Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 25 (6.8.1937)
- Date
- 1937-08-06
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Növinove vfplatfte povolend rtwlif f»äM a trtegt&fot t Bratislave d׳fs. % ♦ *י '" ■ t T» 01 b! Zeitungen vom Vertage* |001»*מ eipMid pa* rMitett* WIEN-BRATISLAVA 1 6. AUGUST 193?;3ש:-אפ-וןךו11:':..: 33. Jahrgang / Nimmer 33 Redaktion nnd Administration: Wien, II., Malzgasse 12a, Telephon-iNr. A-4&-0-15: Tschechoslowakei: Bratislava, Republikplatz Nr. 57, Postfach 381 / Erscheint jeden Freitag / Redaktionsschluß: Mittwoch Abonnementpreise: Ganzjährig: für Oesterreich S 16, Tschechoslowakei Kc 80, Jugoslawien Dinar 130, das übrige Ausland Schw. Fr. 14. Einzelnummer Öst. Gr. 40. Zahlungen für »Jüdische Presse«, Wien, auf folgende Post•* sparkasserikonti: Wien Nr. D-95.614, Brünn Nr. 126.058, Bitclapest Nr. 50.170, Warschau Nr. 195.516, Zagreb Nr. 40.217, Zürich Nr. VH!, 4117, Berlin Nr. 122.619: für »Jüdische Presse«, Bratislava*. Prag Nr. 55.386. u Der Außenstehende, der sich auf Grund .seiner Beobachtungen über die Verhältnisse und Strömungen innerhalb des Wiener Judentums ein Urteil bilden wollte, kommt nur zu leicht in Verjkiichung, anzunehmen, daß dieses eigentlich in;!zwei Lager geteilt ist. Von der einen Seite stehen /die, Zionisten bzw. Nationaljuden mit ihren Nebengruppen, und Anhängseln, von der anderen Seite die liberal-assimilatorischen Juden, die sich‘ um die »Union österreichischer Juden« scharen. Daß es noch eine dritte Gruppe gibt, u. zw. eine solche, die den eigentlichen Kern der Judenheit bildet, oder zumindest bilden sollte, das kommt nicht hinreichend zum Vorschein und deswegen laßt das äußere Bild Irrmeinungen zu, die die wirkliche Sachlage nul* ungenau widerspiegeln. Denn in Wirklichkeit ist die Orthodoxie in Wien ein wesentlich stärkerer Faktor, als inan, nach oberflächlichen Beobachtungen anzunehmen geneigt ist. Wie stark diese Gruppe zahlenmäßig ist, läßt sich allerdings kaum feststellen, da hiefiir jede statistische Unterlage fehlt. ,Bei -öffentlichen Meinungsäußerurigen, Xvie z. B. bei Wahlen uL dergl., kom int die 'Qrthodoxie als selbständiger Körper kaum zur'Geltung und ihre Anhänger ."teilen sich auf :(Jie anderen Lager auf, Ünsoferne sie״ nicht* ganz abseits stehen, wie dies bei den Mitgliedern der »Adass Jisroel« (Schiffschul) der Fall ist. Da im öffentlichen Leben nicht nur der Abwesende, sondern auch der Schweigende sich ins Unrecht setzt, so kümmert sich kein Faktor um die Postulate dieser Gruppe und man geht in den meisten Fällen über diese ganz einfach, hinweg. Und doch ist diese Orthodoxie nicht nur quantitativ sondern noch mehr qualitativ ein Faktor, mit dem gerechnet werden sollte. Wertn irgendwo, so sollte hier der bekannte Grundsatz gelten: »Stimmen sollen nicht gezählt sondern gewogen werden!« Denn gerade das glaubenstreue Judentum bildet das eigentliche unverfälscht jüdische Reservoir, den Grundkern des Judentums. Diese Kreise sind es, die das stärkste Interesse an dem religiösen Leben, an der Erhaltung der religiösen Institutionen und Anstalten haben; sie füllen täglieh die zahlreichen orthodoxen Bethäuser, während die sogenannten Fortschrittstempel an Wochentagen und auch an gewöhnlichen Samstagen •kaum »Minian« aufweisen und auch diese wenigen Besucher in der Hauptsache sich aus »Kadisch-Sägern« zusammensetzen. Alles, was zur Befriedigung der religiösen Postulate geschieht oder zumindest geschehen sollte, gilt nur dieser Gruppe, während die anderen ganz andere Interessen verfolgen. Sie, die Glaubeyistreuen, sollten deswegen das Hauptwort zu sagen haben — in Wirklichkeit stellen sie den »großen Schweiger« dar und werden danach behandelt. So konnte es kommen, daß im Kultus Vorstand unter 36 Mitgliedern kaum zwei Vertreter der religiösen Richtung sitzen, daß über alle Fragen des religiösen Lebens Männer entscheiden, die mit diesein auch dann nur einen losen Zusammenhang haben, wenn sie auch noch ein jüdisches Haus führen. Die Nachteile dieser Sachlage sind derart kraß, und augenfällig, daß es wohl als überflüssig erscheint, darüber viel Worte zu verlieren, Die ,Erkenntnis, daß hier ein Uebelstand vorliegt, sollte aber nicht auf halbem Wege stehen bleiben, sondern die sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen ziehen, daß es anders und besser werden müßte. Die Voraussetzung hiefiir ist aber die endliche A k t i v i s i e r u n g der O r t h o - d o,x i e, die S c h a f f u n g einer Einheit sfront trotz gewisser Dif f e r e n zie - r u n g e 11. Auch die anderen jüdischen Rieh tungen sind nicht ganz einheitlich, auch dort gibt es mannigfache Gegensätze iiiicl Meinungsverschiedenheiten. Aber in grundsätzlichen Fragen treten sie einheitlich auf und verstehen es, sich zur Geltung zu bringen. Hunderte, die schreien, 111adien mehr Lärm, als Tausende, die schweigen. Ueber die Schweigenden geht man zur Tagesordiiiing über und kümmert sich blutwenig um ihre Wünsche und Forderungen, besonders wenn es unter den Glaubenstreuen einige Elemente gibt, die es verstehen, bei verschiedenen Anlässen »Konferenzen«, »Versammlungen« und »Kundgebu ngen« der Orthodoxen zu arrangieren und nach außen hin ein falsches Bild zu erwecken. Die Orthodoxie aller Schattierungen muß aktivisiert werden — das ist das Gebot der Stunde. Alle Religionsgemeinschaften arbeiten jetzt intensiv, um ihre Reihen zu stärken und gegen die Zeitströmungen anzukämpfen. Wie es sich christelt, so soll es sich jüdeln. Auch die Ortho-/ doxie muß atis ihrer Gleichgültigkeit erwachen und unbeschadet der politischen Weltanschauung der einzelnen, in 1• e 1 i g i ö s e r H i n sic h t einen Block bilden, mit dem alle maßgebenden Faktoren, die jüdischen wie die staatlichen, rechnen müßten. Dann werden all die Beschwerden verschwinden, die nur allzu oft erho-, ben werden müssen; dann wird das glaubens— treue Judentum sich seiner eigenen Stärke bewußt werden und es verstehen, sich zur Geltung zu bringen. »Bescheidenheit ist eine Zier, doch kommt man weiter ohne ihr« — die heute gewissermaß.en führerlosen, isolierten orthodoxen Kreise müßten sich ralliieren und kraft ihres moralischen Schwergewichtes den ihnen gebulirenden Einfluß auf das jüdische öffentliche Leben gewinnen. הבנסיה Tagesordnung und Zeiteinteilung der Kenessio Gedäulo Mittwoch, den 4. Ellul bis Freitag, den 6. Ellul (11. August bis 15. August): Sitzungen des Waad Hapoel. . Sonntag, den 8. Ellul bis Dienstag, den 10. -Ellul (15. August bis 17. August): Sitzungen der Exekutive des , Rabbinischen Rates. Dienstag, den 10. Ellul (17. August), vormittags 10 Uhr:־ :Sitzungen des Permanenzausscluisses und des Zentralrates. Dienstag, den 10. Ellul (17. August), abends 8 Uhr: Eräffnungssitzung. . 1.!Eröffnungsansprache des1 Vorsitzenden der Exekutive. ׳* - 2. Ansprache des;Präsidenten des Zentralrates. (Nekrolog für die seit 1929 ,heimgegangenen Größen). 3. Ansprache des Vertreter^ ,des Rabbinischen Rates. 4. Begrüßungsansprachen namens der Landeskanzlei: Oberrabbiner Schreiber-Preßburg,1 namens der slova'kischen Landesorganisation der Agudas. Jisroel: Oberrabbiner Eck stein-Sereth. 5. Begrüßung ■in tschechischer Sprache. 6. Begrüßungsansprachen der Behörden-Vertreter. 7. Begrüßungsansprachen ifür die Erez Jisroel ־Landes- Organisation (Öberrabbiner Duschinski, Jerusalem). 8. Referat Dr. Isaac!B r eue r: »Idee und Weckruf des Agudismus in unserer Zeit.« Mittwoch, den 11. Ellul (18. August), vormittags 10 Uhr: 1. Plenarsitzung. , 1. Wahl des Präsidiums urid/der Arbeitskommissionen. 2. Bericht der Exekutive. 3. Generaldebatte. (Schluß 2 Uhr) nachmittags 3 Uhr: a) Kommissionssitzungen b) Frauentaguu g c) Jugendtagung (Schluß 7%iUhr) ־ abends 9 Uhr: II. Plenarsitzung; Berichte der Landesorganisationen, Fortsetzung und Schluß der Generaldebatte. Donnerstag; Thor a. Donnerstag, den 12. Ellul (19. August), vormittags 10 Uhr: UI. Plenarsitzung. 1. Der gesetzestreue Chinnuch (Keren Hathora und Beth Jakob), Referent Rabbiner W. S. Jacobson, , Kopenhagen. 2, Die Bedeutung der Jeschiwoh für die nationale Existenz des jüdischen Volkes, Referenten Rabbiner J. Bloch-Telsiai und Rabbiner Eckstein-Sereth. 5. Taharas Hamischpocho. Referent Öberrabbiner Ungar, “Neutra. » nachmittag, 4 Uhr:. IV. Plenarsitzung; - ’ ־; ■■ ■■<:<■ ׳; 1. Selbsterziehung und: Mussar. Referent Rabbiner Laski, Sompolo. nachmittag, 6 Uhr: 2. Der Bericht der Royal Commission (Referate der;Exekutive und der Sochnuth). ‘ , abends, 9 Uhr: 1. Fortsetzung der Diskussion. , 2. Fortsetzung der Frauentagung. 3. Fortsetzung der Jugend tag ung. 4. Kommissionssitzungen. , Freitag und Sabbath: Erez Jisroel. Freitag, den 13. Ellul (20. August), vormittags, 9 Uhr: V. Plenarsitzung. 1. Berichte des Keren Ha jischuw - Direktoriums, der Sochnut, der Paläs׳tina-Zenträle und der Poalim- Zentrale in Tel-Aviv. 2. Diskussion bis zwei Stunden vor Schabbos. Samstag, den 14. Ellul (21. August), abends. 9 Uhr: VI. Plenarsitzung. Fortsetzung־ Und Schluß der Erez Jisroel - Debatte (Nachtsitzung). Eventuell gleichzeitig: Frauentagung. Sonntag, den 15. Ellul (22. August), vormittags, 10 Uhr: VII. Plenarsitzung. t. Uebersee-Auswanderung und Siedlung. Referent: Dr. Maximilian Landau, Berlin. 2. Soziale und ökonomische Aufgaben dev Agudas Jisroel mit besonderer Berücksichtigung der Poalim-Bewegung. Referent: L. From, Warschau oder F. Landenberg, Lodz. 5. Berufsumschichtung und Erziehung im Sinne Nathan Birnbaums, Refer, F. Weinrdb-Scheveningen. 4V Diskussion und Beschlußfassung. nachmittags, 4 Uhr: 1. Sitzung des Permaneiizausschnfsses zur Vorbereitung der Wahl der neuen Leitung. 2. Sondertagungen: a) Agudistischer Schriftstellei•־ bund. b) Frauentagung. ׳ c) Jugendtaguug. 3. Kommissionssit^i! ngen. Montag, den 16, EUul (23, August), vormittags, 10 Uhr; VJU',.. Plenarsitzung. 1, Die religionspolitischen Postulate der jüdischen Minderheiten in der Diaspora und die wichtigsten; Fragen des Chissuk-Hadass, Referent: Oberrabbiner A'; Lewin, Rzeszow. 2. Fragen der Gemeinde - Politik, Referent: J. M, Lew-in, Warschau. 5. Resolutionen. Ommar Quali Wien I, Kärntnerring 6 1• 11*43-0*16