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Jüdische Presse · 1937-08-13 · 26 (13.8.1937) · page 3

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
26 (13.8.1937)
Date
1937-08-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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waist ists daß es echt jüdischen Geist lind wahr* liaft jüdische Große תליה 1151^1? אחד nur an dieser einen Stelle gibt. Es wird allerdings von dieser Tribüne aus Und gerade jetzt an allen »letzten Endes« zur Aguda Jisroel gehörenden Kreisen, ein ernstes, ein« ringendes und aufrüttelndes Wort gesprochen werden müssen, denn so geht es nicht mehr weiter, und vornehmlich hierzulande nicht! Die Kenessio Gedauio — und das erwarten wir zunächst — soll der Schattfor sein, der jüdische Kerzen erbeben, sie auf rütteln und zu wahrhafter Teschüwo — zu potenzierter Aktivität in letzter Stunde veranlassen soll. Die Tschechoslowakische Agudas Jisroel betrachtet es als besondere Ehre, daß in kurzer Folge nunmehr dieser zweite grandiose Aguda- Kongreß in ihrem Lande stattfindet. Die in jeder Hinsicht ideale Lage unseres Landes, die in der ganzen Kulturwelt bekannte — und anerkannte Demokratie als Struktur des Landes, die durch ihre Größten, durch Freiheitspräsident Dr. T. G. Masaryk und seinen kongenialen gegenwärtigen Präsidenten Dr. Eduard Benes dem Charakter des Landes aufgeprägten klassischen Werte: »Humanität und Liberalismus« als höchste Postulate, haben nicht wenig dazu beigetragen, daß sich das »klassische« Judentum hier sein Rendezvous gibt. Wir wollen hoffen, daß es der III. Kenessio Gedauio der Agudas Jisroel gelingen wird. Ewigkeitswerte zu schaffen und in dieser \ oraussetzung begrüßen wir dieselbe und wünschen: צלח ורהב על דבר'אמת. * Die tschechoslowakische Delegation zur III. Kenessio Gedauio Auf Grund der in der Slowakei und Podkarpatskä Rus stattgefundenen Delegierten-Wahlen und der hierlündischen Mitglieder des Rabbinischen Rates und Landes- Thora-Rates und von seiten der Landesorganisation entsandten Delegierten, die ex offo-Stimmrecht haben, besteht die Delegation aus folgenden Mitgliedern: Rabbinischer Rat: Oberrabbiner A; Schreiber, Bratislava; Oberrabbiner J. Tigermann, Nove Zamky; Oberrabbiner S. D. Ungar, Nitra. Landes-Thora-Rat:- Oberrabbiner M. Frey, Surany; Oberrabbiner M. Strasser, Sala. Landes- Organisation: Oberrabbiner M. L. Eckstein, Sered; Rabbiner J. Snyders, Bratislava; Max Weiß, Bratislava. Delegierte: Abelesz Israel, Trnava; Amsel Majer, Kosice; Benedikt Philipp, Bratislava; Braun Rubin, Bratislava-Chust; Breuer Aladar, Topolcany;' Broda Josef; Oberrabbiner, Myjava, Deutsch Ludwig, Galanta; Friedmann Elchonon, Topolcany; Fürst ׳Leo, Oberrabbiner, Guz; Glück Ladislaus, Bratislava; G—ttesmann Abraham, Mukacevo; Halle Berth., Trnava, Herczl Emil, Bratislava; Honig Leopold, Levoca; Kakau Mendel, Chust; Kalisch Simon, Galanta:, KistnerBeta, Bratislava; Katzburg Emaniiel, Bratislava;. M;KQl1jt1 Rafael, Nove Zämky;' Koth Eugeh, Brätislava;‘*’Link Paul, Bratislava; Lissauer ׳David, Michalovce; Porges Awrohom, Topolcany-Bratislava; Reich Aron, Kosice; Reiher Leopold, Presow;• Reiner •Samuel, Presow; Schlesinger Julius, Nitra; Seidmann Jizchok, Tacovo; Seidmann Osias, Mukacevo; Stark Philipp, Nitra; Steinmetz A. H., Brustury; Taub Josef, Bratislava; Ungar Ernst, Bratislava; Ungar Josef, Oberrabbiner, Piesfany; Weinberger Pinkas, Dun. Streda; Weiß.Heinrich, Nitra; Weiß Israel, Kerecky; Weiß J., Nitra; Weißmandel M. D., Nitra,• weiters je ein Delegierter aus Chust und Vrbove (vorläufig noch nicht festgestellt). Yon seiten der Leitung der Landmannschaft werden die p. t. Delegierten ersucht in Mürienbad so einzutreffen, daß sie an der ersten Sitzung der csl. Landmannschaft, die Dienstag, den 10. Ellul, nachmittags, bereits stattfinden wird, teilnehmen können. * Der III. Kenessio Gedauio entgegen! In feierlich fieberhafter Stimmung, die der Erwartung großer Tage zueigen ist, geht das in Agudas Jisroel 01־■ ganisierte thoratreue jüdische Volk der Kenessio Gedauio entgegen. Nach achtjähriger schmerzlich empfundener Pause tritt endlich wieder einmal das Weltparlament des historischen jüdischen Volkes zusammen. Dieses soll über Fragen der jüdischen Volksexistenz beraten und Beschlüsse fassen. Der jüdischen Volksexistenz in seinem doppelten Sinne. In seinen geistigen und materiellen Beziehungen. Ueber die Fragen der materiellen Existenz letzten Endes auch nur als diese der geistigen. Ist ja das Materielle für den thoratreuen Juden nur cler Träger des Geistigen. Das irdische Leben stellt für ihn keinen Selbstzweck dar. Es hat nach seiner innersten Ueberzeugung־ eine höhere Bestimmung־: die Verwirklichung־ des g־—ttlichen Willens auf Erden. Dies gilt sowohl für den' Einzelnen als auch für das Leben des Volkes. 1 Durch diese höhere Lebensperspektive unterscheidet sich der Weltkongreß dpi־ Agudas Jisroel von ׳dem Zionistenkongreß, der dieser Tage in Zürich abgehalten ■wird. Auch dieser Kongreß hat sich mit der Existenzfrage des jüdischen Volkes auseinanderzusetzen; aber unter ganz anderen Gesichtspunkten der Lebens- und Weltanschauung, als es diese sind, die den Weltkongreß, der G—tt und seinem Gesetze treuen jüdischen Volksgemeinschaft beherr- 'sehen werden. Für den Zionistenkongreß, wie auch dem Zionismus, der ihn trägt, ist das jüdische Volk eine materielle Gegebenheit. Das Ideal des jüdisch-nationalen Schaf- Jens ist für ihn die Erstrebung eines normalen Volksdaseins nach dem Lebensmuster anderer Völker. Religion ist nur für ihn Privatsache des Einzelnen, der »nach seiner Facon selig werden möge.« Der von ihm erstrebte jüdische!Staat steht mit G—tt in keinem unmittelbaren Zusammenhang. Insofern es zur Staatsräson gehört, können auch einige religiöse Volkstraditionen innerhalb seines öffentliehen Lebens Raum erhalten. Sollten aber die von vielen für g—ttüch gehaltenen Gesetze der Thora in Widerspruch .geraten mit den Erwägungen menschlicher Vernunft und Logik, mit den augenfälligen Notwendigkeiten und Erfordernissen des normalen staatsgesellschaftlichen, Wirtschaftliehen und politischen Lebens, da hat — nach zionistischer Auffassung — das »vermeintliche« G—ttesgesetz vor dem Gesetz menschlicher Logik zu weichen. Alle Ehre der Jahrtausende alten Thora, diesem wunderbaren Literaturerzeugnis des jüdisch-nationalen Genius, dem Buch, das soviel der Menschheit gegeben, ja ein Grund- .element der menschlichen Zivilisation und Kultur darstellt. Ehre den Propheten, den Männern einer einzig genialen visionären Schält und einer wenn äueh in vielen Einzelheiten nicht zeitgemäßen — hohen jüdischen Moral. Ehre auch — dä wird die in TeiertägsmUße huldigende Stimme allerdings schon etwas leiser—- den Weisen des Tatmuds, die mit ihren für eine bestimmte Zeit der Golusvergangenheit berechneten und das Leben des Volkes konservierenden Maßnahmen und Vorschriften wesentlich beigetragen haben zur nationalen Erhaltung unseres Volkes. Die Ehrwürdigkeit dieser Thora, dieser Propheten und Weisen begreift aber noch nicht die Legitimität ihrer, ln einer uralten längst verklungenen Zeit, unter andersgearteten antiken und primitiven Lebensumständen entstandenen Lehren in sich, in das heutige moderne, von gewaltigen Errungenschäften der Physik und Technik getragene mächtig, aufblühende gesellschaftliche Leben störend einzugreifen. ־ Dies sind ungefähr die Gedankengänge des Zionismus — von der zahlenmäßig nicht unbedeutenden marxistischen Fraktion abgesehen — in bezug auf die Thora, an deren g*—ttlichen Herkunft er nicht glaubt. Daran ändert auch die fraktionelle Zugehörigkeit des »Misrachi« zum Zionismus und seine Schlepptaurolle‘ nichts. Nicht so aber Agudas Jisroel und ihre »Kenessio Gedaulo!« Sie basieren auf der Grundlage der verfassungsrechtlichen Integrität der Thora‘,im jüdischen Volke. Für Agudas Jisroel ist das jüdische Volk ein g—«gegebenes Gebilde, wie seine Thora. G—tt schuf gleichsam das jüdische Volk, als Er es aus agonierenden Pariazustande, wo es dem Aushauchen seiner nationalen Seele nahe war. zu unabhängigem und selbständigem Volfcsdasein sühnte. Er schuf es für ein freies Leben in Seinem, des Höchsten Dienste. Auf dem von G—tt gezeichnete!); Höhen moralischer und ethischer Vollkommenheit sollte äs sein Leben — losgelöst von den Fesseln tierischer Gebuhdenheit — in wahrer geistiger Freiheit entfalten. Für die Thora wurde also das jü- (lische Volk von G—tt in erneute Existenz gerufen. Die Thora für Jisroel und Jisroel füi^ die Thora! Wo die Gesetze des gesellschaftlichen Lebens mit den Gesetzen der g—ttgeoffenbarten Thora in Kollision geräten, hätte ersteres vor dem letzteren zu weichen. Unter dieser »irrationalen« Perspektive wird sich die HI. Kenessio Gedauio mit den geistigen und materiellen Problemen des jüdischen Volkes guseinandersetzen. Die gesetzestreuen Glieder des jüdischen Volkes, die das Heil Jisroels einzig und allein von deip unmittelbaren Beistände und der Hilfe G—ttes abhängig wissen — wie dies ja die jüdische Geschichte für den ungetrübten Blick des liistorisehen Betrachters eindeutig demonstriert — erwarten nur von diesem im Zeichen g—ttlicher Ehrfurcht und Liebe stelienden Kongresse die richtigen Lösungen der Daseinsfragen des jüdischen Volkes. Mögen auch die rationalen Erwägungen und Berechnungen des, Zionistenkongresses von vergänglichen' Tageserfolgen ihre.,Bestätigung erhalten•-die Kenessio Gedauio jedoch will unbeirrt unter dem Gesichtspunkte der Ewigkeit und unter der großen Perspektive der Jahrtausende währenden, den Naturgesetzen des Völkergeschehens überhobenen und über!Sinai zu Moscliiacli hinsteuernden jüdische Geschichte, an die Zeitprobleme des jüdischen Seins herangehen. ,, Die Debatte über das Teilungs- und Staatsproblem werden auch von diesen, den rationalen Fesseln der Tagesberechnung entbundenen Prinzipien geleitet sein. Mögen einstweilen nur die; Gesetzestreuen des jiidisehen Volkes — insofern sie . nicht durch Indifferenz, Unkenntnis der Zeitnotwendigkeiten,, Ueberzeugungsschwäche und Selbsttäuschung der Agudas,, Jisroel fern stehen — an den Beratungen,;und Beschlüssen der י Kenessio Gedauio uhmittelbar interessiert sein frdie״ •Saat,-die• die Männer der Kenesäio von dei־ hohen Warte,! der jüdischen Ewig'keitsschau aus auf den Zukunftsacker unseres Volkes ausstreuen werden, wird einst zum Heile• der gesamten jüdischen Nation in üppigen Halmen empousteigen! in Selig Weiß. /i Beth Jacob-Aufruf der Agudas Jisroel, Landesorganisation für dje Slowakei u. PKR. Mehr denn je ׳bildet heute die Erziehung der jüdischen weiblichen Jugend ein schwieriges Problem. Unter den Einfluß des sittenverdorbenen Milieus und der modernen Lektüre, entgleitet die jüdische weibliche Jugend, den Händen ihrer von G—tt bestellten Erzieher: der Eltern. Mit brennendem verhaltenem •Schmerle im Herzen müssen es so manche treue jüdische Väter' *, und Mütter mitansehen, wie ihre Töchter nicht mehr auf'.den unberührten Pfaden des traditionellen jüdischen Zen'ius Und der Sittenreinheit wandeln. Allmählich groß geworden, entziehen sie sich dem erzieherischen Einfluß ihrer Eltern und haben oft deren moralischen Unterweisungen und Belehrungen, für deren aus tiefster wunder Seele kommende Mahnungen, nur ein hämmisches Lächeln übrig. n Agudas Jisroel, als die treue Hüterin des heiligen ס—ttgegebenen Vätererbes, hat es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben erkannt, diesem, am >, thorätreuen Volkskörper zehrenden Uebel mit entsprechenden Heilmitteln entgegenzutreten. Von ihren rabbinischen Führern in ihrem Vorhaben geleitet und gefördert schritt sie an die historische Schöpfung des Beth Jakob-SchulWerkes. In diesem Beth Jakob-Schulen sollen ihre weiblichen Zöglinge — die zukünftigen Mütter in Jisroel! —׳.!zu echten Jüdinnen, die ihrer hohen jüdischen Mission stolz bewußt sind, in erhabener, moralischer und ethischer; Lebensreinheit erblühen. Die jüdischen Mädchen werden in diesen Schulen mit den Schönheiten unseres religiösen Schrifttums, mit dem Geiste der Thora, der Propheten und 4er Weisen, wie auch mit der großen geschichtlichen yergängenheit unseres Volkes vertraut gemacht und auf diese Weise geradezu imniunisiert gegen die schädlichen Einflüsse, die von außen auf sie einzuwirken drohen. Sie werden ferner über alle jüdischen Pflichten unterwiesen, deren Kenntnis für das g־—ttgefällige Leben des jüdischen Mädchens und der jüdischen Frau von unentbehrlicher Wichtigkeit ist. _ Die slowakische Agudas Jisroel - Landesorganisation hat die Errichtung einer Beth Jakob-Lehrerinnenausbildungsanstalt für die Slowakei beschlossen, wie auch die Weiterführung der im Vorjahre so gutbewährten Beth Jakob-Fortbildungsschule für dej* Schulpflicht entwachsene Mädchen, Die Errichtung einer Lelirerinnenausbildungsanstalt entspricht dem wachsenden Bedürfnisse nach Beth Jakob- Lehrerinnen in unserem Lande, wo schon eine ganze Anzahl von Beth Jakob-Schulen ihr segenreiches Wirken entwickeln. : Diose Anstalt soll in Bratislava errichtet werden. Die Schülerinnen sollen in entsprechenden Pensionateu mit voller Verpflegung untergebracht werden. Die Interessenten werden ersucht, sich bis zum 22. Ellul (29. August) bei der Agudas Jisroel-Landeszentrale zu melden. Adresse: Agudas Jisroel für Beth Jakob, Bratislava, Postfach 140, ־ i Agudas Jisroel-Laudesorganistion Bratislava. friL Zionistcmkongreß und Palästinafragen (Spezialbericht der »Jüdischen Presse«). . Zürich, II. August, Die Auseinandersetzungen auf dem Zionistenkongreß über das Palästinaproblem nahmen eine volle Woche in Anspruch, teils in öffentlichen, teils in geschlossenen Sitzungen. Die« Diskussion bewegte sich im allgemeinen auf einem hohem ׳Niveau und die meisten Reden lösten tiefen Eindruck aus. Während aber die Reden Dr. Weiz* mann« und der bedingten »Ja«-Sager hauptsächlich mit sachlichen Argumenten operierten, waren die Reden der »Nein«־Sager mehr deklaratorisch-sentimental, die die Zu- , höret stark beeindruckten, ohne jedoch auf die Anderste- ®innten einen Einfluß ausüben zu können. Mau ließ die momentane Stimmung auf sich wirken, blieb aber bei der schon vorher gefaßten Meinung, daß das Teilungsprojekt wohl ׳in der vorliegenden Form unannehmbar sei, immerhin aber eine Verhandl ungsgrundlage bilde und aus realpolitischen und taktischen Gründen nicht ad limine verworfen werden dürfe. Mit Ausnahme der Unentwegten, wie Ussisehkin, Wise, die Judenstaatsparteiler usw. wollten auch die Gegner des Projektes ׳ihre Opposition nicht auf die Spitze' treiben und das Projekt ganz zu Fall bringen. So gelangte man schließlich zu dem Ergebnis, die Exekutive zur Fithrung von weiteren Verhandlungen zu ermächtigen, ohne ihr jedoch die Vollmacht zu erteilen, abschließende Bindüngen einzugehen. Das letzte Wort wird dann ein neu zu wählender Kongreß zu sprechen haben. Nach scharfen Auseinandersetzungen kam es schließlieh zur namentlichen Abstimmung über die vorgeschlagene Resolution. Diese wurde schließlich mit 300 gegen 138 Stimmen, bei 19 Stimmenenthaltungen, zum Beschluß erhoben. Die Abstimmung verlief sehr stürmisch. Die politische Entschließung wiederholt aufs neue feierlieh die historische Verknüpfung des jüdischen Staates mit Palästina und sein unabänderliches Recht auf sein Heimatland. Der Kongreß nimmt ferner Kenntnis von den Unterhandlangen der königlichen Kommission; er lehnt die Behauptung der Kommission, daß das Mandat und seine vollständige Verwirklichung sich als undurchführbar erwiesen habe, ab. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, sich jeder Verletzung der Rechte des jüdischen, Volkes, die durch die Bulfour-Deklaration und durch das Mandat international garantiert sind, zu widersetzen. Für die Schlußerklärung der Kommission, daß die nationalen Bestrebungen des jiidisehen Volkes und der Araber in Palästina nicht zu vereinen seien, sei keinerlei Grundlage vorhanden. Eines der Hindernisse für die Zusammenarbeit und die Erreichung־ eines Uebereinkominens zwischen den beiden Völkern war die im Bericht der königlichen Kommission festgestellte Unwissenheit hinsichtlich der endgültigen Absichten der Mandatsregierung und die zögernde Haltung des politischen Systems Palästinas, die zu mangelndem Vertrauen in die Kraft und den Willen der Regierung,־ das ׳ Mandat zu verwirklichen, geführt habe. Der Kongreß bestätigt bei dieser Gelegenheit die Erklärungen der früheren Kongresse über die Bereitschaft des jüdischen Volkes, mit der arabischen. Bevölkerung Palästinas zu einer friedlichen Verständigung zu gelangen. Der Kongreß! lehnt die von der Kommission yorgeschlagenen Palliativmittel zur Durchführung des',Mahdats־, und zwar: ■Einschränkung: der Aliyah,‘ Festsetzung׳ ’ eines politischen Maximums für die verschiedenen Gebiete des Landes für die jüdische Kolonisation, Beschränkung des Bodenverkaufes Tisw. ab. Der Kongreß protestiert gegen den Beschluß der britischen Regierung, ein politisches Maximum für die jüdisehe Einwanderung aller Kategorien für die nächsten acht Jahre festzusetzen. Schließlich erklärt der Kongreß den von cler königliehen Kommission eingebraehten Teilungsplan für unannehmbar. Der Kongreß bevollmächtigt die Exekutive, in Verhandlüngen einzutreten, um die genauen Bedingungen der britischen Regierung־ für die vorgeschlagene Errichtung des Judenstaates festzustellen. In diesen Verhandlungen darf die Exekutive weder sich selbst noch die zionistische Organisation binden, sondern muß, falls sich ein endgültiger Plan für die Errichtung־ eines Judenstaates ergeben sollte, diesen Plan einem neugewählten Kongreß zur Beratung und Entscheidung vorlegen. , Diese Entschließung bedeutet ein weitgehendes Entgegenkommen gegenüber den . »Nein«-Sag־ern, da sie in Wirklichkeit eine Ablehnung des Peel-Projektes darstellf. Das einzige, was die »Ja«-Sager erreicht haben, ist, daß die Exekutive prinzipiell über einen Teilungsplan verhande 111 darf. Allerdings wird auch viel davon abhängen, wie sich die Mandatskommission und der Völkerbundrat zu dem Projekt ׳stellen werden. Angesichts der Kompliziertheit des Problems wäre es allenfalls eine undankbare Aufgabe, schon heute bestimmte Prognosen stellen zu wollen. Man muß daher die weitere Entwicklung abwarten. Wie aus Genf verlautet, hat die Mandats-Kommission den Petitionen der Agucla und der Revisionisten starke Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kommission empfing aus diesen Denkschriften den Eindruck, daß auf jüdischer Seite keineswegs Einigkeit über die in Frage stehenden Probleme herrsche und das Recht der Jewisli Agency, im Namen aller Juden zu sprechen, bestritten werde. * Nazistische Umfriede in Zürich In den Abendstunden des Donnerstag entfalteten Nationalsozialisten in den Haup(straßen von Zürich eine antisemitische Propaganda. Den Passanten wurden■ Kärtchen in die Hanid gedrückt, die normalen Fahrkarten täuschend ähnlich sind und die Aufschrift trugen: »Geh hin mit Hunderttausenden deiner Brüder und kehre niemals wieder.« Gleichzeitig wurden Flugzettel mit folgendem Inhalt verteilt: Dev Antisemitismus wächst von Tag zuvTag! Wenn der Zürcher in den nächsten Wochen die 5000 Juden und Jüdinnen vom Zionistenkongreß hört, sieht und riecht, dann weiß er es: Pestalozzi hatte Recht, als er vom Dorfe ׳Mausohelhofeu schrieb: »Wo Juden und Judengenossen eimiisten, da ist. außer der Judengasse kein G'emeingeist mehr denkbar; und wo in einer Gemeinde kein Gemeing'eis't mehr denkbar ist, da ist auch jede Gemeinde keine wirkliche ■Gemeinde mehr.« (Pestalozzi, SänitJ, / Werke, Band 6, S. 290). Es gibt eine Judenfrage! Es ist/ wahr: So wenig Schweizer Juden ®ein wollen, so wenig können Juden Schweizer sein! Und jeder Zürcher ist mit v uns der Meinung: 1937: Letzter Ziouisteukongreß in Zürichl Die Lehre daraus: Juden hinaus! Nationale Front.

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