Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 26 (13.8.1937)
- Date
- 1937-08-13
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite* Göttenlo die Haltung der örthödokie festzulegen bähen, ־:, itachderit itetürgeniäß *ahlreiehe Vefhandlungeri tint den anderen jüdischen Parteien und Sondierungen über magliehe Abändernregelt des Planes vorangegangen sind- Auch den wirtschaftlichen, kulturellen und organisatorischen Aufgaben der »Aguda« im heiligen Lande, der Entwicklung ,ihrer Arbeiterbewegung, ihres Schulnetzes in Palästina und ihrer Kleinsiedlungen werden Tage und Nächte der Kenessio Gedaulo gewidmet sein. Ein ganzer Tag ist den Erziehungsanfgabeh in den Ländern der Diaspora geweiht, wobei hervorragende Führer des osteuropäischen Judentums, u. a. der beruhmte Leiter der talmudischen Hochschule in Telsiai (Litauan) und ein slowakischer Oberrabbiner als Referenten fungieren. Der Leifter (der ,für diese Emehnngsaufgaben bestimmten Sonder * Institute, Keren Hathora - Zentrale und Beth Jakob-Zentrale (letztere für Mätlchenerziehung) Habbin er Jacobson, Kopenhagen, wird Bericht über die Ent- Wicklung! des aguclistischen Schuhverkes während , der letzten Jahre erstatten. Im Mittelpunkt der Kenessio Gedaulo steht neben Palästina das brennende^ Problem der jüdischen Uebersce-Auswnnderung und Siedlung. Agudas Jisroel verlangt seit Jahren vergeblich auf diesem Gebiete eine Konzentration der!Kräfte und einen Zusammenschluß der zahlreichen nebeneinander arbeitenden jüdischen Orgajmatio-!neu zu einem einheitlichen Auswanderungs-und Siedlungsamt. Die Kenessio .Gedaulo wird das ganze Problem durch einen bekannten Fachmann, Herrn Dr. Maximilian Landau aus Berlin behandeln mnd nach gründlicher Aussprache einen erneuten eindringlichen Appell an die jüdische Oeffentlichkeit richten, der herrschenden Anarchie in letzter Stunde ein!Ende zu bereiten und die jüdische Gesamtheit in dieser einen Frage wenigstens verbandlungsfähig zu machen. Es darf nicht vergessen werden, daß die Umsiedlung von Massen keine rein-wirtschaftlichkapitalistische Angelegenheit ist, sondern unter Beachtung der moralischen und religiösen Faktoren zum Heile des Ganzen durchgeführt werden kann. 'Neben der eigentlichen Kenessio Gedaulo-Tagung werden Konferenzen der!internationalen agudiistischen Frauenorganisation sowie der in einer Jugendzentrale zusamrnengefaßten zahlreichen Jugendorganisationen einhergehen. Die Agudas Jisroel hat sich für die Finanzierung bestimmter wesentlicher Aufgabenkreise besondere Fonds geschaffen: I. Keren Hathora: Die Thora, nach traditioneller Auffassung der Inbegriff des!gesamten Religionsgesetzes in weitestem Umfang, gilt der Agudas Jisroel ׳als ׳die Seele des jüdischen Volikes. Der Thora gilt daher die ,ganz besondere Fürsorge der Organisation, ihren Lehrstätten und!Schulen die besondere Hilfe aller Agaiclo-Instanzen. Der Keren!Hathora ist ■der internationale Hilfsfonds zur •Pflege!dieses speziellen Tätigkeitsgebietes der Agudas Jisroel. Er hat Direktorien in den meisten Ländern Europa׳s, in Palästina, in den Vereinigten Staaten und ,in Süd- Afrika. ׳Er ,hat seit seiner im Jahre 1925 erfolgten Gründnng sehr viele Thora-Hochschulen int Osten Europas, jüdische Schulen in den Ländern des europäischen Westens subventioniert. Er hat Ferienaktionen für die Schüler und Lehrer der genannten Anstalten durch,geführt, hat für die Lehrerausbildung gesorgt und in Warschau ein eigenes Lehrerseuiiinai־ geschaffen. Der Keren Hathora unterhält in vielen Ländern auch Schulen;in eigener Regie und ,ist vielfach der Retter für die wirtschaftlich• stark bedrohten Institutionen ge^ve^en.! .. .,׳ , ־.,;;ijf,•,!.;־m.׳/■' v | Welch gewaltige Mittel der Keren? ׳HätliÖra für seine Zwecke aufgebracht hat, mag durch ׳das eine Beispiel verdeutlicht werden, daß er für die berühmte Thora-Lehrstätte in Lublin, eine Gründung des leider allzu früh verewigten Aiguda-Flihrens,!Rabbiner Schapiro, allein mit Hilfe des Keren •Hathpra in den Vereinigten Staaten, einen Betrag von Dollar 100.000 zur Verfügung gestellt hat. Eine!Unterabteilung des Keren Hathora, die fast .noch einen '!gewaltigeren internationalen Ruf genießt, ist die Beth Jakob-Zentrale. In ihr ist das von der Agudas Jisroel erstmalig geschaffene!Mädchenenziehungswerk in den Ländern des europäischen Ostens uncl ׳Palästinas zusam־ tmengefaßt. Auf diesem Gebiet hat Agudas Jisroel eine originelle Leistung von gigantischer Größe geschaffen. In die betrübliche Situation der MädchenerZiehung in den Ländern jüdischer Massensiedlaing im Osten Europas hat Beth Jakob durch die Errichtung vieler Schulen mit starker Hand einbegriffen. Sie hat den ,schwachen Geschöpfen durch .ihre Erziehungsarbeit einen sittlichen Halt gegeben und die jungen Mädchen dadurch nicht nur zu aufrechten Menschen, sondern auch zu religiösen, treuen Jüdinnen erhoben. Das Beth Jakob-Erzielnuigswerk, das von der inzwisehen verstorbenen Frau Sara Schenirer angeregt und von dem gleichfalls bereits heimgegangenen Herrn Dr. Leo Dc^^^ 91 hi Wien geführt und zu seiner heutigen Größe entwickelt wurde, erfreut sich der Unterstützung־ nicht nur aller jüdischer Kreise, sondern auch der Staatliehen und lokalen Behörden in den Ländern des Ostens und überall •dort, wo es!seine Arbeit leistet. Beth Jakob hat 50.000 Schülerinnen, clie in ca. 500 Schulen unterrichtet werden,!Beth Jakob hat weiterhin Lelirerannenbildungs- Stätten in!Krakau, Wien, Cernauti und. New״ York, ferner Ausbiklungskurse in Bratislava. Eine weitere Lehrerinnenausbildungsstätte in Jerusalem ist in Gründung׳ begriff6n. •Endlich sind von Beth Jakob eine große Anzahl von Kindergärten in den Ländern des europäischen Ostens und in Palästina gegründet worden, damit auch schon den ■Kleinsten die wohltuende Pflege der Belli Jakob-Bewegung zuteil wird. II. Keren Hajischuw: Die Sorge für Palästina bildete seit der Gründung der Agudas Jisroel einen wesentlichen!Bestandteil ihres Pragramimes. So wurde denn auch int Jahre 1921 der ■Keren Hajischuw״ als Aktiengesellschaft!nach englischem Recht m!it dem. Sitz in London gegründet, der das Finanzinstrument für die ganze Palästina-Arbeit der Agudas Jisroel bildete. Der Keren Hajischuw״ hat sieh besonders der kulturellen Arbeit im heiligen Lande gewidmet und dort im Laufe der Jahre ein ׳bedeutsames Schaltwerk geschaffen. Da die Agaulas Jisrol auf dem Standpunkt steht, daß das Leben des jüdischen Menschen von der Thora beherrscht und geleitet wird, hat auch der Keren Hajischuw!es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, für den jungen jüdischen Arbeiter in Palästina eine Organisation zu! schatten, die ihn nicht in sozialistischen Gewerkschaften, sondern in einer nach den sozialen Prinzipiell des jüdisehen Rekgiansgesetzes geformten Gemeinschaft zusamnientaßt. Die Tli-stadnith Poale Agudas Jisroek umfaßt heute zirka 5.000 Mitgjieder und ist au allen wichtigen׳• Plätzen des Heiligen Landes vertreten. Sie ist van der Reigieiuiug anerkannt und besondere in letzter Zeit häufig mit Regierungsaufträgen bedacht worden. Endlich hat der Keren Hajischuw״ eine rein kolonisatorische Tätigkeit im Tlenligen Lande 'entfaltet, (Er besitzt mehrere Siedlungen und verfügt über■ eine größere Fläche bisher unbebauten Bedens. Was erwarten die agadistisdieit Kreise In Ere2 Jisroel von der HL Kenessio Gedaulo? Von Df. Willy Hof mann, Jerusalem. Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgabe im Geiste der Thora, sd lautet das Programm der Agudas Jisroel. Niemals darf sie diese Richtlinien aus dem Auge verlieren. Stets muß ihn Sorgen und Streben auf das Wohl der gesamten Judenheit, soweit sie heute über die Erde zerstreut ist, gerichtet sein. Nur dann kann die Kenessio Gedaulo ihre Aufgabe in Wahrheit erfüllen, wenn ihr ein Bild der Nöte uncl Wünsche in» allen Ländern vorliegt. Trotz alledem wird sich die diesjährige K. G. in ganz anderer Weise, als ihre beiden Vorgängerinnen, mit dem Problem Erez Jisroel befassen müssen. Zwar gehörte schon seit der Gründung* der Agudas Jisroel vor 25 Jahren clie Kolonisation von E. J.!1 11? י לא m 1 fl ft l“M ל S wie man sich damals ausclriickte, zu deren Zielen. Indessen ahnte man wohl 1912 noch nicht, welch ungeheuere Bedeutung diese wenigen schlichten Worte einmal erhalten sollten. Ein sehr geschätzter! und bekannter Agudist, der schon lange in E. J. wohnt, erzählte mir erst dieser Tage, er habe seinerzeit nach der ersten K. G .den Eindruck gehabt, als sei es dev Aguda gar nicht ernsthaft um positive Aufbauarbeit in E. J. zu tun. Sie beschäftige sich mit dem E. J. Problem nur deshalb, es eben an der Tagesordnung sei. Eine Unterredung mit einem Mitgliecle des G. A., das heute leider nicht mehr unter den Lebenden weilt, habe ihm diese Auffassung tiur bestätigt. Es gab sicher vor 14 Jahren führende Agudisten, die diese Meinung vertraten, und ebenso andere, die aps ehrlicher Ueberzeugung anderer Ansicht waren, Heute Höffen uncl wünschen wir, daß im gesamten aguclistischen Lager über diesen Punkt kein Streit mehr entstehen kann. Tatsachen lassen sich nicht abstreiten uncl führen eine deutliche Sprache. Es h a,’t in E. J. eine große Einwanderung־ stnttgefunclen, es s i n d dort große jüdische Zentren entstanden, uncl last not jeast, haben wir den Bericht der englischen Royal-Comnii^sion und den Beschluß cler englischen Regierung, in E;f J. ein jüdisches Staatswesen zu errichten. Es kann auch niemand clie jüdische Aufbauarbeit im Innern des Landes leugnen. Jeder spürt sie am eigenen Leibe, in seineth täglichen Leben, sei es, daß er die Verkehrsmittel benutzt, wenn er den modernen Straßenbau sieht, der zum großen Teil jüdische Arbeit ist, oder wenn er die Früchte dös Landes genießt, die jüdischer Fleiß zu einer besondere Qualität entwickelt hat. Wie ist es jedoch rillt dem Geiste bestellt, der diese Arbeit jüdischer Hände beseelt? Auch da ist es leider kein Geheimnis, daß es zum ’größten Teile nicht der Geist cler alten Ueberliefening ist,' cler in Wirklichkeit Israel befähigt hat, alles Leid im' Laufe des schon Jahrtausende dauernden Golus zu tragen, sondern der Geist cler Auflehnung gegen dieses Gesetz, noch mehr cler bewußten Ablehnungder besonderen göttlichen Fürsorge für unser Land. So kommt es, daß es der' gesetzestreiilebencle Jude im heutigen E. J. auch wieder in vielen Dingen cles täglichen Lebens schwerer hat, alä in clen Gemeinden der Gola, daß er vor Problemen steht, die er dort gar nicht kannte, einfach aus clem Grunde, ״;weil Juden im j ii d i s c 11 e n Land e, auf eigene nr, B oclen den Sabbat entweihen, clie Speisegesetze mit Füßen treten, jüdische Sittenreinheit nicht kennen uncl cles Glaubens sind, je moderner sie das Leben in E. J. gestalten; je unjiidischer sie es führen, umsoinehr dienen sie den Nationalen Grundsätzen cles jüdisehen Volkes. Erst wenn* man in E. ]. genötigt ist, seinen eigenen Unterhalt *zu ־vbrdirinen, wenn man nicht nur als Tourist, , womöglich . mit; gut gefüllter Reisekässe, ,einige flüchtige, Wochen-äm Lande iverbringt itrid naturgemäß’ voll dem alten, ewägen. Zauber, der von ihm aüsgelit, befangen ist, erst dann sieht und spürt man die Probleme in ihrer vollkommenen krassen Nüchternheit. , Eine Organisation und eine Versammlung, die sich mit diesen Dingen befaßt, muß sie vor allem k e n n e n, beson- ׳ders aber gilt diese Forderung־ von den Führern, clie verantwortliche Beschlüsse fassen und richtungsweisend für praktische E. J. — Politik sein wollen. Es geht nicht an, daß Männer, die noch niemals in E. J. gew״esen, selbst wenn sie sich noch so äjinig־ mit dem Lande verbunden fühlen, entscheidenden Einfluß auf praktisch politische Dinge in E. J. ausüben. .Selbst ein früherer, längerer oder kürzerer Aufenthalt kann,, liier nicht mehr maßgebend sein. Damit kommen jetzt,׳ unsere ersten Forderungen an die Kenessio Gedaulo: Die‘aguclistischen Kreise in E. J., besonders aber clie agucli^tische Jugend verlangt, daß das Schwergewicht aguclistiscli, politischer Entscheidung nicht am grünen Tisch in Europa liegt, sondern entw eder in E. J. selbst, oder nur dann in Epropa und in London, wenn dort genügend Kräfte vorhanden sind, die E. J, aus eigener Erfahrung־ kennen. Es liegt,' jun׳s vollkommen fern, auch nur in geringsten das Verdienst unserer bewährten Führer anzutasten, aber clie Zeiten sind zu ernst, und die Dinge, die auf dem Spiele stehen, zu gewaltig־, als daß wir unsere Kritik zurückhalten können. Wie war es möglich, daß im Aarigen Jahre an cler Kenessio Mecliina in Marienbad E. J. kaum vertreten war? De Stimme cler wenigen, die ׳dort anwesend waren, hat nach unserer Meinung nicht den g־eniigenden Widerhall gefunden. Man hätte sonst z. B. nicht einfach den Forderungen! der Poalim von mancher Seite, leider auch von rabbinischer, solch geringes Verständnis entgegengeb rächt. E. J. ist heute mündig־ g־ew׳01״den. Es ist mündig g־ew0״rden durch! ■seinen harten Existenzkampf, durch die politischen Erschütterungen, die es ׳durchmachen muß, die noch heute nicht abgeschlossen sind. Die Kraft des Erlebens und der Erfahrungen kann nicht durch clie besten Zeitungsberichte und selbst die Darstellung des Erzählens ersetzt werden. Entweder müssen sich die Männer, die in Europa für die agudistische E. J.־P01itik tätig sein wallen, entschließen, längere Zeit zum gründlichen Stuclium aller einschlägigen Verhältnisse in E. J. zuzubringen, oder es muß ermöglicht werden, daß Menschen, die in E. J. leben, bei allen wuchtigeren Beschlüssen nach London fahren können. An sich sollte auch in unserem Kreise in der Golali Propagandaarbeit für E. J. in ganz anderem Umfange als bisher, durch persönliche Werbearbeit ag־udistischer Menschen, clie in E. J. wahnen, getrieben werden. (Schluß folgt.) * Die Vorbereitungen für die Kenessio Gedaulo Die Vorbereitungen zur Kenessio Gedaulo sind in vollem Gange. Die Karstadt Marienbad trägt über das hier normale Maß hinaus, gut jüdisches Gepräge. Schon viele rabbinische Autoritäten!sind hier eiligetroffen, Wir neunen unter ,anderen den Geror Rebbe; den Saclagorer Rebbe-Przeiuysl;' den Sochaczower Rebbe;!Rabbi Elchauan Wasserinaiin-Baianowäcze; den Laudesrabbiner von Bessarabien, Senator Zirelsohu; Oberrabbiner Wesel- Turda, Präsident der orthodoxen Landeskanzled für Siebenbiirgeri; den Preßburger Raw; Neutraer Raw und ׳Galanter Raw 4 Die Arbeiten im Büro gehen rüstig weiter. Unter der bewährten Leitung von Herrn Rabbiner Jonathan Horowätz-Jerusalem wäckelt sich alles reibungslos ab. Nr. 26 Das Vorbereitungskomitee hat wesentliche Hilfe bekommen tlnVcli clie inzwischen hier eingetroffenen leitenden Persönlichkeiten der Weltorganisation:!. M. Lewin-Wafschau: Dr. Salomöri Ehrmänn-Frankfurt: Raw Tobias Horowitz-Sanok: Sejmdeputierter Münzberg-Lodz; David Bloch- Straßburg, Das Radio in Prag wird in seiner deutschen Sendung um 18.40 Uhr während der Kongreßdatter täglich die Berichte über den Gang der Verhandlungen der Kenessio Gedaulo durchgeben. Es wird eine offizielle Kongreßzeitung herausgegeben. Die erste Nummer erscheint am IT. August. Der Rabbi von Aieksandrow bei der K. G. Sensationell wirkte die Nachricht, daß der Rabbi von Aleksandrow seinen Aufenthalt in Marienbad verlängert hat, um dem Kenessio beiwohnen zu können. Dieses Ereignis wird in den Agndn-Kreisen besonders freudig begrüßt und als wichtigste Wendung seit der I. Kenessio bewertet. * Die Jesdiiwas Chadime Lublin und die Kenessio Während cler Tagung der Kenessio Geclaulo findet in Marienbad AufnahmsprUfungeii für Kandidaten w-esteuropäischer Länder in die Jeschiwas Ciiachme Lublin statt. Die Prüfungen werden von der Delegation der Jeschiwas Chachme Lublin vorgenommen. Die Reflektanten wollen sich bei derselben melden. * Bundeskanzler Dr. Seipel über die K. G. Anläßlich der im Jahre 1925 in Wien stattgefundenen I. Kenessio hat' cler damalige Bundeskanzler Dr. Seipel an clen Zentral rat cler Agudas Jisroel ein Begriißungsschreiben gerichtet, in welchem er u. a. ausgeführt hat: »fu einer Zeit, die den aufbauenden Wert cles G—ttesglaubens und cler Treue■ zur angestammten Religion weiten Volkskreisen neuerdings vor Augen ,geführt hat, begrüße ich es als katholischer Priester aufrichtig, wenn clie Agudas Jisroel, diese Organisation des rein reliigiös orientierten Teiles der Judenschaft sich Ihrerseits mit Ueberzeugungstreue für diese ewigen Ideen einsetzt. Ich danke Ihnen auch für clie freundlichen > Worte, die Sie in Ihrem Einladungsschreiben für clas Sanierungswerk Oesterreichs fanden, dessen Regierung sich bewußt ■ist, den jüdischen Bürgern ihres .Landes die von der Verfassung verbürgten Rechte gewahrt zu haben. Gerne pflichte ich Ihren schönen Worten bei, daß das Beispiel Oesterreichs, welches sich aus׳ der Tiefe des Elends schnell zur freudigen, hoffnungsvollen Betätigung seiner Kräfte emporraft, Kraft und Trost für den Sieg jodet־ reinen Idee gibt.« * Gesellschaftsreise zur III. Kenessio Gedaulo Die Reiseleitung der Agudas Jisroel für Oesterreich, führt am Sonntag, den 15. und Montag, 16. August Gesell: schaftsziige zur Kenessio Gedaulo. Abfahrt an beiden Tagen um 6 Uhr 30 früh mit dem Personenzug und um 10 Uhr IQ mit dem Schnellzug. : ' Auch Einzelreisende erhalten auf Grund unserer Legitimation eine 25 prozentige Ermäßigung auf den österreir chischen Bundesbahnen. Auskünfte: Agudas Jisroel, Wien, II., Im Werd 6, Telephon A-46-0-15. * Anschluß einer orthodoxen ungarischen Kultusgemeinde an die Agudas Jisroel Der Vorstand der ortihcloxen Kultusgemeinde in Bekescsaba hat an den Vorsitzenden das Vorbereitungskomitees der Kenessio Gedaulo in Marienbad, Herrn Rabbiner Jonathan Horovicz, Jerusalem, die Mitteilung er- ׳gehen lassen, daß die Gemeinde beschlossen habe, sich korporativ der Agudas Jisroel anzuschließen. Die Gemeinde hat ihren Beschluß ,gleichzeitig der orthodoxen Landeskanzlei bekannt gegeben und darauf hinge wiesen, daß ihres ,Erachtens die ׳Eingliederung־ aller orthodoxen Gemeinden Ungarns in die Agudas Jisroel unerläßlich uncl von der Landeskanzlei!zu fördern sei. Dieser Beschluß der Gemeinde in Bekescsaba ist deshalb von größter Bedeutung, weil ׳die ungarische Orthodoxie sich bisher einer organisatorischen Verbindung jn.lt der Agudas Jisroel widersetzt hat. Sie hatte lediglich Sympathie für clie orthodoxe Weltorganisation uncl hat nur bezüglich der Arbeit für den Keren Hajischuw eine •gemeinsame praktische Tätigkeit zugelassen. Hoffentlich wird das Beispiel der Gemeinde in Bekescsaba viele Nachahmer finden und dadurch die Aguclas Jisroel ihrem Ziel, die gesamte Weltorthocloxie unter ihrer Fahne zu vereinigen, einen wesentlichen Schritt näher ׳bringen, Ueber die organisatorischen Voraussetzungen hiezu wäre! bei der Kenessio Geclaulo zu beraten sein. IsckeeUosiewakei Der III. Kenessio Gedaulo zum Gruß! War es vor einem Jahre clie »Kenessio Mechino«, die lins aus unserem »clolce far nientc« ein wenig־ auischeiiclite, die uns demonstrierte, daß es noch Männer gibt, die sich, mit den uns mehr denn je tangierenden, in rasendem Tempo wechselnden Tagesfragen auseinandersetzen und zu ihnen im Geiste cler Thauro Stellung־ nehmen, haben wir da Männer von Format kennen und bewundern gelernt, die trotz cler aus Un- und Mißverständnis •geborenen aktiven uncl passiven Resistenz unverzagt clas joch cles Klall weit mehr schleppten als trugen und uns so eine Ahnung־ von jüdischem' Heroismus lieferten, so wird sieh uns diesmal bei der »Kenessio Gedaulo« ein wesentlich anderes Bild, die schöne Kehrseite präsentieren: Allem Anschein nach wird es eine imposante Manifestation der »letzten Endes« zur Aguda jisroel gehörenden Gesaintorthodoxie g־eben, es wird sich בעלי״ת wieder einmal zeigen, daß ל א א לסן ישראל das jüdische Volk nicht ver-