Mannheim
Compact Memory

Jüdische Presse · 1937-06-25 · 23 (25.6.1937) · page 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
23 (25.6.1937)
Date
1937-06-25
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2629891-2630682-2630705--5527-2637883
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

Seite 2 JÜDISCHE PRESSE Nr23 .־ Die Mitglieder der ״arabischen Opposit i o n", die ihren Hauptsitz in Bethlehem und dem behach barten ©et Dschalla!hat, führen eine intensive Pfogaganda für den Plan der Teilung Palästinas durch. Diese Aktion hat eine scharfe Gegenpropaganda von seiten der Anhänger des Mufti ausgelöst, deren Angriffe sich besonders gegen den Bürgermeister von Bethlehem, Issa Bendak, richten. Wie die arabischen Zeitungen melden, soll unmittelbar nach der Veröffentlichung des Berichtes der Kgl. Kommission ein arabischer Kongreß zusammentreten, zu dem auch Syrien, Transjordanien und der Irak Vertreter entsenden werden, um die Richtlinien der arabischen Politik einheitlich festzulegen. Wauchope und Spicer nach London abgereist High Commissioner Sir Arthur Wauchope und der Generalinspektor der Palästina-Polizei Roy G. Spic e r haben sich am Montag, den 21. Juni, im Flugzeug nach London begeben. Vor seiner Abreise empfing der High Commissioner den Mufti, mit dem er eine längere Besprechung hatte. Ormsby־־Gore: In Palästina herrscht ArbeitersUeberf luß In der Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Davis Adams erklärte Kolonienminister O r m s b y- Gore im Unterhaus: ״Ich weiß, daß es sowohl unter Juden wie unter Arabern Arbeitslosigkeit in erheblichem Maß gibt und daß weit entfernt von dem Vorhandensein eines Mangels an Arbeitskräften ein Ueberfluß an solchen besteht." Die abgelehnten Zertifikate bereits verteilt Wie die J. T. A. von zuverlässiger Seite erfährt, hat die Palästina-Regierung die Verteilung der 220 von der Exekutive der Jewish Agency abgelehnten Zertifikate aus der letzten Schedule bereits selbst vorgenommen. Paläst'inasTagung der Mandatskommission am 30. Juli Die;Ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat am 15. Juni ihre ordentliche Tagung geschlossen. Es wurde bekanntgegeben, daß die außerordentliche Tagung der Mandatskommission, die ausschließlich Palästinafragen gewidmet sein soll, am 30. Juli eröffnet wird. Der Mufti an Präsident Roosevelt Der Mufti von Jerusalem hat in seiner Eigenschaft als Präsident des Obersten Arabischen Aus- Schusses am 21. Juni an Präsident Franklin D. Roosevelt ein Telegramm gesandt, in dem er erklärt, der Oberste Arabische Ausschuß verfolge mit tiefer Besorgnis die von jüdischer Seite unternommenen Anstrengungen, die Vereinigten Staaten von Amerika für eine Stellungnahme gegen die gerechten Forderungen der Araber, in ihrem eigenen Lande frei leben zu können, zu gewinnen. Ein ägyptischer Vorschlag Die ägyptische Tageszeitung *,El Mokattam" berichtet, daß der Vorsitzende des ägyptischen Regentschaftsrates, der bis zur Großjährigkeit und Salbung des minderjährigen Königs Farouk die Regierungsgeschäfte leitet, Machamad Ali, von London aus ein Schreiben an Außenminister Eden und High Commissioner Sir Gynäkologische Beckentiefbäder in Franzensbad. Seit einigen Jahren werden in Franzensbad Beckentiefbäder in zahlreichen Fällen mit den besten Erfolgen angeiwendet. Die durch eigens konstruierte, gesetzlich geschützte und zum Patent angemeldete Einlagen in die Badeiwannen erzielte Hochlagerung der Beine, fozw. Beckentieflagerung bewirkt eine wesentliche Steigerung der Blut- und Lymphzirkulation, die Durchtränkung der Gewebe und eine bedeutende Erhöhung der Aufsaugung. Diese Becken tief bäder sind besonders zu empfehlen bei allen Fällen .׳gynäkologischer Affektionen, wo zur Aufsaugung von Exsudaten und anderen Entzündungs- Produkten,!wie zur besseren Ernährung der Organe, so bei hypoplastischen Zuständen, bei Störungen der Eier- Stockfunktionen, Kinderlosigkeit usw. erhöhte Blutfüllung des ©eckensystems notwendig ist. Arthur Waüchope über das Palästina-Problem gerichtet hat. Machamad Ali schlägt folgenden Plan vör: Da Palästina ebenso wie das benachbarte Syrien unter Mandatsregime stehe, sollen sich beide Länder über eine Vereinigung auf der Grundlage eines föderativen Systems nach Schweizer Muster verständigen. Eine solche Lösung würde sowohl für die Araber als auch für England und Frankreich, die damit die arabischen Sympathien gewinnen würden, von Vorteil sein. Die indischen Mohammedaner an Zunkunft Palästinas interessiert Laut dem offiziellen Kommunique, ‘ das nach der britischen Reichskonferenz herausgegeben wurde, hat Kolonienminister Ormsby-Gore der Konferenz einen Bericht über die Entwicklung in den Kolonien und Mandatsgebieten während der letzten Jahre unterbreitet. Besonders eingehend wurden dabei die gegenwärtigen Schwierigkeiten in Palästina behandelt. Es wird festgestellt, daß die Feindschaft zwischen den beiden entgegengesetzten Elementen und ihr Mißtrauen zur Palästina-Regierung, die die undankbare Aufgabe habe, durch eine gerechte und loyale Handlungsweise beide Seiten zufriedenzustellen, gewachsen sind. In der Debatte wies der Vertreter Indiens, Sir Mohammed Safralla-Khan, auf das große Interesse hin, das die indischen Mohammedaner an der Zukunft Palästinas haben, und betonte die Notwendigkeit einer gerechten Lösung des Palästina-Problems. Minister Ormsby-Gore erklärte sich bereit, mit dem Vertreter Indiens die von ihm berührten Prägen zu erörtern. Die jüdische Tragödie in Polen Prozesse Vor dem Kreisgericht in Krakau hat am 14. Juni der Prozeß gegen den Pührer der Nationaldemokraten im Kreise Krakau, Adam Doboszynski, begonnen, unter dessen Führung 150 uniformierte Nationaldemokraten im vergangenen Jahr einen Putsch auf das Städtchen Myszlenice unternommen und j u d e nfeindliche Ausschreitungen begangen hatten. In einem vor kurzem durchgeführten Prozeß sind Teilnehmer an diesem Putsch mit leichten Strafen davongekommen. Das Kreisgericht in Brest-Litowsk hat den 18jährigen Wolf C z er b o w s k i, der den Polizisten Kedziora vor dem Laden seines Vaters erstochen hat und damit den Anlaß zu dem Pogrom in Brest-Litowsk gab, zum Tode verurteilt. Im Gegensatz zu dem Prozeß gegen Chätzkelewicz hatte der Staatsanwalt es ausdrücklich abgelehnt, alle Juden in diesen Kriminalfall hineinzuziehen. Er versicherte dem Gerichtshof, daß er mit ebensolcher Schärfe gegen die Schuldigen an ־lern Pogrom vorgehen werde, sobald es dazu kommen wird. Die Versuche des Vertreters der Privatbeteiligten, des berüchtigten nationaldemokratischen Anwalts Kowalski, dem Prozeß eine allgemein judenfeindliche Wendung zu geben, blieben erfolglos. Auch die ersten Prozesse gegen Pogromisten von Brest haben bereits stattgefunden. Es wurden Kerkerstrafen bis zu einem Jahr verhängt. Morde und Pogrome In seinem Hause in Kosno, Ostgalizien, wurde der Jude Naphtali Ringel von unbekannten Tätern durch das offene Fenster erschossen. Die Polizei fahndet nach den Mördern. Im Städtchen S t a n i n wurde der jüdische Kaufmann Seitenholz von einem Bauern, von dem er die Be- Zahlung gekaufter Ware forderte, ermordet. Bei Sassow ist ein greises jüdisches Ehepaar bestialisch umgebrac h.t worden. Zwei verdächtige Individuen sind in Haft. * s ‘ Eine weitere Bluttat ereignete sich in dem Dorfe W o j s k a in der Nähe von ׳ Rawa-Mazowieck. Hier wurde in der Nacht zum 20. Juni der 38jährige jüdische Obsthändler Nathan Lichowski, von Huligans ermordet. Die Täter wurden verhaftet. Zu schweren antijüdischen Ausschreitungen kam es Samstag, den 19. Juni, in Czenstochau. Ebenso wie in Minsk-Masowiecki und in Brest-Litowsk war auch hier der unmittelbare Anlaß für den Pogrom die Ermordüng eines Polen durch einen Juden. Im Verlauf eines Streites zwischen dem 36jährigen jüdischen Fleischhauergehilfen Josef Bendrak und dem polnischen Eisenbahnbediensteten Stephan Baran zog der erstere einen Revolver und schoß Baran nieder. Baran war sofort tot, Bendrak wurde verhaftet. In dem offiziellen Polizeibericht wird betont, daß dem Streit lediglich persönliche Motive zugrunde lagen. Trotzdem fand am Abend auf einem der Hauptplätze der Stadt eine antisemitische Kundgebung statt, in deren Folge um 8 Uhr abends die Unruhen begannen, die bis halb 12 Uhr nachts dauerten. Vereinzelt kam es bis in die frühen Morgenstunden zu Ueberfällen auf Juden. Zahlreiche jüdische Geschäfte wurden demoliert und angezündet und eine Anzahl jüdischer Passanten verletzt. Der angerichtete Schaden ist beträchtlich. Nach weiteren Meldungen hat eine Bande von Huligans unter der Führung des Nationaldemokraten Bogdan Sablonski einen Ueberfall auf die jüdischen Einwohner des Dorfes Mulaczyce, Kreis Sarni, ausgeführt. Zahlreiche Juden wurden schwer mißhandelt. Aehnliehe Exzesse ereigneten sich im Dorfe P r z a n a. Ebenso ist es im Städtchen Naszielsk, Warschauer Wojwodschaft zu schweren antijüdischen Ausschreitungen gekommen. Hingegen wurden sämtliche nationaldemokratischen Huligans, die wegen Teilnahme an den antijüdischen Ausschreitungen in Kamien-Koszyrski verhaftet worden waren, freigelassen. Wirtschaftlicher Pogrom Der in Posen tätige ״Polnische V e r e i n", hat ei׳ sich zur Aufgabe gemacht, in den ״verjudeten" Städten Polens, polnische Händler ׳und Handwerker anzusiedeln. Vor kurzem wurden in einer Anzahl Orte Ortsgruppen gegründet. •Die Regierungsbank ׳hat dem Verein 100.000 Zloty zur Verfügung gestellt, um Personen, die sich in vornehmlich von Juden bewohnten Orten ansiedeln wollen, Anleihen zu gewähren. Der Aufruf, den die antisemitischen Zeitungen nach dem Pogrom in Brest-Litowsk an die christlichen Kaufleute, insbesondere Posens, gerichtet haben, nach Brest- Litowsk zu kommen und dort ah Stelle derruinierten jüdischen Geschäfte neue, christliche Läden zu eröffnen, hat die entsprechende Resonanz gefunden. Zahlreiche christliche Kaufleute und Händler aus der Posener und Pommerellenschen Gegend trafen in den letzten Tagen in Brest ein, tim sich dort zu etablieren. Bisher ist jedoch der Erfolg dieser neuen Vemichtungstaktik gegen die jüdische Kaufmannschaft, die ganz nach .hitlerdeutschem Muster erfolgt, nur ganz gering, da sich sogar die völlig ruinierten jüdischen Geschäftsleute weigern, ihre Läden zu verkaufen. In Posen hät eine Konferenz der polnischen Schulbücherverleger stattgefunden. Es wurde beschlossen, mit Beginn des neuen Schuljahres jüdischen Buchhändlern keine Bücher mehr in Kommission zu geben. Hetzreden im Sejm Im Sejm haben einige Abgeordnete, unter ihnen General Zieligorski, ־der Eroberer von Wilna, scharfe antisemitische Reden gehalten. Aber jüdische Hilfe Die Aktion für die Opfer des Brester Pogroms erfaßt immer weitere Kreise des polnischen Judentums. Die Zahl der Provinzkomitees wächst von Tag zu Tag. Jede Stadt und jedes Städtchen ist eifrig bemüht, in dem Wettstreit jüdischer Hilfsbereitschaft und brüderlicher Solidarität nicht nachzustehen. Auch das jüdische Ausland ist bestrebt, die furchtbare Not nach Kräften zu lindern. So hat letzthin das jüdische Hilfskomitee in Buenos Aires für die Opfer der letzten antijüdischen Ausschreitungen in Polen eine Summe von 100.000 Zloty nach Warschau überwiesen. Das Komitee setzt seine Sammeltätigkeit fort. £u% SmdwUwiteH det Hataüett oh die> TalascUas (Beitrag zur Geschichte beider Sekten.) Schluß. In dem bereits veröffentlichten Teil dieses vom 21. iKislew 5656 datierten Send- Schreibens, versucht das damalige Oberhaupt der Karaiten in Rußland, Nissim Bo- Ikhizob, mit den Falaschas in Abessinien eine Korrespondenz anzuknüpfen und macht ihnen Mitteilungen über die eigene •Sekte. Es gibt noch weitere 5000 Glaubensgenossen des karaitischen Kultus, die in Kairo, Aegypten, Palästina, Konstantinopel und in einigen österreichischen Städten zerstreut leben. Wir anerkennen bloß das xnosaische Gesetz, indem wir alle seine Vorschriften und Gebote auf ein Jota befolgen, ohne was hinzuzufügen oder wegzunehmen. Unsere Gebräuche, Sitten und Traditionen unterscheiden sich vollständig von denen der Juden, die sich Rabbiniten nennen. Wir Karaiten bedienen uns nicht ihrer Vorschriften des Schlachtens der zur Nahrung bestimmten Tiere, wir beobachten auch nicht Uwe Speisegesetze und verschwägern uns nicht mit ihnen. Wir haben xmsere Synagogen für den G-ttesdienst und xmsere Gebete xmd dienen so dem Herrn, dem G~tt unserer Väter, dem G-tt Israels. Die Gebete sind in hebräischer Spi'ache, kompiliert dxirch Weisen aus xmdexiklichexi Zeiten xmd enthalten auch die herrlichen Psalmodien Davids, des süßen Sängers in Israel. Wir bitten Euch, geliebte Brüder, inständigst, wenn dieses Sendschreiben Euch erreicht, uns die Gunst zu erweisen, xmd uns wenn möglich, in hebräischer oder einer europäischen Sprache oder auch ixn abessinischen oder äthiopischen Dialekt (obgleich von dexi Rxissen niemand Eure Sprache versteht) folgexide Fragen zu beantworten; 1, Warum nennt Ihr Euch Falascha oder Karat 8 ־, Was unterscheidet Euch von den Rabbiniten? 3. hextet Ihr Eure Abkunft von Abraham Isaak und Jakob ab? I k. Wenn ja, beobachtet Ihr die Religion Exirer Vorväter? 5. Habt Ihr in Exirer Mitte jene Isrealiten, die sich Rabbiniten nennen? Verschwägert Ihr Exich mit ihnen xmd esset Ihr von Ihren Speisen xmd ihrer ״Schechitahe(? 6. Beobachtet Ihr das Gesetz der Beschneidung, haltet Ihr den Sabbath heilig xmd feiert Ihr das Pessachfest? l. Besitzet Ihr irgend welche Aufzeichxixmgen über Eure erste Ansiedlxixig dort? 8. Welchen Kalexider benützt Ihr und axif welches historische Ereignis stützt er sich. Wir zählen xmsere Jahre voxi der Erschaffxmg der Welt, haben zwölf Monate im Jahr xmd zwar: Nissan, Ijar, Sivan, Taxnxis, Ab, Ellul, Tischri, Cheschwan, Kislew, Tebeth, Schiwat xmd Adar, welch letzerer Monat ixx eixiem Schaltjahr wiederholt wird. Wir zählen jetzt das Jahr 5656. Wie führet Ihr diese Zählungen? 9. Wie richtet Ihr Exier Wochexi fest ein? Zählet Ihr die vorgeschriebenexi fünfzig Tage vom zweiten Pessachtage oder vom ex'sten Sonntag an, der xnit einexn der Festtage zxisamxnenfällt? Wir beginxiexi das Omex'zählexx mit eixiexn Sonntag während des Pessachfestes entsprechend dexn Gesetze: ״Siebexi volle Wochexi sollen es sein!(( Axis diesem Grxmde fällt unser Wochenfest immer auf einen Sonntag. 10. Beobachtet Ihr das Gebot der Schaxifäden mit einem blauexi Faden? Traget Ihr die Schaxifädexi jeden Tag oder bloß während des G-ttesdienstes? 11. Habt Ihr den Pentateuch, prophetische oder axidere Bücher, welche die Religionsgesetze, Geschichte xmd Moralsätze enthalten? 1 18. In welcher Sprache und voxi wem wux'den sie geschriebexi? 13. Wo haltet Ihr Eure g-ttesdienstlichen Uebungen ab? Besitzet Ihr Synagogen? In welcher Sprache vex•י richtet Ihr Eure Gebete? 1Wann und wo wurden sie verfaßt unä zusaxnmengetragen? 14. Fastet Ihr an bestimxnten Tagen des Jahres? 15. Habt Ihr in Eurer Mitte die Nachkomxnen Aharons und der Levitexi, Rabbiner oder Prediger? I 16. Beachtet Ihr das Purixnfest? Ehrt Ihr das An¬ I denken Mordechais xmd Esthex's, die die Juden in Persiexi exrettet haben? 11. Lernt Ihr hebräisch xmd hebräische Schriften? 18. Wir wünschen axich über Eure Beschäftigxmgexi xmd Berxife zu erfahren, ob Ihr wohlhabende Männer mit Kapital xmd Indxistriexmternehxnxmgen in Exirer Mitte habt? Lebt Ihr in günstigen Verhältnissen? Wie kleidet Ihr Exich? Wie ist Exire Haxisführxmg? Habt Ihr Religionslehrer für Eure Kinder? In welchem Alter heiraten Eure Kixider? Wie groß ist Exire Zahl? Ueberwiegen die Männer oder die Frauen? Bedient Ihr Euch im Privatleben der äthiopischen oder axich einer anderexi Sprache? Dieses Sendschx'eibenist in hebx'äicher xmd französischer Sprache abgefaßt; diese kanxi Euch von der Person, an welche es addressiex't ist, leicht übersetzt werden. Wir hoffen, daß Exire Antwort nicht lange auf sich wartexi lassen werde xmd und daß wir das Vergxiügen haben werdexi, zxi hören, daß Ihr Karaiten seid gleich xms. Lasset uns wissen, wie unsere Briefe Exich direkt, ohne Mittelsperson, erreichen könxiexi, xmd verständigt xms, ob Ihr nicht xnitxmter Vertreter nach Europa, Rxißland, Aegypten und Jerxisalexn entsendet. Indexn wir den Segen Ahx'ons axif Euer Volk herabflehen, bleiben wir mit Bruderliebe xisw.“ Es folgen die Unterschriftexi Nissixn Bockhizobs xmd sechs andex'er karaitiischer Führer. Auf dieses Sendeschreiben erwiderten die Falaschas selbst wohl nicht; doch langte vom Generalkonsul Mondon-Vediaxillex aus Addis Abeba ein axisfiihrlicher Bericht ein, ixi welchem alle Fragen beantwox'tet wurden. Der Konsul teilte xnit, daß er kaum in der Lage sein werde, das Schreiben den Falaschas zukoxnxnen zxi lassexi, die Fragen aber auf Grund eigener Kenntnis beantworte. Die Falaschafrage hatte aber das Interesse der Karaitexi bereits in solchem Maße wachgerufen,'daß zur Aussprache über das Thema eine Konferenz der Vertreter der Karaitexigexneinden aller Länder nach Theodossia auf der Krim einbex'ufen wurde. Er wurde beschlossen, eine Karaitenexpedition nach Aethiopiexi auszux'üsten. Diese Expedition ist jedoch niexnals zustande gekoxnxnen. Hingegen haben die Forschungen Faitlowitsch* und anderer ergeben, daß die Falascha mit dexi Karaiten nichts gexnein haben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.