Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 24 (30.7.1937)
- Date
- 1937-07-30
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Notiftove v^pfaine povolefig fiadit pw§l a Üfifriföt Bratislava 4h$,4i$72dll*2ö vom Verie*ef versendet Myu■,«;!־. י5־•- . , '1"^ LAVA ־׳ז;•!1 Li.. Redaktion und Administrationt Wiefl,fl., Malzgasse 12a, Telephon-iNr. A-46-0-13: Tschechoslowakei: Bratislava, Republikpläfr. Nr, 57. Postfädh 381 / Erscheint>vjede11 Freitag / Redaktionsschhtn: MitttoöClii^ .:.Äti^&;i; . ,..—,..,:jw.,.., ...... Abonnementpreise: Ganzjährig: für ()Österreich .־S'Vllf, Tschechoslowakei Kc §0, jugoslaAvren ,Dinar 150, ttfäk übrige Ansland Schw. Fr. 14. Einzelnummer öst. GA1'!40. Zahitingen fiir »jüdische Presse«, Wien, auf 'folgfettHi^dstsparkasserikonti: Wien Nr. 0*93.614, Brünn 'NF*־T26.058, Budapest Nr. 30.170,: Warschatt (Nr. 193.316, Zagreb, Nr. 40.217,; Zürich Nr, VIII, 4117, .Berlin ׳Nr, 122.619; , für »jüdtetihe Presse«, Bratislava: Prag Nr.53v3S6iW ORGon für Die inTeRessen Des 0RTH0D0Hen juDem־um m m An unsere geehrten Leser! Infolge anderweitiger Beruflicher Inanspruchnähme haben sich die bisherigen Leiter der Arbeitsgemeinschaft für die »Jüdische Presse« gezWuiigen gesehen, diese Arbeit anderen Männern zu übergaben. Bis zur Einalisierung der diesbeziiglich’en Verhandlungen mußte bedauerlicherweise inr Erscheinen der » jüdischen Presse« eine kurze Unterbrechung eintreten. Diese Verhandlungen sind nunmehr zum Ab- Schluß gelängt und wird die »Jüdische Presse« von nun an wieder Tegelmä ßig und pünktlich zur Ausgabe gelangen. Die redaktionelle Leitung der »Jüdischen Presse« befindet sich nun in Händen eines promihenten Publizisten, der unter Mitwirkung eines Stabes voti Mitarbeitern alles daransetzen wird, d a s g e ist i g e Ni v e a u d es Bla 11 e s i n i n form a t i v e r, p u b 1 i z i s t i s c 11 e r u n d I i ter ar i s che r II i n s i c h t z 11 h e b e n und allen Anforderungen der Zeitverhältnisse Rechhung■ zu tragen. Die »Jüdische Presse« soll das Blatt des orthodoxen Judentums sein, das die Leser einerseits über alles, was Juden und Judentum berührt, sä c h l i ch informiert, andererseits zii allen aktuellen Erauen vom Gesichtspunkte des glaubenstreuen Judentums. Stellung nimmt und diesem dazu verhi Ift, im jüdischen Ufföni-j lieh en Leben diejenige 'Position einzunehmen, die ihm Cfualitäiivund quantitativ gebührt. Das orthodoxe Judentum soll mit Hilfe seines Zentralorgans aktivisiert werden und seine Stirnme soll überall dort'Gehör finden, wo über alle Probleme entschieden wird, die direkt oder indirekt die jüdischen Interessen tangieren. Es soll aber auch im Innern erstarken und sich seines moralischen Schwergewichtes bewußt werden, damit es umso energischer seine Belange vertreten und verfechten könne. Den bisherigen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft sagen wir für ihre mehrjährige eifer- und aufopferungsvolle Arbeit, zuweilen unter schAvierigen Umständen, aufrichtigen Dank und knüpfen daran die Erwartung, daß. sie der » jiidisehen Presse« auch weiterhin mit Rat und Tat mitarbeitend zur Seite stehen werden. Von den glaubehstreuen Juden erbitten und erwarten wir eine; weitgehende Förderung und Unterstützung des Organs, das ihr Sprachrohr ist und sein will. Die Redaktion. ־ Wegen beruflicher Inanspruchnahme hat der bisherige Herausgeber und Hauptschriftleite!־ der »Jüdischen Presse«, Herr David Türkl, seinen schon lange gehegten Entschluß, diese Aemter niederzulegen, verwirk-־ liebt. Aus rein formellen Gründen wird das seinen )Namen tragende Impressum erst in einigen Wochen geändert werden können. Fünf •Jahre sind ge>viß eine kurze Epoche in der Entwicklung eines!Presseorganes, dessen Aaifgabe es war und bleibt, Hüter der jüdischen ׳Lehre und Tradition zu sein, ׳Mahner und Rufer im Kampfe der . Wedtanschaunngen und Ideen. Denrioch mag das halbe Jahrzehnt, das seit der. Uebernahme, der »Jüdischen Presse« durch eine Arbeitsgemeinschaft unter, meiner Führung verstrichen ist, mir das!Recht geben, mit Worten des Rückblicks öff entlich von Lesern lind Freunden dieser Zeitung Abschied zii nehmen. ^Die Aufgabe war nicht leicht, die uns,gestellt, wur־■ de. Es gult,. die Stellung der »Jüdischen.Presse« im öffeutr liehen Leben zu festigen, die Interessen der -Orthodoxie, die von verschiedenen Seifen bedroht wurden, zu verteidigeu,' Wji'r wußten, 4a# wir unserer . verantwortungsschwedtei Jahte ButaleskaM&etsUtafl Sckusämi^ Oesterreich beging in clei• laufenden Woche zwei' Gedenktage: an! 25. Juli jährfe sich zum dritten Male! der Todestüg des Märfvrerkanzlers Dr. Dollfuß und am .29. Juli sind es drei Jahre geworden, seitdem Bundeskanzler Dr. v. Schuschnigg־ das Erbe desselben angetreten hat. Es waren damals schwere Tage, die Oesterreich erlebte. Der Kanzler, der den Neuaufbau Oesterreichs in die Wege geleitet hat, war einem ruchlosen Verbrechen zum Opfer gefallen. Es war wohl gelun- •gen; dem gleichzeitig geplanten Attentat auf clie Unabhängigkeit und Selbständigkeit Oesterreichs einen Riegel vorzuschieben und diese Versuche, allerdings unter schweren Blutopfern, im Keime zu ersticken. Aber diese Gefahr war nur mpmentan gebannt und wie die Dinge lagen, mußte mit erneuerten dahingehenden Versuchen gerechnet werden. Diese sind auch nicht ausgeblieben, wenn auch mit anderen Mitteln. Nachdem die. Gewalt versagt hat, wollte man mit List zum Ziele gelangten. Wenn der Wincl esjnicht vermochte, Neu- Österreich zur Ablfegudg/ seines Mantels zu veran lassen, wollte inan es niit Hilfe der Sonne versuchen. Auf »friedlichem^ Wege« sollte die mit, dein Geiste, •;des\WätiöhäT^dziMfämüf>e^eläÄf-(.Wfe'rd.Öh,;!'‘'iii1ttels5 eines »trojanischen ,Pferdes« /.wollte sich der, Ge gner in die verteidigte Festung einschleichen. Gleichzeitig fehlte es aber auch nicht an Drohimgen, wieder zur Gewalt zu greifen, wenn der! Verteidiger »hartnäckig« bleibe und sich nicht »gjeielischalten« lasse/ Eine Flüsterpropaganda setzte ein,, die .alle Tricks und alle Finessen zur Anwendung brachte, um die öffentliche Meinung zu verwirren, um im Trüben fischen zu können. Gleichzeitig war auch der' internationale JTor.izont ernstlich umdiistert. Dem /Krieg in Abessin i en folgte der Bürgerkrieg in; Spanien, verschärfte sich die Weltwirtschaftskrise, die Währungen der best fundier ten Staaten gerieten ins ren Aufgabe mir] unter Mitwirkung•: der Führer unserer giaubenstreuen Gemeinschaft gewachsen sein würden! So sei denn festgestellt, daß wir vielfach opferbereite Unter- Stützung und tatkräftige Förderurig gefunden haben, für die an dieser Stelle gedankt sei. ' Während unsere r Amtspe riocle wu rde der Kamp f um die Erlangung der vollen Gemeinde-Autonomie für die Orthodoxie in Wien geführt. Dabei kam der »Jüdischen Presse« bestimmt eine sehr wichtige!Rolle zu. Genügtuung darüber, daß sie ihre* Pflicht erfüllt hat, darf wohl meine Kollegen und mich erfüllen. 1 Gewiß, der Leiden gab es iinriier noch mehr. Berge von Unverständnis waren zu übersteigen. Gleichgültigkeit und Interesselosigkeit auf m'aaichen Seiten Waren die. Steine, die mitunter nur unter unsagbaren Opfern aus dem Wege geräumt werden konnten. Doch die!Leiden sollen vergessen sein, ln dem. Augenblick, da ich als letzter unter . den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft aus der »Jüdischen Presse« scheide, 11,mysie einem bekannten Jiiduschen Publizisten; zu überantworten, sei die Hoffnung ausgesprochen, daß die Freunde uncl Leser der »Jüdischen Presse« all die Sympathie und die Förderung, die sie dem Blatt unter meiner. Leitung :angedeihen ließen, auch auf meinen Nachfolger übertragen werden. Mögen die Leser der »Jüdischen Presse« wissen, daß eine schwere Last ׳und Verantwortung auf dem Leiter dieser Zeitung־ ruht. AIögen sie wissen, daß die »Jüdische Presse« niemals Selbstzweck war oder sein wird. Sie stellt im Dienste unserer glaubenstreuen Gemeinschaft, für die zu kämpfen diese Gemeinschaft selbst ihr ermöglichen imiß. David Türkl. rmr'T: Abj>־leiten und risseii auch andere mit. Mit einein Worte: es war eine Zeit, die an jeden Staatsmann die größten Anforderungen stellte und ein hohes Maß von Geschick]ichkei t, ' Yoranssicht und Festigkeit erforderte. Daß es dein Bundeskanzler Dr. v. Schuschnigg trotz all dieser Gefahrenmomente gelungen ist; seinen Weg ziel bewußt und unbeirrt weiter zu gehen, daß er das Staatsschiff über alle Stürme und Klippen hinweg in ruhigere Gewässer leiten konnte, daß der Neuaufbau des Staates fortgesetzt werden konnte und daß es möglich war, allen Gefahren auszuweichen, allen Verlockungen und allen Droh ungen zu widerstehen — düs ist eine Leistling, die sich sehen läßt und die vielleicht erst der künftige Historiker voll und ganz zu AviiFdigen rver^ eben Avird. Allerdings sind schon heute';'., 1alle vaierländisch gesinnten Oesterreicher von dieser Erkenntnis durchdrungen, und. deß- Avegen zollten sie am dritten Jahrestage der Biindeskanzlerschaft D1*. v. Schuschniggs diesem volle Anerkennung/ ebenso wie sie am 25. Juli dem Andenken des Märtyrerkanzlers Dr. Dollfuß die verdiente Würdigung zuteil werden ließen. ׳ reichäי in /güten nnd sicdieren pfänden beendet und sehen der Zukunft wohl mit dem angesichts der Verhältnisse; immerhin gebotenen Ernst; aber auch mit Zuversicht entgegen. Was bisher. gelüiL geU ist, dürfte auch Weiterhin gllickän. , Gemeinsam mit aüeii . vaterländisch gesinnten Oesterreichern stehen die Juden Österreichs voll und ganz hinter dem;;Bundeskanzler, Und seinen Kurs und dieser kann jederzeit auf die volle Mitarbeit dieses Bevölkerungsteiles rechnen, obAvohl der .N e ua u f bau Oester re ich gerade diesem nicht unwesentliche Opfer auf erlegt. Die Juden Oesterreichs mußten im Zuge des Neuaufbaues des Ständestaates gar manche Position politischer, sozialer und kultureller, noch mehr aber Wirtschaftlieber Natur auf geben, ohne hiefiir in der Neu- Ordnung einen entsprechenden Ersatz zii' finden. Auch andere Schichten haben gewisse Opfer bringen müssen, keineswegs aber in diesem Ausmaße. Wir Wollen am heutigen Tage darüber keine Klage erheben, Avohl wissend, daß dieser Aufbau uns von Avösentlich größeren Gefahren bewahrt hat. Aber eines darf wohl gesagt werden: eine Bevölkerungsschichte, auf die die Staatslenker immer und jederzeit rechnen dürfen, verdient möglichste Berücksichtigung ihrer eigenartigen Lage, die ein Produkt eines historischen Prozesses. und einer geschichtlichen Entwicklung ist, Wenn gewisse Gruppen und Richtungen der Meinung sind, man könnte mit dem »Judenpunkt« den Nationalsozialisten den Wind aus den Segeln nehmen, so befinden sie sich in einem großen Irrtum, Nach dieser Richtung können/die Nazi nicht liberlizitiert werden und jedes Entgegenkommen, das diesen gezeigt Wird, stärkt nur ihre Position und ist Wasser auf ihre Mühlen. Wenn man mit dein Arierparagraphen spielt, so ebnet man in״ direkt den Weg für jene, die diese Parole npr ,njs Deckmantel für andere Bestrebungen bepützeü» die alles eher sind als Ziele und Mittel fiiiy die A ufrecht erb altünjg der Selbständigkeit und WnaBt hängigkeit Oesterreichs, DärUber ist man sjch uu L maßgebender Stelle längst im klaren. Die Juden Oesterreichs stehen treu lind fest zum Oesterr Die fiteisweäe fauMiUsfietüdte ווווווווו1ווווווווווווווו<ווווווו1ווווו!וווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווווו1ו aus det weiUekatutien Kwstweekstötte iiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiimuuuuiuiuuiiuuuiuuuuuuuiiiiiiiiiimiiuiiiiiiiiiimuii 3 Wien!. Kärntnerring 6•Tel. U-43-0-16