. Ueberdles werden voraussichtlich am 25. August drei prominente Führer der Agudas Jisroel im Prager Seuder sprechen. Die csl. Postverwaltung teilt mit: Ein Sonderschalter des Postamtes Marienbad 1 wird vom 18. bis 23. August tl. J. die einlaufende Briefpost mit einem Gelegenlieits-, Orts- und Tagesstempel versehen, dpi* die Legende tragen wird: »Marianske Lazne 1—Marienbad 1, 111. Svetovy kongres »Agudas jisroel« 18.—23. srpna 1937«. Der Stempeltext wird auch in hebräischer Sprache ang0T führt werden. •׳■■■■ * ' Die tschechoslowakische Landesorganisation der Agudas Jisvoel entbietet der III. Kenessio Gedaulo, die am 17. August in Marienbad eröffnet wird, den Willkommensgrüß, in dem es u. a. heißt: ׳ »Die tschechoslowakische Agudas Jisroel betrachtet es als besöudere Ehre, daß in kurzer Folge nunmehr dieser zweite grandiose Aguda-Kongreß in ihrem Lande statt.־ findet. Die in jeder Hinsicht ideale Lage unseres Landes, die i!1 der ganzen Kulturwelt bekannte und anerkannte Demokratie als Struktur des Landes, die durch ihre Größten# durch!Freiheitspräsklent Dr.. T. G, Masaryk und den ihm kongenialen gegenwärtigen Präsidenten Dr. Eduard Benes, clem Charakter des Landes aufgeprägten Werte »Humanität und Liberalismus« als höchste postulate, haben nicht wenig dazu beigetragen,■ daß *sich das »klassische Judentum« hier sein Rendezvous gibt. Wir wollen־ hoffen, daß es der III. Kenessio Gedaulo ilpr Agudas Jisroel gelingen wird, Ewigkeitswe!*te zu schaffen und in dieser Voraussetzung begrüßen wir sie und wünsphen ihr vollen Erfolg.« ~~ H; Grün# JL, Taborstraße 8 b, TeL R*42-3-()6> Atelier für feine Herrengarderobe.