Jüdische Presse
- Journal
- Jüdische Presse
- Volume
- 23 (1937)
- Issue
- 17 (30.4.1937)
- Date
- 1937-04-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 17 JttDlSßHEpRESSE »dte s a Die 400 Jahre bestehende Synagoge ״A wr o* Aom ÖWinu" in Hebron ist dem Verfall preis* gegeben, da die Polizei es abgelehnt hat, die Synagoge weiter. zu bewachen und die jüdischen Einwohner von Hebron nicht mehr in die Stadt zurückkehren. Der jüdische Aäro*KlUbinTet*Aviv hat s i e be n Ae ropt an e polnischer Konstruktion an* gekauft, die zur Ausbildung jüdischer Elieger in Palä* Stina verwendet werden sollen, " Q.’ Der Verband der ukrainischen ln tellek* tu eilen Ostgaliziens hat eine Proklamation gegen judenfeindliche Ausschreitungen erlassen, ln dieser Proklamation Wird erklärt, durch solche Ausschreitungen werde die Ehre eines Kultur* Volkes verletzt. Mit Rücksicht auf die letzten Erklärungen des Stabschefs des ,^Lagers der nationalen Einigung", Oberst Kowalewski, aus denen hervorgeht, daß auch zur polni* sehen Nationalität sich bekennende Juden nicht in das Regierungslager auf genommen werden, ist eine für An* fang Mai einberufene Konferenz, auf der ein ״jüdischer Rektor" des Lagers gebildet werden sollte, abgesagt Worden.־ Der ״Oberschlesische Anzeiger" meldet, daß ■zwei jüdische Eheleute vom Schöffengericht B euthen wegen Vergehens gegen das S chächtge setz zu je zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Die Angeklagten hatten Fleisch von ge* schächteten Tieren nach Breslau und Landshut ver* sandt, obwohl ihnen bekannt war, daß das Schächten im aberschlesischen Abstimmungsgebiet nur insoweit er* laubt ist, als Bedarf an derartigem Fleisch innerhalb dieses Gebietes vorliegt. Der neue W o jw o de des Le mb erg er, Kreises, Bilyk, erklärte, er würde' es für ein Verbrechen halten, ju den feindliche Ausschreitun gen zu dulden. Er versprach, energische Maß* nahmen zur Unterdrückung antijüdischer Unruhen zu *treffen und die Schuldigen streng zu bestrafen.; Die nach dem großen Philanthropen Nathan Straus benannte Kolonie Ndtliänia hat beschlossen, in■ der Kolonie einen zentralen Park zu schaffen und ihn zur Erinnerung an die Krönung des' Königs Georg ivon England ״King George’s Park“ zu nennen. Im Dorfe ,Korzawa bei Lo d z wurde der jüdische Student Herz Zwi von Hüligans so bestialisch mißhandelt, daß er im Hospital, wohin er gebracht wurde, seinen Wunden erlag. Da, unbeschadet der seitens der portugiesischen Behörden vor kurzem dem Völkerbundhochkommissär für die Deutschland-Flüchtlinge, Neill Malcolm, gegebenen Zusicherungen, die Ausweisung jüdischer Deutschland-Flüchtlin ge aus Portugal andauert, hat die Leitung der HIAS-ICÄ Emigration Association (HICEM) den Hochkommissär abermals ersucht, bei der portugiesischen Regierung einzuschreiten. Der Präsident der. Reichspressekammer hat eine Berufsschutzanordnung für den werbenden Zeitschriften- ־Handel erlassen. In ihr wird u. a. bestimmt, daß Personen in Unternehmen des Vertriebs von periodischen Druck- Schriften grundsätzlich weder tätig noch daran beteiligt' sein können, die für sich und den Ehegatten nicht den Nachweis der Abstammung von Vorfahren deutschen oder artverwandten Blutes bis־ zum Jahre 1800 erbringen können. Von der; italienischen Botschaft in Paris wurde der Jüdischen Telegraphen-Agentur erklärt, daß der judenfeindliche Ton, der von einigen Zeitungen in Italien angeschlagen wurde, nicht der Stimmung der italienischen Regierung entspricht. Die polnische Kommission zur Erforschung, der Möglichkeiten jüdischer Einwanderung in Madagaskar, hat die Reise nach diesem Lande bereits angetreten. An der Expedition nehmen auch zwei jüdische Auswanderungsfachleute, Agronom Salomon Dyk und der Direktor der JE AS, Leon Alter, teil. ׳ , Der Vorsitzende der Kommission für Wirtschaftsfragen ־beim American Jewish Congress, Rabbi J. X. Cohen, hat die Ergebnisse einer sechsjährigen Untersuchung über die ־Ursache jüdischer' Ärbeitslosigkeit in New York in einer soeben veröffentlichten Broschüre niedergelegt. Der Verfasser gelangt zu der Fest* Stellung, daß zahlreiche öffentliche Unternehmungen, Banken, Versicherungsgesellschaften, sonstige Arbeitgebet und Arbeitsvermittlungsstellen die Diskriminierung gegen Juden so weit getrieben haben, daß diese ״Arbeiter am Rande" geworden sind. In einem Interview mit amerikanischen Journa* listen nahm der neue Völkerbundkommissär für Danzig, der Schweizer Professor Dr. Bur ckhar dt, Bezug auf die Berichte der Auslandspresse, nach denen Danzig plane, die Rassengesetzgebung des Deutschen Reiches einzuführen, und erklärte, er glaube nicht, daß Danzig dies tun werde; sollte jedoch, entgegen seinen Erwartungen, diese Gesetzgebung den* noch eingeführt werden, so wäre damit weder Deutsch* land noch Danzig gedient. Nach Besprechungen des Rabbinats und des Vor- Standes der Jüdischen Gemeinde von Safed mit dem Re* gierungskommissär, haben die Behörden ihre Zustimmung dazu erteilt, daß auch in diesem Jahre die traditionelle L a g - b’O m er - Fei er am Grabe Rabbi Simon bar Jochais in dem Dorfe Meron bei Safed .abgehalten werde. . Als Gegenstück zur nazistischen Vortragsreihe an der Münchener Universität veranstaltet das Pauluswerk in Wien eine. Vortragsreihe über die Judenfrage, für die hervorragende katholische Gelehrte und Geistliche als Redner angekündigt werden, In Warschau wurden sämtliche in jiddischer und in polnischer* Sprache erscheinenden jüdischen T-a g eszeitun g en wegen Veröffentlichung der Be* richte über die Austreibung der jüdischen Greise, Kranken und Kinder aus den Häusern der aufgelösten Bne-Brith* Logen■ in Deutschland k o nf iszier t. Die Behörde er* blickte in den Berichten eine Herabsetzung der deutschen Regierung. Rabbiner Dr. EU Munk, Ansbach, ist als Nach* folger von Rabbiner Weißkopf s. A, zum Rabbiner der •orthodoxen Gemeinde nach Paris berufen worden, r Grün. fl., Tabprstraße '8% Tel, R42-3-66, Atelier für feine Herrengarderobe.. . \ ,osi wociie zu Woche Die antisemitische Welle In Polen . Die antisemitische Terrorwelle in Polen dauert ungeschwächt an, was zur Eolge hat, daß immer wieder Bewohnerschaften ganzer jüdischer Städte׳.wirtschaftlich .vollkommen ruiniert Und dem Hunger preisgegeben werden. Im Verlauf eines einzigen Tages sprachen im Innenministerium in Warschäü Abordnungen der Jüdisehen Gemeinden von KattoWitz, Czenstoehau, Truskolas, Klobu'ck, Krcepice, Kalysz, Ozeohanowce und Sokolaw- Poffiaski vor. Die Abordnungen erklärten, daß in ihren Städten die Gruppen der Nationalradikalen einen der* artigen Terror entfalten, daß das gesamte Wirtschafts* leben lahmgelegt ist. Sämtliche jüdischen Geschäfte werden von Streikposten, die die Käufer mit Gewalt femhalten, blockiert, Käst täglich kommt es zu Zusammenstößen, und es ist nur glücklichen Zufällen zuzuschreiben, daß diese nicht zu blutigen Exzessen ausarten.!Die Abordnungen baten das Innenministerium, die lokalen Behörden anzuweisen,־ den ,unerträglichen Zuständen ein Ende zu machen. In Bialystok tagte die Delegiertenversammlung der 60 jüdischen Gemeinden des Kreises Bialystok. In den Berichten wurde festgestellt, daß die jüdische Bewohner- Schaft von mindestens 20 Städten des Kreises als Folge des Boykott-Terrors wirtschaftlich vollkommen ruiniert ist. sjt Vor dem Kreisgericht in Kielce hat die Verhandhing gegen vier Bauern stattgefunden, die angeklagt waren, in dem Dorfe Stawi bei Jendzjew am 16. Oktober 1936 fünf Juden ermordet zu haben. Die Angeklagten drangen nachts in die Wohnung des 45jäi1rigen Kaufmannes Masche Schmulewitz ein und ermordeten ihn, seine 35jährige Frau Rachel, deren 75 jährige Mutter Channa Kaufmann und23 ׳ jährige Schwester Miral Kaufmann, sowie den im Hause wohnenden 30jährigen jüdischen Lehrer Mosche Königstiein 'in bestialischer Weise. Besonders fürdhteriieh richteten sie Königstein zu, der sich ihnen entgegen■־ gestellt hatte. Der 75jährigen Channa Kaufmann schnitten öle die Zunge heraus und trampelten auf der Sterben* den herum. ״ Die Angeklagten ׳ vdirden f r e i g e s p r ö ö h e n, obwohl der 12jährige Jankel Schmulewitsch die Mörder bei Namen genannt und, als sie ihm iri einer großen Gruppe Bauern entgegengestellt wurden, herausgefunden hat, und obwohl den Angeklagten der Alibi-Beweis nicht gelungen war. Das Gewicht konnte sich nicht entschließen!, die vier Angeklagten auf Grund der Aussage eines Knaben zu verurteilen. . Als Gegenstück dazu diene ein Urteil des Gerichtes in Wilna. Verhandelt wurde gegen sechs junge Juden, die beschuldigt waren, an einer Kundgebung gegen! die Wilhaer antijüdischen Exzesse im November 1936 teügenommen zu haben. Ein Jude Wurde, zu 6, ein zweiter zu 4 Jahren Gefängnis verurteüt, die Übrigen vier wurden als Jugendliche einer Zwangserziehungsanstalt überwiesen. ן Eisen-Feinwurst-1 I und Selchwaren ן in U unerreichter S Qualität I Auflösung des Bne-Brith- Ordens in Deutschland Die Deutsche Geheime Staatspolizei (Gestapo) hat den Unabhängigen Orden Bne Brith' für das gesamte Deutsche Reich verböten. Die Mitteilung hierüber wurde vom ׳Reichspropagandaministerium ausgegeben, was darauf schließen ■läßt, daß man mit. dieser Maßnahme — ebenso wie mit dem kürzlich erlassenen sechzigtägigen Verbot aller ' jüdischen Versammlungen und 'Sportveranstaltungen in Deutschland —- Wirkungen im Ausland erzielen!will. Den■ ausländischen Journalisten in ׳Berlin gegenüber •wurde seitens des Propagandaministeriums das Verbot der Bne-Brith-Logen damit begründet, daß ״ein Logenmitglied kommunistische Propaganda“ betrieben habe; damit sei die ganze Organisation in die Angelegenheit verwickelt. Die Journalisten konnten jedoch schon kurz darauf in Erfahrung bringen, daß das betreffende Logenmitglied, ein früherer preußischer Landtagsabgeordneter, zwar wegen angeblicher kommunistischer Propaganda verhaftet, aber schon nach wenigen Stunden wieder freigelassen wurde, was mit Sicherheit darauf schließen läßt, daß der gegen ihn entstandene Verdacht sich als vollkommen grundlos erwies. Die natiohalsozialistische Presse läßt denn auch die Version von dem ״kommunistischen Logenmitglied“ fallen und deutet — offenbar aus Verlegenheit und aus Mangel an einer anderen zureichenden Erklärung — an, die Auflösung der Logen sei wegen ״Devisenvergehen“ erfolgt. Gleichzeitig. mit der Auflösung der Logen ist auch das Eigentum der Logen in ganz Deutschland;zugunsten des Staates beschlagnahmt worden. Dadurch geht ein beträchtliches: Vermögen, darunter zahlreiche, dem öffentlichen Wohl dienende Gebäude und Institutionen, dem deutsch eh Judentum verloren. Die Bne-Brith-Logen in Deutschland und ihre Frauenverbände unterhielten sehr viele öffentliche Wohlfahrtseinrichtungen, wie Greisenasyle, Jugendhorte, Krankenanstalten, Pflegerinnenschulen, Kultureinrichtungen usw. Die Logen leisteten auch eine große rein philanthropische Arbeit, wie z. B. direkte Unterstützung an Verarmte und Arbeitsunf ähige. Durch den Fortfall aller dieser Einrichtungen gelangt das ohnehin schon durch den öffentlich geleiteten Boykott, den Geschäftsverkaufs-, bzw. Verschleud'erungszwang, durch Ausschaltung der jüdischen Angestellten usw. stark verarmte deutsche Judentum in eine noch weit drückendere Lage als bisher.״ Viele Hunderte jüdische Greise, Kranke und Kinder wurden aus den Heimen getrieben und sind ohne Obdach. Die jüdischen Gemeinden stehen der neuen Lage hilflos gegenüber, da sie selbst über keine Räumlichkeiten verfügen, um die Hinausgetriebenen unterzubringen. Beamte der Jüdischen Gemeinde Berlin sind ununterbrochen auf der Suche nach Möglichkeiten der Unterbringung der obdachlosen etwa 200 Greise der Berliner Altersheime der (Bne Brith. Die meisten dieser Greise waren einst wohlhabende Bürger und hatten die Reste ihres Vermögens, oft viele tausende Mark, den Bne-Brith-Logen. eingehändigt gegen die kontraktliche Verpflichtung, daß für ihr Lebensende gesorgt werden wird. Valencia-Regierung kommt Agudas Jisroel entgegen. Der spanische Generalkonsul in London hat nach Rücksprache mit seiner Regierung der Exekutive der Weltorganisation der Agudas Jisroel mitgeteilt, daß die spanische republikanische Regierung jedes Ersuchen um Zulassung der Einfuhr von rituellen Gebrauchsartikeln für die jüdischen Gemeinden iii Spanien günstig erledigen werde. Auf -Veranlassung der Madrider Regierung wird in Zukunft auch den rituellen Bedürfnissen der jüdischen Gemeinde Barcelona Rechnung getragen werden. Zum letzten Pessachfest wurden aus Mitteln der Aguda große Mengen Mazzoth an Juden in Barcelona gesandt, * In einer . Unterredung; mit dem Vertreter des Kenesrio-Gedaulos-Komitees, Herrn Kurt Leitner, erklärte der Bürgermeister von M a r i e n b a d, daß seine Stadt e® sich als große Ehre anrechnet, in ihren Mauern den Weltkongreß der, Agudas Jisroel abhalten zu. sehen. Marienbad werde alles zur Erleichterung und angenehmen Gestaltung der Kenessio Gedaulo beitragen. SS0DGQ0BD0E1K ״Um unserer Zu kunft willen“ Am ׳Sonntag fand im Marmorsaal des Hotel National eine Konferenz der Vertreter der österreichischen Kultusgemeinden und der Repräsentanten " der Wiener Tempel- und Bethausvereine statt, die sich mit der ka/tastrophalen Lage der thoralernenden Jugend befaßte. Nach der Eröffnung durch den Obmann des ״Tiferes Bachurim", Herrn Salomon Schreiber, und der Verlesung zahlreicher ׳eingelaufener Begrüßungsschreiben aus dem! In- und Aus- -land erstattete Herr David Sputz das Referat, welches in einem Appell zur opferbereiten Hilfeleistung,!für die Jünger der Thora ausklang. In Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde Wien unterstrich Herr Doktor Mendel Rosenberg die Wichtigkeit und Bedeutung der einzuleitenden Hilfsaktion. Herr Med.-R. Dr. Reiniger begrüßte die Versammlung namens ׳der Adas Jisroel Schiffschul, der Mutterorganisation des Vereines ״Tiferes Bachurim“, und dankte demselben und dessen Förderern für ihre wertvollen Leistungen. Durch die Förderung und Verbreitung des Thorastudiums allein wird das Ziel erreicht werden können, das alle anstreben müssen: Frieden und Einigkeit im Judentum. Es sprachen ferner: der Präsident des Neudegger-Tempels, Herr Komm .־Rat Feldmann, der Präsident des Pazmaniten-Tempels, Herr Oskar Schramek, für die Bethäuser des III. Bezirkes Herr Univ.- Prof. Dr. Max Eisler und schließlich der Vorsitzende der Unterrichtskommission der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde. Herr Dr. Isidor Klaber. Mit der begeisterten Annahme einer Resolution konnte der Vorsitzende die feierlich verlaufene Versammlung schließen. Die Resolution lautet: ״Die am 25. April 1937 versammelten rabbinischan . ׳Führer der österreichischen .Tudenheit, die Vertreter der Kultusgemeinden Oesterreichs und die Repräsentanten der Wiener Tempel- und Bethaus vereine richten angesichts der betrübenden Tatsache, daß ein großer Teil der jüdischen Jugend sich in großer seelischer und religiöser Not befindet, den dringenden Appell an die gesamte jüdische Oeffentlichkeit, am kommenden Schwuosfeste, dem Seman Matan Thora, eine ,intensive Werbearbeit für j ü d i s c h - r e li g i ö s e Jugenderziehung und insbesondere für das Lernen an den erprobten Stätten jüdischen Geistes, den Jeschiwos, zu entfalten. Die versammelten Repräsentanten der österreichisehen Judenheit proklamieren den kommenden Schabbos Parschas Bamidbor, den 15. Mai d. J., zu einem Tag der Sammlung für das ׳Studium der Thora und ihre Jünger. Tn sämtlichen Tempeln und1 Bethäüsern Oesterreichs soll an diesem Tage oder am zweiten Tag Schwuos für den ״Tiferes ßachurim“ gespendet werden. Um unserer Zukunft willen muß der Not, die unsere Talmudjünger leiden, gesteuert werden. Um unserer Zukunft und unserer Kinder willen muß jeder Jude sich verpflichtet fühlen, sein Soherflein für dieses Werk der Volks- und Nächstenliebe beizutragen■.“ Vizebürgermelster Kresse verlangt Aufhebung der (Staatsbürgerschaften eingewanderter Juden. In einer Rede, die Vizebürgermeister Kresse vor Wiener Gewerbetreibenden hielt, erging er sich in heftigsten antisemitischen Invektiven gegen! die eingewanderten Ostjuden und verlangte die Revision der nach dem Jahre 1919 erfolgten Einbürgerungen solcher Juden, ״Ich kenne“, sagte er״ ״die Tragweite einer solchen Forderung, ich ■weiß aber, daß man es dem bodenständigen Gewerbe schuldig ist, ■hier einmal zuzugreifen.“ Vizebürgermeister Kresse erklärte, daß die Stadt Wien in den letzten Jahren keinen Julien eingebürgert und auch keinem Juden׳ Arbeit zugewiesen hat. JÜDISCHER UEDERABEHD des jungen Tenors MAX MUHLSTOCK Montag, den ,17. Mai 1937, um halb 9 Uhr afephdä im Marmorsaal des Hotel National. Karton im Vor» verkauf hei Brückner, II, Clockengane i3. und an der Abendkassa 1