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Jüdische Presse · 1937-06-11 · 22 (11.6.1937) · page 2

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Journal
Jüdische Presse
Volume
23 (1937)
Issue
22 (11.6.1937)
Date
1937-06-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nf.J2 Agudas Jisroel, für die ln Beiden Ländern die Besten Vorbedingungen vorhanden sind, nttgefietier erschwert. Gewiß, die Schuld liegt an der Führung wie nn den Geführten. Wie Schuld Hegt an einer gewissen Engherrigkeit, die vor lauter Bäumen den Wald nicht sieht und sich keinen mutigen Ausweg aus dem sethstgesehaffenen Gestrüpp 7.u schaffen versteht tJnd dennoch scheint es vor allem Aufgabe der zentralen Instanzen zu sein, den längst ersehnten Wandel zn schaffen. Wenn es der 3. tfCenessfo Gedfmlo ,mit G-ttes Hilfe gelänge, die Barrieren zu beseitigen, die der Weiteren Aufwürisbi*־ wegung unserer Organisation der Thoratreuen hindernd im Wege stehen, sie verdiente ein Ehrenblatt in der Geschichte des jüdischen Volkes, das in Not und Leid, einzig der Näherung an den Weltenlenker *«strebt. Dies wollen wir nicht nur hoffen und wünschen, sondern auch d u r c h tat bereite Mitwirkung und durch unscr Bekenntnis zur Agmlas Jisroel, das sich im Augenblick durch den Erwerb des Sela-Scheines dokumentiert, ermöglichen und erleichtern. Die wirksame Zahnpasta l Gesunde ° jjäkne Vorläufige Uebersidit über die Tagesordnung der Kenessio tiedaulo 8« bis 10« Ellul* Sitzung der Exekutive des Rabbinisdien Rates Die Schechita-Pr obleme; Jüdisches Staatswesen in Erez Jisroel; Schmitta; Probleme des Chissuk Hadass, insbesondere Sabbath, Chinuch und Taharas Harnischpocho, Tefillin, religiöse Probleme der Auswanderung; Beziehungen zu anderen Organisationen. Vorsitzungen verschiedener Avbeitss kommissionen Organisation und Verfassung der Agudas Jisroel, Zusammensetzung und Arbeitsweise des künftigen Waad Hapoel, Finanzfragen, Keren Hajischuw, Keren Hathora, Beth Jakob,!Literatur und Presse. II, bis 16, Ellul 1 Kenessio Gedaulo I. Ideologische Referate. 1. Die Grundgedanken der überlieferten G-tteslehre und die heutige Weltkrise. 2. Heimkehr zum Judentum; agudistisehe Volkserziehung. II. Politische Referate. 1.!Die religionspolitischen Postuiate der jüdischen Minderheiten in den Nationalstaaten der Diaspora (Sabbathruhe, Schschita, Gcmeindeleben, Erziehungswesen üsw.) 2. Die orthodoxen Minderheiten in den jüdischen Gemeinden und die Beziehungen der selbständigen Orthodoxie zu Gemeinden und Organisationen. 3. Die religionspolitischen Forderungen der Agudas Jisroel in Erez Jisroel. III. Thora und Erzichungswesen. 1. Die Bedeutung der Jeschiwo für die nationale Existenz und Zukunft des jüdischen Volkes. 2. Bisherige Entwicklung und zukünftige Arbeit des Keren Hathora in den einzelnen Ländern. Lage des mittleren Thora- Schulwesens in den Ländern. 3. Bisherige Entwicklung und zukünftige Arbeit der Beth-Jakob-Zentrale und der Beth-Jakob-Bewegung in den einzelnen Ländern. IV. Erez Jisroel. 1. Die Probleme der agudistischen Arbeiterbewegung An Erez Jisroel sowie der ,׳Kibbuzim. .2. Aufgaben! und. Leistungen der Agudas Jisroel auf!kulturellem Ge-: biete. 3. ׳Die Beziehungen der Agudas Jisroel zu den anderen jüdischen Instanzen ׳und Organisationen Erez Jisroels (Politische Zusammenarbeit, Zertifikate usw.). V. Soziale Arbeit. 1. Soziale Institutionen und Aufgaben der Agudas Jisroel in den einzelnen Ländern. 2.!Das Problem der jüdischen Ueberseeauswanderung und -Siedlung und die Schaffung feines zentralen Auswand^rungs- -und׳ :Siedlungsamtei'. 3. Entwicklung und Aufgaben der Poale Agudas Jisroel-Bewegung in Polen. Sondertagungen 1. Jugendtagung. (Zeire Agudas Jisroel, Noar Agudati, Esra, Pirche Agudas Jisroel, Jugendorganisationen, unter Leitung der Jugendzentrale in Wien.) 2. Frauentagung. (Unter Leitung der Zentrale der Histadruth N'sche u’Bnos Agudas Jisroel in Antwerpen.) 3. Tagung der agudistischen Presse. Bildung eines Verbandes religiöser jüdischer Journalisten und!Schriftsteiler. * Das Kcncssio-Gedaulo-Büro in Marienbad hat seine Tätigkeit aufgenommen. Das unter Leitung von Herrn Kurt Leitner stehende Kenegpio-Gedaulo-Büro in Marienbad hat, wie uns mitgeteilt wird, seine Tätigkeit bereits aufgenommen. Es werden an Ort und Stelle schon intensiv Vorbereitungen zu dieser grandiosen Veranstaltung ׳ getroffen. Als Resultat der Verhandlungen, die vom Kenessio- Gedaulo-Büro in London mit der tschechoslowakischen Postverwaltung geführt wurden, wird ein besonderes Pos t a m t für den Kongreß in MarienbacI eingerichtet werden. Auch die tschechoslowakische Bahn wird den Delegierten und Gästen der Kenessio Gedaulo weitgehend entgegenkommen. Während der Kenessio Gedaulo wird das JPB. täglieh Bulletins über die Beratungen der Kenessio Gedaulo den Zeitungen zur Verfügung stellen. In der Woche vor der Kenessio Gedaulo wird unter Vorsitz des Präsidenten Rabbi Chäjim Oser Grodzensky, Wilna, die ״Moazas Gedole Hathora“ ihre •Beratungen abhalten. Rabbi Ch. O. Grodzensky hat bereits die Einladung zu’diesen Sitzungen samt Tagesordnung an die Mitglieder des Rabbinischen Rates in aller Welt ergehen lassen. Mitte Juli: RegierungierklärungüberkünftigePalästinaPolitik Mitte Juli wird die offizielle Erk-1 är ung der englisch ■en ׳Re,gi erung über ihre künftige Politik in Palästina auf Gr-und des •Berichtes der Kgl. Kommission veröffentlicht werden und gleichzeitig in London und Jerusalem erscheinen.!Die Regierung trifft bereits alle nötigen Vorbereitungen, um den Bericht der Kgl. Kommission, der in den nächsten zwei Wochen veröffentlicht werden soll, unverzüglich zu behandeln. Der volle Wortlaut des Berichtes ׳wird nur in englischer!Sprache veröffentlicht werden, dagegen werden gekürzte Berichte in Palästina in allen drei Landessprachen erscheinen. PalästinasRegierung nimmt Verteilung der Zertifikate selbst vor? Im Unterhaus erklärte Kolonialminister O r m s b y- Gore: Falls die Jewish Agency die Verteilung der 2.20 Zertifikate nicht vornimmt,, die dar High Commis- Rio ne r nach dem üblichen Verfahren ausgegeben hat, wird das Einw-ander-ungsdepart erneut in Palästina das Recht haben, diese Zertifikate selbst zu verteilen. Oberster Arabische/ Ausschuß lehnt Teilung kategorisch ab Der Oberste Arabische Ausschuss veröffentlicht eine Erklärung, in der er seiner KompromißiosenOpposition gegen eine Teilung Palästinas Ausdruck gibt. Die Araber, heißt es in der Erklärung, werden nicht einen einzigen Zoll des Bodens Palästinas aufgeben. Der arabische Terror Arabische Terroristen haben auf den Kommandanten der Palästinensischen Polizei, Roy G. Spiee r, einen Revolveranschlag• verübt. Vier Schüsse ■wurden von unbekannten Tätern abgegeben. ■Spicer selbst blieb unverletzt, wogegen sein Chauffeur Verletzungen davontrug. Die Täter flüchteten in das arabische Viertel Musrataa. In der Nähe von Jenin sind fünf mit arabischen Passagieren besetzte Autos von arabischen Terroristen angehalten worden. Die Insassen der Autos wurden vollständig ausgeraubt. In Safed erhielten die wohlhabenden Einwohner Briefe, die die Unterschrift einer Geheimorganisation ״Dip Schwarze Hand“ trugen. In den Briefen ־werden die Empfänger als Verräter bezeichnet und wegen Verkaufes arabischer Geschäfte an Juden Drohungen Raummangels halber entfällt in dieser Nummer die Fortsetzung der Veröffentlichung des ״Sendschreibens der Karaiten an die Falaschas“i gegen sie erhoben. .,,Die/Schwarze Hand“ gab auch eine anonyme Flugschrift heraus, in der jedem Araber, der bei Juden kauft, mit Ermordung gedroht wird. Militärische Vorkehrungen in Palästina " Aus Kairo ■wird gemeldet, daß das Militärkommando von Palästina mit der Durchführung seines Planes begonnen habe, ein Netz von-kleineren Garnison e n über das ganze Land, insbesondere über die Gebirgsgegenden, ,zu ziehen. Die einzelnen Truppenabteilungen werden mit leichten Tanks und Maschinengewehren ausgestattet. In arabischen ■Kreisen sei man davon überzeugt, daß der ■Bericht der Kgl. Kommission erst veröffentlicht werden wird,' wenn diese ׳militärischen Vorbereitungen abgeschlossen sind. Aus der Agudas Jisroel Der Agudas Jisroel ist cs nach lang־wierigen Vorarbeiten gelungen, in London eine Jeschiwo ins Lehen zu rufen. Die Jeschiwo, die demnächst unter dem Namen ״Or Jisroel“ eröffnet ׳wird, befindet ■sich in einem neuen Gebäude, wo für alle Annehmlichkeiten gesorgt ist. Der neue Chefsekretär der Palästina-Regierung, M'r. B a 11 e rshi I, hat eine Delegation der Agudas Jisroel empfangen. Bei dieser Gelegenheit’ hat Rabbi Mosche Blau Wesen und Forderungen der Aguda in kurzen ■Strichen skizziert. Die Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland hat ihre Landeskonferenz für die Zeit vom 25. bis 27. Tamus nach Nürnberg einberufen. Auf der Konferenz werden die aktuellen Probleme der deutschen Orthodoxie und ihre Forderungen an die Kenessio Gedaulo behandelt werden. In Anwesenheit von rund 300 Delegierten aus 271 Städten, unter ihnen auch Abgesandte aus Palästina, England und der Schweiz, fand in Lodz der ■Kongreß der Bnos Agudas Jisroel statt. In New York hat eine Konferenz der Agudas- Jisroel-Jugendorganisation in U. S. A. stattgefunden. Wie aus dem erstatteten Bericht hervorgeht, verfügt die agudistisehe Jugendbewegung über 20 Gruppen in New York allein. Hofgastein. Die wegen ihrer vorzüglichen Leitung bekannte Pension des Herrn G. Wolff, ist ins Haus Anderka übersiedelt. Zimmer mit jedem Komfort, wie fließendes Wasser usw., stehen zur Verfügung (Siehe Inserat). V«8 WOlTlC Woclic ( # Ans Bagdad wird gemeldet, daß dort, die I jahrhundertealte große Jeschi wa ״M % drasch Beth ן Salka” vollständig nieder gebrannt ist. Die Bibliothek, ' die die größte im ganzen Irak war, sowie eine Anzahl Manuskripte von großem literarischen und historischen Wert sind dem Brande zum Opfer gefallen. Die Thorarollen konnten gerettet werden. Bei den soeben statigefundenen Parlaments- *wählen in Chile wurden drei Juden gewählt. Anläßlich der Krönung Georgs VI. hatten sich zahlreiche Juden aus Provinzstädten in Polen an den König mit der Bitte um Zuteilung von Palast in aein Wanderungszertifikaten gewandt und dabei auf die schwere Not der Juden in Polen hingewiesen. Viele Bittsteller haben nunmehr die Benachrichtigung erhalten, daß ihr ' Gesuch berücksichtigt worden ist. Sie wurden gleichzeitig auf gefordert, die Vorbereitungen für die Uebersiedlung nach Palästina zu treffen. Die Polizei hat in. Ja ff a umfangreiche W a ffen suchen vor genommen, wobei große Mengen Waffen und Munition beschlagnahmt wurden. Eine Reihe von Arabern wurde verhaftet. In einem soeben veröffentlichten offiziellen Berieht der portugiesischen Regierung wird erklärt, daß eine Massenausweisung von Juden ans Portugal nicht erfolgt sei, sondern daß es sich bei den in den letzten Jahren ausgexoiesenen Fremden lediglich um nnerwünschte Elemente gehandelt habe. Es sei wahr, daß der größte Teil der Ausgewiesenen zufällig jüdischer Abstammung war. Ein angesehener jüdischer Fabrikant in Bielefeld ist zu vier Monaten Gefängnis v e rurteilt worden, weil er am Jom Kippur des vergangenen Jahres seine Fabrik, die inzwischen in 'arische Hände übergegangen ist, xoährend der Dauer von eineinhalb Stunden geschlossen gehalten hatte. Auf den Bergen längs der Straßen J er usalern-Jaffa und Jerusalem-Hebron fanden Manöver größeren Umfanges statt. Gegenwärtig sind in der Gegend von Sichern und Jenin Manöver im Gange. % Die Schüler der arabischen landwirlschaf fliehen S chule in T ulk ar e m, die vor einiger Zeit wegen Beteiligung an dem arabischen Generalstreik relegiert worden waren, haben von dem italienischen Generalkonsulat in Palästina die Mitteilung erhalten, daß sie ihre Studien an einer italienischen landwirtschaftlichen Schule fortsetzen können. Diese Erlaubnis stellt die Antwort auf ein seinerzeitiges Gesuch der relegierten Schüler an Mussolini dar. Die polnische Aerztekammer hat sich gegen die Einführung eines Numerus clausus für jüdische Aerzte ausgesprochen. Den Anlaß zu dieser bedeutsamen Entscheidung bildete der Antrag eines polnischen Arztes in Posen, über den die Aerztekammer in Warschau zu beschließen hatte. Bemerkenswert ist, daß von den 38 Aerzten, die an der Abstimmung teünahmen, nur drei Juden waren. Ans Süd-Palästina wird gemeldet, daß die diesjährige Getreideernte außerordentlich g u t ist. Sämtliche Winter getreidearten sind besonders gut gediehen. : Der Verband der nicht j ii d is chen Gastwirte Polens hat der Regierung ein Memorandum überreicht, worin gefordert wird, daß Juden die Eröffnung von Gaststätten in Gebieten, die vorwiegend von Christen bewohnt sind, verboten wird. Wie die reichsdeutsche Presse mitteilt, ist im Monat Mai in Rasseschandefällen auf insgesamt mehr als 500 Jahre Zuchthaus erkannt worden. Bemerkenswert ist, daß immer häufiger arische Angeklagte mit dem Blutschntzgesetz in Konflikt geraten. Die Hias-lca-Emigration-Association (IIICEM) veröffentlicht einen Bericht des Leiters der HICEM in New York Asofsky über die gegenwärtigen Einwa ndernng smö glich keiten in-V eneznela, Cnracao, Panama, Guatemala und Mexiko. In dem Bericht wird festgestellt, daß die Einwanderung von Juden in die genannten Länder fast völlig auf gehört hat. Im palästinensischen Amtsblatt wird die Einsetzung einer Kommission bekannt gegeben, die die Aufgabe hat, die E nt s ch ä di g un g s an s p r ü ch e der bei den Palästina-Unruhen Geschädigten zu prüfen. Auf einer Konferenz der polnischen Grundbesitzet des Kreises Tarnopol (Ostgalizien) wurde beschlossen, an Juden und Ukrainer keinen Boden •mehr zn verkaufen. % Die Palästina-Regierung hat der Stadtverwaltung von T el - Aviv eine Anleihe von 100.000 Pfund zur Errichtung neuer Schulen und anderer städtischer Bauten bewilligt. ״Palestine Post“ meldet, daß die Stadtverwallang von T el- Aviv den Bau einer neuen Zn g an g s- Straße vom Zionstar zum Stadttor plant, damit die Juden, ohne die Altstadt passieren zu müssen, zur Klagemauer gelangen können. Unter den J!7 Gefangenen, die High Commissioner Sir Arthur Wauchope unläßlich des Geburtstages König Georgs VI. a m ne stier t hat, befinden sich auch acht Juden. Unter dem Eindruck der Ausschreitungen von Brest-Litowsk hat der Board of Deputies das Joint Foreign Committee beauftragt, eine Hilfsaktion durchzuführen und alle bisher von verschiedenen Stellen zugunsten der Juden Osteuropas unternommenen Teilaktionen zu einer großen, einheitlichen Aktion zu vereinigen. An der Nordgrenze Palästinas sind mehrere Juden verhaftet worden, die der ille g alen Ein- Wanderung nach Palästina beschuldigt werden. In der Nähe des Haifaer Hafens wurde eine neue zentrale Eisenbahnstation eröffnet. Die bisherige Station ״Karmel“ wurde aufgelassen. % Der vor kurzem als Nachfolger des verstorbenen Rabbi Spira in Mukattevo gewählte Rabbi Baruch Rabinowiü, der Schwiegersohn des Verstorbenen, mußte sich als tschechoslowakischer Staatsbürger zur Assentierung melden.' Der 23jährige Oberrabbiner wurde für tauglich befunden; er wird wahrscheinlich in die Ersatzreserve eingereiht, so daß er nur ein halbes Jahr zu dienen haben xvird. H, Grün, II., Taborstraße 8 b, Tel. R-42-3-66, Ateliei für feine Herrengarderobe.

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