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Jüdische Presse · 1937-07-30 · 24 (30.7.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
24 (30.7.1937)
Date
1937-07-30
Page
– (sequence 2)
Language
German
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*eichkitfs dös Bundeskanzlers und sind dessen sttdtet# iditll es iltniyääelt wie tof getingen wifti. 3en'^^''zif gefien^en Oft* Ööftftd? ^ewteseif ünd den die Standeverfassung, die mit den Watten »Im Namen 6—ttes« beginnt und die volle Gleiolt* beteehtigung allet Bürget statuiert, weist* Nur darin liegt aas Heil Oesterreichs und nur auf diesem Wege kann und wird es seine Ziele erreichen tiftd;%seine Mission int Zentrum der׳ europäiseben.. Die I stet Sisiitf •Jm®* «1״*2־ t 3*t. Bundesl^lfflejlfi*(ftTOpfi^DäÄM'KdaflS diR^ef Oester reich vor dem;,üebermitert dureb Äie' Näzt^ welle be^aKIt ÄM* ErMtdamit nicht infr-öfcstef« reieb, sondern atteb idef ganzen Kulturwelt einen unvergeßfleben Oien^tj; etnriesem ^0• iljfll Wesen der Kenessio Gedaulo Nicht ein Lebenszeichen, soffdein ein Zeichen des Lebens, der Orthodoxie, soll und muß sie werden, diese dritte!Kenessio Gedaulo. thre Einberufung muß als Aus* druck des Mutes ztttn Leben gewertet werden. Vieles türmt sich diesem Mut entgegen. Wir haben dabei weniger die wirtschaftliche Lage im Auge. Ein geschichtlicher Rückblick würde 1ms fast mühelos belehren, daß diese Lage schon ach so oft herrschend war, aber in dem vergangenem Jahrhundert ergibt sich kaum ein Beweis dafür, daß!hiedurch die Seelen erstickt und verschüttet worden wären. Aufrecht zogen die Ahnen durch alle iNiedrungen, aufrecht am Bettelstand, aufrecht den Weg zu den Scheiterhaufen. Allein wir haben etwas an* deres im Auge, wir meinen die Tatsache, daß diese wirtschaftlichen Bedingtheiten einen unheimlichen Einfluß ausüben, der. Churusenstolz beginnt zu schwinden. Der starke Glaube an uns selbst ist erschüttert. Es soll die vornehmste Aufgabe der dritten Kenessio sein, diesen Stolz wieder zu heben. Viele, nur allzu viele sind nicht mehr da, die auf der ersten und zweiten Kenessio uns . das •Herz schwellen ließen. Wir waren stolz darauf, daß sie die Unsrigen waren; die dritte!Kenessio muß'zeigen, daß wir die Ihrigen sind. Da tont es von allen Seiten, die Kenessio hätte vor allen Dingen praktische Probleme ihrer Lösung entgegenumführen. Das zerfällt in zwei ■Kapitel. Es kann nämlich femeint sein, welche Grenzen der Möglichkeiten die lalachah bietet; das ist aber Sache des rabbinischen Rates und darum sind dessen Beratungen in den Mittelpunkt der ganzen Tagung!zu stellen. Zeitlich wäre es von unendlichem Vorteil, wenn der rabbinische (Rat vor der eigeldlichen Kenessio sich versammeln und seine Ent- Schlüsse fassen würde. Sonst könnte Zeitenge Platz greifen. Wenn aber erst der rabbinische iRat in allen Punkten der Tagesordnung sich geäußert hat, darin gewinnen die Beratungen der Kenessio Gedaulo eine wirkliche Größe. Hat dio Halachah gesprochen, dann ist dies für jeden einzelnen Redner eine bestimmende Weisung. Dann ist man mit dem immerhin verführerischen 'Beweis der Phrase in .das).Geibiet des Ernstes gelangt. ,Man kann sich mit innerer Genügtuung vorstellen, daß dann die Beschlüsse der Kenessio in Harmonie mit der Halachali eine, wunderbare geschichtlich höchst bed'eu'tsämeveKfiindgebüng1 »für fdhna/Gedanken ,»׳tlerdAütoriität werden; ' - יי' ,׳ •י י*,,, ■י‘■'-. י-*''5■"׳•, -׳ ■[ Es erwächst aber ■dieser Kenessio und ihrem rabbinisehen Rat eine — wie wären versucht zu sagen —־ noch höhere1 Aufgabe, eine noch umfassendere. Realisten wiir- "den das einen realsiegenden ideologischen Eigensinn neunen. Aber es ,ist ja noch etwas anderes wankend geworden, die innere Einstellung zur Golah unter dem Druck der Golah; Das läßt sich zwar praktisch nicht so leicht ändern und bessern, aber wenn alle Versammelten unter dem Zeichen des prophetischen Geistes tief stehen,י wenn nicht -nur das Leid, sondern auch die Thora befragt würde, was sie zu dieser erneuten Schwere der Galuth zu sagen hat, wenn alle Aeußerungen in diesem Punkte ׳'aus dem Geist des Propheten Wad Plamien geschöpft werden, wenn Kraft zum Trotz und Trotz zur Kraft wird, dann ist die dritte Kenessio ein Hauch der Erlösung. P. K. AUFRUF V.' DES RABBINISCHEN RATES DER AQUDAS JISROEL ZUR DRITTEN KENESSIO GEDAULO. Der Geschäftsführende Ausschuß der Agudas Jisroel hat uns von seinem Beschlüsse Mitteilung gemacht, die dritte Kenessio Gedaulo für den Monat Ellul nach Marienbad einzuberufen. Gemeinsam mit ■dem Geschäftsführern den Ausschuß rufen wir die thoratreuen Juden auf, sich an dieser 'bedeutsamen Versammlung zu beteiligen, um die auf der Tagesordnung stehenden Fragen mitzuberaten. Die Lage ■unseres Volkes ist zur Zeit außerordeutlieh ernst. Jedes fühlende Herz empfindet die Wunden unseres zerrissenen und zerspaltenen Volkes. Wir leiden doppelt an Leib und Seele. Von, aaßen droht Zerstörung und von innen Verzweiflung. Viele, bittere Leiden, die bis ans Leben gehen, halben uns getroffen, und dabei ist die Zerstörung der inneren Werte weit größer als die Zer- . Störung der äußeren. Aber seit jeher sind wir an Leiden und Prüfungen gewöhnt, und der allmächtige G—tt hat noch stets seinem Worte die Treue gehalten: Das jüdische Volk lebt trotz aller Verfolg u n׳g en ■u n d ß e d r ü c k u n g e n , die es von Geschlecht zu Geschlecht erlitten. Jede!Not hat noch immer zu seinem geistigen und sittlichen Aufschwung geführt, alle geschichtlichen Erscheinungen dienen ihm. im Schmelztiegel der Armut wurde!unser Volk geläutert, daß es strahlend in Reinheit und Glanz aus ihm hervorging. Und so können wir trotz der Schwere der Gegenwart ׳uns ,trösten und hoffen, daß für unser Volk aus allem Herben Beglückendes erstehen wird. Wie unendlich wichtig ist daher, daß sich alle zusammenschließen, denen die Treue zu G—tt und zu seiner Thora Grundlage ihres Lebens ifej, die da wissen, daß unser Volk nur Volk ist durch Erfüllung; der Thora ■1und. ihrer. Gebote (nach der ׳Definition von S'adja Gaon), die zu würdigen wissen die Leistungen der Agudas jisroel während der 25 Jahre ihres ■Bestehens, wenn es galt, sich für das Wohl unserer bedrückten Brüder, wo. immer sie auch seien, einzusetzen, und dem 'Ansturm׳ zerstörender Eie*' mente Widerstand zu leisten. Daher erhebt Euch,, Ihr Großen in Israel und Ihr Delegierten der Kenessio Gedaulo, um Mittel und Wege zu finden, wieder aufzubauen den zerstörten G—tiesaitar und zu beenden die schwere Lage und die seelischen Leiden unseres Volkes! Sinnet iib6r die Mittel, die Stätten der Thora und der Jugenderziehung -idie'Grundlage des Hauses Israel *—־ festzugriindeh! . - , :• ׳ ... Sorget, daß die Besiedlung des Heiligen Landes und die dortige Erziehungsstätten erstarken in Reinheit und Heiligkeit! / ' Stärket die Hüt dek Sabbat und die /Reinheit des ׳Familienlebens!! >י Es werde diese große, Versammlung eine Quelle der Kraft und der seelischen Erweckung, zu erstarken in der Hingabe an den Hort: und Erlöser Israels,, in der Treue zu G—tt lind seiner1 Thora!! M Möge G—tt ,die;Versammlung mit Einsicht begnaden und ihr die Kraft verleihen, ihre Beschlüsse in Taten umzusetzen. ' •1׳ ׳ ׳Der G—tt Israels^möge die Seufzer seines Volkes liören, und das Herz der Irrenden zur Einsicht bringen, daß sie mit ganzem Herzep^zu ihm zurückkehren, daß die Herzen der Kinder dert'Weg zu ihren Vätern zurlickfinden, und dann ihre Gesundung gar bald emporblühe, wie es alle ersehnen, ■die an'dieser Hoffnung Festhalten, unter ihnen die Unterzeichneten,. die auf G—ttes Hilfe harren: Abrali. Mordecliai Alter, Gerr; Abraham Jakob v. Sad-agora, Wien: Abraham Jizchak Klein.!Nürnberg: Aron Lewin, Rzeszow: Aron Kottier, Kletsk: Aron Baksch, Schaulen;. Elchonön; Bunem Wassermann. Baranowicz; Elieser Hager, Wischnitz;’ Baruch Dauw Lei'bowitz, Kaminez: Dauw Bär, Qsorkow: Salinan Sorotschkin, Lutzka: Chajim Oscher, Radoschitz; Chajim Jakolb Ari, Razimin; Chajim Oser ■Grodzenski, Wilna: Chajim Meier Hager, Großwardein: Juda Leib Zirelsohn, Kischinew; Josef Zwi Duschinski, Jerusalem; Jfecheskel (Fialevi, ■Os!trovee: Josef Cahnemann, Ponniwech; Jakob Jizchak Don, Strikow; Jakob Meier ■Biedermann, Warschau; Jizchok Selig, Sokolaw; Jizchok ׳Bloch, Telsiäi; Jeschajohu Fürst, Wien; Israel Jizchok,, Skernewitz; Moshe Scholaum Josef von Bojan, Krakau; Mordecliai Scholaum Josef ׳von Sadagora, Przemysl; Menaehem Mündel Hager, Oberwischnitz; Meier Flakohen, Warschau;: Menachem iSemibo, Warschau-Praga; Mordecliai Rottenberg, ,Antwerpen; Nachum' Mordecliai Friedmann von Tschprtkow,, Wien; Esriel Munk, Berlin; Akiba Schreiber, Bratislava; Samuel Dawid Ungar, Neutra; Simon Juda Flakohen Skop,. Grodno. (Die!Namen sind na.cl\ dem hebräischen Alphabet geordnet, and zwar nach ,eleu ,Vornamen.) ׳ - ' t *J ■••'ל;;!. ■י'■‘. ׳.׳ I (V-;/'■ä.i*׳•■׳. r. VIA■ ■i I׳ii;u lei,,‘!.'.;■.׳.•.;•.,. U': '*.! 1■ Die Vorbereitungen für die Kenessio Qedaiulö Marieiibad stellt sclio'h^ heute ganz unter dem Eindruck der Kenessio Gedaulo; Das Vorbereitungskomitee und das vorbereitende Sekretariat haben bereits ihre Tätigkeit aufgenommen. Nach allen Richtungen wird eifrig gearbeitet. Auch die nichtjüdische Oeffentlichkeit sieht diesem Ereignis mit großem Interesse entgegen. Nachdem in diesen Tagen Herr Oberrabbiner Jonathan Florowitz (Jerusalem) und Herr Meier Sclienkolewski (New York) in Marienbad eingetroffen sind, sind die unter Leitung des bekannten Märionbafl,er;!־lotcliers•Herrn Kurt Leitner stehenden Vorbereit 11rigsaii‘beiten für den Kongreß in das entscheidende Stadium eingetreten. Das Kongreßbüro teilt mit, daß über 1000׳ Gäste. nicht nur aus europäischen Länclern, sondern auch aus Amerika, Asien und Atrika erwartet werden. Die von den Staats- und Stadtbehörden gewährten Ermäßigungen für Visa,; Bahnfahrten, Kurtaxe, Bäder 11 sw. ,haben überall'eine große Begeisterung hervorgerufen, so daß täglich Neuannxeklungen einlaufen. Eine große Anzahl von führenden Persönlichkeiten wie der bekannte Rabbi von Alexandrow, dev Rabbi von Sochoczow, der Rabbi von Spink, der Oberrabbiner Sehreiber von Bratislava 11. a. sind bereits in Marienbad eingetroffen. In den nächsten Wochen werden weitere?0 Rabbis und Thora fürsten,. die sich nach acht Jahren zum ersten Male wieder hier in Marienbad versammeln, um über die Probleme des Judentums zu beraten, eintreffen. Im Einvernehmen mit allen agudistisch'en Gruppen in Wien hat der Vorstand der Landesorganisation in seiner letzten Sitzung beschlossen, eine Einheitsliste aufzustellen. Diese Einheitsliste beweist;die Geschlossenheit der Wiener Agudisten und stellt eine machtvolle Kundgebung dar. Die österreichische Landesorganisation wird daher außer von den Mitgliedern des Geschäftsführenden Ausschusses und cles Rabbinischen Rates von den Zentralratsmitgliedern: Großrabbiner Abraham Heschel; Med.-Rat Dr. Isidor Reiniger, Salomou Aschkenazy, David(, Seidmann, von'den nächstehendeu auf Grund der Wahlordnung ernannten und ge wählteu Delegierten vertreten sein: Delegierte: Bondi Hermann, Pappenheim Moritz, Schechter Markus, Spitzer Ernst, Steinfela Julius, Teitelbaum Jakob, Weißbard Salomon. — Stell- Vertreter: Aschkenazy Lazar, Adler ,Emil, Frommer Isidor, Schapira Israel, Spitzer Alexander, Steiner Nathan, Türkl Salomon. 5. bis 11. September 1937 TedmJsche und LandwirtsdiäfRldie Messe bis 12׳ Sept. :־ ^DEtilTENDE FAHRPRE1SERMÄSZIGUNCEN Measeausw«!^ ä S ö.— bei der Wiener Me88e - A. G., Wien» VII,, Messepalast. — Eintrittskarten («um einmaligen Besuche der Rotunde 4 $ 2,50 oder des Messepalastes 4 S 2.—) bei den Kassenschaltern des betreffenden Messehauses‘ <׳־- f ^»4. ״«Irr,•. 4: r-tms, ¥5 * r#• um mm Wönn nkltt alle Anzeichen tfltieiiv ־־dütfte der Plan eitier Dreiteilnng Palästinas in der vorgeschlagenen Form ׳bereits torpediert ,sein» Wenn Juden und Araber diesen so entschieden ableltnen, wenn das englische Parlament sich diesem gegenüber so kritisch verhält» wenn schließ* lieh verschiedene auswärtige Staaten aus mannigfachen Gründen ernste Einwendungen erheben —* so dttrTte das englische Kabinett kaum noch so viel Energie aufwendon, um die seitens der Mandatskommission und cles Völker* bundrätes zu erwartenden Wklerstäntle Zu überwinden und auf die Durchführung des Patästinaplanes zu beharren. Wie sich die Dinge nunmehr weiter entwickeln wer* den, bleibt abzuwarten. Es könnte sein; daß es zwischen Juden Und Arabern zu einem Modus vivendi kommt; es ist auch nicht ausgeschlossen, daß diö Londoner Regierung sich bereit erklärt, den Plan derart zu modifizieren, daß er allen Interessenten annehmbar erscheine. Es könnte aiber auch geschehen, daß England den Plan überhaupt fallen läßt und zunächst versucht, die bisherige Politik in Palästina unter den a!!■gekündigteii Voraussetzungen — Ein* schränkung der jüdischen Einwanderung und des Bodenerwerbes durch Juden — fortsetzt und erst in einem späteren Zeitpunkte einer Lösung dieses ׳Problenies nähertreten werde. Wesentlich viel wird auch von der Stellungnähme des am 5. August in Zürich /,usammentretenden Zionisteiikongresses ab'nängen. Bleibt somit die weitere Entwicklung der Dinge abzuwarten., so kann man dennoch nicht umhin, schpn heute gewisse Feststellungen zu formulieren. Vor allem ist darauf ninzttweisen, daß die Flalttmg der Araber von ganz anderen Erwägungen geleitet wird, als die der. Juden. Für die Araber würde es schon eilten Erfolg, bedeuten, wenn der Plan nicht zur Durchführung gelangte.!Sie würden dann ihre bisherige Dolitik foivtsetzen, die weitere Ent- Wicklung des jüdischen Aufbauwerkes stören und hemmen, wobei sie noch stärker als bisher auf direkte und in direkte Unterstützung seitens der _ Palästinaregierung reellnen dürften. Ganz anders stellt sich die Sachlage hinsichtlieh des jüdischen Standpunktes. Die Fortsetzung der bisherigen englischen Politik — selbst ohne neue Eihscliränkungen, geschweige denn mit solchen — würde eine Unterbincfiing des jüdischen Aufbauwerkes; einen unuinterbrochenen Kampf um jede Position bedeuten. YVie der Kampf auch' im Endergebnis ausgehen werde —^■ ■vorläufig gera- ׳ten die Juden ins Flinterireffen und sind die. Verlusttrüber. Wenn der Palästinaplan im englischen Parlament soviel und •so vielseitigen Widerstand gefunden hat, so wäre es eine Selbsttäuschung, wollte inan daran irgend welche weitgehende ■Hoffnungen für die jüdische Sache knüpfen. Von Lord Samuel abgesehen, den ja kein geringes Ausmaß an Schuld für den Stand der Dinge trifft, kann die Frage nicht unterdrückt werden, warum denn die. Flerren Lloyd George, Churchill usw, bisher zur englisehen Palästinapolitik geschwiegen haben. Warum machten sie ihren Einfluß nicht dahin geltend, daß England verpflichtet ist, das Mandat so durchzuführen. wie es ihm anventraüt worden ist? Es ist sehr bequem, zu einem bestimmten Projekt »Nein« zu sagen, wenn, man aus diesem .»Neint? nicht die (,sich ergebenden '.'.Konsequenzen ziehen niiiß.;' Und' 'was. die Haltung verschiedener Mächte;,apb.e- ■trifft,' so' darf nicht übersehen weiden, daß diese von ganz anderen Beweggründen ausgeht, als um■ die Rechtender Juden in Palästina zu stützen. Polen und Rumänien beispielsweise möchten sich von den jüdischen Massen »entlasteu«. Dies muß nicht gerade auf dem Wege nach Palästina sein. Italien verfolgt seine eigene Araberpolitik und hat ganz andere Ziele im Auge, als die zionistischen Bestrebungen zu begünstigen. Nur die USA. hätten ideelle Beweggründe für ihre Stellungnahme, aber diese wird immer eine mehr passive als aktive sein. Allenfalls lehnt Washington die Uebernahme des Palästinamandates entschieden ab. Ein positiver Effekt ist auch von dieser Seite nicht zu erwarten. Es ist nicht feststehend, .ob die Behauptungen gewisset• zionistischer Kreise, Dr. Weizmann hätte sich mit dem Palästinaprojekt abgefunden, den Tatsachen entspreeben. Aber sollte dies der Fall sein, dann wäre dies angesichts der gegebenen Sachlage nicht unbegreiflich. Die Gefahren, eines absoluten »Nein« seitens der Zionisten sind nicht zu uaterschätizen. Mit gewissen Modifikationen könnte ' das Projekt als erste Etappe, wenn auch unter Protest und Vorbehalt, »geschluckt« werden. Die Tatsache, daß der Begriff eines Judenstaates in das Wörterbuch der internationalen Politik aufgenonunen wird, ist von einer gewissen Bedeutung — und was die Zukunft bringen wird, das kann kein Mensch voraussehen. Die plötzliche Angst vor den auf den Bergen sitzenden Arabern erinnert vielfach an den Kleinmut der »Meraglim« und ist der Nachkommen der Makkabäer unwürdig׳. Das jüdische Volk hat schon schwierigere Aufgaben gelöst. David hat mit einigen Kieselsteinen den Riesen Goliath besiegt. Daß Jerusalern vorläufig nicht die Flauptstadt des neuen jüdischen Staates sein soll, ist gefühlsmäßig furchtbar schmerzhaft. Praktisch aber könnte die Flerrschaft über diese Stadt mit ihren heiligen Stätten für Christen und Moslims nur eine Quelle für Verwicklungen und Gefahren für das J11dentuiu in der ganzen Welt bilden. Wie leicht könnten da »Zwischenfälle« heraufbeschworen werden. Vorübergehend soll also England dort die Wacht halten... Das Palästinaprojekt weist׳ zweifellos viel Schattenseiten auf — aber auch gewisse Vorteile dürfen angesichts der gegebenen Sachlage nicht übersehen werden. Die absoluten »׳Nein«-Sager •könnten׳ unter Umständen nur eineu Pyrrhus-Sieg buchen. ■ t / Wie dem auch sein mag: für die glauhenstreuen Juden bedeutete all das, was in •Palästina bisher geschah und in nächster Zeit geschehen wird, nicht d i e Erlösung, die sie seit 1870 Jahren erhoffet! und täglich in ihren Ge- ■beten erflehen. Wenn einmal die von den Propheten verhedßene »Geulalu kommen wird, dann wird es keine Widerstände geben, wenn G—tt Zion erlösen und Jeruschulojim wieder aufbauen wird, dann wird die Politik nichts dreinzuredeii haben. Allein diese »Geulah« ist an besummte Voraussetzungen geknüpft, die in unseren heiligen Set!ritten klar formuliert sind: Wenn die Juden wieder em heuiges Volk sein werden, dann wird ihr Recht auf das Heilige- Land von niemandem bestritten werden könneu. Unsere Hoffnung auf die 4 Erlösung vom Himmel, Glaube au das Erscheinen des Messias bleibt unerscliuttert — mögen die heutigen Machthaber in London und Geld, in Rom und Bagdad, in Warschau und Bukarept, m Berlin und in der Omarmosehee wie immer ent* scheiden, Reg,״iRat J. Kreppe!,

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